Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

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Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Christiaan am 27.06.2012 13:39
Wo auf Sarkastische und Witzige Weise Moderiert werden sollte.

Wo aber auch Gäste auftreten können aus allen Bereichen!

Vielleicht könnte man dort auch Videos einspielen und Berichte veröffentlichen?

Wenn ich sehe das zu Sachthemen alleine schon auf Youtube 15.000 Aufrufe zu Libyen gibt ist die Verbreitung aber weiter einfach zu wenig.

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Tobi am 28.06.2012 09:54
einen youtube kanal der MLPD gibts ja, nur der wird zu wenig genutzt und betreut. man sollte ähnlich wie rf- news dort regelmäßig etwas veröffentlichen. bewusst politische kurzfilme machen oder die stefan engel interviews als youtube video ebenso wird statements der mlpd zu verschiedneen themen. ein "werde mitglied" film wie ihn die LINKE hat wäre auch gut.

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von willi am 28.06.2012 22:19




Ach - Christian,
ist das ein Witz von Dir?Ich will mich verbessern,es sind utopische Gedanken
von Dir-und keine schlechten.
Und wenn es so sein sollte:"Wo auch Gäste auftreten können aus allen Bereichen".
Was für Bereiche meinst Du?Das wird sicher nicht nur mich interessieren.
**
Sicher,Rundfunk u. Fernseh als medienwirksames Mittel,Agitation,Aufklärung über die sozial/kommun.Bewegung-der menschenverachtenden Politik des Kapitalismus/Imperia-
lismus wäre gut,(hatten wir schon....siehe ehem.DDR).

Wir hatten auch den "Schwarzen Kanal"er wurde verteufelt,gehasst.Nun Haben wir
dessen Theorie jeden Tag in der Praxis.


*******
Was ist daraus geworden?Die AK hat nicht nur diese wichtigen Medien verloren.

Nein!Sie hat ihre ganze Macht aus der Hand gegeben.Vor allem auch die militärische
Macht,die wichtig ist,die Errungenschaften des Volkes,den im Aufbau befindlichen
Sozialismus auf deutschen Boden (DDR) zu verteidigen.
Vollendet war dieser Sozialismus nicht.
Er befand sich real existend im Aufbau.Bitte bedenken,das sind meine Gedanken,meine
Theorie-nach 30 Jahren bewußt erlebten und durchlebten Versuch den Sozialismus in einem Teil Deutschlands aufzubauen.Es waren meine und meiner Familie schönsten Jahre.
Ich,wir möchten diese Jahre nicht missen.Egal was ander darüber denken,verunglimpfen
und mehr.
**
Auf Verrat und Lüge,Anschläge,Sabotage,Spionage ec. von Außen und Innen auf die DDR,den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaftsordnung will ich hier nicht eingehen.
*
Eine weitere Frage an Dich."Gibt es nicht sozilistische Medien als Print oder
HP im Net,der kommun/sozial.Parteien und Gruppen?"
Ist es nicht viel wichtiger und an der Zeit,das diese Parteien und Gruppen sich
finden und einigen?Und dann unter einen gemeinsamen Nenner den Kampf führen?
Ich denke ja!Denn!Einigkeit macht stark.

Christiaan,soweit meine Gedanken auf Deinen Post.
Vielleicht lese ich ja eine Antwort von Dir.Würde mich freuen.

Mit freundlichen Gruß

Willi
Gute Nacht und

VENCEREMOS


Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Alexander am 01.07.2012 23:47
@ Willi

Dein Post ist an nostalgischer DDR-Rhetorik ja kaum zu überbieten. Es freut mich für dich wenn die "DDR-Jahre" die schönsten deiner Familie waren aber was das für ein argumentatives fundament hat ist fraglich. Die schönsten Jahre von Angela Merkel werden wahrscheinlich die jetzigen im Kapitalismus sein. (obwohl sie ja auch in der DDR schon eine kleine Rolle inne hatte ;) )
Wer wann wo seine schönsten Jahre hatten ist vielleicht mal interessant aber für die politische Diskussion vollkommen irrelevant.
Die angebliche "militärische des Aufbaus des Sozialismus" wurde mal schnell genutzt um einen bürokratischen Zirkel innerhalb des Staates aufzubauen der von vetternwirtschaft lebte und auch dazu das andersdenkende Menschen in ihrer freiheit stark eingeschränkt wurden. Diese Art von Verteidigung will ICH nicht denn das ist die selbe Logik wie Menschen heute die Freiheit mit hilfe von Nacktscannern,Vorratsdatenspeicherung und ähnlichem verteidigen wollen!
Diese angebliche Verteidigung wird meist nur als Deckmantel genutzt um von den eigentlichen Prinzipien stark abzuweichen.
Es sind diejenigen die von der bürokratischen fehlentwicklung des Sozialismus profitiert haben,welche heute meinen es sei alles nur durch Verrat zusammengebrochen und nicht durch die Praxis dieser Gesellschaft an sich.

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Tobi am 03.07.2012 10:58
Ja diese Logik kenne ich auch von einer ehemligen DDR Bürgerin die heute hier in Emden lebt. Es geht vor allem um Gefühle und das persönliche Glück das man in der DDR erlebt hatte. Wenn ich dann sachlich den Revisionismus auseinander nehme wirds meistens persönlich, weil man die Lebensweise der jeweiligen Person in Frage stellt, ihre Überzeugungen untergräbt. Die Argumente gegen meine Frage der Kontrolle und Machtausübung der Arbeiterklasse wird dann mit einem saolppen: "Das schlimmste was eine Betriebsdirektor passieren konnte, war das ein Arbeiter kündigt, du musstes nur mit Kündigung drohen schon hattest du was du wolltest." Solche und ähnliche unwissenschaftliche Argumente zeigen die gnaze Verbitterung die mit der übernahme der DDR einhergehen. Nur was das mit der Frage von effektiver Mediennutzung für den Klassenkampf zu tun hat wird mir nicht ganz klar?

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von willi am 03.07.2012 16:01

@

Alex,

"Dein Post ist an nostalgischer DDR-usw."Es freut Dich für mich,wenn die DDR,Jahre,
usw."
1.bin ich kein Noltalgiker,sondern zutiefst Realist.
2.klingen Deine "Worte,deiner Freude für mich sehr hinterlistig und durchtrie-
ben,und somit für mich unglaubwürdig(ja verletzend).
Es war eben ein Gedankengang,der mit eingeflossen ist.Nun?Ich habe nicht verlangt,
das Du darauf eingehen sollst.Ich war mal wieder abweichend.Und das bekommt Dir
nicht.Entschuldigung.


******

"aber was das für ein argumentatives Fundament hat,ist fraglich".




Nun,ich denke das Argument zum Fundament ist eideutig.
Es war das Beste was bisher auf deutschen Boden existierte.
Was je eine deutsche Arbeiterklasse hervobrachte.
War die DDR "dieser Unrechtsstaat"nicht völkerrechtlich anerkannt?
Kann mich auch irren.
Ein Versuch oder ein Experiment - die Meinungen mögen auseinandergehen.
40 Jahre brauchte kein deutscher Soldat in den Krieg ziehen.






3. lass ich mir von niemanden von keinem -auch nicht von Dir - der nicht in der
DDR gelebt hat,erzählen wie es in der DDR war.


Wir sollten uns mal gegenüberstehen und Auge in Auge diskutieren.
Vielleicht privat über E-Mail.

Bevor ich anfange,mich hier noch weiter "auszutoben"und Dich eventuell mit
meiner kaum noch zu überbietenden DDR-Rhetorik verderbe-,denn ich möchte nicht
das Du eines Tages kommunistisch im Sinne des Materialismus und des Klassenkampfes
anfängst zu denken,mache ich Schluß.Bleib bei deiner kapitalistschen EU und was da-
raus folgen wird.
VENCEREMOS

Gruß Willi


Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Uwe.K am 03.07.2012 16:19
@ Alexander an Willi
"Dein Post ist an nostalgischer DDR-Rhetorik ja kaum zu überbieten."

Doch, Willi´s Post wird von mir noch übertroffen - siehe meine Beiträge in:
- "DDR-kapitalistisch???"
- und "60. Jahrestag DDR"

Rot Front
UweK.

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Sebastian am 03.07.2012 19:46
@ Alexander
Ja, subjektive Erfahrungen können nicht der Maßstab für die Bewertung eines Gesellschaftssystems sein.

Doch was meinst du mit deiner Beschreibung von "bürokratischen Zirkeln", "Vetternwirtschaft" und "Freiheitseinschränkung"? Sind das Erscheinungen des Sozialismus gewesen? Wenn ja: Wie kann der Sozialismus Erscheinungen aufweisen, die dem sozialistischen Wesen widersprechen? Wesen und Erscheinung sind Gegensätze, die ja schließlich auch eine Einheit bilden.

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von willi am 03.07.2012 22:15



@Alexander,

hier noch ein Nachsatz von mir,sonst kann ich heute nicht ruhig schlafen.

Da ja "die schönsten Jahre"für Dich politisch irrelevant sind,und Du das,was ich damit ausdrücken will,nicht verstehst-nicht verstehen kannst-hier noch ein paar
Zeilen für die Nacht.



Angesichts der umfassenden,bisherigen Lügen und Halbwahrheiten über die DDR wird es immer schwieriger,NEUES über den angeblichen "UNRECHTSSTAAT" zu finden.
Da ist den Auftragsforschern der HERRSCHENDEN jedes Mittel recht,um von den SOZIALEN
UNGERECHTIGKEITEN und VERBRECHEN ihres maroden Systems abzulenken.
Und viele,viele Mensche gehen ihnen auf den Leim.

*
F.Engels:"Weil alles ,was der Mensch tut,erst durch seinen Kopf muß"
Ein Blick ins Buch und zwei Blicke ins Leben.
Das ist manchmal nicht einfach und verlangt Geduld und Disziplin.
Ja,wir hatten die Macht und befanden uns auf einer "LANGEN STRAßE"
Allerdings schafften wir es nicht,das NEULAND als einmalige Chance -
bei des UNTERGANGS der Menschheit!-so in die Köpfe der Menschen
zu bringen,daß die VERDERBER der Menschheit keine Chance hatten.
Und hier muß ich noch einmal (verzeih mir bitte )auf die Verräter eingehen.
Eine kleine Auswahl.


-Chrustschow (hat z.B.Stalin verleumdet)
-R.Bahlo
-TITO einst ein großer KOMMUNIST und PARTISANENFÜHRER
-Janka...............dieser riet den Kommunisten:

"Das wir den LENIN mal beiseite laassen sollten,mit dem mögen sich die Russen
herumschlagen".
*
Ich konnte nicht anderst,mußte Dir das präsentieren.
So wie Du denkst, anderst als ich,der "nur schwarz/weiß" denkt,dachten und denken Millionen von Menschen in der alten,und nun in der neuen gesamten impe-
rialistischen BRD.
*
Alexander,

die DDR ist in den Medien immer noch der Hauptfeind.
Wenn ich das richtig herausgelesen habe,auch noch in deinen Kopf.Lies und befasse Dich weiterhin mit Leuten wie einen gewissen MICHELS.
Ziehe daraus Schlüsse für eine besseren Klassenkampf und einer Patei "neuen
Typus".
Dann bist Du sicherlich mit unseren "VOLKSVERTRETERN" auf den richtigen Weg in eine kapitalistische,imperialistische EU.
Natürlich ist diese EU nach deinen Wunschvorstellungen ohne kapitali-
stischen Charakter. Aber!sie globalisiert mit den USA die Welt.
Und die BRD gibt in Europa den Ton an;wer,wo, was von der Aufteilung abbekommt.
Doch das geht im imperialistischen Staatensystem nur mit Krieg.

*
Ich jedenfalls stehe zu meiner Vergangenheit,und möchte keinen Tag dieser 40 Jahre missen.Bin Stolz auf die Menschen,die Werktätigen der ehemaligen DDR,stolz auf meine Eltern,die aus Nichts (ohne KFW-KREDIT)einen sozialistischen Staat aufgebaut haben. (zumindest den Mut zur Umgestaltung in ein NEUS friedliches DEUTSCHLAND hatten).

*
Die Impfung der kommunistischen Bewegung national und international mit dem
Gift des Antikommunismus wirkt noch immer verhängnisvoll.

"Sag mir wo die Blumen sind"


Für heute gute Nacht



Gruß und VENCEREMOS

Willi












Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Johannes Zerker am 04.07.2012 11:10
Ihr müsstet mehr Online aktiv sein, die Leute mehr einbinden auch im Sinne der Schaffung Basisdemokratischer Partizipationsmöglichkeiten über das Netz.

Schaut einfach mal wie die Piratenpartei das macht, über die inhaltliche Ausrichtung der Piraten kann man ja streiten aber ihre Strategie im Umgang mit dem Internet und Massenmedien ist unglaublich effizient. Ich würde der MLDP empfhelen mal ein par Leute zu den Stammtischen und in die Webforen der Piraten zu schicken um sich einen Überblick zu verschaffen wie die es schaffen über ihre Webplatformen und Blogs viele Menschen online zu erreichen, bzw auch was bei ihnen falsch läuft.

Angesichts der Wahl Umfragen scheint die Piraten Strategie ja zu funktionieren, evtl könnte die MLDP teile des Vorgehens ja übernehmen.

