Vergeblicher Versuch von VW, die Krise zu beenden

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Vergeblicher Versuch von VW, die Krise als beendet zu erklären

Abgeschickt von Paul am 28.02.2017 18:06
VW musste auf die Entwicklung der Kampfbereitschaft der letzten Wochen reagieren und will mal wieder die Krise für beendet erklären. In der Braunschweiger Zeitung gibt es Lobesmeldungen über gestiegenen Umsatz und Gewinn. Tenor: „Die Krise kann dem Konzern nichts anhaben. Wir haben ausreichend Rücklagen“. Insgesamt soll das die Denkweise stärken: „Wenn es VW gut geht – sind die Arbeitsplätze sicher!“ „Wir haben gelernt und machen Zugeständnisse“: Vorstandgehälter werden begrenzt, Leiharbeiter „langsamer“ und nicht so massiv entlassen, die Nachtschicht in WOB soll nun doch nicht abgebaut werden.
Wenn es VW angeblich gut geht, die Krise dem Konzern nichts anhaben kann – warum werden dann keine Entschädigungen an die geprellten Autokäufer bezahlt, warum müssen die VW-Kommunen zum Teil auf hunderte Millionen Steuern verzichten, was sie wieder auf die Bevölkerung abwälzen? Warum müssen wir mit immer weniger Kolleginnen und Kollegen dieselbe Arbeit machen oder sogar noch mehr?
In Wolfsburg üben Vorgesetzte und Personalabteilung massiv Druck auf Vorruhestandskandidaten aus, zu unterschreiben. Wie in andern Werken auch, werden „Leistungsgewandelte“ Kolleginnen und Kollegen heftig bedrängt werden, sich wieder in die normale Produktion eingliedern zu lassen. Dazu kommt es immer wieder zu kleineren Widerstandsaktionen!

Re: Vergeblicher Versuch von VW, die Krise zu beenden

Abgeschickt von Herbert am 28.02.2017 18:13

 

 

„Der Button 'Zukunftspakt' (durchgestrichen) vom VW-Komitee wird von vielen spontan begrüßt und von einigen gerne getragen. Der Aufkleber 'Knast statt Boni' wird allgemein begrüßt. Es wirkt aber auch die Propaganda vom Vorstand, Vorgesetzten und einer Reihe von Betriebsräten, dass jetzt Ruhe einkehren muss, um die Arbeitsplätze nicht zu gefährden. Wer ist denn Schuld an der Vernichtung der 30 000 Arbeitsplätze? Doch nicht diejenigen, die fordern, dass die Verantwortlichen endlich für ihren kriminellen Betrug zur Rechenschaft gezogen werden! Warum sollen wir jetzt ausgerechnet den Leuten vertrauen – VW „sattelfest“ zu machen - die uns den ganzen Schlamassel eingebrockt haben? Die alles dafür tun, dass nichts aufgeklärt wird? Das heißt doch nichts anderes, dass sie genau weiter machen wie bisher! Ich habe festgestellt, dass man das Schweigen von Kolleginnen und Kollegen leicht als Zustimmung zum Zukunftspakt deuten kann – unterhält man sich dann aber in Ruhe, da merkt man erst wie groß die Unzufriedenheit und das Misstrauen ist!

 

Re: Vergeblicher Versuch von VW, die Krise zu beenden

Abgeschickt von Klaus-Jürgen am 02.03.2017 11:49
Chinesische LeiharbeiterInnen demonstrieren gegen VW

Quelle: ND vom 2.3.2017

Mehrere hundert Angestellte fordern gerechte Bezahlung / NGOs: Ungleiche Behandlung schon seit Jahren.
Mehr als 500 chinesische LeiharbeiterInnen haben in der chinesischen Stadt Jilin gegen ungleiche Bezahlung bei VW demonstriert. Die Angestellten von VW forderten nahe des Standortes in Changchun gleiches Geld für gleiche Arbeit und drohten mit einer Klage. Mehr als 1000 Menschen beschäftigt Volkswagen, der in einem Joint Venture mit dem chinesischen Staatskonzern FAW zusammen geschlossen ist.
Immer wieder kommt es landesweit zu Protestaktionen gegen VW-FAW. Die LeiharbeiterInnen werfen dem Konzern vor, sie deutlich schlechter zu bezahlen als Festangestellte. Eine Forderung, die von den staatlichen Medien weitgehend ignoriert wird. So werden auch Aufmärsche und Proteste in der Öffentlichkeit stets totgeschwiegen.
NGOs werfen dem Autobauer vor, die Stammbelegschaft bereits seit Jahren bevorzugt zu behandeln und fordern, dass VW sich endlich mit den LeiharbeiterInnen an einen Tisch setze und verhandele. Die Protestierenden drohen nun mit einer Klage, wie die ARD berichtet. »Wenn es vor Gericht geht, wird es ein langer und teurer Kampf für die Arbeiter«, sagte ein Mitarbeiter einer nichtstaatlichen Organisation gegenüber dem ARD-Studio in Shanghai.

