Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

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Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Jörg am 22.07.2009 17:19
Anfang Juli erreichte die MLPD ein Brief, in dem sich der Schreiber sich für die Politik und den Sozialismus interessierte, jedoch massive Vorurteile gegenüber Lenin, Stalin und auch Mao Tsetung hatte und alle drei als Massenmörder und Diktatoren bezeichnete. Wir wollen unsere Antwort zur Diskussion stellen:

„... Allerdings waren wir sehr überrascht, dass Sie dann Lenin, Stalin und auch Mao Tsetung als Diktatoren bezeichnen und Ihnen Millionen von Morden zuschreiben.
Mich würde dabei interessieren, auf welche Quellen Sie sich dabei beziehen und wie Sie diese Quellen auf Ihren Wahrheitsgehalt überprüft haben.

Je mehr Menschen sich für den Sozialismus interessieren, desto größer werden die Zahlen über die angeblichen Morde, mit denen bürgerliche Journalisten und auch Historiker aufwarten. Deshalb ist es von Grundlegender Bedeutung, wenn man sich für den Sozialismus interessiert, die Zahlen, die von Politikern und Historikern genannt werden, die das weltweite Ausbeutersystem des Kapitalismus aufrecht erhalten wollen kritisch zu hinterfragen. Die kapitalistischen Machthaber auf der Welt leben in unsäglichem Reichtum und sind gleichzeitig dafür verantwortlich, dass heute jährlich weltweit über 9 Millionen Menschen an Hunger sterben!!!!

Für eine sachliche Auseinandersetzung mit der Realität des sozialistischen Aufbaus in China und Russland müssen Sie die historische Tatsache anerkennen, dass unter maßgeblicher Führung Stalins 30 Jahre lang der erste sozialistische Staat mit vorher nie gekannten Errungenschaften für die Arbeiter und Bauern aufgebaut wurde. Dazu gehörte es auch, dass die Massen nicht mehr hungern mussten. Und: Es war die Rote Armee unter Stalins Führung, die die Hauptkraft bei der Zerschlagung des Hitlerfaschismus war. Vor diesem Gesamthintergrund sind auch Fehler Stalins zu kritisieren.

Beim Aufbau des Sozialismus in der Sowjetunion – wie auch im China Mao Tsetungs - musste ein harter Klassenkampf geführt werden, gegen die alte Bourgeoisie sowie die Gefahr der Herausbildung einer neuen Bourgeoisie mit dem Parteibuch in der Tasche. Stalin und Mao Tsetung haben zu ihren Lebzeiten gegen den erbitterten Widerstand der inneren und äußeren Feinde der Sowjetunion und Chinas die Völker entschlossen auf dem sozialistischen Weg weitergeführt.
Im Parteiprogramm der MLPD heißt es zu den Fehlern Stalins:

„Dabei wurde jedoch der notwendige ideologisch-politische Kampf gegen die kleinbürgerliche Denkweise vernachlässigt und auf die Mobilisierung der Massen gegen die kleinbürgerlich entarteten Vertreter der Bürokratie verzichtet. Das war die beiden Hauptfehler Stalins. Zur Gewährleistung einer unbeschwerten Kontrolle, in erster Linie gegenüber dem Zentralkomitee der Partei, wurde 1923 unter Führung Lenins eine unabhängige Kontrollkommission eingeführt. Es war Ausdruck der Unterschätzung der Gefahr der Restauration des Kapitalismus, als unter Stalin 1933 die Zentrale Kontrollkommission ihren unabhängigen Charakter verlor.

Stattdessen wurde der Kampf gegen bürokratische Misswirtschaft und Sabotage mit einem selbst bürokratisierten Geheimdienst und einseitig mit administrativen Methoden geführt. Die bürokratisch-zentralistischen Führungsmethoden in der Partei-, Wirtschafts- und Staatsführung wurden nicht angetastet. Aufgrund falscher Anschuldigungen wurden auch unschuldige Menschen hingerichtet oder zu Freiheitsstrafen verurteilt.“ (Seite 44)

Das Zitat von Lenin: „Vertrauen ist gut Kontrolle ist besser“. Zielte genau darauf ab, die Massen und die Parteimitglieder zu befähigen die Führung zu kontrollieren, und eine Abweichung von den sozialistischen Prinzipien rechtzeitig zu erkennen und zu bekämpfen.

