Pressefreiheit im Sozialismus?

Zurück zu Archiv altes Forum zum echten Sozialismus

Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Stefan am 25.05.2010 07:50
Wie sieht es eigentlich mit der Pressefreiheit im von der MLPD angestrebten Sozialismus aus?

Wird es eine freie Presse geben? Dürfen Konservative, Kapitalisten, andere linke Strömungen, oder sogar Faschisten, ihre Meinung publizieren? Wird es eine Bild Zeitung geben?

Ich denke, die Pressefreiheit ist ein hohes Gut und die Bevölkerung muss entscheiden, was sie liest, und wie sie es bewertet. Natürlich dürfen Tatsachen nicht falsch dargestellt werden. Auch heute gibt es da Grenzen, und zum Beispiel das Instrument der Gegendarstellungen.

Auseinandersetzungen müssen offen geführt werden, und nicht indem dem Gegner der Mund gestopft wird.

Insofern hoffe ich, dass es eine freie Presse, Informationsfreiheit, geben soll! Oder gibt es andere Meinungen?

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von rene am 25.05.2010 21:29
Ich stimme dem zu, dass es die "freie Presse" und Informationsfreiheit auch im Sozialismus geben soll, unter dem Gesichtspunkt zu dass
es ja auf keinen Fall so sein wird, dass verschiedenartige Denk- und Verhaltensweisen nicht von heute auf morgen weg sein werden. Insofern müssen sie auch eine Möglichkeit der Veröffentlichung haben, unter kritischen Gesichtspunkten allerdings. Denn es wäre gefährlich, wenn diverse Meinungen nur heimlich ausgetauscht werden würden. Denn dann könnten sie sich unter Umständen, gerade in der Anfangszeit des soz. Aufbaus ( und nicht nur da )unkontrolliert und ungehindert verbreiten.
Es sollte also in der Tat möglich sein, unter eventuell notwendiger kritischer Kommentierung.
Ja, auch Kapitalisten sollten ihre Meinung äußern können. Wobei hier sehr genau zu untersuchen ist, welcher "Kapitalist" was schreibt. Denn da macht es dann einen Unterschied, ob der skrupellose Konzernchef ein Pamphlet ablässt oder der kleine selbstständige Handwerker mit einer Handvoll Arbeitern. Sind Beides letztendlich Kapitalisten, aber nicht unbedingt mit den selben Motiven. Unter Umständen könnte eine rein ökonomische kritische Betrachtung des "Tante-Emma-Laden"-Besitzers (streng genommen auch ein "Kapitalist") einen hilfreichen Hinweis geben zu konkreten Fragen des soz. Aufbaus. Auch in der DDR hat es bis zuletzt diese kleinen privaten Handwerker/Händler gegeben, und die waren nicht unbedingt Feinde des Sozialismus.
Eben im Gegensatz zum großen Monopolkapitalisten.

Allerdings ist die Zustimmung zur Pressefreiheit nicht uneingeschränkt. Klar dürfte sein, dass im Sozialismus Faschisten ihre Meinung NICHT verbreiten dürfen. Nicht umsonst wird ja schon im Kapitalismus für das Verbot aller fasch. Organisationen und ihrer Propaganda gekämpft. Dasselbe gilt für Reaktionäre anderer Coleur.
Und natürlich auch alle menschenverachtenden Darstellungen (wobei ich hier auch und gerade an frauenfeindliche/frauenverachtende Publikationen - u.a. auch Pornografie genannt) denke.

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Stefan P. Paul am 26.05.2010 09:44
Hallo Rene,

das heisst im Klartext, es soll deiner Meinung nach eine Zensur geben.

"Denn es wäre gefährlich, wenn diverse Meinungen nur heimlich ausgetauscht werden würden. Denn dann könnten sie sich unter Umständen, gerade in der Anfangszeit des soz. Aufbaus ( und nicht nur da )unkontrolliert und ungehindert verbreiten"

Du meinst "diverse Meinungen" dürfen sich nicht unkontrolliert verbreiten? Das hört sich für mich nicht gut an!

Ein freier Meinungsaustausch sollte möglich sein! Verboten sein sollten faktische Falschdarstellungen, z.B. Leugnung des Holocausts. Bewertungen und Meiunungen sollten aber frei artikulierbar sein! Mir fällt jetzt sofort als (extremes) Beispiel ein, wenn jemand den Holocaust gutheisst. Das ist natürlich verachtenswert, aber ich sehe keine Notwendigkeit, dass der Staat einschreitet. In einer Gebildeteten und (klassen?)bewussten Gesellschaft würden sich solche Personen isolieren, mit Gegendruck in ihrer Umgebeung rechnen müssen.

Eine wichtige Frage ist auch, wer entscheidet was nicht verbreitet werden darf (oder zwangskommentiert wird)? Wie aktuell kann noch berichtet werden? Was ist mit Auslandspresse und Internet?

Ich plädiere daher nocheinmal für eine wirklich freie Presse! Die Feinde des Sozialismus werden die Schwachpunkte aufgreifen und den Finger in die Wunde legen, und natürlich ihren eigenen Weg propagieren. Gerade das kann doch aber auch helfen, Probleme klarer zu sehen, sich ständig mit allen Seiten auseinderzusetzen. Wenn das nicht möglich ist, ist die Zeit womöglich noch nicht reif für den Sozialismus!?

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Stefan am 26.05.2010 20:33
Hallo Rene, Hallo Stefan,

ihr geht beide von einer so genannten "Pressefreiheit" aus, als ob es diese heute (im Kapitalismus) geben würde und die Frage geht dann in die Richtung "bleibt das auch so im Sozialismus?"

die Herangehensweise ist meiner Meinung nach falsch: beide Systeme sind Diktaturen "Die Diktatur des Monopolkapitals" und "Die Diktatur des Proletariats". Und während im ersteren die Monopolkapitalisten die so genannte freie Presse nach ihrem Willen bestimmen, fördern, sponsorn usw. wird im Sozialismus die Arbeiterklasse entscheiden welche Meinungen, und wie, gestattet sind, damit sie auch verbreitet werden dürfen. Was sich erstmal stringend anhört ist die wesentlich größere Presse- und Meinungsfreiheit: Massendiskussionen, Wandzeitungen (z.B. in den Betrieben), Kontrolle der Massenmedien durch die Arbeiterklasse (also der überwiegenden Mehrheit), öffentliche Kritik und Selbstkritik usw. Und solange es sich nicht um Konterrevolutionäre (die haben KEINE Meinungs- und Pressefreiheit!) handelt werden auch andere die Möglichkeit haben "Pressefreiheit" zu genießen.

Eine "absolute" Presse- Informationsfreiheit gibt es weder heute noch wird es dies im Sozialismus geben.

Gruß

Stefan H.

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Stefan P. am 27.05.2010 05:58
Hallo,

ich denke schon dass es heute eine gewisse Pressefreiheit gibt. Was fehlt ist, ist ein besserer Zuganag zu den Massenmedien. Jedoch ist es möglich, eine Rote Fahne zu publizieren, beliebige Presseerzeugnisse zu kaufen, ungehindert im Internet zu surfen.
Das ist es, was ich schätze, und was sich nicht verschlechtern sollte! Ich möchte auch andere Meinungen hören!

Das Monopolkapital hat eine gewisse Macht die Presse zu beeinflussen. Extreme Beispiele sehen wir in Italien. Dennoch kann sich der interessierte Leser so gut wie alles zu verschaffen.

