Kriege und Umwelt

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Kriege und Umwelt

Abgeschickt von Rene-G am 18.07.2015 10:46
http://www.rf-news.de/2015/kw29/massenproteste-gegen-weitgehende-remilitarisierung-japans

Die Massenproteste gegen die weitgehende Militarisierung Japans sind vollumfänglich zu begrüßen und zu unterstützen.

Was hat das nun mit der Umwelt-Thematik zu tun, mögt ihr/ mögen Sie jetzt fragen.

Nun, so ziemlich alles.

Gerade Japan dient als warnendes Beispiel dafür, dass der Kampf um die Rettung der Umwelt und die Friedensbewegung nicht voneinander getrennt werden können.
Bisher war Japan das einzige Land, über dem Atombomben abgeworfen worden waren. Natürlich ein Kriegsverbrechen, unabhängig davon, dass der japanische Faschismus eine Ursache dafür war. (Als Schlußfolgerung aus dem japanischen Faschismus wurde „... [i]n die japanische Verfassung von 1947 […] unter dem Eindruck des tiefen Friedenswillens der Massen nach dem II. Weltkriegs ein Artikel 9 aufgenommen, der den "Verzicht auf Kriegsführung" festschreibt, den "Verzicht auf den Unterhalt jeglichen Kriegsgerätes" sowie die "Aberkennung des Rechtes auf Kriegsfähigkeit". (Zitat aus dem rf-news-Artikel) )

Die Atombombenabwürfe haben neben unvorstellbarem menschlichen Elend auch nachhaltige Schäden für die Natur mit sich gebracht, analog zu dem Kernreaktorunglück in Fukushima (oder auch z.B. Tschernobyl).
Atomenergie ist nicht beherrschbar und ein unkalkulierbares Risiko für die Menschheit und die gesamte Natur und ebenso sind das die Atomwaffen in verschiedenen Staaten. Atomwaffen gehören geächtet und weltweit vernichtet.
Aber soweit, dass diese Dinger eingesetzt werden, braucht es noch nicht mal zu kommen, es würde schon reichen, wenn im Kriegsfall von irgendwelchen Kriegsführern veranlasst werden würde, dass AKW´s mit „normalen“ Bomben bombardiert würden.
Die Folgen: nicht auszudenken.

Vor ungefähr einem Jahr hatte ich hier im Forum schon mal geschrieben:
„[…] Ein wirklich lesenswertes Buch, das die Problematik der Zerstörung der Lebensgrundlagen auf diesem Planeten in sehr umfassender Form betrachtet. Die Ursachen weitestgehend benennt. „Weitestgehend“ deshalb, weil zumindest eine der konkreten Ursachen unbenannt bleibt: die Folgen von Kriegen für die Natur. Die Giftgaseinsätze im 1. Weltkrieg, die Atombombenabwürfe 1945 und die vielen späteren Atomtests, Einsatz von Agent-Orange im Vietnamkrieg, Uranmunition im Irakkrieg, brennende Ölfelder u.v.a.m. schaffen nicht nur unvorstellbares Elend für die Menschen sondern ebenso unvorstellbare Schäden für die Natur. D.h.: Wer für den Erhalt der Natur ist, muss auch gegen derartige Kriege sein. […]“

Wenn ich das richtig sehe und mir nichts durch die Lappen gegangen ist, gab es zur Problematik der „ […] Folgen von Kriegen für die Natur […]“ noch keine weiteren Äußerungen.


Re: Kriege und Umwelt

Abgeschickt von Rene-G am 07.08.2015 17:24
Schade, grad in einem Forum zum echten Sozialismus gibt es auf einen Beitrag wie diesen (bisher) NULL Kommentare.
Und das, wo es um die zwei brandaktuellsten und sich ergänzendem Themen geht. Rettung der Umwelt und Antikriegskampf.
Das lob ich mir das (vor einiger Zeit bei rf-news sogar sehr ablehnend behandelte facebook). Dort wurden und werden gerade in den letzten Tagen, rund um die Jahrestage der ersten Atombombenabwürfe diese Fragen mit teilweise ausgesprochener Weitsicht und Alternativensuche diskutiert (klar gibt's dort auch einige 08-15-Beiträge, aber die sind nicht das wesentliche.)