Die von Teilen des Sicherheitsdienst begangenen Verbrechen gegen werktätige Menschen aber auch die berechtigte Unterdrückung gegenüber Saboteuren und Feinden des Sozialismus, nutzt die bürgerliche antikommunistische Propaganda, um eine extreme Hetze gegen Stalin zu führen. Das kann man nicht einfach Stalin in die Schuhe schieben und bis heute wurden keinerlei Beweise für eine persönliche Beteiligung an Verbrechen vorgelegt. Es müssen diejenigen zur Verantwortung gezogen werden, die solche Verbrechen begangen haben. Selbstverständlich würde sich die MLPD von solchen Verbrechen distanzieren.

Leider wurde in der UdSSR bereits 1956 und in China nach dem Tod von Mao Tsetung der bürokratische Kapitalismus wieder hergestellt und wir haben es seit dem wieder mit Ausbeutungs- und Unterdrückungssystemen, zu tun.

Zu China möchte ich Ihnen einfach mal nur die Zahlen der Bevölkerungsentwicklung zeigen. Alleine daraus wird schon deutlich, dass die Unterstellung, dass Mao für 70 Millionen Tode verantwortlich sein, völlig aus der Luft gegriffen sind. Meinen Sie nicht auch, dass der Tod von 70 Millionen Menschen innerhalb von wenigen Jahren zu einem Einbruch der Bevölkerungsentwicklung hätte führen müssen?“

1950: 560.579.779 Einwohner
1555: 606.729.654 Einwohner
1960: 650.660.513 Einwohner
1965: 715.546.458 Einwohner
1970: 820.403.282 Einwohner
1975: 917.898.537 Einwohner
1980: 984.736.460 Einwohner
1985: 1.058.007.717 Einwohner
1990: 1.148.364.470 Einwohner

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Stefano am 23.07.2009 17:44
Jörg schreibt: "Meinen Sie nicht auch, dass der Tod von 70 Millionen Menschen innerhalb von wenigen Jahren zu einem Einbruch der Bevölkerungsentwicklung hätte führen müssen?
1950: 560.579.779 Einwohner ..."

Wie auch immer die Einwohnerzahlen zustande gekommen sind, "Ich glaube nur an Statistiken, die ich selber gefälscht habe" Churchill.

Man mag daher zu den Opferzahlen, die Rummel und Heinsohns zusammengetragen haben, stehen wie man will:

- Machtfestigung und Enteignungen 1949-1953: 8.427.000 Todesopfer
- „Großer Sprung nach vorn“ und Enteignungen 1954-1958: 20 bis 40 Mio. Opfer
- Vernichtung durch Arbeit (Arbeitslager) sowie Hunger als Folge der Enteignungen 1959-1963: 10.729.000
- Kulturrevolution 1964-1975 : 7.731.000 Tote.

Fakt ist, dass jede Revolution ihre Opfer gefordert hat, wie dies folgerichtig auch im Parteiprogramm der MLPD, unter Kapitel F - "Der Weg der Befreiung der Arbeiterklasse in Deutschland", nachzulesen ist:

"Die Arbeiterklasse wünscht, dass sich die Revolution ohne Gewaltanwendung durchsetzen würde. Doch die Frage der Gewalt stellt sich unabhängig vom Willen des Proletariats. Wenn die Kämpfe einen revolutionären Aufschwung nehmen, werden die Monopole nach allen geschichtlichen Erfahrungen versuchen, ihre Macht mit brutaler Gewalt aufrechtzuerhalten. Deshalb muss sich die Arbeiterklasse unter Führung ihrer Partei zum bewaffneten Aufstand erheben. Mit dem Sturz des Imperialismus und der Zerschlagung des bürgerlichen Staatsapparats erreicht der Klassenkampf des Proletariats seine höchste Form im Kapitalismus."