VW ließ unterdessen aus seiner chinesischen Zentrale verlauten, man fühle sich mitverantwortlich für das Wohl der Arbeitenden und suche aktiv den Dialog mit den Betroffenen. In einem Statement heißt es: »Die Volkswagen Group China kümmert sich um alle Mitarbeiter der chinesischen Belegschaft und wird sich mit jeder mitarbeiterbezogenen Frage ernsthaft beschäftigen.« Vertragspartner der Protestierenden ist allerdings nicht Volkswagen, sondern der Joint-Venture-Partner FAW.

Re: Vergeblicher Versuch von VW, die Krise zu beenden

Abgeschickt von Christoph am 11.05.2017 21:02
Pausenversammlung in Kassel für offensive Forderungen

Korrespondenz aus Kassel, 11.5.17

Am Mittwoch fand zeitgleich zur Hauptversammlung der Aktionäre im Werk Kassel am SB-Shop in der Halle 3 wieder eine Pausenversammlung mit 12 Kollegen statt. Dort wurde das Geschehen auf der Hauptversammlung im Live-Ticker verfolgt und bewertet. Die Kollegen waren empört über die Versuche des Vorstandes, die Krise für beendet zu erklären, ohne nur im Geringsten etwas aufgeklärt zu haben. Das Gefühl, in einer VW-Familie mit dem Vorstand zu sein, ist in der Zwischenzeit gründlich durch die Wirklichkeit zerstört worden. Alle waren der Meinung, dass das nicht richtig ist, was da abläuft. Dann wurde sich mit der Frage auseinandergesetzt, ob die Kollegen sich selber schaden, wenn weiter aufgeklärt wird. Denn auch die BR-Spitze argumentiert so, dass ein Eingeständnis des Vorstandes zu einer Flut von Klagen von geprellten Aktionären führen würde, was Arbeitsplätze kosten würde. Das hat eine hemmende Wirkung auf die Bereitschaft der Kollegen, etwas zu tun. Die andere Meinung war, dass überhaupt nicht ausgemacht ist, was passieren würde, wenn man sich wehrt. Denn das Unternehmen reagiert durchgehend defensiv, wenn die Kollegen aufstehen wie für die Damenwaschkaue in Halle 3 Süd. Und politisch ist es schlecht denkbar, dass VW das durchzieht, in aller Öffentlichkeit die Milliarden zu behalten und gleichzeitig Massen zu entlassen. Auch wird an dieser Frage deutlich, dass die Kollegen über den Tellerrand hinaus schauen müssen, etwa auch die Gesetze infrage stellen müssen, die nur die Rechte der Aktionäre schützen und nicht die der Beschäftigten. Die Gesetze müssten so geändert werden, dass Großaktionäre haften müssen, die jahrelang von dem Betrug profitiert haben. Es zeigt sich, dass die Kollegen sich entscheiden müssen, ob sie alles mit sich machen lassen oder offensiv werden. Die Erfahrung zeige, dass Zurückstecken sich nie gelohnt hat.
Es wurde vereinbart, dass die IGM-Gremien im Werk aufgefordert werden, offensive Forderungen in der Krise aufzustellen, anstatt alles mitzutragen. Denn das Verlassen der gewerkschaftlichen Grundpositionen aus pragmatischen Motiven führt dazu, dass die Interessen der Kollegen immer weniger vertreten werden.
Des weiteren wurde zu einer Kundgebung in Göttingen am 20.5.17 eingeladen gemeinsam mit Umweltschützern.
Die Pausenversammlungen sollen sich etablieren als wöchentliche Einrichtung.
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