Demokratieverständnis der MLPD

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Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Alexander am 26.04.2011 15:16
Würde gern von der MLPD oder ihren sympatisanten wissen, wie man sich das Demokratiemodell im "wahren Sozialismus"(dem Ziel der MLPD) vorzustellen hat.
Am besten so detailliert wie möglich :)

mfg alex

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Jutta am 30.04.2011 15:34
Fangen wir doch zuerst an die Fakten zu benennen, die zu westlicher Demokratie gehören:

- Hitler-General Reinhard Gehlen FHO (Fremde Heere Ost) hat in der BRD die org-gehlen (Vorläufer des BND) aufgebaut. Ein Mensch der Foltergeständnisse (auf Mikro-Film) sammelte, hat für diese Aufgabe ausschließlich Nazi-Kameraden rekrutiert.

- Im Zuge der Affäre um Gladio wurde in Italien (1990) aufgedeckt, dass die Bombenanschläge in Rom, Bologna und andere auf das Konto von Rechtsradikalen ging; und nicht wie 16 Jahre lang fälschlich behauptet von Anhängern der roten Brigaden ausgeübt wurde.
Das schleppende Aufklären nach vielen Jahren wird nicht zuletzt an der Tatsache liegen, dass NATO-Sprengstoff zur Anwendung kam. (Analogien mit dem teilweise unaufgeklärt gebliebenen Bomben-Attentat auf dem Oktoberfest sind auffallend.)
Mit dem Gladio-Skandal wurde für einen kurzen Moment publik: In ganz Europa war und ist Terror ein Instrument der Politik.

- Demokratie? Wo eine Frau von der Leyen auf diktatorische Art und Weise für erwachsene, mündige Menschen Tabak- und Alkoholabstinenz bestimmt, weil diese Alg-II beziehen?

- Zitat von Michael Rogowski am 16.12.2004 auf PHOENIX: Am 09.11.1989 haben wir mit der Maueröffnung auch die Abrissbirne gegen den Sozialstaat in Position gebracht.
Hartz V bis Vlll werden demnächst folgen. Es ist Klassenkampf und es ist gut so, dass der Gegner auf der anderen Seite kaum wahrzunehmen ist. Zitat Ende
Demnach war der Sozialstaat nur ein Trick, eine Wohlstands-Täuschung - wie Parlamentarismus Demokratie vorgaukeln soll - um die Massen vom Sozialismus fern zu halten.

Nicht zu vergessen ein weiteres Markenzeichen westlicher Demokratie: die Existenz von FOLTERknästen wie Guantánamo, Diego Garcia, Bagram (Afghanistan) und viele namenlose dazu.

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Frank Liesche am 01.05.2011 07:27
Kurz dazu.Wenn es den veröffentlich werden sollte.Von einigen Moderatoren
wahrscheinlich nicht.
Dennoch.Es gibt nur eine Demokratie.Keine Modelle oder selbsterstellte Varianten.
Jede andere Auslegung,von wem auch immer,sind willkürlich/befohlen oder gar diktiert.
Also null und nichtig.Auch eine ander "Demokratie",von seiten der MLPD,wäre eine nicht
gerechtfertigte Auslegung.
Mit sozialistischen Gruß

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Wolfgang am 01.05.2011 23:51
Wenn man dem letzten Beitrag von Frank hier folgt, scheint ja ein DENKVERBOT der wichtigste Bestandteil der Demokratie zu sein *lach* …………..

Aber zur aufgeworfenen Frage von Alexander!

VORDERGRÜNDIG ist das Modell eigentlich einfach. Es werden nicht mehr alle grundlegenden gesellschaftliche Fragen im Sinne des Monopolkapitals gelöst, sondern im Sinne des Menschen, der von seiner Arbeitskraft lebt, daher kommt auch der Begriff der „Diktatur des Proletariats“ , der jedem bürgerlichen Ideologen „das Blut in den Adern gefrieren lässt“.
Die Diktatur des Monopolkapitals funktioniert ja meist so, das bei allen Dingen, die missliebig sind, die richtigen Geldhähne zugedreht werden, sodass dann diese Dinge als schöne Idee von ja sogar sympathischen Spinnern erscheinen, die in der harten ökonomischen Realität aber nicht zu verwirklichen sind.
Jedem fallen dazu bestimmt auf Anhieb einige Beispiele ein.
Platzt aber wie vor wenigen Jahren ein großer Schwindel von Teilen des internationalen Monopolkapitals (Finanzkrise), so werden die Schwindler nicht etwa verurteilt, sondern mit Staatshilfe wird die gesamte Gesellschaft verurteilt, unter Aufbietung von Steuergeldern den Schwindel Wahrheit werden zu lassen.
Das wird sich im wahren Sozialismus ändern!

Ich bin ja ein Anhänger der These, dass es keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten gibt.
Aber es gibt schon Fragen, die deutlich machen, dass der Fragende nicht nachdenken mag.
Es geht um die bewusste Gestaltung der Zukunft im gesellschaftlichen Maßstab.
Wenn Du die Frage nach der Gestaltung der PERSÖNLICHEN Zukunft aufwirfst, so erwartest ja wohl auch nicht, dass Dir jemand ein Modell malt, was Du alles zu tun und zu lassen hast in Deinem Leben.
Die bewusste Gestaltung der Zukunft auf GESELLSCHFTLICHEN Ebene ist demgegenüber natürlich wesentlich komplexer.
Es liegen aber einige Erfahrungen vor, die beim begonnen Aufbau des Sozialismus gewonnen wurden – positive und negative.
Ein Punkt scheint mir beispielsweise zu sein, das jeder, der eine Wahlfunktion ausübt, seinen Wählern verpflichtet ist, bis hin zur Abberufbarkeit, nicht nur angeblich nur dem Gewissen, wobei dann vor jeder Abstimmung im Parlament der Fraktionschef ansagt, wie das Gewissen auszusehen hat, es sei denn , aus der Lobbyarbeit heraus ist es schon vorbelastet ……

Man kann und darf da also nicht von irgendeinem statischen Modell ausgehen, sondern es Erfolg eine stetige Entwicklung mit dem gesellschaftlichen Fortschritt.



Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Jens-Uwe Springer am 02.05.2011 11:46
Frank Liesche klärt uns auf:

>>Es gibt nur eine Demokratie. Keine Modelle oder selbsterstellte Varianten.<<

Mal was neues oder ??

Meines Wissens ist jede Demokratie zunächst auch Klassengebunden.
So sprechen wir heute in der BRD entsprechend von einer bürgerlich-parlamentarischen Demokratie, wo den Massen der Schein vorgespielt wird, sie könnten mit Hilfe des Stimmzettels über wirkliche Veränderungen und die Machtverhältnisse bestimmen, wo doch tatsächlich die Macht vom Monopolkapital ausgeübt wird, der sich den Staat vollkommen unteordnet hat und mit ihm verschmolzen ist.

Wo ist die Rechenschaftspflicht, die Kontrolle und die Möglichkeit jederzeit die gewählten wieder abzusetzen falls sie ihre Versprechen nicht erfüllen ???