Die Diktatur des Proletariats setzt doch voraus, das die Mehrheit der Proletarier den Sozialismus will. Die Mehrwert Produzierenden bestimmen die Politik. Sollen sie auch die Gedanken des gesamten Volkes bestimmen / kontrollieren? Ist die bewusste Arbeiterschaft so schwach, dass sie umfällt, wenn sie eine Bild Zeitung liest? Schaftt man Bewusstsein durch Verbote?

"Kontrolle der Massenmedien durch die Arbeiterklasse", "Konterrevolutionäre habe keine Pressefreiheit".

Das sind heikle Statements! Wer bestimmt denn, was konterrevolutionär ist? Jegliche Kritik von ausserhalb der Partei?

Ich halte es für schädlich, antisozialistische Meinungen zu unterdrücken, anstatt sich damit auseinanderzusetzen. Eine permanente Auseindersetzung könnte doch auch helfen, auf dem richtigen Weg zu bleiben.

Gibt es eine offizielle Meinung der MLPD zu diesem Thema? Für mich, und wahrscheinlich viele andere, ist dies ein wichtiges Thema.
Auch wenn die Pressefreiheit im jetzigen System nicht ideal ist, so sollte sie im Sozialismus nicht noch mehr eingeschränkt werden, sondern eher noch verbessert werden. Einschränkungen müssen sehr genau definiert werden, auf ein Minimum beschränkt bleiben!

Gruss
Stefan P.

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Mario am 27.05.2010 20:57
Ich stimme hier Stefan H. voll und ganz zu. Noch eins, nicht nur die die Kontrolle ist dabei wichtig, auch die Wachsamkeit der Arbeiterklasse und deren Leser, das zeigte sich jüngst in der Roten Fahne, wo die Dortmunder Erklärung fehlerhaft gedruckt wurde(die Leser wissen um was es ging)Die Redaktion hatte durch wachsamkeit der Leser reagiert! Aber hier zeigt es sich das die MLPD kritik und selbstkritik in ihren Presseorgan ernst nimmt.
Faschisten und Reaktionäre Schreiberlinge sind Feinde des Sozialismus und der Arbeiterklasse, ihre Aufgabe sehen sie darin die Arbeiter, überhaupt das Volk zu spalten, das zeigte ebenfalls jüngst die Hetze gegen das Volk Griechenland. solche tendenzen bekämpft man.
Natürlich hat Die Arbeiterklasse das Recht ktitik zu üben im Sozialismus gegen schönfärberei und falsche Planung, dazu dienen die Wandzeitungen ect.

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Mario am 28.05.2010 21:14
"Der überwiegende Teil der Einnahmen der Verlage kommt aus der Werbung, dem Anzeigegeschäft, sei es nun bei Gruner+Jahr oder bei den Springerkonzern-die Bild, BZ , Zeitungen leben hauptsächlich von der Werbung.gleichzeitig trägt die Werbung zum höheren Verkauf und damit zum steigenden Profit der werbenden Wirtschaft bei. So ist die Presse ein Verbindungsinstrument zwischen den Profitinteressen der Zeitungbesitzer und denen der anderen Wirtschaftsbereiche. Zeitungen und Zeitschriften sind also auf die Werbung angewiesen. Je höher die Auflagen ist, desto mehr Anzeigen sind zu erwarten, und um so höher ist der Preis. Diese direkte Abhängigkeit der Zeitungen von der werbenden Industrie ist die Hauptgarantie für die Monopolkapitalisten, den Inhalt der Presseorgane kontrollieren und bestimmen zu können. ihre Mitteilungen uned sind für die bürgerliche Presse Befehl." Ergo gibt es hier in der BRD keine Freiie Presse. und wenn man sich die Presse betrachtet beim kurzem hinschauen steht immer fast das gleiche drin, Zwar steht hier und mal paar Wahrheiten drin, das zum beispiel Manager höhre Gehälter bekommen oder das die Abgeordneten sich wieder mal die Diäten heimlich erhöhen, doch ein haben sie alle gemeinsam
sie stellen nie das Kapitalistische System in Frage, wie auch sonst würden sie sich ja selbst den Ast absägen wo sie drauf sitzen.

Konterrevolutionäre sind für mich die das Rad der Geschichte gerne um drehen würden, sie fürchten den Sozialismus, wie der Teufel das Weihwasser, weil ihre fälle davonschwimmen.
und antisozialistische Meinungen richten sich nun mal gegen den Sozialismus und nicht für ihn. Wie schon mal gesagt Kritik die Für den Sozialismus greichtet sind um fehler zu vermeiden, die der Gegner ausnützen würde,habe ich nicht dagegen.

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Stefan P. am 30.05.2010 05:18
Mario,

bei Pressefreiheit geht es nicht um die Qualität einzelner Publikationen. Die Abhängigkeiten, die du geschildert hast, bestehen.
Es geht um die Freiheit, sich überhaupt ausdrücken und publizieren zu können. Und da gibt es eine Vielfalt, die u.a. die Rote Fahne mit einschliesst. Das verstehe ich unter freier Presse! Wer will, kann sich ein umfassendes Bild machen. Das möchte ich auch in Zukunft machen können!

Wie Rosa Luxemburg mal so schön sagte: "Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden". Gilt das im Solzialismus nicht mehr?

Gruss
Stefan P.

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Stefan am 31.05.2010 17:52
Tut mir leid, Stefan P.,

dies so auszulegen ist für mich "liberales Gequatsche"!

- nochmal: Konterrevolutionäre werden weder Meinungs- noch Pressefreiheit haben. Die Erfahrungen der Geschichte haben gelehrt, dass dies:


a) absolut notwendig ist, denn der größte Feind ist der Feind im Innern und er wird nach seinem Sturz auch noch sehr mächtig sein!

und

b) die Arbeiterklasse und ihre Verbündeten sehr wohl unterscheiden konnten zwischen Konterrevolutionären und denen die sich freiwillig (!) im Interesse des Sozialismus erziehen lassen wollten und natürlich auch dann offen über ihre noch vorhandenen Fragen und Widersprüche reden können!

Gruß

Stefan H.

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Hermann Rupp am 31.05.2010 18:28
@ Stefan P.,

meinst du nicht auch, dass es einen wesentlichen Unterschied gibt zwischen Widersprüchen im Volke und Widersprüchen zwischen "uns" und dem Klassenfeind?
Mao Tsetung sagt u.a. dazu: "Um die beiden verschiedenen Arten von Widersprüchen - Widersprüchen zwischen uns und dem Feind sowie Widersprüchen im Volke - richtig zu verstehen, muß man sich vor allen Dingen darüber klarwerden, was unter "Volk" und was unter "Feind" zu verstehen ist ... In der gegenwärtigen Etappe, in der Periode des Aufbaus des Sozialismus, gehören zum Volk alle Klassen, Schichten, gesellschaftliche Gruppen, die den Aufbau des Sozialismus billigen, unterstützen und dafür arbeiten; dagegen sind alle gesellschaftlichen Gruppen, die sich der sozialistischen Revolution widersetzen, die dem Aufbau des Sozialismus feindlich gesinnt sind und ihn zu untergraben versuchen, Feinde des Volkes.


... Die Widersprüche zwischen uns und dem Feind sind antagonistische Widersprüche. Was die Widersprüche im Volk betrifft, sind die unter den Werktätigen nicht antagonistisch, während die Widersprüche zwischen den Klassen der Ausgebeuteten und der Ausbeuter neben den antagonistischen auch einen nichtantagonistischen Aspekt haben.