Re: Kriege und Umwelt

Abgeschickt von Uwe ahrens am 13.08.2015 14:06
@ rene,

Hallo lieber rene,

Ich kann deiner Meinung leider nicht beipflichten,denn:

Schau dir doch mal den Leitartikel von rf-news am 12.8. an. Dort wird klar rausgearbeitet,
dass es bei AKWs nicht allein um "zivile" Nutzung geht, sondern sie ja unverzichtbar für
das Waffenplutonium sind, also Kriegsführung.
Im RW 35 gibt es einen ganzen Abschnitt, der sich nicht allein mit der Frage der A-Kraft
allgemein, sondern mit dem weiterhin besonders von den Supermächten betriebenen atomaren Wettrüsten befasst. Darüber hinaus aber auch, dass diese Atomwaffen ein Vielfaches an overkill darstellen. Diese Frage wird also keineswegs vernachlässigt.
Außerdem gab es mehrfach Artikel in den rf-news, die sich mit der Verwendung sogenannter abgereicherter Uranmunition sowohl im US-Krieg gegen den Irak, wie dem EU-Krieg gegen Jugoslawien befasste. Sowohl im Hinsicht auf die Zivilbevölkerung, die generationenlang unter diesen Folgen leidet, wie auch der Soldaten selbst, welche diese Munition einsetzten.
Ein weiteres Beispiel ist die Anwendung des Agent Orange, sprich dioxinhaltiges Entlau-bungsmittel durch die US-Imperialisten im Vietnamkrieg, wofür diese Imperialisten bis heute weder die Verantwortung übernommen haben, noch zu Entschädigungen sich bereit erklärt haben. Es gibt tausende schwerst behinderte Kinder aufgrund dieser chemischen Kriegsführung und im Irak bahnt sich durch Uranmunition Ähnliches an. trotz dioeser brutalen imperialistischen Kriegsführung hat am Ende das vietnamesische Volk gesiegt.
Es brauchte dafür keine chemische Kriegsführung.

Ich denke, du hast geschossen, ohne richtig gezielt zu haben.

Allerdings macht die MLPD einen Unterschied zwischen ungerechten und gerechten Kriegen.
Solche zur sozialen Befreiung und auch solche von unterdrückten Nationen wie z.B. der Kurden hält sie für völlig gerechtfertigt. Auch an der Kriegsführung selbst kann man sehen, dass es einen bedeutenden Unterschied gibt. Die IS-Faschisten morden, vergewal-tigen, versklaven und verbrennen alles, was nach Freiheit strebt, Mensch und Natur, und so auch die türkische Luftwaffe. Die kurdische Befreiungsbewegung führt einen Kampf zusammen mit allen, die sich von solcher Hölle befreien wollen - ohne Unterschied der Religion, der Rasse, Sprache, des Geschlechts, des Akters - das macht ihre Stärke aus und auch ihre Bedeutung für den gesamten Nahen Osten. Und deshalb, so denke ich, werden sie am Ende siegreich sein und einen dauerhaften Völkerfrieden garantieren können - auch mit der Natur.

solidarische Grüße
Uwe

Re: Kriege und Umwelt

Abgeschickt von Rene-G am 14.08.2015 09:40
Hallo Uwe,

du kritisierst meine Beiträge mit Verweis auf einen Artikel vom 12.08. (den ich kenne) ... nur, meine Beiträge sind vom 18.7. und 7.8.

Die von Dir benannten Dinge wie Agent Orange und Atomenergie hab ich auch schon mehrfach, auch hier im Forum, an verschiedenen Stellen, angesprochen.

Und geschossen habe ich gar nicht. Ein Schuss ist ein Angriff und angreifen will ich hier keinen.


Nun noch zur Frage gerechte und ungerechte Kriege - da sind wir grundsätzlich zwar einer Meinung, aber ich sage gleichzeitig, dass ich bei der Frage Umweltzerstörung durch Kriege/in Kriegen DIESE Unterscheidung bewusst NICHT treffe.
Wenn in einem Befreiungskampf, einer Revolution oder anderen gerechten Kämpfen jemand auf die Idee kommen würde, z.B. Ölfelder anzuzünden, Waffen mit umweltzerstörerischer Kraft, die vom Gegner erbeutet wurden, im Interesse eines Sieges einzusetzen oder dergleichen, dann würde ich das genau so prinzipiell ablehnen wie wenn das seitens imperialistischer Kriegstreiber passiert. (das berührt im übrigen die Frage nach der konkreten Führung/Durchführung von gerechten Kämpfen)
Und sagt bitte nicht, das wird nicht passieren in der Revolution, denn das wissen wir alle nicht.
Und sagt bitte auch nicht, der Zweck heilige die Mittel, denn das ist eben auch nur ein, noch nicht mal gutes, Sprichwort.
Deshalb meine sehr bewusst und gründlich durchdachte Formulierung von weiter oben: "Wer für den Erhalt der Natur ist, muss auch gegen derartige Kriege sein."