Das wären aber sehr wichtige und unabdingbare Besatndteile einer proletarischen Demokratie.

Während wir hier in der BRD unter einer DIKTATUR der MONOPOLE leben, d.h. wo eine Minderheit über die Mehrheit herrscht, steht die MLPD für eine DIKTATUR des PROLETARIATS, wo die Mehrheit über eine Minderheit herrscht.
Sich also Demokratie vorzustellen ohne danach zu fragen welche Klasse die Macht hat
verwandelt den Begriff der Demokratie in eine leere Phrase.
Es empfielt sich das Buch "Lehren aus dem sozialistischen Aufbau in der Sowjetunion" beim VNW zu erwerben, wo sehr ausführlich und detailiert die Fragen der Macht und der Kontrolle behandelt werden.

beste Grüße
Jens-Uwe

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Alexander am 02.05.2011 12:43
@ Frank
Wenn man die Demokratie nur als theoretisches Ideal bestimmt dann bekommt die Suche nach Modellen die diesem nahe kommen schon eine Bedeutung und damit natürlich auch eine Berechtigung. (auch in deren Dekleration als "Demokratiemodell")
Der absolute Demokratiebegriff wird damit zu einem Relativen und dadurch gerechtfertigt.


@ Jutta

Zu einem beschreibt dein Beitrag nicht im geringsten das westlichen Demokratieverständnis sondern, wenn überhaupt, dessen Grundlage der Doppelmoral. Aber auch da würde es bei weitem bessere Beispiele geben.
Was du machst ist, in anbetracht des gewählten Themas, nicht mehr als eine sinnlose Aufzählung von, meist juristischen, Ungereimtheiten.
Probleme dieser Art fänden sich auch in dem maoistischen und stalinistischen Zeiten sowie in praktisch allen Staaten die sich, zurecht oder unrecht, dem Marxismus-Leninismus verschrieben. Und auch da würde es den eig Kern des Themas verfehlen.
Oder einfacher gesagt: was hat dein Beitrag mit dem Demokratieverständnis der MLPD zu tun?
Nichts.
Daher besteht meine Frage natürlich weiterhin, wobei die "Trägheit" des bisherigen "Antwortwillens" schon auf vieles schließen lässt.
Es wäre traurig wenn das Demokratieverständnis der MLPD sich einzig und allein in den genannten Punkten widerfindet.

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Horst am 02.05.2011 20:04
Verehrte Jutta,

leider haben Sie die in dieser Rubrik aufgeworfene Frage nach dem Demokratieverständnis der MLPD nicht beantwortet. Also, was sollte dann Ihr Beitrag in diesem Forum ???
Die Demokratiedefizite des Kapitalismus sind allen hier hinlänglich bekannt - jetzt geht es darum, die politischen Alternativ-Konzepte der MLPD zu erörtern.
Ich darf Sie bitten, sich dazu zu äußern.

Mit freundlichen Grüßen

Horst

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Alexander am 03.05.2011 15:06
@ Wolfgang

Ja, da geh ich in den meisten Punkten mit(besonders die des Imperativen Mandats etc, die du ja mehr oder weniger ansprichst) nur besteht meiner Meinung nach eine große Gefahr darin, sich dieser Frage zuschnell mit dem Verweis darauf, das aus der kommenden Gesellschaft sich schon eine geeignete Form heruasbilden wird, zu entledigen.
Möchte bevor ich weiter darauf eingehe aber erstmal feststellen das du einer derjenigen in diesem Forum zu sein scheinst, mit dem ein Konsens in dieser Frage, zumindest auf Teilebenen, möglich ist. ^^

Ich habe dieses Thema vorallem geöffnet, weil ich in diesem Forum lesen musste, das der "demokratische Zentralismus" das Demokratiemodell aller Marxistisch-Leninistischen Parteien sei. Unter anderen wurde gesagt das im "wahren Sozialismus" zwar jeder seine Meinung sagen könne, aber "rumquatschen" unterdrückt werden sollte und es deswegen nötig sei, einheitliche Entscheidungen zu treffen. Kurz um hat es sich sehr nach dem typischen Phrasen eines Einparteiensystems angehört, wobei dann nun meine ganz klare Frage ist: Ist das das "Ziel" der MLPD? ein Einparteiensystem?

Ich habe meine Vorbehalte gegenüber diesem. Außerdem birgt allein diese Aussage, sowie auch deine, die Gefahr der gesellschaftlichen Stagnation und der Bürokratiesierung des Staatsapparats statt seiner langsamer aber stätigen Überwindung.
Auch die Formulierung der "Diktatur des Proleteriats"(wobei die Diktatur nochmal von Jens-Uwe herausgehoben wurde) ist mehr als ungünstig meiner Meinung nach. Zum einen habe ich dies als eine art Metapher, im Sinne der Linkssozialisten, interpretiert, zum anderen birgt auch diese Begriff wieder die Gefahr von genau der Annahme der "Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit" auzugehen, was schon an sich suggeriert das die Rechte der Minderheit eingeschränkt sind bzw dadurch gerechtfertigt werden könnte.(Den Verweis das zur Zeit sogesehen die Mehrheit eingeschränkt/unterdrückt ist, muss ich eig nich geben, da sollten wir uns hier einig sein)
Auch diese Annahme kommt nicht von ungefähr sondern auch dort gibt mir die Geschichte recht(sowohl unter Stalin als auch davor und danach), nicht von ungefähr schrieb Rosa Luxemburg ja auch ""Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei - mögen sie noch so zahlreich sein - ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden. Nicht wegen des Fanatismus der »Gerechtigkeit«, sondern weil all das Belebende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die »Freiheit« zum Privilegium wird."

Außerdem glaube ich, das liegt aber sich in der fehlerhaften Grundanahme des ML begründet, das es falsch wäre, das "Proleteriat" als homogene und dadurch interessensgleiche Masse zu sehen.
Lehnt man dieses Denken ab, auch wenn nur für einen kurzen Moment, ergibt die Aussage der "Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit" keinen Sinn mehr, da nicht mehr klar ist, wer die Interessensmehrheit ist.
Diese Grundanahme, das das "Klasseninteresse" auch im Sozialismus weiterhin besteht halte ich für falsch und trifft auch in der Realität immer wieder auf Widerstand und damit auf seine Grenze.


Hier also meine nächste Frage, inwieweit die MLPD anti-authoritäre Demokratiemodelle gutheißt oder auch die bolivarische Verfassung(welche natürlich noch ihre Kanten hat)?

gruß


Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Christian am 03.05.2011 15:12
Was mich -ehrlich gesagt- bei zahlreichen Leuten, die sich hier als Marxisten, Leninisten, Sozialisten, ... bezeichnen, extrem stört, ist, dass sie zwar sehr wortreich die Fehler und Schwächen des kapitalistischen Gesellschaftsmodells anprangern, sich aber so gut wie NIE dazu äußern, was die MLPD politisch und gesellschaftlich besser machen würde.