Wie soll man im politischen Leben unseres Volkes entscheiden, was an unseren Worten und Taten richtig oder falsch ist? Entsprechend den Grundsätzen unserer Verfassung, dem Willen der überwältigen Mehrheit unseres Volkes und den gemeinsamen Stellungnahmen, die von den verschiedenen Parteien und Gruppen unseres Landes bei zahlreichen Gelegenheiten verkündet wurden, können dafür unserer Meinung nach ungefähr folgende Kriterien angegeben werden: Diese Worte und Taten sind richtig, wenn sie
1. dazu beitragen, das aus verschiedenen Nationen bestehende Volk zu einigen, und es nicht zu spalten;
2. die sozialistische Umgestaltung und den Aufbau des Sozialismus fördern und nicht schädigen;
3. dazu beitragen, die demokratische Diktatur des Volkes zu festigen, und sie nicht unterminieren oder schwächen;
4. dazu beitragen, den demokratischen Zentralismus zu stärken, und ihn nicht unterminieren oder schwächen;
5. dazu beitragen, die Führung durch die Kommunistische Partei zu stärken, und sie nicht abschütteln oder schwächen.
6. die internationale sozialistische Einheit und die internationale Solidarität aller friedliebenden Völker fördern und nicht schädigen.

Die wichtigsten dieser sechs Kriterien sind der sozialistische Weg und die Führung durch die Partei.

... Probleme ideologischen Charakters oder Streitfragen, die im Volk entstehen, können nur mit der Methode der Demokratie, mit der Methode der Diskussion, Kritik, Überzeugung und Erziehung, nicht aber durch Zwangs- und Unterdrückungsmaßnahmen gelöst werden.

Die Ideologie der Bourgeoisie und des Kleinbürgertums wird bestimmt zum Ausdruck kommen. Sie wird sich in politischen und ideologischen Fragen mit allen Mitteln hartnäckig kundtun. Es ist unmöglich zu verhindern, dass sie an die Oberfläche kommt, sich äußert. Wir sollten keine Druckmittel anwenden, damit sie nicht zum Vorschein komme, sondern sie ans Tageslicht treten lassen; bei ihrem Auftreten müssen wir uns zugleich mit ihr auseinandersetzen und sie entsprechend kritisieren. Es kann nicht den geringsten Zweifel geben, dass wir falsche Ideen aller Art kritisieren müssen. Es geht natürlich nicht, sich der Kritik zu enthalten, untätig zuzuschauen, wie überall falsche Ansichten um sich greifen, und zu gestatten, dass sie das Feld beherrschen. Fehler müssen kritisiert und Giftpflanzen bekämpft werden, wo immer sie auftauchen. Aber eine solche Kritik soll nicht dogmatisch sein. Man darf sich dabei nicht einer metaphysischen Methode bedienen, sondern sich bemühen, die dialektische Methode anzuwenden. Was wir brauchen, ist eine wissenschaftliche Analyse, sind restlos überzeugende Argumente.

... Die Reaktionäre in einem sozialistischen Lande nutzen im Bunde mit den Imperialisten die Widersprüche im Volke aus, um Zwietracht zu säen, Verwirrung zu stiften und ihre tückischen Pläne zu verwirklichen. Diese Lehre aus den ungarischen Ereignissen verdient allgemeine Beachtung."

Es geht also in einem sozialistischen Land, in welchem Meinungs- und Pressefreiheit verfassungsmäßig garantiert sind, nicht in erster Linie darum, Andersdenkende zu unterdrücken, sondern wachsam zu sein und genau zu unterscheiden, ob es sich um konterrevolutionäre Wühlarbeit oder berechtigte Kritik handelt.

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Mario am 31.05.2010 22:21
Ich finde es schon bewundernswert, wie Stefan P in diesen Zusammenhang , dass Zitat von Rosa Luxemburg , dazu benutzt um seine These von der sogenannten Pressefreiheit bzw. „freie“ Presse zu verteidigen .
Übrigens ; waren es nicht gerade auch Andersdenkenden die Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht umgebracht haben(?)!
Aber es gibt wohl kaum eine Zweite Passage in Rosa Luxemburgs Schrift, die von bürgerlichen und revisionistischen Autoren für ihre demagogischen Zwecke so missbraucht wird wie diese. Der Kern der ganzen Demagogie lieget eben darin, dass Rosa Luxemburg unterstellt wird, sie habe unter „Freiheit der Andersdenkenden“ auch die Freiheit für die Bourgeoisie, für die Konterevolution verstanden.

Wenn man schon Rosa Luxemburg zitiert, sollte man sich mit ihr bzw. mit ihren Schriften auseinandersetzen.

Dennoch Stefan P. kannst Du deine Meinung sagen auch im Sozialismus, keine Sorge, wenn allerding dein Meinung nur gegen den sozialismus gerichtet ist, muß Du auch mit Kontoversen leben müssen.

Zur Roten Fahne, da gebe ich Dir recht die ist für mich allerding vielfälltiger als Bild oder BZ, da erfahre ich wer nun wirklich die Verursacher der Finanz und Weltwirtschaftkrise ist.

Noch mal zu Rosa Luxemburg, fällt mir gerade ein! Da gibt es eine Nahstehnde Stiftung
die den Namen der Revolutionärin trägt, diese RLS (Rosa-Luxemburg-Stiftung) hatte in diesem Jahr ein Kritiker Namens Norman Finkelstein ausgeladen, weil er sich die Freiheit nimmt die Reaktionäre politik Israel zu Kritisieren, deren Eltern selbst jüdischer herkunft in Auschwitz waren. Aber das ist ein anderes Thema, Rosa Luxemburg würde sich im Grabe umdrehen, wenn ein solche Stiftung-noch dazu ihren Namen trägt einen Ktikier das Wort zu verweigern gegenüber Israel, in dem man ihn auladen tut.



Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Jens-Uwe Springer am 01.06.2010 10:14
Das Thema ist tatsächlich sehr wichtig.

Hier wird auch das Gefühl berührt sich frei zu FÜHLEN.
Sich informieren zu können worüber man will.
Seine Meinung ohne Angst vor Unterdrückung äußern zu können.

Sehr beliebt ist immer wieder ein Zitat der Rosa Luxemburg über die Freiheit der anders denkenden.
Ob sie das auf der Grundlage der Erfahrungen mit dem Faschismus immer noch sooooo gesagt hätte ? Ich möchte das bezweifeln.
Meinungsfreiheit als demokratisches Recht, als Menschenrecht, als ein besonderer Ausdruck von Freiheit ??

DOCH WESSEN MEINUNG IST DENN WIRKLICH FREI ?????????

