übergroße Windkrafträder gegen Mensch und Natur ... sowie ein Gedicht

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übergroße Windkrafträder gegen Mensch und Natur ... sowie ein Gedicht

Abgeschickt von Wolfgang am 18.05.2018 22:37
Die Nutzung von Windkrafträdern findet auch im Osten Brandenburgs statt.
Diese im Ansatz ökologisch günstige Nutzung der erneuerbaren Windenergie wird unter den Bedingungen der Profitmaximierung aber zu einem Problem.

Die großen hohen Windräder (derzeit oft 138 m Nabenhöhe) bringen permanente Lärm- und Erschütterungsbelästigung für Anwohner, Schlagschatten fällt, Vögel werden getötet, …. ,
Menschen, die bewusst in eine ländliche Umgebung gezogen sind, finden sich in einer Industrieumgebung wieder.
In einigen Ländern sind sie so auch verboten.
Kleine Windräder, die diese Probleme so nicht bereiten, sind nicht profitabel für die Energiekonzerne.
Die Technologie zur Entsorgung solcher Windräder besteht derzeit in Deutschland hauptsächlich darin, dass sie ins Ausland verkauft werden (!)
Eine Bremer Firma schreddert solche Windräder, verkauft sie als Betonzusatz. Über die langfristigen Folgen für den Menschen durch diesen Betonzusatz ist nichts bekannt.

Bei den Einwohnern verschiedener Orte in Ostbrandenburg (Wulkow, Booßen, Müllrose), die davon betroffen sind, regt sich daher organisierter Widerstand,
der eben NICHT gegen erneuerbare Energien oder gar den technischen Fortschritt gerichtet ist.
Eine wichtige Initiative Vortritt die Losung:
„KEINE WINDRÄDER IM SCHLAUBETAL“ (im Raum Fürstenwalde-Frankfurt (Oder)-Eisenhüttenstadt gelegen)
Es ist auch gelungen, den Bau weiterer, zum Teil noch grösserer Windräder zu verhindern.
Die unverkennbare Schwäche des Widerstandes, die überwunden werden muss, ist die lokale Ausrichtung, teilweise durchsetzt mit Erscheinungen von Lokalpatriotismus.

Das Gedicht einer in Sachen Naturschutz aktiven Frau aus Frankfurt (Oder), das auch schon in einer hiesigen Lokalanzeigerzeitung veröffentlicht wurde, spielte eine mobilisierende Rolle bei der Gewinnung von Menschen für dieses Thema und soll hier mit Einverständnis der Autorin gebracht werden:


WENN ICH EIN VÖGLEIN WÄR
von Harriet Leder

Wenn ich ein Vöglein wär,
ich wünscht mir viele große Bäume her,
damit ich bauen kann mein Nest,
auf dem es sicher sitzt und fest.

Wenn ich ein Vöglein wär,
ich wünscht ein großes Blätterdach mir her,
damit geschützt ist meine Brut,
vor Sonnenglut und Regenflut.

Wenn ich ein Vöglein wär,
dann bräucht ich auch hier einen Platz,
damit die Brut geschützt ist,
vor der Katz.

Wenn ich ein Vöglein wär,
dann bräucht ich auch Versicherungsschutz,
damit geschützt ich bin,
vor des Menschen Frust und Schmutz.

Wenn ich ein Vöglein wär,
wo kann ich bauen noch mein Nest,
wo sitzt es sicher, gut und fest!
Soll ich's tun wie „Buddelflink“,
obwohl ich bin ein kleiner Fink!

Wenn ich ein Vöglein wär,
möcht unbekümmert fliegen ich durch die Luft,
und geniessen,
von der Bäume Blütenduft!

Wenn ich ein Vöglein wär,
kann kein Futter finden hier,
bei des Menschen Anbau-Gier,
kann fressen weder Flug noch Saat,
bei all der Menge Glyphosat!

Wenn ich ein Vöglein wär,
willst hören Du noch ein Lied von mir,
dann zügle Deine Anbau-Gier,
nicht alles kannst Du selbst auch essen,
willst nur andere damit mästen …

Wenn ich ein Vöglein wär,
hast selbst nicht alles mehr im Griff,
weil Du hantierst mit Umweltgift ...

Wen ich ein Vöglein war,
wem kann ich danken,
zum Gedenk,
wer hat meinen Lebensraum nicht eingeschränkt!