Es ist leicht, zu meckern, zu bemängeln und zu kritisieren. Viel schwerer ist es aber offenbar, Lösungskonzepte für die aktuellen Probleme zu benennen und klar zu sagen, wie sozialistische Politik auf den Gebieten Wirtschaft, Finanzen, Bildung, Umwelt, innere Sicherheit, Verteidigung, ... konkret aussieht.

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Stefan am 03.05.2011 18:59
Hallo Alexander,

dein letzter Beitrag ist mir als Nicht-Intellektueller ein bißchen zuviel theoretisches Gesabbel: wo ist dein Bezug zur Praxis? wieso gehst du nicht u.a. auf die Ausführungen von Jens-Uwe ein? = da wird`s dann nämlich auch konkret, eine über den Klassen stehende "absolute Demokratie", was soll das sein? Wenn du die klassenlose Gesellschaft, den Kommunismus, meinst, sicher, das ist das strategische Ziel, nur so einfach kannn man es sich mit Demokratie, mit Theorie und Praxis, mit der Diktatur des Proletariats als notwendige historische Etappe nicht machen!
Es gibt im Sozialismus (um den geht es dir doch, oder?), keine absolute Demokratie, keine Freiheit für jeden, dies würde den gerade im Sozialismus harten, langwierigen klassenkampf leugnen. Jeder Sozialist weiss, es geht um Diktatur, nur mit dem Unterschied zu heute, um die Diktatur der großen Mehrheit über eine kleine Minderheit, nichts desto trotz, sie ist unbedingt notwendig, dies ist nicht nur Theorie, dies sind auch die Erfahrungen der (geschichtlichen) Praxis!

Gruß

Stefan H.

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Hermann am 03.05.2011 21:08
Das Programm der MLPD sagt in Kapitel D, 6. Abschnitt, auf Seite 37/38 folgendes:
"Der Sozialismus stellt eine Übergangsgesellschaft vom Kapitalismus zum Kommunismus dar. Zur Erreichung ihrer kommunistischen Ziele organisiert die Arbeiterklasse mit der Diktatur des Proletariats den Klassenkampf im Sozialismus und praktiziert den proletarischen Internationalismus. Ihre Hauptaufgabe besteht zunächst in der Unterdrückung des Widerstands der Kapitalisten und der Beseitigung aller Grundlagen ihrer Existenz als Klasse. Es geht darum, die Demokratie für die breiten Massen zu entwickeln und zu wahren. So lange stehen die politischen und militärischen Kampfformen im Vordergrund, wobei der ideologische Kampf der führende Faktor ist. Es ist notwendig, zunächst einen neuartigen Verwaltungsapparat mit einer entsprechenden Bürokratie zu schaffen. Damit diese gesellschaftlichen Aufgaben im Dienst der Massen durchgeführt werden, muss die sozialistische Gesellschaft ein System der Selbstkontrolle verwirklichen. Der Klassenkampf der Arbeiterklasse muss sich auf die Kontrolle der Denkweise der Verantwortlichen in der Leitung der Wirtschaft, des Staates und der Partei beziehen. Das bringt von Beginn an das Wesen der proletarischen Diktatur zum Ausdruck: systematischer ideologische-politischer Kampf um das sozialistische Bewusstsein zur Überwindung der bürgerlichen Ideologie, in Einheit mit der sozialistischen Umgestaltung der ökonomischen Basis der Gesellschaft und der gesellschaftlichen Lebensweise."(Zitatende)

Man kann heute nicht darüber spekulieren, in welchen konkreten Formen sich die Diktatur des Proletariats auf dem Boden der BRD herausbilden wird. Bestimmt grundlegende Maßnahmen, die die siegreiche Arbeiterklasse durchführen muß, sind aber unerläßlich: Die Ersetzung der imperialistischen Bundeswehr durch eine allgemeine, direkte Bewaffnung des Vokes. Eine Armee des Vokes, die den Sozialismus gegenüber alten und neuen Ausbeutern verteidigen soll, muß straffe Führung und Disziplin mit Demokratie und Freiwilligkeit verbinden. Das schließt den Kadavergehorsam der bürgerlichen Armeen prinzipiell aus und verlangt, dass die Offiziere von den einfachen Mannschaften jederzeit kritisiert werden können. Vergünstigungen und Sonderrechte für Offiziere werden abgeschafft. Lohnsteuern und Massensteuern werden abgeschafft. Die Mittel für die Aufgaben des Staates (Sozialversicherung, Kultur, Infrastruktur usw) werde durch die Betriebe erwirtschaftet. Auch die Kirchensteuer entfällt. Die Religionsfreiheit wird gewährleistet, aber sie ist Privatsache. Die Kirchenmänner sollen sich nach dem Vorbild ihrer frühen Vorgänger vor 2000 Jahren von den Almosen ihrer Gläubigengemeinde ernähren.
Sicherlich braucht man auch gewählte Leitungen und Organe, die Entscheidungsbefugnisse haben, was durchgeführt wird. Aber diese Leitungen müssen wählbar und absetzbar sein. Sie müssen den Gremien, die sie gewählt haben, jederzeit rechenschaftspflichtig sein, müssen öffentlich Kritik und Selbstkritik üben und falls sie nicht im gleichen Maße an der produktiven Tätigkeit beteiligt werden und ihre Funktion hauptamtlich oder teilhauptamtlich durchführen, darf die Entlohnung für ihre Funktion einen durchschnittlichen Arbeiterlohn nicht überschreiten.
Die sozialistische Demokratie ist wesentlich davon bestimmt, dass die ausführenden und gesetzgebenden Organe nicht getrennt sind wie im bürgerlichen Staat, sondern dass sie eine Einheit bilden. Das heißt, diejenigen, die die Beschlüsse fassen, müssen sie auch mit durchführen. Das bedeutet einerseits breite Beteiligung der werktätigen Massen an der Beschlußfassung und Gesetzgebung und umgekehrt breite Beteiligung der Massen an der Verwaltung und Verwirklichung der Gesetze in der Praxis.

Das soll fürs erste als Anstoss für eine Diskussion über die sozialistische Demokratie von mir aus reichen!

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Stefano am 04.05.2011 13:05
"Ihre Hauptaufgabe besteht zunächst in der Unterdrückung des Widerstands der
Kapitalisten und der Beseitigung aller Grundlagen ihrer Existenz als Klasse."

Hinter diesen Satz stecken aber Menschen. Was bedeutet konkret "Beseitigung"?
Ich mein ja nur, denn in Sowjetrußland hieß der Satz "Ausrottung" der Bourgeoisie und der Kulaken. http://www.comlink.de/cl-hh/m.blumentritt/agr192s.htm

Gruß
Stefano

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Alexander am 04.05.2011 14:02
@ Stefan

Ich bin auf Jens-Uwe eingegangen, besonders im letzten Abschnitt.
Noch einmal:
Wenn ihr davon sprecht eine "Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit" einzurichten, dann liegt das Problem darin die Mehrheit, welche ihr ein "Klasseninteresse" unterstellt, zu definieren. Ihr macht es euch einfach und definiert diese Mehrheit als "Proleteriat"(Arbeiterklasse wenn man so will). Dies setzt aber in der Praxis(und diese Diskussion hast du gefordert) vorraus das sie auch ein einheitliches Interesse ("Klasseninteresse") hat.
Das heißt es müsse eine einheitliche und homogene Masse sein, nur dann und auch nur unter bestimmten bedingungen, hätte -eine- Partei die legitimation im Namen dieser Klasse zu agieren.