Re: Kriege und Umwelt

Abgeschickt von Uwe am 14.08.2015 13:31
Hallo Rene,

Ich finde, du übertrteibst.
"Der Zweck heiligt die Mittel" ist ein Motto der Jesuiten. So wortwörtlich.
Du gehst auch gar nicht darauf ein, dass es einen Unterschied in der Kriegsführung
durch eine Volksarmee und eine imperialistische Armee gibt. Der imperialistischen Armee kommt es bewusst darauf an, die Zivilbevölkerung in der Masse zu töten, zu terroriseren.
s. Bomben auf Kiroshima/Nagasaki,die bombardierung von z.B. Hamburg und Dresden im 2. Weltkrieg besonders durch die brititschen Bomberflotten. Heute würde man da von Kriegsverbrechen sprechen, genauso natürlich bei der Bombardierung von Rotterdam und
Coventry durch die Nazis vorher.
Ein Krieg ist immer grausam. Sonst wäre er kein Krieg und der Gegner soll besiegt und geschlagen werden. Trotzswm gibt es Unterschiede. Zum Beispiel die Rote Armee hat gegen die faschistische Armee der Nazis einen rigorosen Kampf geführt, aber nicht wie die Nazis umgekehrt mit Massenhinrichtungen und Verbrennung vom x Dörfern eine Walze der Zerstörung über das Lanbd gezogen, oder sofort bei Besetzung alle kommunistischen Funktionäre aufge-hängt. Diese Art der Kriegsführung ist typisch für die Menschenverachtung der Faschisten. Die Rote Armee brachte die meisten Opfer aller beteiligten Armeen der Hitler-Koalition, weil sie einen Bodenkrieg führten, der sich nicht gegen die Zivilbevölkerung richtete, auch wenn diese faschistisch verhetzt war. Das war eine politische Entscheidung.
Deine Beispiele sind nicht zutreffend. Saddam Hussein zündete Ölfelder an, er war in keiner Weise fortschrittlich, bombardierte ja auch Kurden mit Giftgas, was die IS immer noch tut.
Die Volksbefreiungsarmee in China stellte es gefangenen Soldaten frei, ob sie sich ihrer Seite anschließen oder nach Hause gehen wollten. Auch eine politische Unterscheidung zwischen den Soldaten und einer reaktionären Armeeführung.
Trotzdem, Krieg zerstört immer auch einen Teil der Natur, das ist unvermeidlich, aber die Imperialisten machen es bewusst, um die Zivilbevölkerung und feindliche Armee zu treffen.
So die türkische Luftwaffe, die Wälder in Brand setzt, damit sich die Guerilla nicht verbergen kann. Ohne die Waffe in die Hand zu nehmen, können diese aber den Faschismus nicht schlagen. Auch Berln war 45 zu großen Teilen ein Trümmerhaufen, aber der deutsche Faschismus war besiegt, das ist erstmal die Hauptsache. und ich denke, dass du das in falscher Weise relativierst.
Wenn der Imperialismus nicht gestürzt wird, wird er die Lebensgrundlagen der Menschheit zerstören - über kurz oder lang. Dann gibt es gar keine Menschheit, die auf irgendeine Umwelt noch irgendwie Rücksicht nehmen könnte. Es würden nur niedrigste Lebensformen bleiben und erst nach zig Millionen Jahren sich etwas Neues entwickeln. Aber die Mensch- heit wäre ausgestorben.

Herzliche Grüße

Uwe


Es gibt also einen qualitativen Unterschied.

Re: Kriege und Umwelt

Abgeschickt von Rene-G am 15.08.2015 17:37
Hallo Uwe (und andere Mitleser)

Was soll der Hinweis auf Saddam Hussein im Zusammenhang mit einem von mir gebrachten Beispiel? Hab ich irgendwo behauptet, Saddam Hussein wäre fortschrittlich gewesen?