"Was (also) tun?"

"Revolutionen - Lokomotiven der Geschichte"

"Wer will, dass sich nichts ändert, wählt: CDU/CSU, SPD, FDP, Grünen. Für alle anderen: Die sozialistische Alternative"

"Schluss mit dem Krisenchaos! Vorwärts zum echten Sozialismus!"

Mit solidarischen Grüßen
Stefano



Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Klaus Petersen am 26.07.2009 00:11
Wie gestört. Der Autor des ersten Beitrags wartet mit einer an den Haaren herbeigezogenen Theorie auf, dass man in China keinen Bevölkerungsrückgang erkennen kann, obwohl ja so viele Menschen gestorben sind. Und der zweite gibt ihm zwar nicht Recht, findet aber den bewaffneten Kampf vollkommen in Ordnung.

Niemand sagt, dass Kritik an bestehenden Verhältnissen nicht in Ordnung ist, aber das geht nun wirklich zu weit. Wahrscheinlich hat keiner von euch beiden in der ehemaligen DDR gelebt? Dort gab es - wie ja richtigerweise angemerkt wurde - haufenweise Subventionierungen, aber zu welchem Preis?

Ich kenne persönlich genug Leute (und ich bin gerade mal Mitte 20) die unter dem sozialisitischen Regime leiden mussten. Und das waren nicht nur Leute, die nicht an den Sozialismus gelgaubt haben. Auch ganz "normale" Menschen, die mit ihrer Lebensart einfach nur aus der Reihe fielen wurden teilweise aufs schlimmste gedemütigt.

Egal wer zu den Bundestagswahlen an die Macht kommt, es ist vermutlich immernoch die bessere Alternative zu Menschen, die gewisse Aspekte der Vergangenheit einfach ausblenden und sich in ein Paradies hineinträumen, dass es nie gab!

Mit ganz und gar unsolidarischen Grüßen,

Klaus

Sozialismus und die Macht des Proletariats

Abgeschickt von Frank Angerstein am 28.07.2009 01:59
Liebe Freunde
Was ich hier lese, findet meine Zustimmung, sowie auch konsequente Ablehlung. Wenn es um den Sozialismus geht, dürfen sich Fehler und Verbrechen nicht mehr wiederholen. Der Sozialismus ist deswegen gescheitert, da er mit Demokratie unvereinbar war. Die Wege zum echten Sozialismus, sowie es die MLPD proklamiert, bedeuten die Diktatur des Proletariats. Das heißt von meinem Verständnis, daß das Volk die Macht über die Regierungsorgane hat. Legislative über die Exekutive.
Die Arbeiterklasse bestimmt die Gesetzmäßigkeiten über die von ihnen gewählten Volksvertreter. Nur so ist es möglich eine Regierungsform zu kontrollieren. Die Macht geht vom Volk aus. Dies ist das demokratische Mehrheitsprinzip, das im Sozialismus verankert werden muß. Wenn die MLPD einen andereren Sozialismus fordert, so ist ihre Kritik an den Deformationen, die sich im Sozialismus in Osteuropa manifestiert haben, untrennbar damit zu assoziieren, daß es sich hier um eine Entstellung sozialistischer Grundwerte gehandelt hat, die das Scheitern unausweichlich herbei geführt haben. Diese Fehler zu wiederholen, bedeutet ein neues Scheitern sozialistischer Ideale, wie sie im Marxismus-Leninismus unvereinbar sind.
Die Argumentation, die von Stalin und Mao in einen besseren Sozialismus geführt hätten, ist meines Erachtens Spekulation.
Aufarbeitung der Geschichte ist nicht nur in der MLPD zu tragen, sondern auch in anderen kommunistischen Parteien, die dazu Stellung beziehen müssen. Den Imperialismus und seine Unterdrückung der Arbeiterklasse,des Erwerbslosen und derer die gegen Ausländerfeindlichkeit, gegen Ausgrenzung von Homosexuellen und Lesben kämpfen, ist eine starke Lobby im linken Spektrum wichtig. Ziehen wir Lehren aus der Vergangenheit, um für die Zukunft zu lernen. Für das Volk, durch das Volk und mit dem Volk. Nur so können kommunistische Prinzipien wieder als die wahre Kraft gegen den Kapitalismus Bestand haben.
Frank Angerstein aus Braunschweig