Jetzt möcht ich gern konkret werden aber weiß immer noch nicht wie ich mir diese Demokratie nur vorzustellen habe. Ein "Parlamentarismus" in dem verschiedene Parteien eine Rolle spielen? Oder nur die MLPD während alle anderen Parteien verboten werden?

Gehen wir mal vom zweiten aus.

1.Was passiert wenn die führenden Gremien und ein Teil "der werktätigen" für den Bau eines Bahnhofs(warum auch immer) ist, ein größerer Teil "der Werktätigen" aber gegen den Bau ist?
2. Wie sieht es mit der Presse,TV und Radio aus? Wer kontrolliert diese? Mitglieder Partei? die "Werktätigen"? wie kontrollieren sie diese? Welche Mechanismen soll es geben. Wie ist eine differenzierte Berichterstattung möglich.
3. Habe ich gelesen Legislative und Exekutive bilden eine Einheit. Bedeutet das dann, das die "Regierung" praktisch ihre Gesetze selbst schafft und, da keine Kontrolle besteht, defacto alles machen kann?
Natürlich redet ihr von Kontrolle durch die "Werktätigen" aber die gleiche Rhetorik gab es auch bei der SED und trotzdem wurde 1953 gemezelt. Worauf ich hinaus will ist, das diese "Regelung" allzu schnell zu Machtmißbrauch führen kann und die einzigste Kontrollinstanz die "untere Ebene" sein soll wobei die "obere Ebene" durch die möglichkeit Recht zu schaffen und durchzusetzen sich dieser schnell entledigen kann.

Hab heut nich soviel Zeit deswegen soll das erstmal genug Stoff zum Antworten sein. Mir sind aber besonders bei Hermann noch sehr viele Dinge übel aufgestoßen.

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Asmus D. am 04.05.2011 21:13
@Alexander

Ich bin kein Mitglied der MLPD und kann daher keine exakte Aussage zu deren Vorstellungen machen. Da die MLPD aber eine marxistisch-leninistische Partei ist, denke ich zum einen, dass ich trotzdem etwas dazu sagen kann, da ich zumindest nicht komplett unbedarft bin, was ML angeht (obwohl ich auf der anderen Seite auch weiß Gott kein Experte bin).

Zum anderen finde ich, dass Herrmann völlig Recht hat: wir können heute noch nicht sagen, welchen konkreten Staatsaufbau und welche konkrete Verfassung sich die deutsche Arbeiterklasse nach einer Revolution geben wird. Der kommende Sozialismus ist ein Werk der Volksmassen und nicht ein "Masterplan", der bei Stefan Engel in der Schublade liegt ;) Aber trotzdem ist es ja völlig legitim, die MLPD mal zu fragen, wie sie sich denn den Sozialismus wünscht - selbst wenn es dann eines Tages doch etwas anders kommt.

Ich möchte aber kurz auf ein paar Sachen eingehen, die du geschrieben hast.

*******
1) Der Begriff "Einparteiensystem" stammt aus der vergleichenden Regierungslehre der bürgerlichen Politikwissenschaften und trägt meiner Meinung nach hier nicht. Denn er beinhaltet, dass die Partei(en) die politische Macht ausüben und das praktisch ihr einziger Zweck ist, auch wenn sie zum Erreichen dieses Zweckes natürlich noch andere Funktionen wahrnehmen muss. Die kommunistische Partei, so wie ich sie verstehe, ist einfach die Organisation all derer, die aktiv für den Sozialismus kämpfen, und quasi für die Durchsetzung einer großen Idee eintreten. Damit ist sie eine Bewegung, die weit über die Staatsorgane hinaus präsent ist. Das ist mehr als "Partei" im Sinne des BRD-Parteiengesetzes.

Und gleichzeitig weniger: mir ist kein sozialistischer Staat bekannt, in dem man NUR als Parteimitglied Staatsgewalt ausüben konnte. Ich kenne eigentlich nur solche soz. Verfassungen (z.B. Verfassung der UdSSR von 1936), bei denen die Kandidatur an andere Kategorien (Alter, strafrechtliche Auffälligkeiten u.ä.) geknüpft war. Aber wenn die politisch Engagierten, die "Enthusiasten für den Sozialismus", bereits in der komm. Partei organisiert sind - dann ist es wenig verwunderlich, wenn diese Polit-Aktivisten auch eher geneigt sind, für politische Ämter zu kandidieren, als diejenigen, denen das alles relativ egal ist. Es wundert daher nicht, wenn viele Mandatsträger im Sozialismus gleichzeitig Parteimitglied sind - es handelt sich dabei schlichtweg um Menschen, die aktiv den Sozialismus gestalten wollen.


2) Natürlich macht die "Diktatur des Proletariats" keinen Sinn, wenn man den Begriff "Proletariat" ablehnt. Aber das tuen Marxisten-Leninisten nicht :)
Was dir wahrscheinlich zu recht auffällt, ist, dass die Aussage, es gäbe nur exakt zwei Klassen die jeweils komplett homogen seien, einfach nicht stimmt. Und da hast du vollkommen Recht! Nur: zwischen Proletariat und Bourgoisie verläuft eben die Kampflinie im Kapitalismus, deshalb sind sie die wichtigen Akteure. Natürlich gibt es gesell. Gruppen, die irgendwo dazwischen sind - höhere Angestellte, kleine Selbstständige etc.

Trotzdem gibt es ein zahlenmäßig sehr umfangreiches Proletariat, dass durchaus ein gemeinsames Hauptinteresse hat: Schluss mit der Ausbeutung! Ich denke schon, dass man den meisten Menschen (nicht nur den Proletariern) unterstellen kann, dass sie generell ein Interesse daran haben, ihre materielle Situation zu verbessern, vor allem dann, wenn sie ein Recht darauf haben.