Re: übergroße Windkrafträder gegen Mensch und Natur ... sowie ein Gedicht

Abgeschickt von Wolfgang am 10.07.2018 22:12
Neues zu den übergroßen Windrädern

In dem bei Frankfurt (Oder) gelegenen Seelow hat jetzt vor einigen Tagen die Regionale Planungsgemeinschaft Oderland-Spree dem Teilregionalplan „Windkraftnutzung“ mit Mehrheit zugestimmt. Aber vor dem Tagungssaal demonstrierten fast 100 Menschen gemeinsam aus sechs verschiedenen Orten, die alle durch übergroße Windanlagen „planmäßig“ belastet werden sollen.
Sie zeigten Losungen: „Windkraft – Monster im Wald“, „Keine Windräder im Schlaubetal“ beispielsweise ...
Dass man gemeinsam vorgeht, ist eine wichtige neue Erfahrung für viele der Aktiven. Zugleich aber eine Lehrstunde über Wesen und Methoden der bürgerlichen Demokratie.
Die Angehörigen der Planungsgemeinschaft Oderland-Spree gingen achtlos vorbei, einige zuckten die Schultern, nur wenige gingen auf sie überhaupt ein.
Dann stimmten sie, wie die Landesregierung es wohl auch von Ihnen erwartet hat, mit Mehrheit der Vorlage zu – um das qualifiziert tun zu können, hätte jeder von Ihnen 13000 Seiten in nur einer Woche studieren müssen, was zeigt, dass das eher eine Abnickveranstaltung war!

Selbstverständlich war den Entscheidern ihre eigene Entscheidung danach nicht geheuer, abwiegelnde und rechtfertigende Kommentare in der lokalen Presse machen das deutlich.
So heißt es von Seiten des neu gewählten Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt (Oder) , ein Mitglied der Linkspartei und dieser Planungsgemeinschaft, welcher vielen in der Stadt als „Hoffnungsträger„ für fortschrittliche Veränderungen gilt, zu seinem eigenen Beschluß:

„Die Entscheidung zum Windplan war die wohl schwierigste der ersten Wochen im Amt. … Ihn nicht zu beschließen hieße aber, keine Flächeneingrenzung und Individualentscheidungen, die in der jüngeren Vergangenheit zum Teil nur 500 Meter Abstände zu Wohnhäusern zur Folge hatten.“
(Quelle: DER ODERLANDSPIEGEL Nummer 22/2018 Artikel: Ein trauriger Tag für Ostbrandenburg)

Also der Tenor, wir „Linken“ haben das Schlimmste für Euch verhindert.

Im weiteren kommen dann weitere Regionalpolitiker-Kommentare, von denen sich keiner (!) wirklich hinter die Entscheidung stellt. Sogar die Tatsache, dass DIESE ART der Windkraftnutzung im reinem Interesse der Energiemonopole ist und dem ökologischen Grundanliegen der Windkraftnutzung Hohn spricht, kommt zur Sprache.
Was sind dann aber die Hinweise für die Geschädigten der übergroßen Windräder und ihre nächsten Aktivitäten?
In der Zeitung „Oderlandspiegel“ kommt der Hinweis, das in einem Gutachten über das Schlaubetal eine Population Roter Milane nachgewiesen wurde, so daß einige geplante Räder wohl nicht gebaut werden können aus Naturschutzgründen.….

Nun kann man aber den Kampf für die Lebensinteressen der breiten Massen gegen die Interessen des Monopolkapitals nicht den Roten Milanen, nicht einer anderen Spezies, nicht bürgerlichen Regonalpolitikern usw. überlassen – das müssen denn die Menschen schon organisiert selber in die Hand nehmen. Nicht nur die Betroffenen von Lärm, Erschütterung,Schattenschlag und vom Himmel fallenden Vogelteilen sind da gefragt, sondern auch alle , die zur Solidarität gefordert sind.
Man weiß ja auch nie, was in den nächsten kommenden Plänen so alles versteckt ist….
Daher muss die begonnene Zusammenarbeit der Betroffenen aus verschiedenen Orten unbedingt fortgeführt werden, weitergeführt hin zu konkreten Kampfmaßnahmen gegen den Bau von übergroßen Windkrafträdern im Sinne einer Umweltgewerkschaft. Da soll es ja auch schon Strassenblockaden gegen den Transport von Anlageteilen gegeben haben.
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