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Monique am 02.08.2009 23:28

Zuerst bgrüße ich die Art und Weise wie hier Aufarbeitung von Geschichte und verschiedene Erfahrungen und Meinungen zusammengeführt werden als wichtige Methode gegen die sehr einseitige und meines erachtens gleichgeschaltete Medienpropaganda jeglicher Art.
Meiner Meinung nach ist hier ein Kern zur Schürung der Denkweise antikommunistischer Vorbehalte um die Menschen abzuhalten sich konkret mit der sachlichen Wahrheit unserer Historie zu befassen.
Sich aber dessen bewußt zu machen, darf man nicht unkritisch fertige Zahlen übernehmen um irgendetwas zu bestätigen, was niemand bisher wirklich wissenschaftlich beleuchtet hat.
zum ausgewählten Zitat Stefano:
im Parteiprogramm der MLPD, unter Kapitel F - "Der Weg der Befreiung der Arbeiterklasse in Deutschland"
- es ist unpassend in diesem konkreten Zusammenhang, weil es nicht auf die wirklichen Ereignisse bezug nimmt und denen vor den Kopf schlägt, die zum Teil persönliche Erfahrungen in der DDR oder in den anderen ehemaligen sozialistischen Ländern gemacht haben.

Ich würde mir wünschen das es ein ringen um die Wahrheit unserer Menschheitsgschichte gibt und mit der Geschichtskommission der MLPD wird dem Rechnung getragen. Aktuell ist in der Roten Fahne Eine Serie genau zu diesem Thema.

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Stefano am 04.08.2009 10:55
Was findest du am Hinweis "Wenn die Kämpfe einen revolutionären Aufschwung nehmen, werden die Monopole nach allen geschichtlichen Erfahrungen versuchen, ihre Macht mit brutaler Gewalt aufrechtzuerhalten." unpassend Monique?
Im konkreten Zusammenhang schrieb Jörg "Alleine daraus wird schon deutlich, dass die Unterstellung, dass Mao für 70 Millionen Tode verantwortlich sei, völlig aus der Luft gegriffen sind."
Mag also sei, dass die Opferzahlen, die Rummel und Heinsohns zusammengetragen haben (20 bis 40 Mio. Opfer, 1954-1958) irreführend sind. Fakt ist jedoch, dass jede Revolution ihre Opfer gefordert hat, auch die "Kulturrevolution 1964-1975"!
"die blutigen Tage von Genua" http://www.sozialismus-forum.de/828559024 zeigen z.B. dass der Kapitalismus nicht unblutig durch beten und hoffen abgeschafft werden kann.

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Daniel Klewen am 05.08.2009 16:49
Guten Tag,
leider kann ich zu Lenin, Stalin und Mao nicht viel beitragen, aber ich bin mal so naiv den Historikern ein bisschen Glauben zu schenken, die vor allem Stalins "Säuberungen" für nicht besonders humanitär und demokratisch halten. Wenn ich natürlich auf Humanität und Demokratie keinen Wert lege, dann kann man sich vielleicht auch mit dem Handeln Stalins anfreunden.
Was mich aber vielmehr interessieren würde:

In den vorliegenden Kommentaren und Meinungen lese ich sehr häufig das Wort "Arbeiterklasse" und "Proletariat".