3) Klar braucht es Freiheit für den Andersdenkenden, aber in jeder pluralistischen Theorie gilt das immer nur, solange der Andersdenkende seinen Mitmenschen nicht deren Freiheit wegnehmen will. Und aus Sicht eines Marxisten-Leninisten tuen das nun mal diejenigen, die die proletarische Revolution vermeiden oder rückgängig machen wollen. Für die kann es genausowenig Freiheit geben wie hier und jetzt für diejenigen, die die Auschwitzlüge verbreiten oder die NSDAP wiedergründen wollen. Oder seinerzeit für die Kommunisten (KPD-Verbot 1956), die selbstverständlich auch gegen die Grundsätze der kap. BRD verstiessen.
Gut - aber warum im Sozialismus keine zwanzig verschiedenen sozialistischen Parteien? Weil Sozialismus die gebündelte Kraft aller Sozialisten braucht, und nicht -zig Gruppierungen, die sich gegenseitig bekämpfen.
Du sprichst den Sachverhalt "Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit" an... Generell gilt doch für Entscheidungsfindung: ein Sachverhalt wird diskutiert, kritisiert, es werden Ideen und Probleme analysiert etc., aber irgendwann muss man eben HANDELN. Wenn man wirklich jeden Widersprüch, der auflösbar ist, irgendwie auflösen will, dann lähmt man sich komplett. Und davon hat keiner was.
*******

Sorry, dass das doch mehr wurde als gedacht. Aber noch kürzer hab ichs nicht hinbekommen. Alles, was ich geschrieben habe, ist mit Vorbehalt zu sehen und ich will hier niemanden belehren. Im Gegenteil. Aber ich war es irgendwann leid, vor jeden Satz "meiner Meinung nach...", "so wie ich das sehe..." zu schreiben. Denk dir das einfach dazu ;)

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Chris am 05.05.2011 08:00
An Frank
Die Begriffe Demokratie und Diktatur scheinen sich gegenseitig auszuschließen. Ist das wirklich so?
Der Begriff Demokratie bedeutet Volksherrschaft und stammt aus dem altgriechischen (demos – das Volk, kratein – herrschen) Wie kann man aber von Demokratie sprechen, wo über die Produktionsmittel nicht das Volk bestimmt, sondern das Finanzkapital oder der Staat? Eine solche „Demokratie“ kann nur formal sein. Sie verdeckt mit ihren verschiedenen Formen wie dem Parlamentarismus ihren tatsächlichen Gehalt: die Diktatur einer Minderheit, der Bourgeoisie und des Finanzkapitals über die ausgebeutete Mehrheit des Volkes.
Der Begriff Diktatur bedeutet unumschränkte Herrschaft, die eine Klasse über die Gesellschaft mittels des Staates in verschiedenen Formen ausübt. Die Diktatur hat also einen Klasseninhalt: Die Diktatur der Bourgeoisie ermöglicht den Kapitalisten die Unterdrückung der werktätigen Menschen zur ungehinderten Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft. In der Diktatur des Proletariats werden die früheren Ausbeuter niedergehalten; so kann eine echte Demokratie (Herrschaft des Volkes) entfaltet und die Verteilung der gesellschaftlich produzierten Güter nach dem Prinzip „jedem nach seiner Leitung“ ermöglicht werden.

zu Alexander: Hier einiges zum Thema:
„Nein. Demokratie ist n i c h t identisch mit Unterordnung der Minderheit unter die Mehrheit. Demokratie ist ein die Unterordnung der Minderheit unter die Mehrheit anerkennender Staat, d.h. eine Organisation zur systematischen Gewaltanwendung einer Klasse gegen die andere eines Teils der Bevölkerung gegen den anderen. Als Endziel setzen wir uns die Abschaffung des Staates, d.h. jeder organisierten und systematischen Gewalt, jeder Gewaltanwendung gegen den Menschen überhaupt. Wir erwarten nicht, dass eine Gesellschaftsordnung anbricht, in der das Prinzip der Unterordnung der Minderheit unter die Mehrheit nicht eingehalten würde. Doch in unserem Streben zum Sozialismus sind wir überzeugt, dass er in den Kommunismus hinüber wachsen wird und dass im Zusammenhang damit jede Notwendigkeit der Gewaltanwendung gegen Menschen überhaupt, der Unterordnung eines Menschen unter den anderen eines Teils der Bevölkerung unter den anderen verschwinden wird, denn die Menschen werden sich daran gewöhnen, die elementaren Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens ohne Gewalt und ohne Unterordnung einzuhalten. Um dieses Element der Gewohnheit zu betonen, spricht Engels eben von einem neuen Geschlecht das 'in neuen freien Gesellschaftszuständen herangewachsen, imstande sein wird, den ganzen Staatsplunder von sich abzutun' - jedes Staatswesen abzuschaffen, auch das demokratisch-republikanische.“ (Lenin, Werke 25, S. 469)
Der sozialistische Staat wird also nach dem Prinzip des demokratischen Zentralismus organisiert. Dieses Prinzip vereinigt Diktatur und Demokratie. Nur so kann die Schöpferkraft aller Menschen entfaltet und ihre Initiative zum Aufbau einer von Ausbeutung und Unterdrückung befreiten Gesellschaft im Kampf gegen die Überreste der alten Ausbeutergesellschaft zielgerichtet gebündelt werden.
„Demokratie ist eine Methode und es kommt ganz darauf an, auf wen sie angewendet wird und zu welchem Zweck. Wir sind für die große Demokratie. Wir sind für die große Demokratie unter Führung des Proletariats,“ sagt Mao Tsetung. „Innerhalb des Volkes sind Demokratie und Zentralismus, Freiheit und Disziplin aufeinander bezogen. Es sind dies jeweils zwei widersprüchliche Seiten eines einheitlichen Ganzen ...“
Zu Schluss: Die MLPD hat gerade das sehr lesenswerte Buch von Stefan Engel „Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution“ herausgegeben, in dessen ersten Teil auch ein Kapitel den unvergänglichen Erfolgen beim Aufbau des Sozialismus gewidmet ist. Und es ist nicht die einzige Schrift der MLPD, die sich mit der Diktatur des Proletariats und dem marxistisch-leninistischen Demokratieverständnis befasst. Auf der Homepage kann man weitere Titel finden. „Es ist heute internationale Staatsdoktrin, unter den Massen antikommunistische Vorbehalte gegen den Sozialismus zu schüren. Das erschwert eine ernsthafte und objektive Auseinandersetzung mit den Erfahrungen des sozialistischen Aufbaus beträchtlich.“ (Seite 79) Diese Vorbehalte suggerieren, die kapitalistische Gesellschaftsordnung sei trotz ihrer unübersehbaren Krisenhaftigkeit alternativlos! Ich frage mich beim lesen deiner Beiträge, was dich Frank treibt, diese Frage aufzuwerfen.

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Hermann am 05.05.2011 13:39
@ Stefano

Es kann keine Rede sein von der physischen Vernichtung der besiegten Bourgeoisie!

"Die Kommunistische Revolution ist das radikalste Brechen mit den überlieferten Eigentumsverhältnissen; kein Wunder, dass in ihrem Entwicklungsgange am radikalsten mit den überlieferten Ideen gebrochen wird." ( Manifest der Kommunistischen Partei, Februar 1848 )

Die Aufhebung des Privateigentums ( an den Produktionsmitteln ) steht im vollen Einklang mit der Aufhebung der Klassen. Die kommunistischen Revolution ist die gründlichste, tiefstgehende Revolution in der Geschichte der Menschheit. Sie zielt auf die Ausrottung DER KLASSENAUSBEUTUNG UND -UNTERDRÜCKUNG, auf die BESEITIGUNG ALLER KLASSEN UND KLASSENUNTERSCHIEDE und auf die Aufrichtung einer klassenlosen kommunistischen Gesellschaft ab. Das Privateigentum ist ist die ökonomische Quelle für Klassenausbeutung und -unterdrückung, es ist die Grundlage, auf der die Existenz aller Ausbeutungssysteme beruht.