Richtig ist, dass ich keine lange Ausführung gebracht habe über die Unterschiede zwischen gerechten und ungerechten Kriegen. Wie schon von mir erwähnt (und von dir mit einem "du gehst nicht darauf ein" kommentiert) sind wir uns in dieser Frage einig.

Nicht einig sind wir uns in einer anderen Frage:
Die der Relativierung, die du an mir kritisierst.

Nur, du relativierst auch.

Du erwähnst richtig die Kriegsverbrechen, die durch flächendeckende Bombardements in Kriegen geschehen, gerichtet immer gegen die Zivilbevölkerung.
Das erste dieser Bombardements geschah durch deutsche Faschisten in Guernica (Spanien, 1936).
Später kamen, wie du richtig anführst, solche Beispiele wie Rotterdam und Coventry und viele, zu viele andere seitens der deutschen Faschisten.
Seitens der Alliierten folgten Städte wie Hamburg und Dresden, Chemnitz und Magdeburg.
Später durch USA Hiroshima und Nagasaki. Was du auch ganz richtig schreibst. Und inzwischen ist das ein Bestandteil der sogenannten "modernen Kriegsführung" (ein Beispiel von vielen: der Irakkrieg in den 90er Jahren).

Und dann schreibst du: "Auch Berlin war 45 zu großen Teilen ein Trümmerhaufen, aber der deutsche Faschismus war besiegt ..." --- Das Flächenbombardement auf Berlin scheinst du, so lese ich es heraus, auf einmal nicht mehr so vollkommen abzulehnen, wie - 100%ig berechtigt - die Flächenbombardements vorher.

Auch das flächendeckende Bombardieren von Berlin hätte nicht sein müssen um den deutschen Faschismus zu besiegen.
Den größten Beitrag an der Zerschlagung des Hitlerfaschismus hatte bekanntlich die sozialistische Sowjetunion geleistet, auch die meisten Opfer gebracht.
Und - die sozialistische Sowjetunion hatte sich nicht an der Kriegsführung gegen Zivilisten beteiligt (mal abgesehen vielleicht von Einzelfällen; in bgl. Medien werden ja besonders gern Vergewaltigungen von deutschen Frauen durch Sowjetsoldaten ganz besonders betont, um damit gegen den Sozialismus zu hetzen).
Die Kriegsführung, der Terror gegen Zivilisten, v.a. mittels der Flächenbombardements, ging also ausschließlich aufs Konto der Westalliierten.

Aber im Grunde ging es hier um die Frage der Umweltzerstörung im Zusammenhang mit Kriegen. Dass das so ist, tust du (leider) mit einem "das ist unvermeidlich" ab.
Und da sag ich mal: das ist unvermeidlich seitens der Imperialisten, denen die Natur egal ist, wenn nur der Profit stimmt. Und der Profit ist ja wohl auch eine der mittelfristig wichtigsten Gründe dafür, dass Imperialisten überhaupt Kriege anfangen.
Es geht dann immer um machtpolitische Einflusssphären, Absatzmärkte, Geschäfte durch Waffenproduktion und später durch Wiederaufbau zerstörter Städte usw.

Und bei dem, was ich dir jetzt sage, bin ich echt gespannt, ob du damit auch ein Problem hast.

Ich sag dir nämlich:
Seitens derer, die gerechte Kriege führen, darf es eigentlich eben NICHT unvermeidlich sein, dass in einem Krieg die Umwelt zerstört wird. (dass diejenigen, die die gerechten Kriege führen, natürlich nicht dafür verantwortlich zu machen sind, wie die Gegenseite Kriege führt, ist zwar selbstverständlich, ich erwähne es aber hier mal mit, damit du dann nicht an mir kritisierst, ich hätte es nicht erwähnt.)