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Karl-Heinz Schulze am 04.07.2012 21:18
Hi, Alexander,
ich als geborener und gelebter DDR Bürger finde Deine Art der Diskussion nicht in Ordnung. Nach 22 Jahren staatliche kapitalistische Einheit sollte endlich einmal zu einer proletarischen, solidarischen und in die Zukunft weisenden Diskussionskultur übergegangen werden. In den Parteigruppen der MLPD ist das Standart. Es bringt uns keinen Schritt vorwärts immer von der Höhe des Olymp zu diskutieren. Die Geschichte lehrt uns, eine Revolution ist nur etwas Wert, wenn sie sich zu verteidigen versteht. Die Kommunisten in der DDR waren nicht die Verursacher des revisionistischen Verrates am Sozialismus durch den XX. Parteitag der KPdSU und die danach begonnende Reinigung.
Willi macht sich Gedanken um die Zukunft des kommenden Sozialisus, will seine Erfahrungen einbringen, damit wir die Enkel des roten Oktober es einmal besser machen und die Lehren und Schlussfolgerungen beherzigen. Aus der Geschichte der DDR können wir und künftige Generationen noch sehr viel lernen, vor allem - wie es nicht sein soll. Was für die Massen, insbesondere die Arbeiterklasse entscheidend wichtig ist, ist die Frage der Demokratie, gegen welche durch den revisionistischen Verrat nicht nur bei Wahlen verstossen wurde. Wie sollte eine Küchenfrau mitregieren können, wenn sie mit Kartoffelschälen sinnlich zugeschüttet wurde und der Abeiter an der Maschine vor lauter Normen und Materialmangel sich mit der Hand an den Kopf fasste und von der Demokratie nichts spürte?
Ich bin der Meinung, wer 22 Jahre nach der Einverleibung der DDR und den zeitlich begrenzten "Endgültigen" Sieg der Konterrevolution, welche nachweislich vom XX. Parteitag der KPdSU ausging, sich noch zum wissenschaftlichen Sozialismus bekennt, sich dafür einsetzt und kämpft, dem gehört unsere uneingeschränkte Solidarität, egal in welcher Organisation er/sie jetzt ist. Ich sehe für die gesmte Linke in Deutschland zwei wesendliche Aufgaben. Dazu zählen die Revolutionierung der Massen und der Organisierung der Bewusstesten in der MLPD und die Überwindung des Sektierertums dessen Grundlage die kleinbürgerliche Denkweise ist. Notwendig ist die Überwindung der revolutionären Kräfte in verschiedene Organisationen/Abteilungen. Notwendig ist ein Mehr miteinader, als übereinander zu Reden. Dazu gehört aber auch, das Leben der Menschen in der DDR zu verstehen. Nicht nur für die Funktionäre gilt, dass sie ihre besten ´Jahre´in der DDR verlebt hatten. Das ist keine nostalgische "DDR Rethorik", sondern einfache Tatsache. Die damals "Andersdenkenden" waren doch keine Kommunisten oder gar Marxisten-Leninisten. Denkt bitte einmal über die Person des "BP der Herzen" Gauck und Anderer nach. Für Gauck ist es ja auch eine Ehre,wenn junge Menschen in einen Krieg krepieren. Der Schutz des Lebens ist im Sozialismus oberstes Gebot. Die DDR war ein Kind der sozialistischen Sowjetunion. Es gab nachweislich nur einen Versuch sich von der Mutter zu lösen und erwachsen zu werden. Es war der Tag als Ulbrichts Sturz beschlossen wurde, der Tag als als Ulbricht zu Breshnew sagte, "Nehme zur Kenntniss, "Die DDR ist keine Sowjetrepublik"". (Quelle Norbert Podewin)

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Uwe am 07.07.2012 20:06
In meinen Augen trifft der Terminus "bürokratische Fehlentwicklung" nur begrenzt zu. Dann wäre es ja möglich, dass die Arbeiterklasse ihre Herrschaft wieder särkt und verteidigt.
Schon seit 1953 kann davon doch nur sehr begrenzt die Rede sein. Es gab zwar materielle Errungenschaften, stärkere Beteiligung der Frauen an der Produktion und und und.
Aber politisch hatten die Arbeiter ernsthaft nichts mehr zu melden. Es zählte auch nur Tonnage. Und davon hingen die Gehälter der Direktoren in der Industrie wesentlich ab.
Als die Normen für den Mittelstand erleichtert und die Arbeitsnormen für die Arbeiter trotz mindestens ein Jahr währender Debatte willkürlich heraufgesetzt wurde, gab es die bekannten Unruhen von 1953. Es gab definitiv auch Einmischung und Schürung durch den Westen.
Trotzdem hat damals die Führung der SED eine Chance verpasst, sich mit den Geführten in eine kritisch-selbstkritische Debatte zu begeben. Stattdessen griff man lieber zum Dkretieren und Draufhauen, was den Enthusiamsus für den Sozialismus wesentlich untergraben hat.
Baipsie Pariser Kommune: Auch als Funktionäre angestellte Arbeiter/Techniker usw, die in der Partei sind, so die Anwendung durch die MLPD, verdienen maximal einen durchschnitt-lichen Facharbeiterlohn. Ein untrügliches Mittel, um zu verhindern, dass diese Funktionäre abheben.
Aber diese revisionistische Politikerkaste verlegte sich lieber aufs Phrasendreschen, um die eigene Vorteilsnahme zu verbergen. Von Marxismus keine Spur mehr, umso größer die Phrasen. Es gab keine Streikrecht. Die MLPD fordert das allgemeine und gesetzliche Streik- recht, auch in politischen Fragen. Was soll das für ein "Arbeiter- und Bauernstaat" sein, in dem die Arbeiterklasse, die angeblich herrscht, nicht einmal streiken darf?
Aus dieser und vielen weiteren Gründen gab es unter Honecker schon einen weit verbreiteten Schlendrian. Auch die Arbeiter organisierten, wenn sie sich z.B. ne Datsche bauen wollten. Die Revisionisten machten es ihnen schließlich vor. Die Bürokratische Clique der DDR entwickelte eine Bespitzelung der eigenen Bevölkerung, die ja sprichwörtlich ist.

Was soll das für ein Sozialismus gewesen sein, wenn die Mehrheit ihm keine Träne nachweinte?
Es gbit einige Broschüren, die hierzu wesetnliche Sachen anführen: z.B. von W.Dickhut:"Sozialismus am Ende?", das gerade auf die Entwicklung im Kampf zwischen der kleinbürgerlichen und der proletarischen Denkweise(Denken,Fühlen und Handeln) in der DDR exemplarisch eingeht. Noch weitergehend wird der Hintergrund beleuchtet in dem Buch
"Die Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion", erschienen im Verlag Neuer Weg.
Der Sturz der politischen Herrschaft der Arbeiterklasse, die revisionistischen Wirtschaftsreformen und die imperialisitsche Außenpolitik der Sowjetunion werden hier analysiert, basierend auch auf vielen sowjetischen Quellen.
Solidarische Grüße Uwe

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Alexander am 09.07.2012 18:10
Oh, soviele Wortmeldungen. Verzeiht mir das ich nicht alle adäquat beantworten kann,dazu fehlt mir die Zeit. Ich versuche es dennoch soweit es geht.

Ersteinmal: Warum gehen alle davon aus das ich nicht in der DDR gelebt habe,wenn ich sie kritisiere? Ich komme aus Ostdeutschland, mein Ur-Opa war als Kommunist im KZ und beteiligte sich später am Aufbau in der DDR. Meine gesamte Familie stammt aus der DDR. Soviel dazu. Ich bin aber dennoch der Meinung das diese Tatsache in der politischen Diskussion nur sehr bedingt gewicht hat.

@ Willi

Dieses Forum ist dazu da um zu diskutieren ich sehe also keinen Mehrwert darin sich jetzt mit dir persönlich zu treffen, aber vielleicht sieht man sich ja mal auf einer Demonstration.
Du kannst mir den Punkt mit der EU immer wieder vorhalten,davon wird er aber nicht richtiger.
Du hälst mir immer vor ich würde nicht "materialistisch" oder "echt kommunistisch" Denken. Lese ich aber deine Beiträge kann ich dieses ganzen Vorwurf auf einen Punkt reduzieren: Ich denke nicht das was du oder irgendeine Parteidoktrin mir vorschreibt, und das ist für dich dann "unkommunistisch" - meinetwegen, ja dieses "Verbrechen" lasste ich mir an.
Im übrigen seh ich bei dir kaum eine wirklich sinnvolle herangehensweise. Wie kann man eine heragehensweise wie die von Marx, welche das ganze SYSTEM betrachtete, herunterbrechen auf die fehlleistung einzelner "Verräter"? Die große und bedeutene Arbeiterklasse "ausgetrickst" von ein paar "Verrätern"? Kein Widerstand?
Zu denken die Geschichte würde von einigen wenigen gemacht ist die Idee des "deutschen Idealismus", das denken von Hegel, aber nicht das denken von Marx. Wenn Marx es "vom Kopf auf die Beine" gestellt hat, dann bist du gerade dabei es wieder umzudrehen.

aber genug..die anderen teilnehmer haben auch eine Atwort verdient.


@ Sebastian

Das ist insofern eine interessante Frage als das man Eigenschaften wie Vetterwirtschaft, bürokratische Zirkel etc eigentlich kapitalistischen Systemen zuschreibt. Dennoch hat man in fast allen sozialistischen Versuchen die Tendenz zur Bürokratisierung und Priviligierung gesehen. Man könnte dies nun natürlich kurzsichtig als "Verrat" sehen. (so wie Willi das tut) Dann stellt sich für mich aber die Frage: Wie kommt es das dieser Verrat in ALLEN sozialistischen Systemen in ALLEN aufbauphasen "entdeckt" wurde? Es ist m.M. nach naheliegend davon auszugehen das es bestimmte systemimmante Probleme gab,welche immer wieder zur reproduktion dieser Eigenschaften geführt hat.
Meiner Meinung nach lag das im authoritären Charakter dieser realsozialistischen Systeme. Schon der Soziologe Michels erkannte das innerhalb aller Parteien, vorallem der Arbeiterparteien, eine Oligarchisierung des PArteiapparates eintritt. Diese resultiert aus dem Verhältnis zwischen Basis und Führung. Die Führung wird zwar von der Basis gewählt, sitzt sie aber einmal in der Position verfügt sie über genug ressourcen um diese Position zu halten. So hat die PArteiführung immer die Definitionshoheit über das was "wissenschaftlich korrekt" ist und das was "kleinbürgerlich/sektierisch/revisionistisch" ist. Sie kann also willkürliche sogenannte "Säuberungen" vornehmen. Sie muss dies nicht tun, aber allein die Tatsache das sie die MÖGLICHKEIT dazu hat, veranlasst die Mitglieder der Basis sich der "linie anzupassen". Im laufe der Zeit entsteht dadurch ein mehr oder weniger dogmatisches Klima und eine immer weitere Distanzierung der Führung von der Basis. Dabei ist vollkommen egal ob die PArtei wie eine sozialdemokratische Partei organisiert ist, oder nach dem Prinzip des demokratischen Zentralismus. Um so größer die Partei wird, umso stärker wird der Olgarchisierungsprozess. Demokratische strukturen gibt es also nur in kleinen Organisationen.
Meine Vorstellung eines echten Sozialismus ist also ein anti-authoritärer, undogmatischer Sozialismus ohne "Avantgarde".

@ Karl-Heinz Schulze

1. Die Bürokratisierung im "Aufbau des Sozialismus"(versteh übrigens die Terminie nicht so recht, der Kapitalismus musste auch nicht aufgebaut werden, seine ursprünge waren im Feudalismus) begann schon unter Stalin. Die unterdrückung oppositioneller Kräfte in PArtei und Staat begann schon unter Stalin. Der Arbeitsdruck begann schon unter Stalin,usw. Natürlich gab es 1953 einen Bruch, allerdings nicht mit dem Sozialismus wie man sich ihn erhofft sondern man wechselte m.M. nach von einen degenerierten System ins andere. Aber lassen wir bitte diesen Punkt aus, da werden wir sich auf keinen gemeinsamen Nenner kommen.
2. Das Sektierertum ist keine Folge des kleinbürgerlichen Denkens (was verstehst du darunter?) sondern ein natürlicher Prozess welcher seinen Ursprung in der historischen Entwicklung hatte. An jeder Bruchstelle gab es eine Spaltung der sozialistischen Ideen. Bakunin-Marx, "revolutionärer Marxismus"-"lassallische Sozialdemokratie","Rätekommunismus"-"Leninismus","Trotzkismus"-"Stalinismus(Marxismus-Leninismus)",dann innerhalb des Marxismus-Leninismus: Maoismus-Chuche-ML bei Chrustschow-Hoxha usw.
Es ist außerdem interessant zu sehen das ab dem Konflikt zwischen Trotzki und Stalin der "Marxismus-Leninismus" von ALLEN als legitimationsmittel zum herrschaftserhalt genutzt wurde. Honecker berief sich genauso auf den ML, wie Mao,Kim-il-sung,Hoxha usw.
Jeder beanspruchte für sich den "wahren ML" zu verkörpern. Warum das ganze? Weil jener, der es schafft die Definitionshoheit zu gewinnen, seinen eigenen Machterhalt sichern kann. Das hatte nichts mehr mit Wisschenschaft zu tun,sondern mit Machtkampf.

3.
"Die damals "Andersdenkenden" waren doch keine Kommunisten oder gar Marxisten-Leninisten. Denkt bitte einmal über die Person des "BP der Herzen" Gauck und Anderer nach."
Das ist aber vollkommen IRRELEVANT. Menschenrechte gelten für alle. Im übrigen gab es auch in der DDR eine kommunistische Opposition. Bspw. durfte Sarah Wagenknecht nicht ordnungsgemäß ihr Abi machen,weil sie sich kritisch äußerte.
"Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei - mögen sie noch so zahlreich sein - ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden. Nicht wegen des Fanatismus der »Gerechtigkeit«, sondern weil all das Belebende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die »Freiheit« zum Privilegium wird." - Rosa Luxemburg
Dieses Zitat ist so klar, so rein und so eindeutig,das es da eigentlich gar keine zwei Meinungen mehr geben kann. (Wenn es sie doch gibt, hat man natürlich die freiheit,sie zu äußern ;) )

liebe Grüße
Alex

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von sven am 10.07.2012 19:46
Mal ehrlich.Bisher konnten wir die Massen noch nicht von uns überzeugen.
Unsere Ziele u.u.u..Siehe Anzahl der Mitglieder,seit 30 Jahren!
Jetzt eine Radio uder Fersehstation?
Müßte viele da nicht auf Gedanken kommen,es sei ein Scherz.Oder gar Stimmen aus dem All.
Die Idee an sich ist gut.Aber darauf sollte man den Bürger auch vorbereiten.
Sonst kann dann ein Erschrecken,bei Stimme oder Bild,schon vorkommen.
Wenn man einige Güter verkaufen,versetzen würden,denke ich wäre das finanziell
machbar.Und Fachkräfte zur Betreibung,solcher Station,dürften auch unter uns sein.
Auch wenn ich bei der eventueller Fernsehstation zweifel habe.
Siehe Videofilme über unsere Aktivitäten u.a..Zur Zeit.
Auch bei you tube.Zum Beispiel.