Mich würde interessieren wie viele Menschen in Deutschland in diese Gruppe gehören? Seit 2001 wird m.E. nicht mehr zwischen Arbeitern und Angestellten unterschieden und ich kann mir gar kein Kriterium vorstellen, dass einen Arbeiter charakterisiert bzw. ihn berechtigt sich zur "Arbeiterklasse" zu zählen.

Die Zahl der Arbeiter ist bis 2001 kontinuierlich gesunken, was sich wohl am ehesten mit der weiteren technischen Verbesserung von Produktionsabläufen erklären lässt. Meine Überlegung, zu der ich mir eine Erklärung aus Sicht der MLDP wünschen würde, ist die, dass wenn sich der Anteil der "Arbeiter" (von denen ich ja erstmal wissen muss, um wen es sich handelt) unter 50% der Bevölkerung ist, dass dann eine "Diktatur des Proletariats" vollkommen undemokratisch wäre. Abgesehen davon, dass es ja auch jedem Arbeiter freistehen sollte, ob er sich mit den Zielen des Sozialismus überhaupt einverstanden erklärt.

In Kurzform:
Im Programm der MLPD (Kap. D, Abs. 6) steht:
"Zur Erreichung ihrer kommunistischen Ziele organisiert die Arbeiterklasse mit der Diktatur des Proletariats den Klassenkampf im Sozialismus und praktiziert den proletarischen Internationalismus."

Ist die Idee der "Diktatur des Proletariats" nicht vollkommen undemokratisch, weil sie a priori davon ausgeht, dass die Arbeiterklasse in der Mehrheit sein wird? Und ist der Begriff der Arbeiterklasse nicht extrem unpräzise? Wenn es sich um Arbeitnehmer handelt, die nicht Arbeitgeber sind, dann wäre mein Schwager ja auch Teil der Arbeiterklasse und damit "Diktator". Mein Schwager ist Angestellter bei einem Automobilunternehmen leitet eine Entwicklungsgruppe. Mit einem Bruttojahreseinkommen von über 150.000 EUR wäre ein ziemlich reicher Arbeiter und ich weiß vom ihm, dass vom Sozialismus nur schwer zu überzeugen wäre, auch wenn er vielleicht mit bei den "Machthabern" wäre!

Mit Bezug auf den Auszug aus dem Programm oben stellt sich die Frage, ob die Implikation, dass die Arbeiterklasse den Klassenkampf organisiert nicht von vollkommen falschen Annahmen ausgeht, nähmlich, dass es einen Großteil (also mehr als 50%) in der Bevölkerung gibt, der sich unterdrückt fühlt und deshalb zum Kampf geweckt werden muss.

Ok, ich bin gespannt auf Antworten, aber was mich wirklich stört am Sprachstil der MLDP sind die vielen Begriffe, die ich als eindeutig negativ besetzt sehe und die in meinen Augen auch eine Gewaltbereitschaft signalisieren:

Diktatur
Kampf
Revolution

Und wenn man den Punkt 6 weiterliest, dann steht da wohl tatsächlich, dass "...die politischen und militärischen Kampfformen im Vordergrund (stehen), wobei der ideologische Kampf der führende Faktor ist."

Also, dass da der Verfassungsschutz auf den Plan gerufen wird, wundert mich nicht. Aber das ist ein anderes Thema

Daniel K.
Hamburg

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Jörg am 06.08.2009 18:09
Wenn ein Begriff negativ besetzt ist, aber trotzdem richtig, dann sollte man ihn auch verwenden. Alles andere ist doch Opportunismus und Unehrlichkeit. Das kennen wir von unseren Berliner Politikern doch fortlaufend.

Karl Marx hat schon im Kommunistischen Manifest geschrieben, dass die Kommunisten es ablehnen, ihre Ziele zu verschweigen.

Findest du 30.000 verhungernde Kinder nicht gewalttätig? Sie gehen auf das Konto des Kapitalismus.

Für nichts ist Geld da, aber 1 Billion Euro für notleidende Banken und Manager? Solchen Zuständen sage ich den Kampf an, mit aller Konsequenz.