Losgelöst von Tatsache dass wir in einer Kassengesellschaft leben, ist die Frage wohl kaum lösbar.
Wer über die Produktionsmittel verfügt, der hat letztlich auch die Macht seine Meinung als die vorherrschende geltend zu machen.
Das kann einem nun gefallen oder nicht.
Ändern wird sich an dieser Tatsache erst etwas, wenn es keiner Gewalt zur Verfügung über Produktionsmittel mehr bedarf.
Zur Zeit der Oktoberrevolution oder zur Zeit der Weimarer Republik war das bestimmt auch ständiger Streitpunkt zwischen den Herrschenden und ihren Gegnern. Allerdings wurde derzeit auch die Machtfrage bereits im Keim rigoroser gehandhabt.
Der Schulmeister, der Lehrmeister etc. übten die Gewalt der herrschenden gegenüber staatsfeindlichen Meinungen unmittelbar aus.
Das hat sich heute ziemlich geändert.
Eine Medienvielfalt ohen gleichen die es heute gibt, davon hat man damals wohl nur träumen können.
Heute stellen die Medien real einen MACHTFAKTOR dar, um die kapitalistischen Verhältnisse aufrecht erhalten zu können.
Gleichzeitig macht es die Herrschaft auch anfälliger, eben durch die Vielfalt und Schnelligkeit mit der heute Meinungen und Informationen verfügbar sind.
Das hat ein so ein elementares Bedürfnis geschaffen, was von der Herrschenden auch berücksichtigt werden muss, was ihnen aber gleichzeitig auch möglich macht die Denkrichtung und Denkmethode dirigieren zu können.
Heute wird sogar ganz SYSTEMATISCH und WISSENSCHAFTLICH ausgeklügelt die Medienwelt dazu benutzt den Klassenkampf über die Köpfe vorentscheiden zu können.
Ob das dem einzelne Journalisten oder Redakteur nun bewußt ist oder nicht ändert daran überhaupt garnichts.
Denn es bleibt die Herrschaft der Monopolkapitals als Klasse auch und gereade mit Hilfe der Medien.
Wer sich dessen bewußt wird passt sich dem entweder an oder kann sehr schnell einen Maulkorb verpasst bekommen wenn er dagegen rebelliert.


In einer sozialistischen Gesellschaft werden wir dieser Problematik ebenfalls große Aufmerksamkeit schenken müssen. Auch dort wird sich ohne Zweifel der Klassenkampf auf der Ebene des Meinungskampfes, der Denkweise, der Ideologie (oder wie das auch immer bezeichnet werden will) ausgefochten bzw. voerentschieden.
Die Quantität und Qualität der Medienwelt wird sich bestimmt sogar um ein vielfaches steigern.
Die Frage der Denkweise wird dann von der Vorschule bis zur UNI von den Marxisten-Leninisten in angemessener Weise aufgeworfen und behandelt werden, was sich dann entsprechend in der Vielfalt an Meinungen widerspiegeln wird.
Was sich China während der Kulturrevlution in dieser Hinsicht abgespielt hat, wird für den Klassenkampf im Sozialismus von höchster und entscheidener Bedeutung sein.

Aber auch im Sozialismus ändert sich an der fundamentalen Wahrheit und Realität nichts, dass die jeweils vorherrschende Meinung, die Meinung der herrschenden sein wird.
WEIL ES IMMER NOCH KLASSEN GIBT KLASSENWIDERSPRÜCHE UND KLASSENKAMPF.
Und wer dies nicht beachtet, überlässt den Kampf um die Macht dem Zufall.
Das werden weder die Herren des Monopolkapitals tun, noch dürfen wir es im Sozialismus tun.

Beste Grüße
Jens-Uwe








Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Stefan P. am 02.06.2010 18:38
Hallo,

danke fuer diese Meinungen! Bevor ich mich damit näher auseinander setze, möchte ich doch mal auf die ganz praktische Seite eingehen:

Hermann schrieb etwas von einer in einem sozialistischen Land verfassungsmässig garantierten Meinungs- und Pressefreiheit. Soweit ich die anderen Beiträge verstanden habe, soll es das eben nicht geben.

Wie soll denn diese Pressefreiheit aussehen?
Darf z.B. eine Süddeutsche Zeitung weiter existieren? Darf ich die lesen? Was dürfen die machen? Muss jeder Artikel abgesegnet werden? Gibt es Zwangskommentare?

Wird es eine Internetzensur geben?

Diese sind alles Konsequenzen die ich aufgrund des in diesem Thread gesagten befürchte, um "falsche Meinungen" zu bekämpfen.

Bitte mal klipp und klar auf diese praktischen Aspekte eingehen, falls es dazu Vorstellungen gibt.

Gruss
Stefan P.

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Stefan P. am 02.06.2010 19:21
Noch schnell zu Mario, das brennt mir noch auf den Nägeln:

Ja, ich kenne vor allem dieses berühmte Zitat von R.L., nicht die gesamten Werke. Das ist doch ein ganz klarer Satz.

Könnte sie gemeint haben
"Freiheit ist immer die Freiheit der Sozialisten/Kommunisten"
oder
mit "Anderdenkenden" sind nur Sozialisten gemeint?
Das ergibt doch keinen Sinn!
Das Wort "Anderdenkenden" ist doch explizit allgemein.

Ich bin mir sicher, dass damit die freie Meinungsäusserung gemeint war. Für alle. Auf der anderen Seite galt es sicher, sich kritisch mit allen Strömungen auseinderzusetzen, den Kampf ideologisch zu führen, nicht mit Verboten.

Dann würde mich noch interessieren mit welchen Kontroversen (oder Konsequenzen) ich rechnen muss, wenn ich mich im Sozialismus kritisch (also gegen) den Sozialismus äussere.

Gruss
Stefan

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Schorschy am 03.06.2010 11:31
wenn wir überlegen, das eine der Grundvoraussetzungen ist, das sich die Produktionsmittel in Volkes Hand befinden und auch die historische Mission der Arbeiterklasse als solches beachten, erst dann können wir einen Schritt weiter gehen und nach den Grundrechten fragen- welche selbstverständlich auf alle Fälle gesichert sein müssen! -

Aber nehmen wir die Pressefreiheit. Nachdem was die Genossen geschrieben haben, wollen sie wissen ob man die BILD und die Süddeutsche noch lesen kann. Da frage ich mich, wer soll diese Lügenblätter im Sozialismus eigentlich drucken. Die Produktionsmittel gehören der Arbeiterklasse. Wie stellt ihr euch das vor? Da stellt ein Genosse Produktionsleiter sich hin und druckt kapitalistische Zeitungen? Oder wollt ihr die alten Unternehmer nun doch nicht mehr enteignen? Soll es also einen Sozialismus geben mit kapitalistischen Unternehmern? Was ist das für ein Sozialismus?

Nein aber mal im ernst. Wir wären doch damals in der DDR gar nicht auf die Idee gekommen eine kapitalistische Zeitung zu drucken. Das Bewußtsein der Bürger wird sich so ändern, das die von euch aufgeworfene Frage überhaupt nicht aufkommen wird.

Zugegeben es wird immer Menschen geben, die nach links oder rechts abschweifen, aber die Mehrheit, das Proletariat wird den Sozialismus befürworten. Aber wir Kommunisten haben auch unsere Lehren aus der Geschichte gezogen.

Zudem wird das was uns heute noch zum Nachtteil kommt, was uns davon abhält eine große Partei zu schaffen im Morgen vielleicht ein großer Vorteil sein. Es ist doch so, das jede linke Partei eine andere Meinung hat. Diese unterschiedlichen Meinungen könnte sich im Sozialismus zu einer großen Basis für eine ausgereifte Demokratie entwickeln.

Schaffen wir also zunächst eine starke linke Einheitsfront um gemeinsam unseren Weg zu gehen! Wir alle haben ein gemeinsames Ziel - die Überwindung des Kapitalismus und den Aufbau des Sozialismus!

Rote Grüsse
Schorschy

"Dann sieh, daß du Mensch bleibst.
Mensch sein ist vor allem Hauptsache.
Und das heißt: fest und klar und heiter sein
ja, heiter trotz alledem und alledem...
Mensch sein heißt sein ganzes Leben
auf des Schicksals große Waage,
freudig hineinwerfen,
wenn`s sein muß, sich zugleich aber
an jedem hellen Tag
und jeder schönen Wolke freuen...

Die Welt ist so schön
bei allem Graus
und wäre noch schöner,
wenn es keine Schwächlinge
und Feiglinge auf ihr gäbe."