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Karl-Heinz Schulze am 10.07.2012 20:22
Hallo Alex,
ich möchte auf die mir zugedachten Passagen antworten. Die Wissenschaft des Marxismis -Leninismus ist eine Erkenntnislehre der menschlichen Gesellschaft. Sie ist unteilbar und entspricht den Entwicklungsgesetzen in Natur und Gesellschaft. Diesen Zusammenhang möchte ich ausdrücklich unterstreichen. Das Sektierertum ist sowohl Ausdruck des Denkens in Einheit mit mit der politischen Praxis. Das Sektierertum entstand nachweislich mit der Veränderung der revolutionären SPD zu einer reformistischen Systempartei. Sektierertum muss aber nicht unbedingt im Reformismus und Revisionismus enden, sondern bereitet den Boden dorthin vor. In der Geschichte ist belegt, dass dies immer mit unscheinbaren "Abweichungen" begann. Eine bis dato kaum beachtete Tatsache war, dass mit der gesellschaftlichen Umwälzung (Ostdeutschland wurde die Revolution durch die SU geschenkt)nicht automatisch die alten kapitalistischen Regierungsmethoden verschwinden. Der sogenannte "neue Mensch" entsteht nicht im Selbstlauf, ähnlich eines Schalte umlegens. Es ist tatsächlich ein Kampf um die Denkweise und die damit unterennbar verbundene Praxis in der Form der Anwendung tatsächlich sozialistischer Demokratie. Das aufgeführte Zitat von Rosa Luxemburg darf nicht aus dem Zusammenhang gerissen werden, in welchem es entstand. Für Rosa Luxemburg waren die Andersdenkenden damals die Spartakisten, die revolutionären Arbeiter. Niemals hatte sie unter Andersdenkenden die Gaucklers, Wollenbergers/Lengsfeld uä. gemeint. Rosa Luxemburg war "Adler der Revolution" mit einem für damaligen Zeiten klaren Blick und der Erkenntnis, dass mit der Grossen sozialistischen Oktoberrevolution in Russland eine Zeitenwende begann. Menschenrechte, ein Lieblingsthema von mir, gelten für Alle? Auch für die Vampiere des Kapitalismus? In der Internationale heisst es, "Die Internationale erkämpft das Menschenrecht!" Das erste Menschenrecht ist das Recht auf Leben. Das zweite Menschenrecht ist das Recht auf Arbeit, ja auch das gewähren wir den früheren Kapitalisten. Das dritte Menschenrecht ist das Recht auf Wohnen und der Unverletzbarkeit der privaten Phäre, auch das wird gewährleistet. Die Freiheit wird zum Priveleg, wenn man mit Geld oder Sachleistungen die Ware Freiheit erkaufen kann. Gleichzeitig spricht Rosa Luxemburg die Stellung von Kritik und Selbstkritik als Entwickjlungsgesetz einer sozialistischen Gesellschaft an. Vor Jahren nannten wir es noch das Entwicklungsgesetz der kommunistischen Partei. Die Mehrheit (Bolschoje- russisch) entscheidet demokratisch über eine Minderheit und diese hat sich der Mehheit unter zu ordnen. Die Minderheit erhält aber das Recht ihre Positionen allumfassend zu erläutern, selbst in der Möglichkeit, dass daraus eine neue Mehrheit entsehen mag. Hier wird die Lehre von der Denkweise ihre Stärke beweisden. Für mich ein Gewinn an Demokratie. Uns nützt es nicht ständig zu Fragen, was gefallen hat, sondern zu fragen, was nicht gefallen hat. Schöpferische Kritik muss herausgefordert werden, aber nicht so organisiert wie in der Parteimassenorganisation die sich SED nannte. Zu Erich Honecker werde ich mich jetzt nicht äussern, denn das ist ein eigenes Kapitel wert.

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von willi am 10.07.2012 21:55


hallo Alexander,

ich habe deine Zeilen immer wieder gelesen und mich wirklich bemüht Dich zu
verstehen.Deiner politischen Argumentation irgendwie eine Richtung zu geben,um
daraus eine Antwort zu bekommen,wo Du eigentlich hin willst.Sprich,was Du bei
all den Dikussionen hier für Dich persönlich für Nutzen ziehst,was Du lernst,
oder nicht lernst.
Im Klartext-welch gesellschaftspolitischen Standpunkt Du von Innen heraus und aus
tiefster Überzeugung vertritst.Das kann ich bei Dir nicht erkennen.Du machst Dir
sehr viele Gedanken.Das erkenne ich an.Aber leider gehen sie kunterbunt durchein-
ander.Du möchtest etwas Kapitalismus,etwas Sozialismus,aber nach deinen persönli-
chen Vostellungen.Z.B.eine EU(da bin ich wieder mit dem Vorwurf)ohne kapitalis-
tischen Charakter.Dazu ein wenig Sozialismus-natürlich antiauthoritärer Sozialis-
mus,undogmatisch und ohne AVANTGARDE.Also einen "ECHTEN"-SOZIALISMUS.
Aber ein Volk ohne AVANTGARDE zur Revolution zu bewegen und diese auch siegreich
zu Ende führen,geht nicht!Ich hatte Dir schon geschrieben:"Nur ZITATE der KLASSIKER
vorlesen und propagandieren funktioniert nun einmal nicht.
*
Für mich gibt es nur "den"Sozialismus.Einen unechten Sozialismus kenne ich
nicht.Genausowenig gab es nicht den "real exestierenden"Sozialismus.
Der Sozialis war nach meiner Auffassung in allen Ländern des Sozial.Weltsystems
im Aufbau befindlich und längst nicht vollendet.Auch nicht in der SU.
Was für eine Wortprägung -echter Sozialismus.
Hast Du dieses Wort auch bei Marx gefunden?Hier noch einen Einwand zu deiner Wieder-
gabe meiner Artikel.Alexander,bitte richtig lesen.

*I
Ich habe bitte nicht behauptet,das Du nicht aus der DDR kommst.Ich verweigere nur
allen (-Dich eingeschlossen- )die nicht in der DDR gelebt haben das Recht,mir
zu erzählen wie es in der DDR War.Was spricht dagegen,wenn Du in der DDR gelebt
hast,sie zu kritisieren?Jeder sieht SEIN DDR -Leben anderst.Und darüber kann man
freundschaftlich offen und ehlich diskutieren und streiten.
Übrigens,aus OSTDEUTSCHLAND kommst Du bestimmt nicht.Dieses OSTDEUTSCHLAND ist
1945 untergegangen.
*

Noch einmal und ganz deutlich.Bitte ließ meine Artikel richtig und gründlich,bevor Du gegenargumentierst und dadurch ein ganz anderer Sinn und Inhalt heraus kommt.
Weiter!Esliegt mir fern,Dich in irgend einer Weise politisch und ideologisch zu be-
einflussen.Damit würdr ich Dir ja deine Freiheit nehmen.Die Freiheit selbständig
politisch zu denken.
Lieber Freund:"ich zitiere Dich...."und das ist für dich dann "unkommunistisch"-meinetwegen,ja dieses "Verbrechen"lasste ich mir an." (???????) Zitat
Ende.Auf Freiheit im engeren Sinn will ich hier nicht eingehen.Damit schweife ich
dann ab,und Du hast wieder Schwierigkeiten,Zusammenhänge zu erkennen.Nur so viel.
Millionen Menschen der BRD haben die Freit arbeitslos zu sein.Millionen können
ihr Essen von der Tafel holen.
Noch mal die Klassiker.Nun lass mal den Hegel im Regal.Ich könnte jetzt mit
Fichte,Kant,Feuerbach,Saint-Simaon ...Owen,nur bringt uns das nicht weiter.
Zumindest hier und heute.

Über Verrat und Verräter habe ich Dir geantwortet.Muß mich hier nicht wiederholen.
Nochmal lesen und darüber nachdenken.
*

Noch ein Wort zum OLGARCHISIERUNGSPROZESS

OLGARCHIE:= MACHT - KRAFT -STÄRKE nach deiner Meinung in den Parteien der AK je mehr Mitglieder,um so dominanter auftretend und zum Dogmatismus führend.

Und zur Aufklärung-als Lehrmeister -der AK empfielst Du einen gewissen
(mal wieder!)MICHELS um diesen Dokmatismus zu verhindern.
Seine Ideen und Theorien sollen der AK helfen ?
Wenn Du von diesen MICHELS so überzeugt bist,dann zitiere doch bitte nicht mehr
Karl Marx,auch keinen Hegel,Kant oder Fichte.Nebenbei,den Fichte mag ich.
Und wenn Du schon diesen MICHELS hier auftreten lässt,so erkäre doch bitte auch
wessen Geistes Kind er ist.Er wandelte sich vom Sozialisten zum Faschisten.
1928 wurde er Mitglied des PARTITO NAZIONALE FASCISTA (PNF).In BENITO MUSSOLINI
sah er (MICHELS)den Führer (duce)....

*
Finde Dich endlich.Entweder Marx,die Vergangenheit des Klassenkampfes ehrlich aufarbeiten............oder MICHELS sowie andere und dem Klassenfeind ideologisch
und moralisch verfallen.

Sozialismus ist für mich keine Glaubendsfrage,sondern eine Notwendigkeit.
Alex,
ich habe viel verloren.Aber es wird neue Anstrengungen geben,die ökonomischen Verhältnisse zu ändern und eine soziale Gerchtigkeit herzustellen.

40 Jahre Zeit zum üben hatten wir.Was sind 40Jahre in der Geschichte der Mensch-
heit.
*
NIEMAND ENTWÄCHST DER SCHULE DER
WEISHEIT.
*


ICH KANN NIEMANDEN BESSER MACHEN
ALS DURCH DEN REST DES GUTEN,DAS IN
IHM IST.

IMMANUEL KANNT

Ich grüße Dich
und verbleibe mit VENCEREMOS

Willi die alte Rote Socke

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Sebastian T am 11.07.2012 10:59
@ Alexander
Aber ist dies keine Überbetonung des politischen Überbaus des Sozialismus? Führte wirklich der politische Überbau zum Versagen des Systems, obwohl auf der ökonomischen Basis alles "richtig" lief? Als dialektischer Materialist muss ja die Analyse eines Gesellschaftssystems bei der ökonomischen Basis beginnen, weil dort der politische und ideologische, soziale Überbau bestimmt wird. Der Überbau wirkt dann wiederum auf die ökonomische Basis ein und beeinflusst diese (Wechselwirkung). Das Teilsystem Ökonomie bleibt aber der primäre Ausgangspunkt.
Vereinfachend gesagt ist deshalb die Frage: Kann das Wesen des Teilsystems "Ökonomie" sozialistisch sein, wenn seine Auswirkung ein politisches Teilsystem ist, welches eher kapitalistisch ist?

Konkret:
Wenn das Wesen der sozialistischen Ökonomie die ganzeheitliche Förderung der Produktivkraftentwicklung ist, wie kann es sein, dass die Hauptproduktivkraft "Mensch" in seiner Freiheit wesentlich eingeschränkt wird? Wenn in der sozialistischen Ökonomie das Arbeitsleistungsgesetz wirkt, wonach jeder entsprechend seiner Leistung bekommt, wie kann es dazu kommen, dass Vetternwirtschaft, also eine Benachteiligung von Leistungsträgern, existiert? Wenn gesellschaftliches Eigentum an Produktionsmitteln existiert hat, woher kann innerhalb des politischen Teilsystems eine Gruppe die Verfügungsmacht für autoritäre Entscheidungen erhalten?

Ansonsten hast du Recht: "Verrat" ist eine sehr starke Anschuldigung, wenn man besonders davon ausgeht, dass diese "Verräter" alle im Sozialismus aufgewachsen sind und von diesem ja auch geprägt und geformt sind ("gesell. Sein bestimmt Bewusstsein"). Dass diese Leute dann gegen den Sozialismus arbeiten, ist sehr verwunderlich, wenn es sich damals wirklich um Sozialismus gehandelt haben sollte...

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Alexander am 11.07.2012 12:27
@ Willi

Tut mir leid, es ist sinnlos anscheinend verstehst du überhaupt nicht was ich sage. Tut mir leid wenn das jetzt verletzend klingt aber ich finde du hast eine recht "schwere" Auffassungsgabe.
Hegel brachte ich an, weil DU vom kommunistischen Denken gesprochen hast, deine denkstruktur aber die des "deutschen Idealismus" ist. Also das einzelne Personen Ideen haben und dadurch die Welt verändern. Dagegen geht der Materialismus davon aus das bestimmte ökonomische Verhältnisse das Denken und Handeln der Menschen maßgeblich prägen.
deutscher Idealismus: Das Bewusstsein bestimmt das Sein.
Materialismus: Das Sein bestimmt das Bewusstsein.

Da kannst du noch dreimal sagen das du materialistisch denkst, wenn du meinetwegen die These vertrittst es das die "Verräter" im real-existierenden Sozialismus diesen zum Niedergang führten ist das idealistisches denken,nicht materialistisches.

Zweitens: Natürlich gab es sozialistische Revolutionen die vollkommen ohne Avantgarde ausgekommen sind.
http://de.wikipedia.org/wiki/Machnowschtschina
http://www.youtube.com/watch?v=zvF7PoB-438
und weitere..
Damit wir uns nicht falsch verstehen,diese Konzepte waren nicht perfekt,aber sie haben funktioniert,das kann man nunmal nicht abstreiten.

zu Michels:
Wieso darf ich wenn ich Michels in den Mund nehme mich ansonsten nicht auf Marx berufen? MArx analyse des Kapitalismus war treffender als jede andere, es wäre sinnlos diese nicht zu verwenden.
Michels dagegen hat kein Gesellschaftskonzept entworfen oder kritisiert sondern er hat eine soziologische Studie angefertigt, die später auch von anderen Soziologen weiter entwickelt wurden und immer wieder zutraffen. (weitere bsp neben der SPD und der KPD wären die Grünen und auch in der Piratenpartei wird diese Oligarchisierung zunehmen)

Das Michels im späteren Verlauf Faschist wurde weiß ich. Das hatte mit seiner persönlichen Lebensgeschichte zu tun sowie mit seinen erkenntnissen. Der italienische Faschismus war im Gegensatz zum NS_Faschismus stark syndikalistisch geprägt. Michels war lange zeit syndikalist. Als er merkte das aber selbst bei diese Gruppen eine Oligarchisierung einsetzte war er entäuscht und schloss sich dann einer faschistischen Gruppe an. Im übrigen "empfehle" ich nicht Michels um Dogmatismus zu verhindern, ich empfehle ihn zu lesen um zu verstehen wie Dogmatismus ENTSTEHT.

Zum Thema "echter Sozialismus", dieses Wortkonstrukt haben ich in anlehnung zum MLPD-Slogan verwendet. Sowas nennt man übrigens "Persiflage". Das meine ich übrigens auch im Bezug auf deine Auffassungsgabe. Wie soll ich mit dir diskutieren wenn ich Ironie,Polemik,Fakt etc jedesmal eigentlich erst kenntlich machen müsste, damit du nichts falsch verstehst? Es ist verdammt antrengend..sorry..

Wie kommst du eigentlich darauf das ich ein "bisschen KApitalismus" will? Wo hab ich das geschrieben? Deine Auffassung von Sozialismus ist nur eine andere als meine und denkst du seist in der erhabenen Position sagen zu können wer nun recht hat.


@ Karl-Heinz-Schulze

Hallo Karl-Heinz, ich werde versuchen zu einem späteren Zeitpunkt auf deinen Beitrag zu anworten. Ich habe momentan nicht die nötige Zeit. Entschuldige mich dafür.

lg Alex

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von willi am 12.07.2012 22:36


@Alexander,

Hallo und einen guten Abend

trotz der fortgeschrittenen Zeit noch ein paar Zeilen.
1.verstehe ich schon was Du sagst....viellleicht mache ich es mir zu schwer.(?)
Aber so ist das nun einmal bei verschiedenen Denkweisen und Dickköpfe wie wir.

Ja,natürlich- meine Auffassungsgabe,die haben schon meine Lehrer bemängelt.
Entschuldige bitte.
Scheinbar habe ich mich in den vielen Jahren nach der Schule nicht gebessert.

*
Kurz noch mal zum Sein und Bewußtsein.


Ich habe Dir am 25.6.12 geschrieben.

"Der ideologische Kampf des Proletariats gegen Unterdrückung,Ausbeutung und Krieg
gestaltet sich schwierig.Er festigt sich oder unterliegt dem Sein des EINZELNEN und
dessen Bewußtsein.
Solange also das MATERIELLE SEIN (!)in den Köpfen der Menschen vorherrscht,kann es
kein MATERIELLES BEWUßTSEIN (!) im SINN des marxistischen MATERIALISMUS geben.Und
somit keinen SOZIALISMUS ,ob in DEUTSCHLAND,EUROPA oder der Welt.