Aber ich weiß auch (und ich geh davon aus, dass du das auch weißt), dass es auf der im wesentlichen fortschrittlichen Seite, sprich: dem politisch links orientierten Lager, Kräfte gibt, die mit sinnlosen Zerstörungen kein Problem hätten. Diese Kräfte nennt man im allgemeinen Linksautonome, die auch in Dresden zum Jahrestag der Zerstörung gern mit Schildern wie "Deutschland verrecke" herumlaufen oder Bilder posten mit einer Aufnahme der zerstörten Stadt und drunter schreiben, dass die Bomber nicht ganze Arbeit geleistet hätten. Das ist ein Fakt. Ich bin Dresdner und muss diese Bilder jedes Jahr von neuem sehen. Und denen trau ich es ohne weiteres zu, dass sie auch mal eben ein Ölfeld anzünden oder anderen Schwachsinn anstellen würden, weil sie der Meinung sind, damit dem Feind Schaden zuzufügen.
Und das meinte ich auch damit, als ich schrieb, dass ich Umweltzerstörungen auch in Befreiungskriegen/Revolutionen ablehnen würde.
Nur leider scheinst du aus meinen Worten herausgelesen zu haben, dass ich Saddam Hussein für fortschrittlich halten würde. (siehe oben)

Noch ein Wort zu den Linksautonomen: Dass deren Politik ausgesprochen sektiererisch ist (zumindest seh ich das so), ist das eine, das andere ist, dass sie in einer Revolution auch dabei sein werden. Und da ihre sektiererischen Ansichten bestimmt nicht mal eben auf Eis legen werden.
(Gibt es eigentlich in der MLPD Überlegungen, wie man mit diesen Strömungen innerhalb des linken Lagers umzugehen hat? Eine Frage, die auch mal konkret zu beantworten wäre. Und nicht nur mit dem Satz "Kampf um die Denkweise führen", was zwar richtig aber im konkreten zu allgemein ist.)

Re: Kriege und Umwelt

Abgeschickt von uwe am 16.08.2015 17:35
allo Rene,

Es geht nicht darum, dass du saddam als fortschrittlich bezeichnet hast. Hast du nicht. Was du nicht belegen kannst, und begibst dich da aufs Feld der Spekulation, dass irgendwelche Befreiungsbewegung, egal auf auf Kuba, in Vietnam, die Rote Armee je mit solchen Methoden wie Anzünden von Ölquellen hantiert hätte. Ich habe das Beispiel nicht vorgebracht, sondern du, warum regst du dich jetzt also auf, dass ich es auf Saddam beziehe. Das war der konkrete Fall.
Ansonsten nenne ein Beispiel irgend einer Befreiungsbewegung, die mit solchen barba-rischen Mitteln vorgegangen wäre. Alle Partisanenarmeen lebten in den Wäldern und zum Teil auch von der Nahrung, die sie dort fanden. Sie waren auf die intakten Wälder ange- wiesen. Du machst irgendwie keinen qualitativen Unterschied zwischen imperialistischen Armeen und Befreiungsbewegungen. Zumindestens bei dem, was du für möglich hältst. Das bringt die Gefahr der Spekulation mit sich. Marx und Engels haben es z.B. abgelehnt, sich konkret darüber auszulassen, wie der Sozialismus im einzelnen konkret aussehen würde, weil sie davon ausgehen, dass dies von den Menschen dann selbst bestimmt wird.