Rosa Luxemburg, 1916

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Stefan am 03.06.2010 14:56
Hallo Stefan P.

du forderst "`mal ganz praktisch"? Okay, gleich....

aber eines vorab, warum gehst du nicht auf die Einwände/Hinweise ein? Gut, die Ausführungen von Herrmann (mit teilweise fast Endloszitaten), sind nicht immer geeignet (vor allem wenn es für jemanden "Neuland" ist) konzentriert bei der Sache zu bleiben....Widersprüche im Volk - Widersprüche zwischen uns und dem Feind. Sagt dir das was? Kennst du zum Beispiel die Kampagne (im Sozialismus!): "lasst 1000 Blumen blühen..." und wie mit kritischen Stimmen des Volkes aber auch mit Volksfeinden und ihren konterrevolutionären Ansichten umgegangen wurde? Ja, das ist alles Praxis! Leute, die zum Umsturz aufrufen, die Intrigen schmieden, die das sozialistische Bewußtsein zersetzen wollen usw. muss man auch damit bekämpfen ihnen keine Plattform zu geben ihre Meinungen zu verbreiten! Da gilt nur, wie Jens-Uwe schon feststellt: "Wer über die Produktionsmittel verfügt, der hat letztlich auch die Macht seine Meinung als die vorherrschende geltend zu machen!"

Spielt die Denkweise, wurde auch angesprochen, für dich in diesem Zusammenhamg keine Rolle? Wer beeinflusst wen und wer hat die Macht auch die Medien dafür in seinen Dienst zu stellen, dass ist doch viel näher an der Praxis als das abstrakte Reden von "der Pressefreiheit"? Wird es weiter eine "Süddeutsche Zeitung" geben? Keine Ahnung, wer weiß dies heute schon? Auf jeden Fall gibt es dann kein Sponsoring mehr vom Kapital durch Werbung und gekauften Journalisten (ja, auch bei der Süddeutschen, TAZ, FR....ist das auch nicht viel anders wie bei der Welt, Bild...)..und ob sich dann solche Blätter überhaupt noch halten können, ob es überhaupt noch irgendjemanden interessiert, was sie so alles für kleinbürgerliches Geschwafel von sich geben, wer weiß, ich denke kaum!
Sozialismus bedeutet eine völlige Umwälzung der alten Gesellschaft, etwas völlig Neues, völlig neue Macht- und Demokratieverhältnisse...ich denke, du bist dir diesen tatsachen gar nicht bewußt wenn du hier deine fragen stellst?

"dann würde mich noch interessieren mit welchen Konsequenzen ich rechnen muss wenn ich mich im Sozialismus kritisch (also gegen) den Sozialismus äussere?" Auch das ist mir wieder viel zu abstrakt, welche Meinung vertrittst DU denn konkret? So nach dem Motto: jede(r) kann zu allem sagen was er/sie will egal ob für oder gegen den Sozialismus usw.? So wird das mit Sicherheit NICHT funktionieren, auch da würde ich dir empfehlen dich zu informieren was arbeiten und leben im Sozialismus bedeutet, da gibt es genügend Beispiele! Wer nicht arbeitet der soll auch nicht essen, jedem nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung = es wird keiner die Möglichkeit haben sich auszuschliessen, sich ins "Private" zurückzuziehen, jeder ist verpflichtet seinen Beitrag zum Aufbau des Sozialmus beizutragen. Und dazu gehört auch, und dies in nicht unerheblichen Maße (!), zu lernen, sich mit falschen Ansichten auseinanderzusetzen,öffentlich Kritik und Selbstkritik zu üben, sich erziehen zu lassen (Konsequenz!)...
Kritisch äussern und "gegen den Sozialismus" muss keinesfalls das gleiche sein!
Kritik und Selbstkritik (wieso fällt dir das hier nicht ein?) sind ein Entwicklungsgesetz im Sozialismus: siehe den Beitrag von Mario (will ich nicht wiederholen)
"Gegen den Sozialismus": NOCHMAL = dies kann nicht geduldet werden!

Stefan H.

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Stefan P. am 04.06.2010 11:56
Hallo zusammen,

sicherlich bin ich nicht bibelfest, wenn es um Marxismus-Leninismus geht. Ich versuche aber, meinen gesunden Menschenverstand zu gebrauchen.
Vor allem fällt mir auf, dass auf meine Frage nicht klar geantwortet wird.

"Wird es weiter eine "Süddeutsche Zeitung" geben? Keine Ahnung, wer weiß dies heute schon?", schreibt Stefan H. Das ist doch garnicht die Frage! Die Frage ist, "DARF es eine Süddeutsche Zeitung geben?".
Ich denke schon, dass es Bedarf für "kleinbürgerliches Geschwafel" gibt und sich eine Zeitung auch ohne kapitalistisches Sponsoring halten kann. Ob das nun gut ist oder nicht. Zumindest am Anfang wird es so sein. Wenn sich niemand mehr dafür interessiert, hat sich die Sache natürlich erledigt.

Hier möchte ich einfache mal eine klare Antwort haben, wie sich die MLPD vorstellt damit umzugehen. Ich finde das ist eine wichtige Frage, wozu es doch Vorstellungen geben muss. "Erst mal Sozialismus und dann sehen wir weiter" kann doch nicht sein.

Hermann schrieb von verfassungsmässig garantierter Pressefreiheit, Schorschy dass niemand eine solche Zeitung drucken würde. Stefan H. / Jens-Uwe: "Wer über die Produktionsmittel verfügt, der hat letztlich auch die Macht seine Meinung als die vorherrschende geltend zu machen!". Also wird der sozialistische Staat seine Macht ausnutzen, um Meinungen zu beeinflussen, zu kontrollieren, richtig?

Um das mal in Klartext zu übersetzen, im MLPD Sozialismus wird nur sozialistische Presse zugelassen, d.h. alles andere ist nicht erlaubt, zensiert. Das hört sich nicht schön an, keiner sagts gerne, aber das heisst es doch, oder?
Dafür kann es (gute?) Gründe geben, die können wir auch noch diskutieren, aber können wir das so festhalten, oder gibts Widerspruch?

Bitte mal nicht um den heissen Brei herumreden... ;)

Gruss
Stefan P.

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Hermann Rupp am 04.06.2010 18:05
Hallo Stefan P.,