Die Beispiele,die Du mir hier als sozialistische Revolution ohne Avantgarde anbie-
test, ( es waren nie sozialistische Revolutionen.....)

kann ich so nicht hinnehmen.Es waren sicher progressive Revolutionen,aber eindeutig
nach anarschistischen Muster.

Und ob ich eine andere Auffassung vom Sozialismus habe.Er ist und bleibt für mich
eine Notwendigkeit.

Zum Schluß für heute ....um 4.00Uhr ist die nacht zu Ende.


Ich war noch nie und bin es nicht- erhaben!Ich nehme mir nicht das Recht heraus,sagen zu können,WER im Recht ist.

Wenn Du also eine AVANTGARDE ablehnst,wie wär es dann mit einer REVOLUTIONÄREN
VORHUT der AK?

NIEMAND ENTWÄCHST DER SCHULE DER WESHEIT.

Für heute gute Nacht sowie solidarische Grüße

und VENCEREMOS Willi

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Karl-Heinz Schulze am 14.07.2012 21:17
Hallo liebe Diskutanten,
Was ist Sozialismus und was ist Kapitalismus? Ein einfache scheinbar dumme Frage. Infolge der Evolution entwickelte sich über viele Tausend Jahre der Mensch. Es war ein Überlebenskampf in der Natur, ein sich entwickeln, verändern und sogar anpassen an natürliche Vehältnisse. Daraus entstanden die uns heute bekannten Gesellschaftssysteme. Sie entwickelten sich von der Urgesellschaft bis zu den ersten sozialistischen Gesellschaften in unserer heutigen Zeit. Auch das Neue kommt nicht mit einen gewebten Siegesbanner, sondern mit alten und neuen Widersprüchen auf die Welt. Das Neue ist vergleichbar mit einem pulsierenden Herz, welches kraftvoll neue Gedanken, Entwicklungen und Perspektiven in einen Strom der Zuversicht in sich aufnimmt. Natürlich stehen dem noch mächtige Feinde gegenüber. Doch wer ist heute der Hauptfeind? Der Hauptfeind ist der Kapitalist, aber sind es nicht auch die jahrhunderte alten Gewohnheiten, Prägungen und Traditionen? Schleppen auch wir in uns manchmal diesen "Müll" nicht mit uns Herum? 1990 prägte ist die Begriffsformel: Sozialismus heisst, "Sozial ist mus - Kapital ist mus" ! Damals war ich noch in der KPD und diese Formel wurde zur Hälfte von der DKP übernommen. Warum Wohl? Ist es nicht irrig, die Masse der Menschen als Lohnsklaven für einige Selbstherrlichkeiten, Schmarotzer und Blutsauger , zu versklaven? Was Kapitalismus ist und in der Endkonsequenz bedeutet wissen wir inzwischen fasst alle. Doch wie sieht das Danach aus? Darüber sollte ernsthafter dikutiert werden.
Danke.

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Ben Geiger am 15.07.2012 08:04
Liebe MitdiskutandInnen,
ich finde hier ist eine spannende Frage andiskutiert worden, zu derer es sich zu äußern lohnt.
Eigentlich ging es in diesem Thema um einen TV-Kanal. Dann gab es z.B. Äußerungen (von Willi), dass die Arbeiterklasse mal einen Kanal gehabt hätte und schwaps war man in einer Diskussion über den Sozialismus gelandet.

Hat also die Arbeiterklasse einen eigenen TV-Kanal gehabt und diesen verloren? Wenn dem so gewesen sein sollte, warum hat die Arbeiterklasse diesen Kanal dann kampflos aufgegeben? Dies ist aus einer historisch-materialistischen Sicht nicht erklärbar. Warum sollte eine (dies wird ja von Willi behauptet) herrschende Klasse ein solches Mittel, nahezu, widerstandslos abgeben?
Und Willi geht noch weiter „Sie hat ihre ganze Macht aus der Hand gegeben“. In der ganzen Menschheitsgeschichte gab es keine herrschende Klasse, die jemals freiwillig ihre Macht abgegeben hätte. Welche Motivation sollte es dazu geben? Wie schwach müsste ein solches System sein, dass es sich nicht verteidigt?
Willi relativiert dann den „Sozialismus“ in dem er sagt „Vollendet war der Sozialismus nicht“. Gibt es damit einen halben Sozialismus? Oder wie Alexander die MLPD zitiert einen „echten Sozialismus“. Gibt es einen „echten“ müsste es dann nicht auch einen „unechten“ geben und welche Systemqualität sollte ein solcher „unechter Sozialismus“ haben?
Da ich der Meinung bin, dass der Kapitalismus nicht das Ende der Geschichte ist und es eine höhere Gesellschaftsformation geben muss, die die Menschheit bewusst schaffen kann/ muss, beschäftige ich mich mit Systemalternativen und bin vor einiger Zeit auf eine Schrift zur Frage ob es Sozialismus gab gestoßen die von der Bewegung des gesellschaftlichen Fortschritts (BGF) vertrieben wird. Auch wenn ich noch Erkenntnisprobleme bei Teilen in dem Studium dieser Publikation habe, habe ich gemerkt, dass inhaltlich sehr wichtige Erkenntnisse enthalten sind. Dort gibt es auf S. 40 einen Punkt in dem es genau um diese Frage geht, ob es Entwicklungsstufen eines Sozialismus gibt. Denn nichts anderes wäre es, wenn es einen vollenden und somit auch einen nicht vollendeten Sozialismus gäbe (kleine Randfrage, gab es dann auch einen nicht vollenden und einen vollendeten Kapitalismus?). Darin wird sinngemäß gesagt, dass es bei der gesellschaftlichen Entwicklung darum geht, dass gesetzmäßig die Entstehung/ Entwicklung und Ablösung einer ökonomischen Gesellschaftsformation durch eine höhere vollzogen wird. Wenn nun der Sozialismus die höhere Gesellschaftsformation ist, die den Kapitalismus ablöst, dann müsste der Sozialismus das Widerspruchsverhältnis zwischen Produktivkräften [PK] und Produktionsverhältnissen PV] (immer wieder neu) lösen. Ein „nicht vollendeter Sozialismus“ könnte das Widerspruchsverhältnis nicht absolut lösen und damit wäre dann der Sozialismus keine höhere Gesellschaftsformation. Wenn etwas noch nicht vollendet ist, so besagt dies andererseits, dass es das Potenzial zur „Vollendung“ und somit zur Entwicklung hätte. Da die DDR, die Willi somit indirekt als nicht vollendeten Sozialismus bezeichnet, die Nichtexistenz ihrer Entwicklungspotenziale belegt (sie schaffte es nicht den Kapitalismus in einem Systemwettbewerb zu schlagen), ist die Begriff-Kombination des nicht-vollendeten- und vollendeten-Sozialismus abzulehnen.
Und Alexander, wenn Du von „bürokratischen Fehlentwicklungen des Sozialismus“ sprichst, begehst Du dem Wesen nach den gleichen Fehler wie Willi. Denn ein Sozialismus mit bürokratischen Fehlentwicklungen, wäre somit ein noch nicht entwickelter Sozialismus, den es aus den oben Genannten Grund, nicht geben kann. Einen Sozialismus, der das oben genannte Widerspruchsverhältnis zwischen PK und PV ständig neu löst, kann es aber wohl geben, auch wenn es ihn aus meiner Sicht bisher noch nicht gegeben hat.
Sebastian hat ganz recht, wenn er fragt, wie es im Sozialismus Erscheinungen geben soll, die dem Wese eines sozialistischen Systems wiedersprechen.

Die Frage ist dann also wer Systeme wie die DDR hervorbrachte, ob diese tatsächlich von der Arbeiterklasse bewusst geschaffen wurden (wovon Willi ausgeht)?

Nicht nur von Willi, auch von anderen Mitdiskutanten wird immer wieder der Verrat als zumindest ein Grund des Scheiterns des „Sozialismusversuches“ genannt. Aber wie schwach muss ein System sein, dass nicht in der Lage ist, sich gegen den Verrat aus den eigenen Reihen zu schützen? Das betrifft auch Sabotagen, Anschläge, Spionage etc. Eine höhere Gesellschaftsformation muss auch dazu in der Lage sein, sich gegen die dann noch existierenden imperialistischen Mächte zu schützen. Wäre man dazu nicht in der Lage, wie könnte dies eine höhere Gesellschaftsformation sein, die nicht dazu in der Lage ist sich gegen eine niedrigere zu schützen. Könnte man sich vorstellen, dass der Kapitalismus sich nicht gegen ein feudalistisches Gesellschaftssystem schützen könne, oder das feudalistische gegen eine Sklavenhaltergesellschaft? Oder dass die Sklavenhaltergesellschaft durch die Sabotage der „Urgesellschaft“ zu Grunde gehen würde? Wenn dies nun beim Kapitalismus/ Sozialismus anders sieht, der unterschätzt die Entwicklungspotenziale einer höheren und bewusst geschaffenen Gesellschaftsformation!
Ein System, das Angriffen nicht wiederstehen kann ist in sich nicht stabil. Ein „nicht vollendeter Kampfsportler“, der sich nicht verteidigen kann und bei jedem kleinen Angriff hinfliegt, kann der wirklich ein Kampfsportler sein?

An dieser Stelle möchte ich gegen Willi argumentieren, der der Meinung ist, dass die sich soz./ kom. bezeichnenden Gruppen/ Parteien sich vereinen müssten, da Einheit stark mache. Abgesehen davon, das Willi hier nicht die Bedingungen für die Entstehung und Reproduktion von Opportunismus/ Reformismus und Revisionismus in der Arbeiterbewegung versteht (hierzu empfehle ich auch das kritische Studium der Schrift „Neue Studien zum Opportunismus, Reformismus und Revisionismus“ der BGF), was zu eine Einheit wäre das? Wenn wir die theoretischen Unklarheiten in der Bewegung sehen, soll sich also diese Unklarheit vereinen? Welche Stärke geht aus einer großen Summe an Unklarheit hervor? Schwäche + Schwäche ist nicht = Stärke! Auch zehn der „unvollendeten Kampfsportler“ die sich nicht verteidigen können, ergeben zusammen keinen standhaften Kämpfer.
Die Anzahl der Zusammenhänge innerhalb eines Gesellschaftssystems haben sich mit jeder höheren Gesellschaftsformation enorm erweitert. Zu glauben, dass heute eine „Köchin“ den Staat leiten könne (wie Lenin leider fälschlicherweise einmal sagte), halte ich heutzutage für zunehmend naiv. Ohne Klarheit darüber wie eine zukünftige Gesellschaftsformation aussehen kann, welche ökonomischen Gesetze herrschen, wie die Produktionsmitteleigentumsfrage geklärt wird etc. ist jeder Versuch der Überwindung des Kapitalismus zum Scheitern verurteilt. Wenn dieser Kampf gewonnen werden soll, und dafür trete ich ein, dann müssen wir besser sein,- als das was der Kapitalismus anbietet! Und dazu brauchen wir auch insbesondere die Intelligenz, neben den primär praktisch tätigen Arbeitern.
Und da helfen auch keine scheinbar einfachen Lösungen, wie Uwes These, dass die Bezahlung eines durchschnittlichen Facharbeiterlohns an Parteifunktionäre der Arbeiterpartei verhindere das Funktionäre abheben würden. Dies als alleiniges Mittel? Auch im Kapitalismus gibt es Verteidiger des Kapitalismus die einen durchschnittlichen Arbeiterlohn bekommen und die somit „lohntechnisch“ nicht davor geschützt sind die Position der hier herrschenden Klasse zu vertreten.

Für mich ist es, im Gegensatz zu Willi, auch kein Kriterium ob ein Staat „völkerrechtlich“ anerkannt wird oder nicht. Dies hängt mit geopolitökonomischen Zusammenhängen und Widersprüchen zwischen Imperialistischen und sonstigen Mächten zusammen. Und es sagt nichts darüber aus, ob in den Staaten z.B. die Arbeiterklasse ausgebeutet wird oder diese Staaten ungerechte Kriege führen. Wie viele solcher Staaten sind „völkerrechtlich“ anerkannt? Und wie viele der anerkannten Staaten stehen für gesellschaftlichen Fortschritt, für die Ablösung des Kapitalismus durch eine höhere Gesellschaftsformation?

Und auch an Willi: Wenn Du der Meinung bist dass z.B. die Verleumdung Stalins durch Chruschtschow schuld am Seiten der SU waren, dann frage ich Dich: Wie viele Arbeiter gab es in der SU und wie viele, wenn es ihr bewusst geschaffenes Gesellschaftssystem war, haben gegen einen „Verrat“ gekämpft? Oder waren sie zu „dumm“? Wenn ja, wie kann das sein, wie kann es ein System der Arbeiterklasse mit Arbeitern geben, die nicht verstehen, wenn sie „verraten“ werden? Für mich ist dies nicht logisch nachvollziehbar.
Auch Karl-Heinz Schulzes These des „revisionistischen Verrates durch den XX.Parteitag der KPdSU ist aus den genannten Gründen zu verwerfen. (An Karl-Heinz Schulz an dieser Stelle die Frage, was er unter sozialistischem „Gebot“ versteht und welche andere „Gebote“ es seiner Ansicht nach gibt [wenn es ein oberstes Gebot gibt, muss es zumindest noch ein unterstes Gebot geben, welches ist das?]).

Uwe spricht davon, dass die Arbeiterklasse in der DDR nach 1953 „nichts mehr zu melden“ hatte, also hatte sie dies mal? Und weiter unten sagt er dann sinngemäß, was es zu ein Sozialismus sei, wenn dem die Massen keine Tränen nachweinten? Das ist in der Tat eine gute Frage, aber Du bist nicht konsequent, denn ich kann Dich nun fragen, was war es vor 1953, wenn die Arbeiter im nach’53 nicht nachweinten?
Desweiteren möchte ich Dich fragen, was Du unter „Mittelstand“ verstehst, welche soziale Klasse bzw. welche soziale Schicht ist damit gemeint?

An Alexander die Bitte, Begriffe wie „Mehrwert“ nicht in solch einem Zusammenhang zu verwenden, das ist irreführend, wenn Du sagst, Du siehst keinen „Mehrwert“ darin mit wem zu diskutieren. Wenn Du sagtest (ohne das nun inhaltlich prüfen zu wollen), dass sich eine Diskussion nicht lohne, ist das eine Sache, aber hier den ökonomischen Begriff des Mehrwertes zu benutzen führt zur „Verwässerung“ solcher Begriffe, denn mit der Wertfrage und der Frage ob Mehrwert entsteht, hat dies nichts zu tun. Ich ziehe mir den Schuh auch an, wir alle müssen zunehmend schauen uns exakter auszudrücken und wissenschaftliche Begriffe auch wissenschaftlich zu benutzen.