Das wird auch in dem von dir geposteten Link klar herausgestellt!

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Dieter Hersbruck am 05.05.2011 18:35
Nach der siegreichen Revolution wird die MLPD auf den Spuren unserer großen Klassiker (Marx, Lenin, Stalin, Hoxha, ...) gezielt die sozialistische Demokratie errichten.
Wir lassen usn dabei insbesondere von den Idealen leiten, die bereits Genosse Stalin beim Aufbau der sozialistischen Sowjetunion hatte.

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Tobi Rosandic am 05.05.2011 21:36
Na was ein Glück das in der MLPD die wenigsten so heroisch und dogmatisch daher reden. Das war vielleicht in den 20ern mal angebracht (hmmmm, auch nich wirklich!!!!) aber heute sollte es doch schon kritischer und bodenständiger zu gehen, besonders in der Frage wie nach einer siegreichen Revolution der Sozialismus aufgebaut wird bzw. werden kann. Mal so eben irgendwelche Klassiker des ML rauskramen und mal ehm nachmachen, ist da eher kontraproduktiv! .... (seit wann ist Hoxha ein Klassiker?????)

Außerdem bin ich unter anderem in der MLPD gerade weil ich diese Partei so kennen gelernt haben das uns nach einer siegreichen Revolution eben keine 30 meter Bronzestatuen irgendwelcher Helden blühen werden.

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Jutta am 06.05.2011 15:58

@Alexander

Das westliche Demokratieverständnis gründet sich theoretisch! auf Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten.
Dieses Verständnis wird immer dann (unangreifbar) herbeizitiert wenn es gilt, mit dem Finger auf nicht-westliche Staaten zu zeigen.

Praktiziert wird aber das Gegenteil.
Beispiel: Der Brasilianer Jean Charles de Menezes wurde das Opfer des "shoot-to-kill" in Britannien. Er wurde als vermeintlicher Terrorist - ohne Gerichtsverhandlung - auf Verdacht von Polizisten öffentlich mit gezielten Kopfschüssen regelrecht hingerichtet.
Meine Beispiele dienen der Verdeutlichung, dass westliches Demokratieverständnis nichts anderes ist, als das theoretische Feigenblatt oder Totschlag-Argument gegenüber selbst praktizierter Diktatur und Unterdrückung.

Deine Frage, wie man sich das Demokratie-Modell im Sozialismus vorzustellen hat, ist meiner Meinung nach Zukunftsmusik und aus meiner Sicht nicht abschließend zu beantworten.

Ausgehend von der Analyse 'Demokratie Jetzt und Heute' stellt sich mir die Frage, ob es zukünftigen Gesellschaften im Sozialismus gelingen wird/kann, (noch) unpopuläre Einsichten durchzusetzen.
Zum Beispiel das Streben nach Reichtum halte ich für absolut sinnlos - nicht zuletzt weil das letzte Hemd keine Taschen hat.
Auch die Plünderung und der Raubbau in der Natur rührt aus diesem raff- und habgierigen Denken.
Die Natur ist jedoch unerschöpflich - würden natürliche Produkte schonend und nach dem Bedarf der Menschen geerntet, gefischt, gejagt werden.
So ist aber das Aussterben, die Bedrohung von Tierarten dem Gedanken "Reich zu werden" geschuldet.

Eigentum ist in dieser Gesellschaft verknüpft mit Macht und Machtausübung über Mitmenschen.
Wird es jemals gelingen, einen gesellschaftlichen Konsens darüber herzustellen, dass Selbstbeherrschung vor asozialer Machtausübung kommt?

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Stefano am 06.05.2011 17:42
"Das wird auch in dem von dir geposteten Link klar herausgestellt!"

Deshalb habe ich es auch gepostetet Hermann, unter anderem auch wegen des Begriffs "Ausrottung". Darin heißt es: Ohne Zweifel haben die Bolschewiki in den ersten fünfzehn Jahren ihrer Herrschaft immer wieder von der "Ausrottung der Bourgeoisie" und von der "Liquidierung der Kulaken" gesprochen. Liquidiert werden sollten Bourgeoisie und Kulakentum "als Klassen", nicht aber zwangsläufig und gleichsam automatisch auch jeder einzelne Bourgeois oder Kulak.

Es kommt also nicht darauf an wie viel man weiß, sondern wie viele es wissen.

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Matze am 06.05.2011 21:11
Das kann ich nur so unterschreiben @ Tobi.
Ich hasse Personenkult wie die Pest. Wenn wir mal das Vergnügen haben sollten, den Sozialismus erkämpft zu haben, möchte ich keine 20er-Jahre-Revivalparty oder einen Abklatsch von Nordkorea. Man möchte es noch mit Menschen zu tun haben.

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Wolfgang am 06.05.2011 22:07

eine Antwort an Alexander:

Der demokratische Zentralismus wird das entscheidende Organisationsprinzip im Sozialismus sein. Nicht nur in der Partei, auch in diversen Organisationen , auch gesamtgesellschaftlich.
Es geht darum , die schöpferischen Ideen der Menschen zu erschließen, auf dem Wege von Kritik und Selbstkritik zu Ergebnissen zu kommen, darauf basierend aber sehr klare Beschlüsse zu fassen, die für alle Beteiligten auch unbedingt verbindlich sind.
Die Mandatsträger, die ihren Wählern verpflichtet sind, brauchen ja auch eine klare Linie, was sie zu tun und zu lassen haben.
Das alles hat mit Bürokratie, Verkrustung und Selbstgefälligkeit NICHTS zu tun, ist eigentlich die Negation dessen.

Die Diktatur des Proletariats ist mit Recht ein Hassobjekt für die bürgerlichen Ideologen.
Es geht dabei gerade darum abzusichern, das alle gesellschaftlichen Fragen von Standpunkt der Arbeiterklasse aus betrachtet und in ihrem Sinne gelöst werden, nicht aber im Sinne des Monopolkapitals. Du verwässerst diesen Zusammenhang irgendwie, in dem Du auseinanderdividieren willst und ihr dann die Eigenschaft der Mehrheit in der Gesellschaft absprichst …
Für jeden Marxisten-Leninisten sind Klassen (auch die Arbeiterklasse) Gruppen von Menschen, sie sich unterscheiden in ihrem (meist in Gesetzen definierten) Verhältnis zu den gesellschaftlichen Produktionsmitteln. Das die Angehörigen einer Klasse eigenständige Persönlichkeiten sind, ist kein Gegensatz dazu.
Mehr noch … schon Lenin stellte fest, dass es zwischen der Arbeiterklasse und den kleinbürgerlichen Schichten keine „chinesische Mauer“ gibt. Stalin erläuterte dies ausführlich am Beispiel eines Schuhmachers, der seine Werkstatt aufgeben musste, in einer Fabrik arbeitete, sich gewerkschaftlich organisierte, aber auch dem Gedanken anhing, Geld für eine neue eigene Werkstatt zu sparen.
Es findet also ein Kampf um die Denkweise statt, im Kapitalismus, aber auch eben und gerade beim Aufbau des Sozialismus.