eines kannst du schonmal per se vergessen: nämlich dass sozialistische Behörden untätig die Hände in den Schoß legen wenn auf irgendeine Art und Weise offen gegen den sozialistischen Aufbau gehetzt wird! Was Mao Tsetung (vielleicht für unsere Ohren etwas "blumig" formuliert)sagt, ist doch: Schert nicht alle, die sich kritisch äußern über einen Kamm! Sondern lernt mit berechtigter oder auch falscher Kritik anders umzugehen als mit ätzenden, konterrevolutionären Pamphleten. Was wäre das für eine Volksdemokratie in welcher unterschiedliche Meinungen unterdrückt würden? Wer aber Meinungs- und Pressefreiheit dazu missbraucht, die Menschen gegen den Aufbau einer gerechteren Gesellschaftsordnung aufzuhetzen, dem wird sein mieses "Handwerk" mit Sicherheit gelegt! Die Werktätigen an der Macht hätten es doch garnicht anders verdient wenn sie konterrevolutionäre Machenschaften zuliessen. Alles hat seine Grenzen, und die wären bei offener antikommunistischer Propaganda unter Ausnutzung demokratischer Rechte, erreicht. Es wird auch im Sozialismus noch relativ lange Zeit Klassen geben. Es wäre unverantwortlich und hochgradig naiv anzunehmen, dass die politisch entmachteten ehemaligen Ausbeuter nicht versuchen würden, alle Register zu ziehen, um die alten "paradiesischen" Besitz- und Ausbeutungsverhältnisse wieder herzustellen. Diesen Elementen gegenüber ist nicht nur die allergrößte revolutionäre Wachsamkeit, sondern auch die konsequente Unterdrückung ihrer feindseligen Machenschaften notwendig. Das Erlernen von Kritik- und Selbstkritik ist, nach den verheerenden Erfahrungen in der Vergangenheit (die Verwandlung selbst ehemaliger Revolutionäre in entartete konterrevolutionäre Bürokraten) notwendig, um zu
verhindern, dass diese sich schließlich in eine neue herrschende Schicht bürokratisch-kapitalistischer Verräter am Sozialismus verwandeln. Regelmäßige Rechenschaftslegung vor den Gremien oder Organen des Volkes von denen sie gewählt wurden, die Pflicht der Funktionsträger zu einer ehrlichen, kritisch-selbstkritischen Einstellung zu eventuellen Fehlern und zur zukünftigen Vemeidung solcher Fehler zusammen mit dem Recht der Mitglieder dieser demokratischen Organe, uneinsichtige, sebstherrliche Funktionäre sofort abzuwählen, also die demokratische Kontrolle der durch die Werktätigen gewählten Vertreter, ist eine Form der direkten Demokratie, die sich eine kapitalistische Gesellschaft unter keinen Umständen leisten könnte, ohne die Kontrolle und Verfügungsgewalt über die Produktionsmittel und "ihren" Staat als Herrschaftsinstrument zu verlieren! Es droht dir also keine Gefahr "an Leib und Leben" wenn du deine Meinung äußerst. Im Gegenteil: das wird von jedem erwartet! Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass es auf ätzendes Gemosere anstelle von offener ehrlicher Kritik, und Selbstkritik auch entsprechende Reaktionen geben wird, weniger in Form staatlicher Repressionen als durch deine Mitbürger und Genossen.

Hermann Rupp

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Stefan P. am 05.06.2010 13:09
Hallo Hermann,

vielen Dank für deinen verständlichen Beitrag!

Der Kapitalismus ist in seinem jetzigen Stadium einfach kontraproduktiv, menschenverachtend, zerstört unsere Umwelt! Er muss weg! Der Sozialismus scheint mir das einzige Mittel zu sein, das Übel an der Wurzel zu packen. Doch "Sozialismus" gibts in vielen Geschmacksrichtungen. Zumindest reklamieren diverse Strömungen ihn für sich. Wie soll das Leben im S. aussehen? Wird das Leben wirklich besser für mich? Wofür steht die MLPD? Das wollte ich hier eigentlich erfahren. Es gibt nicht auf jede einfache Frage eine einfache Antwort, aber leider haben Kommunisten scheinbar die Angewohnheit, Zweifler mit den gesammlten Werken von xyz zu erschlagen... ;)

Dein Zitat von Mao gefällt mir:
Schert nicht alle, die sich kritisch äußern über einen Kamm! Sondern lernt mit berechtigter oder auch falscher Kritik anders umzugehen als mit ätzenden, konterrevolutionären Pamphleten. Was wäre das für eine Volksdemokratie in welcher unterschiedliche Meinungen unterdrückt würden?

Weiter geht es (ist das noch von Mao, oder von Hermann?):
Wer aber Meinungs- und Pressefreiheit dazu missbraucht, die Menschen gegen den Aufbau einer gerechteren Gesellschaftsordnung aufzuhetzen, dem wird sein mieses "Handwerk" mit Sicherheit gelegt!

Doch wo ist die Grenze? Wer definiert, was Hetze ist? Wenn "Hetze" schon im Ansatz zensiert wird, erfahren die Massen nichts von dieser evtl. grenzwertigen Kritik. Die Gefahr des Missbrauchs ist riesengross! Wenn Dinge die schief laufen angeprangert werden, kann das negativ auf die Moral wirken. Schädlich? Konterrevolutionär? Zensieren?

Die Feinde des Sozialismus werden die Schwächen ausnutzen und diese anprangern. Aber Schwächen sind Schwächen und gehören ans Tageslicht! Damit sollten wir umgehen können.

Und nun hoffe ich, auf meine konkrete Frage in meinem letzten Beitrag eine konkrete Antwort zu erhalten.

Gruss
Stefan

P.S.: Es ist ja schon mal ein Lichtblick, dass ich nicht mit staatlichen Repressionen zu rechnen haben soll, wenn ich meine Meinung äussere. Das ist in meinen Augen nicht ganz selbstverständlich nach Lesen des gesamten Threads. Oder gilt das nur für genehme Meinungen? ;)

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Stefan am 05.06.2010 22:23
Hallo Stefan P.,

schau` dir zum Beispiel einfach nochmal den letzten Beitrag von Herrmann (und auch die anderen) an!

dies ist noch viel mehr als die Antwort auf deine Frage (sie ist längst beantwortet!)

willst du dich nicht mit den Argumenten auseinandersetzen oder, wie ich schon `mal erwähnt hatte, ist dir gar nicht bewußt (vielleicht interessiert es dich auch nicht?) was Sozialismus bedeutet? Ich kann es natürlich nicht beweisen, weil du dich ja noch nicht dazu geäußerst hast, aber ich denke, du bist wie so viele auf der verzweifelten Suche nach einem "dritten" Weg? Den gibt es aber nicht!

Stefan H.

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Stefan P. am 13.06.2010 11:04
Hallo liebe Leser,

ich glaube viel neues wird hier in diesem Thread nicht mehr auftauchen.
Eine klare Position, wie sich die MLPD Genossen den Umgang mit der Presse im angestrebten Sozialismus vorstellen, gab es leider nicht. Diese irgendwie im Text versteckt, wie Stefan H. schreibt.

Deshalb möchte ich das Gelesene nochmals kurz zusammenfassen. Um diese Punkte ging es mir.

Standpunkt der MLPD nahen Diskutanten:
Im Sozialismus soll es keine allgemeine Pressefreiheit, ähnlich wie sie jetzt besteht, geben. Es wird die Gefahr gesehen, dass konterrevolutionäre Kräfte Hetze betreiben und die Massen beeinflussen. In anderen Worten: Es soll eine allgemeine Pressezensur geben. Meinungsfreiheit und Kritik soll sich hauptsächlich auf Wandzeitungen in Betrieben abspielen.
Zu meiner Frage nach den neuen Medien wurde leider nichts gesagt. Es liegt aber nahe, dass das Internet dann ebenfalls zensiert werden soll.

Meine Auffassung:
Eine vielfältige Presselandschaft sollte es auch im Sozialismus geben. Ein Monopol der Roten Fahne und parteinahen Publikationen würde eine kulturelle Verarmung bedeuten. Die Aueindersetzung kann nicht durch Verbote geführt werden. Eine Verdrängung der Konterrevolution in den Untergrund halte ich für gefährlicher.
Die Möglichkeiten des Web 2.0 erlauben breite Diskussionen und sollten insbesondere im Sozialismus genutzt werden.

Gruss
Stefan P.