Und an Dich Alexander auch die Frage: wenn das was in Spanien durch die anarchistische Bewegung geschaffene oder durch die Machnow-Bewegung in der Ukraine entladene eine sozialistische Revolution war [bezieht sich auf Deine Links], dann wäre ein sozialistisches System entstanden, aber war dies so? Was war mit dem PK/PV-Widerspruch? Warum existiert ein solches System heute nicht mehr, wenn es wirklich eine höhere Gesellschaftsformation gewesen wäre?
Für mich hilft es nicht, wenn man der Auffassung ist, das die DDR oder die SU nicht sozialistisch gewesen sein könne, dann zu glauben in China, Albanien, Spanien, Ukraine, Vietnam, Korea, Cuba oder Venezuela habe es dann eine tatsächliche Systemalternative gegeben, wenn dort doch, dem Wesen nach (bei zugegeben sehr unterschiedlichen Erscheinungen), die gleiche Kritik angeführt werden muss. An der Systemalternative muss man wissenschaftlich arbeiten. Das Manifest der Bewegung des gesellschaftlichen Fortschritts (BGF) mit dem ich sympathisier, ist es aus meiner Sicht Wert im Zusammenhang mit der Systemalternative kritisch zu diskutieren.
Wie gesagt, habe ich hier und da noch z.T. erhebliche Erkenntnismängel (wie wir alle hier) und kann ich auch nicht von mir erwarten gleich alles zu verstehen, aber ich bin zuversichtlich das man daran arbeiten kann seinen Erkenntnisstand zu erweitern und zu einem kritisch denkenden Akteur zu werden. Sich schulen und Entwickeln um wissenschaftlich arbeiten zu können ist das Gebot der Stunde!

In der Sozialismusfrage gibt es, glaube ich, z.T. ein erhebliches aneinander vorbeireden. Das beginnt meiner Ansicht nach schon bei der Definition des Sozialismus. Damit wir vom, dem Wesen nach, Gleichen sprechen, sollten wir uns über eine Definition des Sozialismus verständigen. Ich frage Euch deshalb wie Ihr den Sozialismus definieren wollt (ich meine damit nicht ein Aufzählen von Erscheinungen)?

In der Erwartung auf eine spannende Diskussion:
Ben Geiger

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Jens-Uwe Springer am 16.07.2012 20:32
@Ben Geiger

Na, das ist doch mal ein Beitrag mit besonderer Würze.
Ein breiter RundUmSchlag. Berechtigt kritisierst oder hinterfragst du diverse Schwachpunkte in den bisherigen Beiträgen. Das finde ich gut und wird sicher den einen oder anderen herausfordern.
Als Hintergrundmaterial dient dir offenbar ein Dokument der "Bewegung des gesellschaftlichen Fortschritts (BGF)". Dazu kann ich nun eigentlich nichts sagen, da ich es nicht kenne. Nachdem was du daraus entnommen hast, scheint es in der Synthese wohl etwas schwach auf der Brust aber nicht uninteressant zu sein.

Tatsächlich drängt sich die Frage nach einer Systemalternative förmlich auf, angesichts der Krisenhaftigkeit des Kapitalismus, und du benennst dazu auch den wesentlichen Widerspruch zwischen der Entwicklung der Produktivkraft und den Produktionverhältnissen den es zu lösen gilt.
Auffällig ist aber, dass es bei dir nicht als PROZESS erscheint.
Heute besteht der Widerspruch zwischen PK/PV darin, das es eine gesellschaftliche Produktion, jedoch eine private Aneignung der Werte, Reichtümer etc. gibt.
Der Sozialismus steht dagegen für gesellschaftliche Produktion UND gesellschaftliche Aneignung auf der Grundlage neuer Macht und Eigentumsverhältnisse. D.h. durch andere Macht- und Eigentumsverhältnisse kann auch eine andere Produktionsweise durchgesetzt werden. Nicht mehr für den Profit, sondern zur Befriedigung der gesellschaftlichen Bedürfnisse. (In der Kritik des Gothaer Programms von Karl Marx wird dies genauer beschrieben worin die 2 Phasen oder Stufen des Sozialismus bestehen)

Aus deinem Text erscheint es allerdings sehr idealistisch und starr, nicht als dialektischer PROZESS, als KAMPF zwischen den gesellschaftlichen Klassen.
Darin besteht danke ich auch die Hauptschwäche in deinem ganzen Beitrag, der sich wie ein roter Faden durchzieht. Das zeigt sich u.a. an der Frage, ob es einen entwickelten oder vollendeten Sozialismus resp. Kapitalismus gibt.
JEDE Gesellschaftsform, die es bisher gab, musste sich im Laufe eines längeren Prozesses entwickeln und gegenüber der vorhergehenden im Kampf durchsetzen.
(Literatur dazu "Manifest der Kommunistischen Partei" und "Ursprung der Familie, Privateigentum und Staat")
Nirgends geschah dies als einmaliger Akt, sondern als eine ganze Folge von Kämpfen, Aufständen, Bürgerkriegen, Revolutionen.
(siehe Marx z.B. "Bürgerkrieg in Frankreich")
Jede neue oder höhere Gesellschaftsform war ökonomisch erzwungen bzw. notwendig und musste von den Fesseln der alten Produktionsverhältnisse befreit werden. Sich dieses aber vorzustellen nicht als Prozess, Kampflos ohne Widerstand der alten Herrschaftsklasse, ohne deren versuch die alte Ordnung wieder herzustellen ist durchweg idealistisch.

>> Wenn nun der Sozialismus die höhere Gesellschaftsformation ist, die den Kapitalismus ablöst, dann müsste der Sozialismus das Widerspruchsverhältnis zwischen Produktivkräften [PK] und Produktionsverhältnissen PV] (immer wieder neu) lösen. Ein „nicht vollendeter Sozialismus“ könnte das Widerspruchsverhältnis nicht absolut lösen und damit wäre dann der Sozialismus keine höhere Gesellschaftsformation. <<

War es mit dem Weltbild des Kopernikus nicht ebenso ? Von ihm als objektiv richtig, notwendig und fortschrittlich erkannt, doch bis zur allgemeinen Anerkennung ein langer Weg. Die Zeitdauer und der erbitterte Widerstand der katholischen Kirchenmacht änderte doch überhaupt nichts an der Fortschrittlichkeit der Erkenntnis vom Weltbild des Kopernikus.

>>>>>Mir fehlt für heute die Zeit --- muss um 3:00 aufstehen ---- ARBEIT <<<< werde dir morgen fortsetzend antworten ---- bis dann
und beste Grüße
Jens-Uwe

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Alexander am 17.07.2012 13:42
@ Ben Geiger

Sehr guter Beitrag der mich auch wirklich zum Nachdenken in bestimmten Punkten angeregt hat, in anderen kann ich jetzt schon sagen das wir gar nicht so weit voneinander entfernt sind. (bspw. im Punkt des vermeintlichen "Verrats an der Arbeiterklasse" und der Revisionismusthese)

Ich möchte deswegen nur auf Teil eingehen, welcher an mich gerichtet war.

Zu aller erst:
Natürlich ist der Begriff "Mehrwert" hier, bezieht man sich auf den ökonomischen Begriff, fehl am platze. Allerdings ist aus dem Kontext, wie du schon bemerkt hast, ersichtlich das es sich hier nicht um den ökonomischen Begriff handelt. Würde man aus seiner umgangssprache alle ökonomischen/wissenschaftlichen Begriffe tilgen, müsste ich mir beinah eine völlig neue Sprache zulegen.

weiter.

"Und an Dich Alexander auch die Frage: wenn das was in Spanien durch die anarchistische Bewegung geschaffene oder durch die Machnow-Bewegung in der Ukraine entladene eine sozialistische Revolution war [bezieht sich auf Deine Links], dann wäre ein sozialistisches System entstanden, aber war dies so? Was war mit dem PK/PV-Widerspruch? Warum existiert ein solches System heute nicht mehr, wenn es wirklich eine höhere Gesellschaftsformation gewesen wäre?"

Wie du schon anmerktest ist ersteinmal zu klären was wir unter "Sozialismus/sozialistisch" verstehen. Der Sozialismusbegriff ist älter als Marx und seine Schrift und daher kann man ihn auch lösgelöst von der ökonomischen Theorie verwenden. Außerdem bezeichnet der Begriff nicht nur eine Gesellschaftsform sondern auch die Bewegung welche diese befürwortet. Das heißt eine anarchistische Gruppe kann durchaus eine sozialistische Organisation sein, ohne im Sozialismus "zu leben".

Bleiben wir aber beim marxschen Sozialismusbegriff.
Dort hast du recht, dieser zeichnet sich eben durch eine "Höherentwicklung" aus. Nun ist die Frage wie diese Höherentwicklung "geartet" ist. Ist es eine rein "ökonomische Höherentwicklung"? Eine kulturelle?
Äußert sich diese Höherentwicklung anhand einer "Staatsform"? Kann eine Entwicklung - temporär- gebremst werden?

Dazu ist dein Beispiel mit dem Feudalismus der den Kapitalismus "besiegt" eigentlich ganz passend. So gab es doch auch in Frankreich nach der französischen Revolution wieder reaktionäre Tendenzen in der Ökonomie, Politik und Kultur. Kurzfristig erkämpfte sich die Bourgeosie die politische Macht, wurde aber dann durch eine reaktionäre Bewegung (Napoleon, später Wiener Kongress und Restauration) bekämpft, behindert und sie verlor auch -temporär- wieder die politische Macht. Auch kulturell gab es eine Gegenbewegung, hier ist zum Beispiel das Werk von Edmund Burke als Vater des Konservatismus zu nennen.

Wir sehen also, eine Gesellschaftstransformation ist kein "Planspiel" in dem eine Gruppe eine Idee hat und die dann umgesetzt wird, sondern ein dialektischer Prozess indem jede progressive Aktion auch eine "konservative" Reaktion erzeugt.

Nun zu den anarchistischen Beispielen. Ich möchte da den Anarchosyndikalismus in Katalonien wählen.
Nach der sozialen Revolution gab es sofort eine ökonomische und politische Neuordnung. Die Leitung der Betriebe viel in die Hand direktdemokratisch agierender Gewerkschaften, die politische Herrschaft wurde (so behaupte ich(!)) in die Hand der werktätigen gegeben wobei angemerkt werden muss das sich ein gewählter Rat der CNT um die exekutiven Aufgaben kümmerte.
Ökonomisch war dies ein voller Erfolg, so konnte bspw. die Produktivität in den Betrieben gesteigert werden.
Es gab aber eben auch hier eine Gegenbewegung, die Faschisten, später auch die Stalintreuen Kommunisten, welche sich gegen die CNT richtete und diese "keimende Gesellschaftsform" zerschlug.

"keimende Gesellschaftsform" deswegen,weil sie ja eben Produkt der alten war und noch nicht voll entwickelt, genauso wie die bürgerliche Gesellschaft in Frankreich nicht voll entwickelt war und so den restauratorischen Kräften nicht stand halten konnte.

Es war also natürlich kein "vollentwickelter Sozialismus". Ob sich der Begriff Sozialismus dennoch verwenden lässt kann ich hier nicht abschließend sagen.



PS: sry das das hier alles sehr oberflächlich bearbeitet wurde, ich habe nicht viel Zeit,wollte aber dennoch antworten. NAtürlich müsste man den Anarchosyndikalismus in Katalonien noch genauer analysieren, genau dies sollte eine sozialistische Gruppierung aber auch machen und ihn nicht einfach ignorieren.

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Jens-Uwe Springer am 17.07.2012 18:41
@ Ben Geiger
So da bin ich wieder.

Bei der gesellschaftlichen Umwälzung vom Kapitalismus zum Sozialismus handelt es sich um einen revolutionären sprunghaften Prozess - also relativ kurz und gewaltig.
In Russland umfasste diese Zeitspanne 10 Tage. Der wissenschaftliche Sozialismus wird verstanden als ÜBERGANGSGesellschaft zwischen Kapitalismus und Kommunismus, noch braucht die Arbeiterklasse einen Staat, weil das neue, wie du richtig feststellst noch nicht "Stabil" ist. Es gibt nach wie vor Klassen- Klassenwidersprüche- und entsprechend Klassenkampf- Die Gefahr einer Rückumwandlung in den Kapitalismus bleibt für eine ganze Zeitlang bestehen. U.U. mehrere Generationen.
Daher ist deine recht einfache Vorstellung mit deinen Vergleichen auch idealistsich fast binär 0-1

>>Wenn nun der Sozialismus die höhere Gesellschaftsformation ist, die den Kapitalismus ablöst, dann müsste der Sozialismus das Widerspruchsverhältnis zwischen Produktivkräften [PK] und Produktionsverhältnissen PV] (immer wieder neu) lösen. Ein „nicht vollendeter Sozialismus“ könnte das Widerspruchsverhältnis nicht absolut lösen und damit wäre dann der Sozialismus keine höhere Gesellschaftsformation<<

>>Eine höhere Gesellschaftsformation muss auch dazu in der Lage sein, sich gegen die dann noch existierenden imperialistischen Mächte zu schützen. Wäre man dazu nicht in der Lage, wie könnte dies eine höhere Gesellschaftsformation sein, die nicht dazu in der Lage ist sich gegen eine niedrigere zu schützen.<<

Festzustellen ist erstmal, dass es keinem imperialistischen Land gelungen ist die sozialistische Sowjetunion zu bezwingen. Der Sozialismus ist an seinen INNEREN Widersprüchen gescheitert. Es waren "neue" Widersprüche deren Charakter und Schwierigkeit auch eine neue und höhere Bewußtheit bzw. ideologisch-politische Klarheit verlangten. Die Tatsache dass nach wie vor OBJEKTIV Klassenkampf herrscht, INNERHALB des Sozialismus, und dieser mit neuen Methoden ausgefochten werden muss, war zwar wenigen Leuten klar (Lenin) aber nicht der Masse der Arbeiter und ihrer Verbündeten.
Die Arbeiterklasse hatte bislang nur gelernt auf kapitalistische Weise zu produzieren ohne selber die Macht zu haben, über viele Generationen hinweg ---
Jetzt im Sozialismus sollten sie sozialistisch produzieren -lernen-, selber verwalten, kontrollieren und die Macht ausüben- jedoch nicht so wie sie bisher beherrscht wurden, sondern auf neue weise. Dafür gab es nur im Rahmen ihrer Partei bislang die Möglichkeit es soweit wie es geht zu üben und zu lernen. Und gilt dies auch NATÜRLICH für die Putzfrau und den Strassenreiniger, den Hilfsarbeiter und alle anderen auch.
Aber auch die Kapitalistenklasse existierte nach wie vor personell im sozialistischen Land, sie löste sich ja nicht einfach per Gesetz in Luft auf, aber auch ihre Traditionen, Gebräuche, die Art zu leben, die Kultur existierte OBJEKTIV und zwar nicht nur unter denen die bisher geherrscht haben, sonder AUCH in den Köpfen der Arbeiterklasse wie ihren "Verbündeten".
Eine neue Gesellschaft auf neue Art aufzubauen erfordert notwendig auch einen Kampf gegen die alten GEWOHNHEITEN gegen die alte Art zu leben und zu regieren ohne es vorher wirklich gelernt haben zu können. Dies erfordert unbedingt auch einen kulutrelle Revolution zur Durchsetzung einer neuen art zu denken um anders, neu handeln zu können.
Das neue und höhere Lebensart wird sich also in einem längerdauernden kämpferischen Prozeß gegen das alte und gewohnte ENTWICKELN und DURCHSETZEN müssen.