Deine Behauptung:

Diese Grundannahme, das das "Klasseninteresse" auch im Sozialismus weiterhin besteht halte ich für falsch und trifft auch in der Realität immer wieder auf Widerstand und damit auf seine Grenze.

ist Revisionismus reinsten Wassers!
Die Beendigung des sozialistischen Aufbaus und die Restauration der alten Gesellschaft war begleitet von der „Theorie“, dass die Klassengegensätze verschwänden, nur noch gegenüber dem kapitalistischen Ausland beständen, eine sozialistische Menschengemeinschaft nun bestehe usw. usf.
Während sich aber in der gesellschaftlichen Realität diejenigen, die eigenmächtig über die Produktionsmittel verfügten und jene, die immer mehr zu reinen Proletariern wurden und gemacht wurden, immer deutlichen gegenüberstanden.
Da ich dies lange und bewusst miterlebt habe, bin in der Frage empfindlich.
Du solltest Dir mal ansehen, WER da die Klasseninteressen der Arbeiterklasse im Sozialismus leugnete und leugnet.

Das Luxemburgzitat von der „Freiheit, die auch immer die Freiheit der Andersdenkenden ist“ wird von den GEGENERN DES SOZIALISMUS so häufig und gern gebracht, dass mir dazu ein anderes klassisches Zitat von Bebels einfällt:
PASS AUF, WENN DICH DEINE FEINDE LOBEN, DANN HAST DU EINEN FEHLER GEMACHT

Denn wie weit soll die Freiheit gehen, worauf soll sie sich erstrecken?
Einige sehr anders Denkende nahmen sich bekanntlich damals die Freiheit, Rosa Luxemburg umzubringen und dann ihre Leiche in Berlin in den Landwehrkanal zu werfen …………… ?!?!?!

Ich hoffe, ich habe die Kernfragen erwischt, denn Deine letzten Sätze sind gedrechselte Professorensätze mit Relativierungen und Einschränkungen überfrachtet, wo das Wesentlich leicht untergeht.

Antiautoritäres wäre ein gesondertes Thema, will ich nicht auch noch hier hineinzwängen.

Gruß

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Voller Krug am 09.05.2011 20:12
Nicht das ich mir ernsthaft vormache, hier könne frei und ungezwungen debattiert werden. Dafür zeigen diese Sandkastenspiele der künftigen Machtübernahme einen Realitätsverlust, den man bereits vom KBW kennt. Als diese Genossen noch ernsthaft darum stritten, ob wir uns nun mit der deutschen Bourgeoisie verbünden, oder die Arbeiterklasse zum Generalstreik aufrufen, wenn die BRD von den "Sozialfaschisten" besetzt wird.
Ob man das hier sagen darf?

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Jens-Uwe Springer am 10.05.2011 13:53
Frank und das so oft missbrauchte Zitat der Rosa Luxemburg von der Freiheit des Anders denkenden.

Insbesondere unsere Freunde Anarchisten und auch die lieben Antiautoritären verwenden es zur Rechtfertigung ihrer Denkweise immer wieder gerne.

Regeln, Gesetze, Partei-Organisation und Disziplin werden von diesen rundweg abgelehnt, insofern sie darin ihre individuelle Freiheit, anders aus Prinzip zu sein, in Frage gestellt sehen.
(Ganz Nebenbei:: Der Urvater der Antiautoritären Rudolf Steiner ging fälschlicherweise davon aus, daß es in der Natur keine zentralen Instanzen gibt, also bräuchte es auch keine in der Gesellschaft ---- die idealistische Träumerei, wo Klassen und Klassenkampf einfach mal so ausgeblendet wird)

Da geht unser lieber Frank dann sogar soweit, sich einzubilden, es gebe kein mehrheitliches Klasseninteresse, weil nicht homogen, also bräuchte es auch keine Unterordnung der Minderheit.
Was für ein eigenartig abstruses Demokratieverständnis.

Demnach wäre überhaupt keinerlei Mehrheit möglich, da ja nunmal die gesamte menschliche Gesellschaft als nicht homogen angesehen werden kann.
Und umgekehrt :wäre die Gesellschaft oder eine ihrer Klassen homogen, so bräuchte es nicht die Demokratie, da ja Homogenität identisch mit Einheit ist.

Die Freiheitsliebe in allen Ehren.
Sie hat immer auch ihre Grenze, dort wo Demokratie anfängt. Denn Demokratie schränkt automatisch die Freiheit ein, indem sich die Minderheit der Mehrheit unterordnet.
Um also ein proletarisches Demokratieverständnis zu zu erlangen muss man sich schon auf den Klassenstandpunkt des Proletariats begeben. Die proletarische Demokratie muss immer dem Kampf des Proletariats für die Abschaffung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, für die Überwindung der Warenproduktion und der Klassengesellschaft insgesamt dienen.

Engels hat in seinem Brief an Bebel zum Ausdruck gebracht, wie das Verhältnis zur Freiheit ist:

»Solange das Proletariat den Staat noch gebraucht, gebraucht es ihn nicht im Interesse der Freiheit, sondern der Niederhaltung seiner Gegner, und sobald von Freiheit die Rede sein kann, hört der Staat als solcher auf zu bestehen«.


Beste Grüße
Jens-Uwe

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Frank am 10.05.2011 17:42
Vielen Dank,Jens-Uwe,für Deine Ausführung.
Warum reden viele von "irgendeiner Demokratie"? Wenn es keine gibt.
Wenn eine Mehrheit über eine Minderheit das sagen hat.Ihre jeweilige eigene verstandene Demokratie ausübt.Dann ist das doch eine "Diktatur"! Von wem auch immer
bestimmt.
Somit sind doch reden von Demokratie,eigentlich umsonst.Nicht erwähnenswert.In welchen
Schriften u.u.u..auch immer.
Habe ich das richtig verstanden?
Meine Ausführung erfolgte laut Definition-Demokratie.
Und wenn diese ausgelegt wird wie sie gerade,und von wem auch immer,paßt,ist es keine mehr.Dürfte ich da nicht etwa Recht haben?Somit eine Streichung des wortes "Demokratie" berechtigt.
Mit freundlichen Gruß
Frank Liesche

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Wolfgang am 13.05.2011 23:38
Man kann schon debattieren, viel sagen oder besser schreiben, aber man muss nur damit leben, dass das Geschriebene einer PRINZIPIELLEN Kritik unterzogen wird, was nun auch sogleich beginnt …………….