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Stefan am 15.06.2010 19:13
Hallo Stefan P.

ich fasse (auch) mal kurz zusammen:

- du behauptest nach wie vor im Kapitalismus gibt es eine allgemeine Pressefreiheit
- du antwortest auf keine gestellten Fragen. was ist für DICH Sozialismus? = denn nur im Gesamtzusammenhang kann man dann auch über Pressefreiheit diskutieren...so wie es einige hier auch getan haben
- du unterschätzt weiterhin die Macht der Konterrevolutionäre ohne dich mit den Erfahrungen sozialistischer Staaten beschäftigt zu haben (wahrscheinlich hättest du dann deine Frage gar nicht gestellt!)
- du unterstellst Dinge, die keiner hier behauptet hat (ein Monopol der Roten Fahne und parteinaher Publikationen), im Gegenteil, fast alle haben betont, dass es lediglich um konterrevolutionäre "Publikationen" geht und dies ist ein gewaltiger Unterschied
- du ziehst (aus Unkenntnis?)völlig falsche Schlüsse (kulturelle Verarmung) = ich würde dir empfehlen, dass du dich vor allem mal mit der kulturellen Vielfalt des sozialistischen China beschäftigst. Du wirst staunen zu was das Volk, wenn es sich entfalten kann, wenn es die Macht hat (nicht die Partei) fähig ist!

ich könnte die Punkte noch erweitern ( z.B. Meinungsfreiheit nur auf Wandzeitungen???), aber ich denke, du weißt wie es gemeint ist!?

Gruß

Stefan H.

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Schorschy am 22.06.2010 14:17
An dieser Stelle möchte ich gern noch an ein Zitat von Karl Marx erinnern:
"Die erste Freiheit der Presse besteht darin, kein Gewerbe zu sein."

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Stefan P. am 26.06.2010 06:01
Hallo Stefan H. !

Ich hoffe wir kommen ein bischen weiter, ohne uns die Köpfe einzuhauen... ;)

Ich würde gerne die Sache auf den Punkt bringen, und Positionen klären. Meine Hauptfrage, oder Sorge, ist, wie sich die MPLD, oder ihre Genossen, den Umgang mit der Presse im angestrebten Sozialismus vorstellen. Ich denke, der Kern müsste doch in ein paar Sätzen klar zu formulieren sein.
Sicher muss man die Sache von allen Seiten betrachten. Warum es so sein soll, wir können darüber streiten. Ich habe nicht alle Fragen beantwortet, vermisse aber selbst auch klare Antworten. Ich möchte vermeiden, dass wir zu weit abschweifen. Wir kommen, falls ihr Lust habt, sicher noch auf einige Punkte zurück, die am Anfang nicht geklärt wurden.

Also gerne würde ich noch weiter diskutieren. Ich schlage vor, erst mal einen Punkt zu klären: Wie sieht die Pressefreiheit (oder auch sogenannte Pressefreiheit) heute aus?

Ihr verweist auf die Einschränkungen, die Journalisten in den gängigen Massenmedien haben. Sie sind nicht absolut frei, haben Weisungen, müssen sich an der politischen Ausrichtung des Eigentümers orientieren. Das ist richtig.

Auf der anderen Seite gibt es durchaus positive Ansätze, Kaptitalismuskritik ist durachaus kein Tabuthema, wenn wir nicht gerade über die Bild Zeitung sprechen. Es gibt Abhängigkeiten,
vom Eigentümer, von Inserenten und HAUPTSÄCHLICH vom Leser. Ohne Leserschaft auch keine Inserenten, etc. Also muss das Blatt so gestaltet werden, dass es gekauft wird. Leider ist ein barbusiges Mädchen verkaufsfördernder als ein komplizierter politischer Artikel.
Die Blätter im einzelnen sind also durchaus nicht "frei". Keines. Selbst die Rote Fahne nicht. Jedes verfolgt bestimmte Ziele, politische oder wirtschaftliche.

Was ich nun als frei ansehe, ist die Freiheit zu publizieren. Ich könnte mich mit ein paar Freunden zusammentun, und ein trotzkistisches Wochenblatt, eine Gelbe Fahne, ein Satiremagazin, oder was auch immer, herausbringen. Das Recht, mich weitgehend frei journalistisch zu betätigen, habe ich. Das nutzt die Rote Fahne auch.
Wir haben ein relativ breites Pressespektrum. Auflage und Einfluss sind natürlich recht unterschiedlich. Doch das liegt nicht an staatlichlichen Auflagen, sondern an Nachfrage, Interesse und Denkweise der Bevölkerung.

Auch wenn ich manche Publikation absurd, lächerlich, dumm finde, möchte ich diese nicht verboten sehen. Eine Freiheit auf Dummheit gibt es. Gegen Dummheit sollte gekämpft werden, Verbote sehe ich aber eher als gefährlich und kontraproduktiv an.

Soweit meine Bestandsaufnahme. Was sagt ihr dazu? Ist die Rote Fahne nicht auch ein Nutzniesser dieser Pressefreiheit, wie es sie heute gibt? Gibt es nicht ein breites Spektrum in der Presselandschaft?

Gruss
Stefan P.

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Stefan am 25.07.2010 10:36
Hallo Stefan P.,

es ist ja nicht so, dass ich nicht (weiter) mit dir diskutieren möchte....

- wollte erst mal abwarten, ob seitens der MLPD-Genossen (bin selbst kein Parteimitglied) Antworten kommen....

- wahrscheinlich machst du es denen aber genauso schwer wie mir, es ist halt (meines Erachtens) nichts neues was du schreibst

- hast du dir die Rote Fahne Nr. 28 mal angeschaut (Titelthema "40 Jahre Rote Fahne" ? Hier findest du (nochmals) die ein oder andere Antwort auf deine Frage(n)

- ich will nicht ausweichen, kann dies selbst auch bei anderen nicht leiden :) , aber wie gesagt, mir fällt zur Zeit nichts neues/anderes ein...

nebenbei: ich habe andere "Hobbys" wie "Köpfe einhauen" :)

Viele Grüße (werde die Diskussion natürlich weiter verfolgen und wenn ich was beitragen kann, dies sicher auch dann tun!)

Stefan H.

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Peter R am 25.07.2010 18:13
Marxismus-Leninismus ist eine Anleitung zum Handeln, keine vordefinierte universallösung!
Das haben wir jetzt schon mehrfach durchgekaut.
Das ist doch keine Auseinandersetzung mehr!

Pressefreiheit und Grundsätze bilden, mit ihren inneren Widersprüchen, eine dialektische Einheit, auch im Kapitalismus (wie das Gas in der Gasleitung, ein Schelm wer hier das Gas produktiv "frei" austretten lässt). Für eine Beurteilung müssen beide Seiten betrachtet werden, du reist beides aus dem Zusammenhang und betrachtest nur die eine Seite.

"Nonplusultra Antworten" nur aus der MLPD gibt es nicht, weil das antidemokratisch und antikommunistisch und sektiererisch wäre.

Wir können konkrete Bestimmung dieser Pressefreiheit-Grundsätze einfach nicht vorhersehen, diese werden im Sozialismus demokratisch durch uns Proletarier definiert.


Mal grundsätzich:

Was ist denn los, du schießt wie wild um dich?
Erstmal willst du Meinungen, jetzt Standpunkte. Du springst von Punkt zu Punkt. Du streust Thesen wie ein Salzstreuer und erwartest dass wir für dich die Denkarbeit übernehmen?
Das ist sehr einfach! Ist das deine Interpretation der freien Presse? Das raubt den Lesern und Moderatoren den Nerv!

Entschuldige: die Bild-Zeitung, das bist du!

Gruß

Peter

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Stefan P. am 28.07.2010 19:24
Hallo Stefan H. und andere Interessierte,

es stimmt, letztendlich hat mein letzter Beitrag inhaltlich nichts neues zu bieten. Ich hatte nur probiert meine Position / Frage nocheinmal besser darzustellen / zu erklären.