Die Vorbereitung der sozialistischen Revolution ist ebenso ein sehr langer, zäher Prozeß ist. Wichtig ist zwischen den objektiven und subjektiven Faktoren zu unterscheiden.

Objektiv bedeutet zum einen die materielle Vorbereitung des Sozialismus innerhalb der kapitalistischen Produktion also moderne industrielle Produktion, Kultur, Wissenschaft etc. -- zum anderen die krisenhaftigkeit des Kaptilasmus, wo das Kapital an seine Grenze kommt und nur noch durch wirtschaftlichen und politischen Krieg gegen die Konkurrenz bestehen kann um weiter expandieren zu können. Der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit ist weitestgehend auf die Spitze getrieben. Die herrschenden können nicht mehr in alter Weise weiter regieren und die Massen wollen nicht mehr in alter Weise weiter leben.
Doch wie krisenhaftig der Kapitalismus auch immer sein mag.
Ohne die Entwicklung des subjektiven Faktors wird es keine erfolgreiche Revolution geben.

Zum subjektiven Faktor gehört unbedingt die revoltionäre Bewußtheit und Organisiertheit der Arbeiterklasse, insbesondere das Industrieproletariat, -- Einbeziehung breiter Volksmassen -- Jugend, Frauen
Organisiertheit bedeutet vor allem Zusammenschluß in einer revolutionären Partei -- aber auch in Selbstorganisationen der Massen, wie den Gewerkschaften, Frauen und Jugendorganisationen usw.
Notwendig erfordert es das Bündnis zwischen Arbeiter und Kleinbürgern (Zwischenschichten) heute nach Auffassung der MLPD insbesondere die techn. Intelligenz, aber ebenso gehören dazu die Bauern, Künstler etc. etc.
Erreichen die Widersprüche des Kapitalismus ihren explosiven Höhepunkt, entfaltet sich der Kampf um die Macht. Der alte Staatsapparat wird zerschlagen und ersetzt durch den Staat der Arbeiter -- Diktatur des Proletariats --
Soweit dies in aller Kürze.

Soweit für heute
beste Grüße
Jens-Uwe

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Hermann am 19.07.2012 22:25
Guten Abend,

um auf die eigentliche Thematik wieder zu sprechen zu kommen: Youtube befindet sich in einem bislang nie da gewesenen Aufschwung, d.h. es gibt mittlerweile einzelne User/Menschen die dort mit ihren Videos Millionen (!!!) von Menschen erreichen ohne das sie irgendwelche größeren Summen dafür aufbringen müssen. Es heisst ja regelmäßig von politischen Minderheiten sie hätten keine Chance sich Gehör zu verschaffen, dieses Argument gilt allerdings nicht mehr! Es braucht keine Unmengen an Kohle, keine Lobbygruppen, keine Jahrzehnte um Millionen Leute zu erreichen. Alles was es braucht sind ein paar Leute die langfristig ein Konzept erarbeiten und mit Leben erfüllen, das der Bevölkerung erklären und mit ihr diskutieren soll, was derzeit auf der Welt abgeht.

Bislang gibt es keinen einzigen User/Menschen auf Youtube der regelmäßig (mindestens wöchentlich!) verständlich Kapitalismuskritik präsentiert oder diskutiert und das so erfolgreich macht, dass es auch ein paar tausend Leute erreicht. Und das in einer Krisenphase des Kapitalismus, die einem alles um die Ohren schleudert was man nur braucht um das Problem mit dieser Produktionsweise auf den Punkt zu bringen! Ich frage mich wo die ganzen linken Gruppierungen und Parteien sind? In irgendwelchen elitären Kreisen? Am See die Sonne genießen? Man kriegt höchstens die Linkspartei zu Gesicht, die letztlich nur ängstlich um Wählergunst buhlt, aber keine knallharten marxistischen Thesen schmettert, die absolut berechtigt und angebracht wären!

Ich kann nicht begreifen warum nicht einmal die Parteien egal ob DKP oder MLPD es nicht schaffen auf moderne Entwicklungen zu reagieren und für die Sache aller Menschen nützlich anzuwenden? Warum diese Trägheit? Es gibt soviel zu beklagen, zu diskutieren, zu planen und zu tun! Der Schlüssel für eine "bessere Welt" ist in erster Linie die regelmäßige Kommunikation über die vorherrschenden Probleme, die Analyse und Diskussion darüber. Warum das nicht gemacht wird ist mir ein Rätsel. Aufklärung, Agitation und Diskussion auf einer wissenschaftlichen Basis sollte zum absoluten Alltagsgeschäft aller Linken gehören!
Wieso verschenkt man so wertvolle Möglichkeiten? Man darf doch nicht vergessen, dass derartige Nachlässigkeit der Befreiung aller Menschen vom Kapital entgegensteht.

Jeden Tag verhungern tausende Menschen, weil das Kapital dies so will. Und hier diskutiert man immer noch über die DDR, was soll dieser Mist? So kommen wir nicht weiter! Wir müssen endlich mal kapieren, das aufgrund der Sozialisation die große Masse sich dem Kapitalismus fügt anstatt ihn zu hinterfragen und mit Reformen bis zum Sozialismus/Kommunismus abzuschaffen. Man muss auf die Leute zu gehen und aufgrund ihrer praktischen Probleme erklären worin ihre Ursache liegt. Ich sag Euch in der Mehrzahl aller Fälle kann man immerzu die kapitalistische Produktionsweise als Ursache identifizieren!

Man muss sich heutzutage übrigens nicht einmal mehr persönlich treffen um "Kommunismus TV" zu realisieren. Man kann über Skype, Teamspeak, Chats Inhalte besprechen und daraus sogar eine Sendung machen. Man kann das kurzweilig oder ausführlich mit Vorträgen machen. Der Möglichkeiten sind da keine Grenzen gesetzt. Warum gibt es keine "Kommunistische Polit-Talkshow"? Wo sind denn die Großhirne aller linken Parteien die sich mal um die Realisierung des Kommunismus streiten?

Das solls erstmal gewesen sein.

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Tobi am 20.07.2012 16:16
Also das wir die Internetmedien insbesondere youtube besser und regelmäßiger nutzen müssen stimme ich mit dir voll und ganz überein. Ich bin sogar der Meinung das im Grunde jede Parteigruppe zumindest eine kleine Webseite mit Kontaktadresse und wann welche Sachen stattfinden haben sollte. Dafür setze mich auch entsprechend der Parteiarbeit ein und denke auch das sich das alles in der Mache befindet.
Was ich nicht nachvollziehen kann ist wie du darauf kommst der MLPD Trägheit zu unterstellen. Also ich erlebe in der täglichen Parteiarbeit alles andere als Trägheit. Im Gegenteil.... Erklär mir mal wo du in der MLPD Trägheit wahrnimmst.

Das in diesem Forum viel über die DDR diskutiert wird hat einmal den ganz stupiden Grund das in diesem Forum im Grunde über das diskutiert wird, was dem jeweiligen Schreiber auf dem Herzen liegt, wenn das nunmal die DDR ist können wir es auch nicht ändern. Andererseits ist die Auswertung und Verarbeitung der Geschichte der Arbeiterbewegung keine Nebensächlichkeit sondern ein entscheidender Punkt für die Zukunft der Arbeiterbewegung und die Vermeidung von Fehlern in einer zukünftigen sozialistischen Gesellschaft.

Und das man sich nicht persönlich Treffen muss und alles über Skype und was weiß ich, ist ein Legalistsicher Trugschluss. Gerade die MLPD wird besonders scharf vom verfassungschutz beobachtet. Bei allen Treffen ist immer ein besonderer Schutz nötig um z.B. zu verhindern das Genossen die in einem Großbetrieb arbeiten ihren Job verlieren weil herauskam das sie MLPD Mitglied sind. Dafür gibt es zig Beispiele und wir dürfen dem Klassengegner nicht auch noch die Infos die er braucht um uns zu bekämpfen noch auf dem Silbertablett liefern. Deshalb sind auch nur ganz bestimmte GenossInnen öffentlich auch als MLPD Vertreter bekannt, die Mehrheit der Mitgliedschaft wird streng vertraulich behandelt.

Ich finde schon das inzwischen eine sehr große Mehrheit den Kapitalismus hinterfragt. Nur dein Fehler ist das du davon ausgehst das dies schon reicht um auch eine Mehrheit zu haben die sich für den Sozialismus einsetzt. Gesellschaftliche Veränderungen sind nicht einfach durch einen guten Fluss von den richtigen Infos zu erreichen. Um eine entscheidende Mehrheit für den Sozialismus zu gewinnen spielen zig Faktoren eine Rolle. Der wichtigste ist die Tatsache das die herrschende Meinung immer die Meinung der Herrschenden ist. Den Sozialismus/ Kommunismus über den weg der Reform erreichen zu wollen ist dabei auch so ein gefährlicher und den Herrschenden entgegenkommender Trugschluss. Der Sozialismus/ Kommunismus kann nur Ergebnis einer Revolution sein, und das diese stattfindet ist nicht nur davon abhängig ob die Massen nicht mehr im Kapitalismus leben wollen sondern auch das die Herrschende ihren Kapitalismus nicht mehr Aufrechterhalten können, also das System so Krisenhaft und dadurch so marode ist das es nicht mehr Haltbar ist. Diese Situation rückt immer näher und ist auch schon vereinzelt sichtbar, aber vorher wird die Revolutionäre Richtung eine Mindereit bleiben.

Vielleicht solltest du dich nochmal mehr mit der Frage Revolution und wie man dahinkommt befassen, les ruhig mal unter diesem Gesichtspunkt das Kommunistische Manifest. Die beste und weitesgehenste Analyse dieser Art ist heute aber sicherlich das Buch "Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution!" Das du über dei MLPD oder den Verlag Neuer Weg beziehen kannst.

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Alexander am 20.07.2012 16:23
@ Hermann

Volle zustimmung von mir!

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von barney am 21.07.2012 22:29
@Hermann

Meine Rede!

Aber: "Modernisierungen" - ich hatte dies hier schon bezüglich des Forums angesprochen - sind nicht "erwünscht" (ich weiß nicht, wie ich es anders formulieren sollte).

Bezüglich "alternativer Medien" sind linke Parteien eher "konservativ" - und auf eine Änderung in naher Zukunft kann man kaum hoffen.

Man verpasst hier leider die Möglichkeit eine Art "mediale Gegenöffentlichkeit" aufzubauen.


Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Ben Geiger am 22.07.2012 08:37
Lieber Jens-Uwe Springer/ Alexander, vielen Dank für Deine Beiträge.

Es freut mich, dass Dich mein Beitrag zum Nachdenken angeregt hat. Leider habe ich nicht die zeitlichen Möglichkeiten mich immer schnell zurück zu melden, weshalb ich um geduld bitten muss.

Deine Anmerkung zur Umgangssprache: Damit zeigst Du selbst ein Problem der Umgangssprache auf, dass zeigt, dass man z.B. in einer polit-ökonomischen Diskussion, soweit wie möglich auf eine Umgangssprache verzichten sollte (dies gelingt mir aus Erkenntnismängeln leider bisher auch nur teilweise).

Sozialismusfrage/ Sozialismus-Definiton:
Nachdem Du geschrieben hast, was Du unter Sozialismus verstehst möchte ich mich zunächst darauf beschränken Dir zu schreiben was ich bei der Bewegung des gesellschaftlichen Fortschritts zu eine interessante polit-ökonomische Definition gelesen habe:

„Der Sozialismus ist eine Gesellschaftsordnung mit solchen ökonomischen und politischen Verhältnissen, die eine absolute Realisierung des allgemeinen ökonomischen Entwicklungsprozesses, d.h. eine absolute Lösung des Widerspruchsverhältnisses zwischen Produktionsverhältnissen und Produktivkräften garantiert“ „Anmerkung: Absolute Realisierung bzw. Lösung heißt, dass die Produktionsverhältnisse nicht aufhören als Entwicklungsformen für die Produktivkräfte zu wirken. Relative Realisierung bzw. Lösung heißt, dass die Produktionsverhältnisse bei einem gewissen Entwicklungsstand der Produktivkräfte aufhören Entwicklungsformen für diese zu sein“ [Produktionsmittel-Eigentumsfrage und gesellschaftlicher Fortschritt, S. 82].

Was sagst du dazu? Denn ich habe ein Problem damit von sozialistischen Systemen zu sprechen, nur weil z.B. die Machnow-Bewegung sich als sozialistisch verstanden haben möge. Dieses Problem habe ich aufgrund meines Verständnisses des Übergangs von Gesellschaftsformationen, den ich unten beschreibe. Wenn Du ihn liest, wirst Du erkennen, dass die Machnow-Bewegung kein solches System geschaffen haben kann.
Mich freut bezüglich der Sozialismus-Definitionsfrage, Deine Zustimmung: „Dort hast du recht, dieser zeichnet sich eben durch eine "Höherentwicklung" aus.“

Was wir aber hier nicht verwechseln dürfen, und ich glaube das tust Du mit deinem Beispiel aus der französischen Revolution, ist der Unterschied zwischen einer neue, höheren Gesellschaftsformation und der davor liegenden Phase des Übergangs der alten in die neue Gesellschaftsformation. Wenn also die Produktivkräfte (PK) so entwickelt sind, dass sie innerhalb der herrschenden Produktionsweise (PV) quasi in ihrer Entwicklung gehemmt werden so ist die dadurch entstehende Triebkraft die Basis für diese Übergangsperiode. Die Übergangsperiode ist die Zeit in der die alte Gesellschaftsformation zu zerfallen bzw. abzusterben beginnt. Sind aber neue Produktionsverhältnisse geschaffen, die das Widerspruchsverhältnis zwischen PK und PV auf höhere Stufe lösen (siehe Sozialismus-Definition + Anmerkung), so hat sich eine neue Gesellschaftsformation durchgesetzt. In der Übergangsperiode hat sich noch keine Klassen, absolut durchgesetzt.

Zum Katalonien-Beispiel: Welche ökonomischen Gesetze haben Deiner Meinung nach geherrscht? Wie wurde die Produktionsmittel-Eigentumsfrage, Deiner Ansicht nach, gelöst?

Du schreibst, dass es keinem imperialistischen Land gelungen sei, die SU zu bezwingen. Dann Frage ich mich, wie es dann sein kann, dass die imperialistischen Länder noch existieren und die SU nicht, wie erklärst Du dir das? Wenn die inneren Widersprüche dieses System zerstört haben, was zu ein System war es dann? Wenn es ein PK-PV Widerspruch gab, wie sah der aus? Und welche neuen Produktionsverhältnisse sind entstanden? Müssten es dann nicht, nach dem Gesetz der Abfolge von Gesellschaftsformationen höhere gewesen sein, wenn dies eine sozialistische Gesellschaftsformation gewesen wäre?