Zum anderen: Die Linksautonomen, zumindestens die, welche zu zitierst, sind nicht links.
Die Parole 'Deutschland verrecke' kommt von den sogenannten Antideutschen, die Israels
Terror gegen die Palästinenser rechtfertigen. Denen muss man irgendwelchen fortschritt-lichen Anspruch wirklich absprechen. Die Bezeichnung 'Links'-autonome ist vielleicht ihr Eigenname, aber in meinen Augen objektiv unzutreffend. Sich darüber klar zu werden, ist sehr wohl eine Frage der Denkweise, die ja Denken, Fühlen und Handeln aussmacht, und es ist eine Frage, dass die Massen sich selbst darüber im Klaren werden müssen, sie sind es ja, die die imperialisten stürzen werden. Warum wohl jetzt die Überwachung breitester Schichten im internet durch den 'Verfassungsschutz'?. Diese Institution will einer Re- volutionierung breiter Schichten vorbeugen, die bürgerliche Politik hält sie wohl für möglich in Zukunft. Kurdistan und Griechenland sind ja auch sprechende Beispiele dafür. Aber sich die Prinzipien so einer Befreiungsbewegung erarbeiten, das kann weder die MLPD noch sonst jemend stellvertretend für die Massen tun. Die MLPD kann und muss ihnen dabei helfen. Solche Erkenntnisse können sich also nur in einem ständig sich weiter entwickeln- den dialektischen Prozess von Theorie und Praxis entfalten.
Wie der dann ausgeht, kann man jetzt nicht voraussehen, klar ist, dass jede Art von Krieg der sich gegen die Interessen der Massen richtet, und dazu gehört eine intakte Natur, strikt abzulehnen ist. Wer löscht denn die Waldbrände in Nordkurdistan grade? Warum musst du dann mit den sogenannten 'Links'-autonomen argumentieren?
Trotzdem bedeutet Krieg Zerstörung, es geht darum, den Klassenfeind zu schlagen. Und du unterstellst mir dabei Rücksichtslosigkeit, gehst aber auf die Frage, ob die Grundvoraus-setzung die Niederingung des Imperialismus ist, nicht ein. Und solange meine ich, dass du noch refomistische Illusionen hast bzw. einen starken Skepizismus, die Autonomen sind ja nun nicht gerade die Repräsentanten der Massen. Sie sind in meinen Augen gar nicht die Hauptfrage, sondern die, dass heute schon viele mit dem Kapitalismus unzufrieden sind, aber meinen, den könne man nicht überwinden. also muss man organisieren, nicht nur diskutieren.
Der Imerialismus wird, wie ich schon mal schrieb, über kurz oder lang die Lebensgrund- lagen der Menschheit zerstören. Das sollte man sich erst mal in der Konsequenz klar machen. Wenn er nicht gestürzt wird, und zu diesem Ziel trägt die kurdische Befreiungs- bewegung gerade sehr viel bei. Das ist positiv und bringt nach vorn. Das kann man Unter-schriften sammeln für den humanitären Korridor nach Kobane oder sich für eine bestimmte Zeit an dem Umbau der Begegnungsstätte für Flüchtlinge in Truckenthal beteiligen oder, falls es das bei Euch gibt, an einem Solidariätskomitee für Kobane. Beim Fest der Horster Mitte Ende August in Gelsenkirchen wird diese Solidaritätsarbeit gefeiert. Es gibt viele Möglichkeiten.

Das Problem des Sektierertums gibt es immer, ebenso wie des Reformismus. Aber darüber jetzt zu spekulieren, wie das mal wäre, wenn, halte ich für völlig müßig. Man sollte nicht heute über Eventualitäten sprechen, von denen man noch nicht mal weiß, ob sie auftreten werden. Weiter ist mir nichts bekannt über fliegende Bombenfestungen wie der Briten, die irgend eine Befreiungsbewegung je angewandt hätte. Es kam wohl vor unter dem Deckmantel der Fortschrittlichkeit, so das Regime von Haile Mariam in Äthiopien, dass sie die eritreische Befreiungsbewegung mit Luftschlägen terorisierten, das war aber begründet durch ihre Allianz und Bewaffnung durch die sowjetischen Sozialimperialisten.
Beteilige dich doch lieber an Aktivitäten zur Unterstützung des kurdischen Befreiungs-kampfes, das wird's doch konkret. Das kann jede/r unterstützen, auch wenn er/sie nur ein Antifaschist ist. Das halte ich für wesentlich produktiver, als diese Debatte noch endlos fortzusetzen. Sonst würde das eher in prinzipienlose Rechthaberei ausarten, wo es nur drum geht, wer weiß mehr, wer kann's besser formulieren usw. und das gemeinsame Ziel gerät eher aus den Augen.

Was Berlin angeht, hast du mich missverstanden, es ging um die Darstellung der sowjeti- schen Kriegsführung. Selbst bürgerliche Quellen belegen, dass die Rote Armee sehr viele Opfer im Kampf ihrer Bodentruppen gebracht hat, der sich eben n i c h t gegen die Zivil-bevölkerung gerichtet hat. Die Massenbombardierungen sind selbstverständlich abzulehnen

mit solidarischen Grüßen

Uwe

Re: Kriege und Umwelt

Abgeschickt von Peter Nowak am 27.11.2016 10:19
@Uwe
Du bist also der Meinung, dass die Atomwaffen der chinesischen Volksbefreiungsarmee eine andere Wirkung hätten als die der Ausbeuterstaaten? Das nennt man glaube ich "Metaphysik".

Aber eine Frage, die bisher in den Diskussionen um Kriege überhaupt keine Rolle spielt und die völlig unabhängig davon ist, welche Qualität die kriegführenden Parteien haben (also ob es Ausbeuterarmeen oder Volksbefreiungsarmeen sind), ist die nach den Umweltwirkungen schon von konventionellen Kriegen. Es wäre mal interessant, zu untersuchen, inwieweit z.B. der zweite Weltkrieg durch die massenhaften Explosionen und Brände zum Klimawandel beigetragen hat.