Ich hatte eigentlich gehofft, hier auch "offizielle" MLPD Positionen zu bestimmten Fragen zu lesen zu bekommen. Leider wird diese Kommunikationsform in der MLPD scheinbar vernachlässigt. Auch ist die Moderation/Freigabe langsam, Absendedaten werden von der Foren SW oft nicht angezeigt. Es werden die Möglichkeiten des Web 2.0, lebhafte Diskussionen zu führen, bei weitem nicht ausgenutzt. Wirklich schade, da bin ich enttäuscht, hatte von einer MLPD etwas mehr erwartet.

Wie dem auch auch sei. Es gibt viele, die für sich reklamieren, für den wahren Sozialismus zu kämpfen. Ich, als "Kleinbürger", wenn man so will, sehe, wie viele andere auch, die Schwächen des Kapitalismus, unsere heutigen Probleme zu lösen. Mit dem Sozialismus sympathisiere ich schon lange, habe aber an einigen Stellen meine Probleme. Unter anderem ist dies eben der Umgang mit der Presse. Hier wollte ich erstens die Position der MLPD wissen, was mir nicht geglückt ist, zweitens allgemein diskutieren, warum in welcher Weise mit der Presse im Sozialismus umgegangen werden sollte. Das ist ansatzweise gelungen.

Leider habe ich keinen Zugriff auf die Rote Fahne Nr. 28, da ich in Bangkok wohne. Mein berufliches "Exil" ist sicher auch ein Grund, dass mir freier Informationsfluss über alle Medien jetzt und in Zukunft so wichtig ist. Auch wenn der Sozialismus noch nicht vor der Tür steht, möchte ich doch wissen, wie in einem solchen "Umfeld" Berichterstattung geregelt werden soll. Das halte ich für einen äusserst wichtigen Aspekt. Dass "konterrevolutionäres" verboten werden soll, genaueres soll später durch Proletarier festgelegt werden, ist mir zu diffus.
Scheinbar gibt es keine genauen Vorstellungen, was wie stark kontrolliert und eingeschränkt werden muss. Und da sehe ich die Gefahr, dass Kontrollmechnismen missbraucht werden können. Das geht schleichend, schliesslich wird alles als konterrevolutionär eingestuft, was den Kontrolleuren irgendwie nicht in den Kram passt. Presse hat schliesslich auch die Aufgabe, Regierungen auf die Finger zu schauen. Diese Funktion kann sie unter Zensurbedingungen nicht wahrnehmen.
Wäre es nicht besser, heute schon den ganz grundsätzlichen Umgang mit Presse zu definieren?

Gruss
Stefan P.

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Stefan am 31.07.2010 23:34
Hallo Stefan P.,

du bist ziemlich hartnäckig, aber ich kann es auch sein :)

einer von mehreren Tipps war: setze dich einfach mal mit den gemachten Erfahrungen der ehemals sozialistischen Länder ( in erster Linie China ) auseinander (da ging es auch nicht "diffus" zu). Da kannst du viel erfahren und lernen über "Erziehung" "Meinungsfreiheit" "kulturelles Schaffen" usw.
Über "people-to-people" bekommt man hierzu so gut wie alles und ich denke sie liefern auch nach Bangkok??? wie das mit der "Roten Fahne" ist, das weiss ich natürlich nicht...

Viele grüße

Stefan H.

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Jürgen Binder am 16.08.2010 12:11
Hallo Stefan P.,

generell sollten wir mal folgendes festhalten:

1. Wir haben in den kaptitalischen Staaten keine "Pressefreiheit".

2. Was veröffentlicht wird, bestimmen die Eigentümer der Medienkonzerne und nicht das Volk.

3. Diesselben Medienkonzerne, wird es im Sozialismus natürlich nicht mehr geben. Sind sie doch die Eigentümer derselbigen millionenschwere Kapitalisten im wahrsten Sinne des Wortes.

4. Im Sozialismus wird der Schwerpunkt darauf liegen, dass vor allem die breiten Massen des Volkes, ihre Meinung publizieren und veröffentlichen können. Dies wird auch dem Begriff Pressefreiheit wesentlich gerechter. Die Wandzeitungen der sozialistischen Volksrepublik China legen Zeugnis davon ab, wie dies funktioniert. Es gibt aber auch andere Beispiele. In Venezuela, gibt es gar Fernsehsender, die in der Hand des Volkes sind.

5. Und gerade anhand von Venezuela, kannst du andererseits nachvollziehen mit was für Problemen man zu kämpfen hat, wenn man die kapitalistischen Eigentümer von Medienkonzernen weiterhin schalten und walten läßt wie sie gerade wollen. Du hast nämlich sicherlich schon von dem einen Fernsehsender gehört, der von Chavez höchstpersönlich geschlossen und verboten wurde. Nun dieser Sender hat sich höchstpersönlich an einem Putschversuch beteiligt, in dem er dazu aufrief die Regierung von Chavez zu beseitigen. Und gerade dieser Sender ist daraufhin in Bürgerhand übergeben worden.

6.Es liegt in der Natur von Kapitaleigern, dass sie nach einer gelungenen Revolution danach trachten, die alte Ordnung wiederherzustellen. Auch wenn sie Eigentümer von Medienkonzernen sind. Deshalb werden sie es auch nicht beim Publizieren ihrer Meinung belassen. Und genau aus diesem Grund muß man diese Kaptitaleigener in ihre Schranken verweisen, und diese Medienkonzerne enteignen.

Gruß
Jürgen Binder

Re: Pressefreiheit im Sozialismus?

Abgeschickt von Steffen Stein am 27.08.2010 07:59
Ausgehend von der Tatsache, dass sich der sozialistische Aufbau nur unter der Identifizierung der Massen mit seinen Zielen und Erfordernissen vollziehen kann, werden sich auch die Medien auf dieser Grundlage gestalten.
Unter diesen Umständen finden offene Auseinandersetzungen mit Gegnern des Sozialismus auf der Grundlage der revolutionären Wachsamkeit auch schon im Vorfeld statt.
Mit zunehmenden Erfolgen im sozialistischen Aufbau werden nicht zu letzt durch positive Lebenserfahrungen derartige Denkweisen nach und nach verdrängt!
Da der Sozialismus eine Gesellschaftsordnung für - und nicht gegen - die Menschen ist, bekommen Begriffe wie Zensur eine völlig andere Bedeutung - versinken in der Bedeutungslosigkeit!
Auf Basis von Ploneboard
Artikelaktionen

Literaturtipps

Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?

Katastrophenalarm! Immer mehr lokale und regionale ökologische Katastrophen drangsalieren die Menschheit. Sie kennzeichnen einen Prozess des beschleunigten Umschlags der Umweltkrise in eine globale Umweltkatastrophe.

Weil ihre Hauptursachen in der kapitalistischen Profitwirtschaft liegen, erfordert die Umweltfrage heute einen gesellschaftsverändernden Kampf. Dazu brauchen wir eine neue Umweltbewegung, die einen klaren Trennungsstrich gegen den imperialistischen Ökologismus zieht, sich organisiert, kämpferisch, zielstrebig und weltumspannend gegen die mutwillige Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen durch die Herrschenden Front macht.

So ist das Buch ausdrücklich eine Streitschrift, die sich in die Strategiedebatte um die Lösung der Umweltfrage einmischt und unmissverständlich positioniert.

 

Mehr...

 

 
Entwickelt durch Mediengruppe Neuer Weg   powered by Plone   Kontakt: oeffentlichkeit@mlpd.de