Die Abfolge von Gesellschaftsformationen
Für mich gilt das Axiom was der dialektische und historische Materialismus uns über die Abfolge von Gesellschaftsformationen lehrt. „Eine Gesellschaft geht nie unter, bevor alle Produktivkräfte entwickelt sind, für die sie weit genug ist, und neue höhere Produktionsverhältnisse treten nie an die Stelle bevor die materiellen Existenzbedingungen derselben im Schosse der alten Gesellschaft selbst ausgebrütet worden sind.“ [Marx-Engels-Werke Bd. 13; S. 9; Vorwort zur Kritik der Politischen Ökonomie; 1859]. Wenn Du, Jens-Uwe Springer/ Alexander, dass anders siehst, würde mich die Beweisführung interessieren, bzw. die Widerlegung dieser Grundaussage.
„Der Begriff der ökonomischen Gesellschaftsformation steht im Mittelpunkt des marxistisch-leninistischen Gesellschaftsbegriffs. Eine ökonomische Gesellschaftsformation bildet einen sozialen Organismus, der in seiner Entstehung, seiner Funktionsweise und seinem Übergang in eine höhere Form, in seiner Verwandlung in einen anderen sozialen Organismus bestimmten Gesetzmäßigkeiten folgt.“ [Wörterbuch der Philosophie; Bd. 1; S.475, VEB, 1975]
Der dialektische und historische Materialismus geht davon aus, dass eine niedrigere Gesellschaftsformation durch eine höhere ersetzt wird. Eine Triebkraft ist hier der zunehmend entstehende Widerspruch zwischen Produktionsverhältnissen und Produktivkräften. Der dialektische und historische Materialismus geht davon aus, dass es an sich kein Zurück auf die alte Stufe gibt (die Ausnahmen, die es geben kann, lagen z.B. bei der Sowjetunion nicht vor). Also dass z.B. aus dem Kapitalismus kein Feudalismus mehr werden kann, aus dem Feudalismus keine Sklavenhaltergesellschaft mehr werden kann, und daraus keine Urgesellschaft. Dies ist nicht einfach eine Behauptung sondern dies hängt u.a. mit der erzielten Produktivkraftentwicklung zusammen. Wenn es z.B. ein Mehrprodukt gibt, so kann es damit keine Urgesellschaft geben. Diese Abfolge von einer ökonomischen Gesellschaftsformation in eine höhere hat natürlich auch elementare Bedeutung bei der Frage, ob es bisher je eine ökonomische Gesellschaftsformation Sozialismus gegeben hat bzw. gegeben haben kann. Schließen wir bestimmte Ausnahmen aus, so würde eine solche Aussage (es gab Sozialismus) der marxistischen Gesellschaftstheorie widersprechen, wäre das Axiom von der Abfolge kein Axiom, sondern eine anhand der Praxis widerlegte These. Also nach dem Marxismus kann es auch kein einfaches Zurück vom Sozialismus zu einer niedrigeren ökonomischen Gesellschaftsformation geben. Mir wird unterstellt ich würde diesbezüglich nicht dialektisch denken, dabei folge ich hier einem Grundsatz des dialektischen Materialismus. Es gibt keine Rückkehr zum Ausgangspunkt, die Grundlage ist nach der Negation der Negation stets eine höhere.

„Insofern ähnelt die Form der Entwicklung einer Spirale: Das Ende jeder Windung einer Spirale trifft auf den Anfang, jedoch nicht unmittelbar, sondern auf einer neuen, höheren Ebene. Die höhere Stufe der Entwicklung schließt als Negation der Negation einen bestimmten –großen oder kleinen- Entwicklungszyklus ab, und in vielen Fällen erweist sich, dass der erreichte Punkt gleichsam eine Rückkehr zum Anfangs- oder Ausgangspunkt der Entwicklung ist, aber eine Rückkehr auf höherer Ebene.
Wir wollen dies an Hand von Beispielen erläutern. Im ‚Kapital’ zeigt Marx, dass die kapitalistische Form des Eigentums durch Expropriation der Massen der Kleinproduzenten entstanden ist, die ihre Subsistenzmittel mit Hilfe der in ihrem Eigentum befindlichen Produktionsmittel erwarben. Das große kapitalistische Eigentum war die Negation des Kleineigentums. Aber die kapitalistische wird ihrerseits von einer höheren, nämlich der sozialistischen Form des Eigentums negiert. ’Expropriation der Expropriateure’ – das ist Negation der Negation . Die Entwicklung kehrt gleichsam zum Ausgangspunkt zurück, aber auf höherer Ebene. Die unmittelbaren Produzenten, die Werktätigen, nehmen die Produktionsmittel wieder in Besitz, aber nicht mehr als individuelles Eigentum, sondern als Kollektiveigentum. Also wiederholt die Negation der Negation nicht einfach das Ausgangsmoment, sondern sie nimmt alle Errungenschaften der vorangegangenen Entwicklungsstufe in sich auf, bringt sie zur ‚Synthese’, wobei sie auf der höheren Stufe des Zyklus´ einige Züge der ursprünglichen Stufe reproduziert.“ [Grundlagen der marxistischen Philosophie; S. 320, Dietz Verlag, Unterstreichung von mir].

Dieses Grundgesetz der Dialektik besagt auch, dass in jeder neuen Qualität Merkmale vorangegangener Qualitäten, die negiert wurden, in sich aufnimmt. „So ist z.B jede neue Gesellschaftsformation eine Negation – d.h. Verneinung, Überwindung – der vorhergegangenen Gesellschaftsformation, indem sie die alten Produktionsverhältnisse zerstört und durch neue ersetzt. Darüber hinaus wird konkret wieder negiert, was bereits die vorangehende Qualität negiert, ohne jedoch historisch Vergangenes und Überlebtes einfach zu übernehmen“ [Jugendlexikon der Philosophie VEB 1987; S. 74]

Die Abfolge von Gesellschaftsformationen geht auch von dem Gesetz der Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter und Entwicklungsniveau der Produktivkräfte aus. Die Bewegung des gesellschaftlichen Fortschritts (BGF), die ich in meinem letzten Beitrag schon erwähnte, schreibt: „Der Sozialismus löste den Kapitalismus und der wiederum löste den Sozialismus ab? Das wäre der Bankrott der materialistischen Geschichtsauffassung, der gesetzmäßigen Entstehung, Entwicklung und Ablösung einer ökonomischen Gesellschaftsformation durch die jeweils höhere. Nein, es bleibt bei der Erkenntnis des Genossen Marx über die Abfolge der ökonomischen Gesellschaftsformationen, wobei der Kapitalismus durch die höhere ökonomische Gesellschaftsformation des Sozialismus/Kommunismus abgelöst wird. „Höher“ bedeutet gesellschaftlichen Fortschritt realisieren können, was der abgelösten Gesellschaftsformation nicht mehr möglich war. Gesellschaftlicher Fortschritt ist die ständige Lösung des Hauptwiderspruchs zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen auf immer höherem Produktivkräfteniveau (verkürzte Definition).“ [Sozialismus gab es nie!; S. 12].
„Die Entwicklungsgeschichte der menschlichen Gesellschaft ist Ausdruck der ständigen Lösung der Widersprüche zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen“ [Lion Wagner, Krieg und Gesellschaftssystem; S. 92]. Und Marx stellte feste, „Dass die kapitalistische Produktionsweise eine Schranke findet, die nichts mit der Produktion des Reichtums als solches zu tun hat; und diese eigentümliche Schranke bezeugt die Beschränktheit und den nur historischen, vorübergehenden Charakter der kapitalistischen Produktionsweise; bezeugt, dass sie keine für die Produktion des Reichtums absolute Produktionsweise ist, vielmehr mit seiner Fortentwicklung auf gewisser stufe in Konflikt tritt“ [MEW Bd.25 (Bd. 3 des Kapitals); S. 252; III.Abschnitt: Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate, 15.Kapitel: Entfaltung der inneren Widersprüche des Gesetztes]. Und weiter kann man bei Marx lesen: „Wenn daher die kapitalistische Produktionsweise ein historisches Mittel ist, um die materielle Produktivkräfte zu entwickeln und den ihr entsprechenden Weltmarkt zu schaffen ist sie zugleich der beständige Widerspruch zwischen dieser ihrer historischen Aufgabe und den ihr entsprechenden gesellschaftlich n Produktionsverhältnissen“ [ebenda; S. 260]

Untergang einer Gesellschaftsformation
Die Abfolge von Gesellschaftsformationen geht vom Untergang von Gesellschaftsformationen aus. Wann aber geht eine Gesellschaftsformation unter? Beantworten wir diese Frage, so können daraus Rückschlüsse über die Möglichkeit gezogen werden, ob es z.B. in der SU Sozialismus gab. Wir werden uns im Folgenden mit einem Zitat von Marx beschäftigen. Die Beweisführung dieser Aussage soll hier nicht dargestellt werden. Hier verweise ich auf Bücher des dialektische und historische Materialismus über die Gesellschaftsformationen, die Gründe ihres Niedergangs. Hier empfehle ich als eine knappe Zusammenfassung im Buch Krieg und Gesellschaftssystem [vgl. 2.4. Gesellschaftlicher Fortschritt, hier mindestens 2.4.2.1 Urgesellschaft bis 2.4.2.2.4.2 Zerfall und Untergang des Kapitalismus; Also Seite 96-129].

Nun aber noch mal das das Eingangszitat:
„Eine Gesellschaft geht nie unter, bevor alle Produktivkräfte entwickelt sind, für die sie weit genug ist, und neue höhere Produktionsverhältnisse treten nie an die Stelle bevor die materiellen Existenzbedingungen derselben im Schosse der alten Gesellschaft selbst ausgebrütet worden sind.“ [MEW Bd. 13; S. 9; Vorwort zur Kritik der Politischen Ökonomie].
Es handelt sich beim Zitat also nicht um einen willkürlichen Artikel, sondern um das Vorwort einer wichtigen Schrift von Marx. Gehen wir nun davon aus, dass wir es in der Sowjetunion mit einer sozialistischen Gesellschaft zu tun hatten, wie die KPdSU es von 1930-1991 vertrat.
Wenn es eine sozialistische Gesellschaft gewesen wäre, so hätte ihr Untergang erst geschehen können, wenn alle Produktivkräfte entwickelt worden wären, wie es der Sozialismus zulässt. Es hätten dann auch höhere Produktionsverhältnisse an ihre Stelle treten müssen. Es traten aber kapitalistische Produktionsverhältnisse an ihre Stelle. Kapitalistische Produktionsverhältnisse sind nach der marxistischen Abfolge von Gesellschaftsformationen aber niedrigere als sozialistische. Hier entsteht also ein Widerspruch von der „es gab Sozialismus-These“ und diesem marxistischem Grundsatz der sich nicht lösen lässt. Wer vom Sozialismus ausgeht, der behauptet zumindest indirekt, dass diese Aussage von Marx, die sich auf seine Untersuchung des Untergangs von Gesellschaftsformationen bezieht, falsch ist. Im Grunde genommen handelt es sich somit um eine Revision der marxistischen Gesellschaftstheorie, die es zu beweisen gelte!

Wie schon im vorherigen Punkt angedeutet, spielt das Gesetz der Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter und Entwicklungsniveau der Produktivkräfte eine wichtige Rolle bei der Diskussion dieser Frage.
Ich möchte an dieser Stelle das Ganze durch ein etwas längeres Zitat verdeutlichen:
Das Gesetz der Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter und Entwicklungsniveau der Produktivkräfte ist ein „soziales Entwicklungsgesetz der menschlichen Gesellschaft, das in allen Gesellschaftsformationen wirkt und die Ablösung einer Gesellschaftsordnung durch die nächsthöhere auf der Grundlage der Übereinstimmung zw. dem Charakter der Produktivkräfte und den Produktionsverhältnissen bedingt und auch innerhalb einer Produktionsweise gewisse Änderungen der Produktionsverhältnisse entsprechend der Weiterentwicklung der Produktivkräfte verlangt. Die Grundlage für die Entwicklung der Gesellschaft ist die Entwicklung der Produktivkräfte. Die Produktionsverhältnisse fördern die Entwicklung der Produktivkräfte, solange sie deren historischen Entwicklungsniveau entsprechen, sie hemmen die Entwicklung der Produktivkräfte, sobald diese die materiellen Bedingungen einer höheren Produktionsform hervorbringen. Eine ungehinderte Entwicklung der Produktivkräfte erfolgt, dass die Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte übereinstimmen. Infolge ihres dynamischen Charakters geraten die Produktivkräfte auf einer bestimmten Stufe ihrer Entwicklung mit dem gegebenen Produktionsverhältnissen in Konflikt, letztere werden aus Entwicklungsformen der Produktivkräfte zu deren Fessel. Die Lösung dieses Widerspruchs erfordert die Liquidierung der bestehenden und die Schaffung neuer Produktionsverhältnisse, die dem erreichten Entwicklungsstand der Produktivkräfte entsprechen. Der Konflikt zwischen den Produktivkräften und den Produktionsverhältnissen wird in den antagonistischen Klassengesellschaften zum Konflikt feindlich gegenüberstehender Klassen, da die herrschende Klasse die überlebten Produktionsverhältnisse verteidigt und die fortschrittliche Klasse um deren Beseitigung kämpft. Dieser Konflikt wird durch soziale Revolutionen gelöst. Die bisherige Entwicklungsgeschichte der menschlichen Gesellschaft ist zugleich Ausdruck des Wirkens des Gesetzes. So war die Ablösung der Produktionsverhältnisse der Urgesellschaft durch die Sklavenhaltergesellschaft eine notwendige Voraussetzung für eine weitere Entwicklung der Produktivkräfte. Die ständige weitere Vervollkommnung der Produktivkräfte geriet wiederum in Widerspruch zur Sklavenhaltergesellschaft. Durch die Entstehung der feudalen Produktionsverhältnisse wurde dieser Widerspruch gelöst, bis auch sie die Entwicklung der Produktivkräfte wieder hemmten. Die Ablösung der feudalen durch kapitalistische Produktionsverhältnisse stellte für eine bestimmte Zeit die Übereinstimmung zwischen dem Charakter der Produktivkräfte und der Produktionsverhältnisse her und gab Raum für eine schnelle Entwicklung und der Vergesellschaftung der Arbeit. Im Laufe der Entwicklung geriet aber der gesellschaftliche Charakter der Produktivkräfte in zunehmendem Maße in Widerspruch mit den kapitalistischen Produktionsverhältnissen (Erscheinungen dieses Widerspruchs: Krisen, nichtausgelastete Kapazitäten, Arbeitslosigkeit Vernichtung von Produktivkräften, Rüstungsproduktion, ungleichmäßige Entwicklung). Obgleich sich im Rahmen der kapitalistischen Produktionsweise auch verschiedene Seiten der Produktionsverhältnisse verändern und weiterentwickeln (Monopole, staatsmonopolistischer Kapitalismus) verlangen die moderneren Produktivkräfte immer stärker die Beseitigung kapitalistischer Produktionsverhältnisse überhaupt. Das Gesetz setzt sich jedoch nicht im Selbstlauf durch.“ [Ökonomisches Lexikon; S. 781, Verlag die Wirtschaft Bd. 1;1967].