Re: Kriege und Umwelt

Abgeschickt von rene am 29.11.2016 10:46
"Es wäre mal interessant, zu untersuchen, inwieweit z.B. der zweite Weltkrieg durch die massenhaften Explosionen und Brände zum Klimawandel beigetragen hat."

Danke für diesen Satz.
Ja, und gerade darauf habe ich ja auch schon immer wieder mal hingewiesen, auf den Zusammenhang Kriege ---> Umweltzerstörung (bzw. Klimawandel) und leider habe ich immer wieder das Gefühl, dass diesen Zusammenhang viel zu wenige Leute sehen, bzw. sehen wollen.
Ob speziell die Auswirkungen des II. WK bzw. dessen Auswirkungen auf den Klimawandel wissenschaftlich erforschbar bzw. zahlenmäßig belegbar ist, weiß ich nicht - Wissenschaftler erkennen ja leider oftmals nur das an, was mit Zahlen belegbar ist und nennen alles andere "Spekulation" oder so, aber für mich als Nicht-Wissenschaftler in Sachen Klimawandel / Umwelt (*) ist es ein Fakt, dass auch der II. WK mit seinen massenhaften Explosionen und Bränden in äußerst starkem Maße zum Klimawandel beigetragen hat. Ebenso, wie das heutige Kriege auch tun, auch die ständigen Bombardierungen von Aleppo und andere Verbrechen an der Menschlichkeit.





(*) Prinzipiell kann übrigens jede(r) Wissenschaftler sein, unabhängig von der individuellen Ausbildung, auf dem jeweils konkreten Fachgebiet. Man muss eben nur das Selbstvertrauen und den Mut aufbringen, sich mit Ergebnissen von eigenen Überlegungen aus den eignen vier Wänden rauszutrauen. Ich zum Beispiel beschäftige mich intensiv (und inzwischen mit Erfolg) ---- und ohne je eine Uni von innen gesehen oder eine wissenschaftliche Ausbildung in anderer Form bekommen zu haben (bin "nur" Facharbeiter ;) ) ---- mit Literatur im weiteren Sinne (nicht nur Bücherlesen für den Hausgebrauch), was ja auch ein Wissenschaftszweig sein kann. ;)

Re: Kriege und Umwelt

Abgeschickt von Horst am 26.08.2017 08:40
1. Es gibt KEINEN gerechten Krieg - Krieg ist immer nur die Fortsetzung mit anderen Mitteln dessen, was wir heute als den "freiheitlichen" Wettbewerb um KOMMUNIKATIONSMÜLL erlebe, imperialistischer Faschismus eben!

2. Wird die Welt in naher Zukunft ZUSÄTZLICH massive Probleme durch den II. Weltkrieg erleben - laut einer Studie werden die tausende Schiffe auf dem Meeresgrund nun vollends durchrosten und ihre Oel- und Munitionsbestaende abgeben. Nur ein wirklich echter WELTWEITER Sozialismus/Kommunismus, der nicht auf die (be)herrschende Systematik "Wer soll das bezahlen?" achten muss, wird mit dieser eskalierenden Umweltkatastrophe fertig, deshalb also auch OBACHT, denn die Herrschenden Profitler des derzeitigen Systems werden IHREN auf unsere Kosten schon gelebten Sozialismus mit noch perfideren Methoden des Systems versuchen zu RECHTFERTIGEN!
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Katastrophenalarm! Immer mehr lokale und regionale ökologische Katastrophen drangsalieren die Menschheit. Sie kennzeichnen einen Prozess des beschleunigten Umschlags der Umweltkrise in eine globale Umweltkatastrophe.

Weil ihre Hauptursachen in der kapitalistischen Profitwirtschaft liegen, erfordert die Umweltfrage heute einen gesellschaftsverändernden Kampf. Dazu brauchen wir eine neue Umweltbewegung, die einen klaren Trennungsstrich gegen den imperialistischen Ökologismus zieht, sich organisiert, kämpferisch, zielstrebig und weltumspannend gegen die mutwillige Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen durch die Herrschenden Front macht.

So ist das Buch ausdrücklich eine Streitschrift, die sich in die Strategiedebatte um die Lösung der Umweltfrage einmischt und unmissverständlich positioniert.

 

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