Klimaleugner

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Klimaleugner

Abgeschickt von Heinz am 17.03.2016 12:31
In der Falle der Klimaleugner

Wie die Lemminge stürzte sich eine ziemlich große Schar von Wählern wutbürgerlich und wirklichkeitsblind in die Falle der Klimaleugner. Sie stimmte für die AfD.

Deren Programmentwurf zeugt von einer einmaligen Kompetenz in ökologischen Fragen. Weltweit wissenschaftlich erarbeitete Erkenntnisse und leicht beobachtbare oder nachzuvollziehende Klimaänderungen werden heruntergespielt und schließlich ins Gegenteil gewendet.

So heißt es: „Das Klima wandelt sich, solange die Erde existiert. Die Klimaschutzpolitik beruht auf untauglichen Computer-Modellen des IPCC („Weltklimarat“). Kohlendioxid (CO2) ist kein Schadstoff, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil allen Lebens.“ Die Klimaleugner vertreten, in Anlehnung an historische Perioden, die Ansicht: „Wir leben heute in einer Warmzeit mit Temperaturen ähnlich der mittelalterlichen und der römischen Warmzeit. Die IPCC-Computermodelle können diese Klimaänderungen nicht erklären.“

Dann geht es regelrecht verschwörungstheoretisch weiter: „IPCC und deutsche Regierung unterschlagen jedoch die positive Wirkung des CO2 auf das Pflanzenwachstum und damit auf die Welternährung. Je mehr es davon in der Atmosphäre gibt, umso kräftiger fällt das Pflanzenwachstum aus.“ Da setzt man sich doch gern in die Karosse, brettert über die Autobahn und befeuert auf diese Weise die landwirtschaftliche Produktion. Die US-Klimaleugnerin Sarah Palin formulierte 2011 den passenden Spruch fürs Poesiealbum von Frauke Petry: „Ich liebe den Geruch von Abgasen.“

Die Selbstverliebtheit und die völkisch-nationale Brille hindern die AfD-Oberen daran, erstens die negativen Auswirkungen in Europa mit Artensterben, Überschwemmungen etc. zu erkennen und zweitens nach dem Vorderen Orient, nach Afrika oder andere Regionen zu blicken, um die dortige teilweise katastrophale Lage mit Wasserverknappung, Erosion, Wüstenausbreitung, Missernten, Stürmen usw. zu bemerken. Und dass die Flüchtlingsfrage nicht nur einer Kriegssituation, sondern auch zu einem gehörigen Teil diesen Klimaschädigungen geschuldet ist, geht nicht in ihren Schädel.

Die AfD wendet sich vehement rückwärts: „Das Stigmatisieren des CO2 ... beenden“, „Pläne zur Dekarbonisierung“ einmotten, den CO2-Ausstoß „finanziell nicht belasten“. Es wird allgemein ein Stopp der Klimaschutzprogramme gefordert. Wie einst Don Quichotte schwingen auch die Retter Deutschlands ihre Lanze gegen Windmühlen: „Windkraftanlagen zerstören das Bild unserer Kulturlandschaft ...“.

Die Klimaleugnung in der AfD verzahnt sich also eng mit einem neoliberalen Wirtschaftsglauben und einer erzkonservativen Heimatideologie.

Gruß
Heinz

Re: Klimaleugner

Abgeschickt von Markus am 09.08.2017 10:35
Mal direkt gefragt: Wo ist denn der Beweis, dass ein höherer CO2-Anteil in der Atmosphäre kausal das Klima erwärmt? Oder eine Messung, die eine Korrellation zeigt, bei der der steigende CO2-Anteil dem Klima vorausgeht?

Letzten Endes ist es eine Frage der Beweislast.

Ich denke die Beweislast liegt eigentlich bei den "Klimahysterikern", denn die sind es ja, die entsprechende Dekarbonisierungsgesetze initiieren.


Gruß,

Markus

(Ich habe noch keine fertige Meinung zu dem Thema)
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