Und die BGF schreibt:
„Aus dem Gesetz folgt, dass eine subjektiv bzw. objektiv begründete Nichteinhaltung dieses Gesetzes hinreichende Bedingung für den Untergang ökonomischer Gesellschaftsformationen ist“ [Sozialismus gab es nie!; S. 22-23, Eine Bedingung heißt hinreichend, wenn die das Bedingte notwendig nach sich zieht]. Nach dem oben genannten Gesetz (Marx-Zitat über den Untergang der Gesellschaft) müsste es bei einem angenommenen Sozialismus zu einer vollen Entwicklung der Produktivkräfte gekommen sein und dann müssten höhere kapitalistische Produktionsverhältnisse daraus entstanden sein.

Da aber der Kapitalismus objektiv betrachtet keinen absoluten gesellschaftlichen Fortschritt mehr realisieren kann, kann es gar nicht so gewesen sein, dass der Widerspruch zwischen den Produktionsverhältnissen und den Produktivkräften (und hier insbesondere der Hauptproduktivkraft Mensch) gelöst wurde [vgl. ebenda S. 23]. Wenn dies aber nicht eingehalten wurde, so kann es sich nicht um Sozialismus gehandelt haben, da das sozialistische System die ständige Lösung dieses Hauptwiderspruchs verlangt und als Bedingung hat [vgl. ebenda; S. 25]. Die BGF schreibt: Sozialistische Gesellschaftssysteme können „nur Systeme sein, welche eine Einhaltung des Gesetzes von der Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter und Entwicklungsniveau der Produktivkräfte, d.h. eine ständige Lösung des Hauptwiderspruchs zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen gewährleisten“ [ebenda; S. 25].

Es muss geschlussfolgert werden, dass der Sozialismus ein System sein muss, dass auch mit Störgrößen (störenden Faktoren/ negativen Einflüssen/ störenden Reizen) umgehen kann, diese quasi wirkungslos (regulierbar) machen kann [vgl. sinngemäß ebenda S.26]. Wenn dies nicht der Fall war, bei Ausnahme von bestimmten Sonderbedingungen, die ich in diesem Beitrag nicht behandelt werde, kann es sich nicht um ein sozialistisches System gehandelt haben!


Übergangsperiode = Sozialismus?
Wie kommst Du darauf, dass die gesellschaftliche Umwälzung von Kapitalismus zum Sozialismus in einem „relativ kurzen“ Prozess geschieht? Lenin ging z.B. von einem langen Prozess aus und er unterschied meiner Meinung nach auch die Übergangsperiode vom Sozialismus (für Dich ist der Sozialismus ja die Übergangsperiode).

Lenin schreibt was er unter Übergang versteht:
„Was aber bedeutet das Wort Übergang? Bedeutet es nicht in Anwendung auf die Wirtschaft, dass in der betreffenden Gesellschaftsordnung Elemente, Teilchen, Stückchen SOWOHL des Kapitalismus ALS AUCH des Sozialismus vorhanden sind? Jeder wird zugeben, dass dem so ist.“ [LW Bd. 27; S. 328, Über „linke“ Kinderkrankheit und über Kleinbürgerlichkeit 1918, Hervorhebungen wie im Original, da aber schräg gedruckt].

In der selben Schrift stellt er auch fest, dass die Sowjetunion keinesfalls bereits sozialistisch ist und wendet sich damit gegen die „linken Kommunisten“ wie er sie nennt: „Ist es denn nicht klar, dass wir im MATERIELLEN, ökonomischen, produktionstechnischen Sinne noch nicht die „Vorstufe“ des Sozialismus erreicht haben? Und dass wir anders als über diese, von uns noch nicht erreichte „Vorstufe“ nicht zur Tür des Sozialismus hineingehen können?“ [ebenda; S. 335, Hervorhebungen wie im Original, Unterstreichung von mir].

Und auch 1919 geht Lenin davon aus, dass man sich noch in der Zeit des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus befindet. [vgl. LW Bd. 29; S. 411, Die große Initiative; 1919].
Oder an anderer Stelle:
„Der Übergang vom Kapitalismus zur sozialistischen Ordnung ist von einem langwierigen und hartnäckigen Kampf begleitet. Die russische Revolution musste, nachdem sie den Zarismus gestürzt hatte, unentwegt weiterschreiten, durfte sich nicht auf den Sieg der bürgerlichen Revolution beschränken“ [LW Bd. 26; S. 438, Rede über die Auflösung der konstituierenden Versammlung in der Sitzung des gesamtrussischen Zentralexekutivkomitees, 1918]. (An dieser Stelle möchte ich nicht verheimlichen, dass ich nicht der Auffassung bin, dass in der Sowjetunion eine sozialistische Übergangsperiode stattgefunden hat)
„Die Diktatur des Proletariats ist eine unbedingte Notwendigkeit beim Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus, und in unserer Revolution hat diese Wahrheit ihre volle praktische Bestätigung gefunden.“ [LW Bd. 27; S. 308, Sechs Thesen über die nächsten Aufgaben der Sowjetmacht, 1918]. Insbesondere der zweite Satzteil ist hier wichtig, der uns zu dem Schluss kommen lassen muss, dass Lenin hier von einem Gesetz ausgeht, das sich in Russland bestätigt hat. Ein zweiter Hinweis von Lenins Antwort auf eine solche Frage finden wir im folgenden Zitat.
„Theoretisch unterliegt es keinem Zweifel, dass zwischen dem Kapitalismus und dem Kommunismus eine gewisse Übergangsperiode liegt, die unbedingt Merkmale oder Eigenschaften dieser beiden sozial-ökonomischen Formationen in sich vereinen muss. Diese Übergangsperiode kann nur eine Periode des Kampfes zwischen dem sterbenden Kapitalismus und dem entstehenden Kommunismus oder, mit anderen Worten, zwischen dem besiegten, aber noch nicht vernichteten Kapitalismus und dem geborenen, aber noch ganz schwachen Kommunismus sein.
Nicht nur dem Marxisten, sondern jedem gebildeten Menschen, der einigermaßen mit der Entwicklungstheorie bekannt ist, sollte die Notwendigkeit einer ganzen historischen Epoche, die diese Merkmale der Übergangsperiode aufweist, ohne weiteres klar sein. Und doch zeichnen sich alle Betrachtungen über den Übergang zum Sozialismus, die wir von den gegenwärtigen Vertretern der kleinbürgerlichen Demokratie zu hören bekommen […] durch völliges Ignorieren dieser augenscheinlichen Wahrheit aus. Es gehört zu den Eigenschaften der kleinbürgerlichen Demokraten, dass sie den Klassenkampf verabscheuen, dass sie davon träumen, ohne ihn auszukommen, dass sie bestrebt sind, auszugleichen und zu versöhnen, die scharfen Kanten abzuschleifen.“ [LW Bd. 30; S. 91-92, Ökonomik und Politik in der Epoche der Diktatur des Proletariats; 1919].
Wer nun glaubt, dass der Sozialismus, der hier beschriebene Übergang sei, der sei darauf hingewiesen, dass Lenin im Verlauf des Zitates klar vom „Übergang ZUM Sozialismus“ spricht.

Die Übergangsperiode muss, laut Lenin auch keineswegs eine kurze Sache sein: „Dieses Ziel kann nicht auf einmal verwirklicht werden, es erfordert eine ziemlich lange Übergangsperiode vom Kapitalismus zum Sozialismus, einmal deshalb, weil die Neuorganisation der Produktion eine schwierige Sache ist, dann auch deshalb, weil man für radikale Änderungen auf allen Gebieten des Lebens Zeit braucht, und schließlich deshalb, weil die gewaltige Macht der Gewöhnung an kleinbürgerliches und bürgerliches Wirtschaften nur in langem, beharrlichem Kampf überwunden werden kann. Deshalb spricht Marx auch von einer ganzen Periode der Diktatur des Proletariats als der Periode des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus [Fußnote in LW = Siehe Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms, in Karl Marx/ Friedrich Engels, Werke Bd. 19, S. 28].“ [LW Bd. 29; S. 377, Gruß an die ungarischen Arbeiter 1919].
Ich habe dies hier angeführt um ein Missverständnis aufzuräumen. Damit unterschreibe ich nicht jeden Satz den ich hier von Lenin zitiert habe! Mir geht es darum ihm nicht zu unterstellen, er habe unter Sozialismus die Übergangsperiode verstanden (auch wenn es missverständliche Zitate von ihm zu dieser Frage gibt). Hier noch ein eindeutiges:
„Ferner sagt Gen. Rykow, dass es eine Übergangsperiode zwischen Kapitalismus und Sozialismus nicht gebe. Das stimmt nicht. Das heißt mit dem Marxismus brechen.“ [LW Bd. 24; S. 235; Siebte Gesamtrußische Konferenz der SDAPR(B); 1917].

In den Stalin-Werken finden wir einen Hinweis, dass die KPdSU „erst“ 1930 davon ausging, im Sozialismus zu sein. „Es ist klar, dass wir die Übergangsperiode im alten Sinne des Wortes bereits hinter uns haben und dass wir in die Periode des direkten und vollentfalteten sozialistischen Aufbaus an der ganzen Front eingetreten sind. Es ist klar, dass wir bereits in die Periode des Sozialismus eingetreten sind, denn der sozialistische Sektor hält jetzt alle wirtschaftlichen Hebel der gesamten Volkswirtschaft in seinen Händen, obwohl es noch weit ist bis zur Vollendung der sozialistischen Gesellschaft und bis zur Beseitigung der Klassenunterschiede.“ [SW Bd. 13; S. 5, Schlusswort zum politischen Rechenschaftsbericht des ZK; Juli 1930] Dass sie in dieser Einschätzung irrte, darüber diskutieren wir ja gerade. Und diese Diskussion ist auch wichtig. Denn wollen wir eine wirkliche System-Alternative anbieten, so müssen wir auch beweisen, dass es bisher noch kein solches System gegeben hat.
Ben Geiger

Re: Wir brauchen eine Radio oder Fernsehstation.

Abgeschickt von Hermann Hesse am 25.07.2012 15:03
@Tobi

Ich unterstellte sämtlichen "linken" Organisationen Trägheit hinsichtlich ihrer politischen Aktivitäten im Internet. Es findet kein aktiver Dialog statt und wenn dann eben in Foren wie diesem hier, nur eben sehr minimal und sporadisch. So ist keine Umwälzung der Verhältnisse erreichbar, weil man ja nicht einmal in Kontakt mit Millionen Menschen kommt und mit ihnen über die eigentlichen Schwierigkeiten der Ökonomie ins Gespräch gerät. Die tägliche Parteiarbeit sollte wesentlich mehr Öffentlichkeit insbesondere im Internet erfahren, damit sich wenigstens die Neugierigen mal ein realistisches Bild verschaffen können. Wie gesagt, Youtube bietet diese Möglichkeit. Die MLPD könnte wöchentliche Informationssendungen zu aktuellen Themen machen, dies würde ich als moderne Parteiarbeit betrachten.

Man soll ruhig über die DDR diskutieren, aber das was heute passiert ist eben auch von großer Bedeutung, weil gegenwärtig sehr viel Unrecht geschieht und wenig Gegenwind von der Opposition diesbezüglich kommt. Man hört nichts von den linken Gruppen, Parteien usw. Die sind alle so handzahm und begnügen sich mit ein paar Parolen, Demos und Artikel, sowas führt zu nichts.

Im Internet kann man mit Pseudonymen arbeiten. Wenn der Verfassungsschutz beim Arbeitgeber "ausplaudert" wo man politisch aktiv ist, sollte man dagegen Strafanzeige erstatten, schliesslich ist die MLPD eine erlaubte und damit demokratische Partei, auch aus Sicht des bürgerlich-kapitalistischen Staates. Wenn man aus derartigen Repressalien Rückhaltung übt, dann hat der "Klassengegner" gewonnen, weil somit keine Kommunikation über die Vorstellungen der MLPD stattfindet. Keine Kommunikation = Keine Diskussion = Keine Opposition = Keine Bewusstseinswerdung über die Zustände in der breiten Bevölkerung = Keine Umwälzung des Kapitalismus. Jeder der MLPD Mitglied geworden ist, musste sich doch schon vorher im klaren darüber sein, dass das als Kampfansage gegen den Kapitalismus zu verstehen ist, natürlich schmeckt das keinem Kapitalisten, genau so soll es doch sein!

Die Menschen lassen bloss hier und da Dampf ab, sie identifizieren sich weiterhin mit dem Kapitalismus, dem Arbeitswahn, dem Staat usw. Man sieht es an den Forderungen von Occupy, S21 oder in Gorleben, da ist nicht viel revolutionäres zu hören, vielmehr wollen die Protestler ernstgenommen werden und zwar von den bürgerlichen Parteien, die allesamt für die Zustände verantwortlich sind, wogegen protestiert wird. Diese Demonstrationen sind bloss plakativ und ohne Substanz, deswegen sacken sie nach ein paar Wochen oder Monaten wieder in sich zusammen. Die Menschen protestieren bloss gegen einzelne Missstände ohne den Zusammenhang mit dem Kapitalismus und sich selbst zu sehen, deshalb ihre Appelle an die Politik und den Staat. Somit kommen sie gar nicht auf die Idee sich mal den Sozialismus näher anzusehen.

Die herrschende Meinung kann angegriffen werden mit den unkontrollierbaren Medium Internet. Die fehlende marxistische Perspektive kann also mit dem Internet den Menschen näher gebracht werden, die meisten wissen nämlich gar nicht was Marx im Einzelnen genau wollte oder kritisierte. Das Reformen nicht immer zum Sozialismus führen zeigt die Geschichte der SPD oder die der Gewerkschaften, keine Frage. Aber gleichzeitig sind weder Krisen noch Revolutionen ein Garant für Sozialismus, denn aufgrund von Krisen kamen die Nazis an die Macht oder die Stalinisten mit ihren Gulags. In jedem Fall ist die ständige Kommunikation der marxistischen Perspektive notwendig, weil sie das stärkste Mittel gegen solche Entwicklungen ist. Die Menschen müssen lernen sich damit zu befassen, weil sie dadurch die Grundlagen zur Befreiung und Emanzipation ihrer Person verstehen können. Allein diese Entwicklung wird viele Jahrzehnte in Anspruch nehmen, da die Sozialisation über Jahrzehnte im Kapitalismus vollzogen wurde.

Auf Basis von Ploneboard
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Literaturtipps

Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?

Katastrophenalarm! Immer mehr lokale und regionale ökologische Katastrophen drangsalieren die Menschheit. Sie kennzeichnen einen Prozess des beschleunigten Umschlags der Umweltkrise in eine globale Umweltkatastrophe.

Weil ihre Hauptursachen in der kapitalistischen Profitwirtschaft liegen, erfordert die Umweltfrage heute einen gesellschaftsverändernden Kampf. Dazu brauchen wir eine neue Umweltbewegung, die einen klaren Trennungsstrich gegen den imperialistischen Ökologismus zieht, sich organisiert, kämpferisch, zielstrebig und weltumspannend gegen die mutwillige Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen durch die Herrschenden Front macht.

So ist das Buch ausdrücklich eine Streitschrift, die sich in die Strategiedebatte um die Lösung der Umweltfrage einmischt und unmissverständlich positioniert.

 

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