Es geht an dieser Stelle in aller Bescheidenheit um die BEWUSSTE GESTALTUNG DER ZUKUNFT DER MENSCHHEIT.
Wenn nicht alle irgendwann diskutierten Szenarien gesellschaftliche Wirklichkeit geworden sind, so ist das normal, bei dem von „Voller Krug“ gegebenen Beispiel ist das auch noch erfreulich!
Wenn man dagegen die Thematik ignoriert, sich in „Privatleben“, „Hobby“ oder sonst was zurückzieht, überlässt man die Diskussion der gesellschaftlichen Zukunft den bürgerlichen Ideologen. Das Thema ist dort in den schlechtesten Händen, die man sich nur vorstellen kann.

Beispielsweise kam anfangs der 90ger Jahre, als das internationale Monopolkapital damit beschäftigt war, die Konkursmasse des bürokratischen Kapitalismus zu übernehmen und möglichst zur Stärkung seiner Positionen einzusetzen, rechtzeitig die Theorie vom ENDE DER GESCHICHTE an die Öffentlichkeit, nach der sich alle Probleme, vor allem die Klassenwidersprüche , alsbald in Friede, Freude , Eierkuchen auflösen sollten *lach*
Zum Leidwesen ihrer Verkünder und Hintermänner blieb die Masse der Menschen aber halsstarrig und lies sich nicht von Kampf um ihre sozialen Interessen abbringen.

Derzeit geht es wieder darum, davon abzulenken, dass die internationale Produktion zu Lasten der Lebensinteressen der Menschen weltweit neu organisiert werden soll, Einflussbereiche auch mit militärischen Mitteln neu abgesteckt werden.
Da wird nun gleich das Jahr 2012 zum Jahr des Weltunterganges erklärt, indem man frühgeschichtliche Kalenderinformationen zusammenrührt und die Pseudoexperten streiten lässt, ob ein Asteroid, eine Megatsunami, eine Seuche oder gar der Antichrist dies bewirken……
Der Kampf gegen die Verschärfung der ökonomischen Ausbeutung mittels Neuorganisation der Produktion international ist vor DIESEM Hintergrund natürlich geradezu kleinkariert *grins*
Sicher gibt es schon einen schon einen Plan B, C usw. für den Fall, dass man 2013 irgendetwas erklären muss!




Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Werner am 02.02.2012 19:17
Habe mir den abgelaufenen Fischer Weltalmanach von 2011 mal durchgesehen und mir ist bei der Darstellung der Bundesregierung aufgefallen, dass von 16 Regierungsmitgliedern 11 Personen einen Doktortitel haben. Zur Zeit der Herausgabe dieses Nachschlagewerkes hatte Karl-Theodor zu Guttenberg auch noch einen "Doktortitel". Das Volk ist offensichtlich weder im Bundestag noch in der Bundesregierung vertreten, sondern nur die hochgestellten Akademiker mit ihren Seilschaften. Was ich in diesem Fischer-Weltalmanach 2011 auf den Seiten 152 f. auch nicht in Ordnung fand, dass der "Dr." dem Namen zugerechnet wurde, obwohl die Promotion ein Ausbildungsbestandteil des individuellen Lebenslaufes ist. Dies bedeutet, es gibt gar keine "Doktortitel", die ja in Deutschland gebraucht werden wie früher die Adelstitel des Adels (Baron, Graf, Herzog), damit diese Titelträger sich als eine besondere Klasse hervorheben können mit allerlei Privilegien und dem gesellschaftlichen Ansehen. Warum also haben wir so viele Mitglieder der Bundesregierung, die eine Dissertation vorlegen können ? In Deutschland gilt man als "intelligent", wenn man einen "Doktortitel" erworben hat, auch wenn die Promotion wie bei Frau Merkel völlig fachfremd erworben wurde (Physik) und mit Politik nichts zu tun hat. Im Umkehrschluß heisst dies, es wird davon ausgegangen, dass der Arbeiter auf der Strasse "doof" ist, also kann so einer auch nicht die Chance bekommen, Mitglied einer Bundesregierung zu werden. So denken die sich das in ihrer Überheblichkeit. Wahrscheinlich haben die auch noch nie richtig gearbeitet, sondern sich am Bürotisch allenfalls die Finger eingecremt.

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Werner am 02.02.2012 19:21
Was haltet ihr eigentlich von folgendem Beitrag der Bundeszentrale für politische Bildung, die der Herr Armin Pfahl-Traughber geschrieben hat:

http://www.bpb.de/themen/KT8PGR,0,Die_MarxistischLeninistische_Partei_Deutschlands_%28MLPD%29.html

Wenn ich den Autor richtig verstanden habe, soll die MLPD eine Sekte sein, die sich mit ihrem Dogmastismus isoliert. Naja wenn das die Meinung von ihm ist, bitte.

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Alexander am 04.02.2012 13:20
@ Werner

Ist das jetzt eine hetze gegenüber Akademikern?
Was ist so schlimm daran das jemand er Physik studiert hat nun denkt er möchte nun in die Politik eingreifen?
Nebenbei wette ich in Merkels Doktorarbeit findet man auf den ersten 30 Seiten eine Abhandlung über den Marxismus-Leninismus...also immer etwas locker bleiben ;)

Und zur einschätzung über die MLPD:
Nja teilweise würde ich dem schon zustimmen. Selbst in der radikalen Linken gibt es eine tiefe Abneigung gegenüber Stalin. (meiner Meinung nach zurecht)

Re: Demokratieverständnis der MLPD

Abgeschickt von Stefano am 05.02.2012 10:48
Hallo Werne, du schreibst: Im Umkehrschluß heisst dies, es wird davon ausgegangen,
dass der Arbeiter auf der Strasse "doof" ist, (...).

Hm, dass sind m.E. charakteristische Gemeinsamkeiten des Faschismus. Die faschistischen Bewegungen verstehen sich nämlich als Ideologien, denen es um eine weltanschauliche Gestaltung des Denkens und Handeln der Menschen geht. Das Volk wird als willenlose "Masse" begriffen, die beliebig formbar ist.

Aus der Frankfurter Rundschau vom 15. März 2000 waren z.B. folgende arroganten Ansichten eines Managers zu entnehmen: „Wir werden den Sanierungsbeitrag Brutal und Rücksichtslos durchsetzen. (...). Macht hat den Vorzug, sich nicht mehr mit jedem Dummkopf heruschlagen zu müssen.“ Konrad Hinrichs, Vorstandsvorsitzende des pleitegegangenen Baukonzerns Philipp Holzmann.

Das alles ist zwar noch kein Faschismus, die Tendenzen zur "Macht" lassen aber böses vermuten.
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Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?

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Weil ihre Hauptursachen in der kapitalistischen Profitwirtschaft liegen, erfordert die Umweltfrage heute einen gesellschaftsverändernden Kampf. Dazu brauchen wir eine neue Umweltbewegung, die einen klaren Trennungsstrich gegen den imperialistischen Ökologismus zieht, sich organisiert, kämpferisch, zielstrebig und weltumspannend gegen die mutwillige Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen durch die Herrschenden Front macht.

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