Findest du es demokratisch, dass 61 Prozent der Bevölkerung in Deutschland gegen den Bundeswehreinsatz in Afghanistan sind und der Einsatz wird von der Regierung noch verschärft?
Ich nenne das eine Diktatur der Monopole.

Solange es Klassen gibt, wird immer eine Klasse der Herrschaft haben müssen. Im Kapitalismus die Kapitalisten, die die Arbeiter ausbeuten. Im Sozialismus die Arbeiterklasse, sie beseitigt die Ausbeutung und sichert für die breiten Massen die Demokratie. Das ist die Diktatur des Proletariats.

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Uwe am 07.08.2009 10:58
Hallo Daniel,

"Proletarier" ist keine Erfindung von Marx, Der Begriff ist aus dem antiken Rom abgeleitet. Ein Proletarier (lateinisch: proletarius) war nahezu besitzlos, hatten kein Land). Er hatte nur seine Nachkommen (lateinisch: proles = Abkömmling, Nachkommenschaft, Nachwuchs, Sprössling). Das heißt heute natürlich nicht, dass derjenige, der keine Kinder hat, auch kein Proletarier sein kann! Es geht lediglich um die Ableitung, woher der Begriff kommt.

"Proletarier" bekam im 19. Jahrhundert wieder größere Bedeutung als der Kapitalismus entstand. Karl Marx benutzte den Begriff innerhalb der Beschreibung und Analyse der Gesellschaft.

Bei Marx ist das Proletariat die Klasse der Lohnarbeiter (Arbeiterklasse), die keine eigenen Produktionsmittel besitzen und daher gezwungen sind, zur Sicherung ihrer Existenz und der Befriedigung ihrer Lebensbedürfnisse ihre Arbeitskraft anzubieten (zu verkaufen) und Lohnarbeit zu verrichten.
Wer zu welcher Klasse gehört, lässt sich nicht nur damit bestimmen, ob jemand ein Lohnarbeitsverhältnisses eingehen muss, sondern auch durch die Stellung innerhalb des Produktionsprozesses. Die Manager eines Konzerns können formell "Lohnarbeiter" sein, tatsächlich sind sie aber „fungierende Kapitalisten“, sie verfügen über Kapital (auch wenn es nicht ihr Eigentum ist), und organisieren die Ausbeutung . Ihre „Entlohnung“ richtet sich nicht am Wert der Arbeitskraft aus, sondern am erzielten Profit. Dagegen sind viele formell Selbständige (die vielleicht sogar einige kleine Produktionsmittel besitzen, wie neuerdings Bauarbeiter mit ´ner eigenen Maurerkelle) nach wie vor Proletarier, die vom Verkauf ihrer Arbeitskraft leben, nur dass dies sogar unter schlechteren Bedingungen erfolgt, als bei einem "richtigem" Lohnarbeitsverhältnis.

In der heutigen Zeit ist das Proletariat in keine soziologische Gruppe mit gleichen Merkmalen, sondern eine sehr differenzierte Klasse, der unterschiedliche Einkommensgruppen angehören, die einen unterschiedlichen Bildungsstand besitzen, die aus einem unterschiedlichen Kulturkreis stammen, aus verschiedenen sozialen Verhältnissen kommen. So vielfältig ihre Herkunft, so vielfältig sind auch ihre Berufe und ihre direkte oder indirekte Einbeziehung in den Produktionsprozess und die Verwaltung. So finden sich im modernen Proletariat lohnabhängige Professoren, Wissenschaftler, ebenso wieder wie, Angestellte und Arbeiter, Beamte und Staatsbedienstete, Werbeleute und Journalisten, Ärzte und Juristen usw, sofern sie "angestellt" sind und nicht über bedeutende eigene Produktionsmittel verfügen und damit andere für sich arbeiten lassen. Der Professor mit eigener Privatklinik ist eben kein Proletarier. Der Produktionsarbeiter mit einer Mini-Firmenaktie aber sehr wohl.

Als Mittelklassen oder auch Kleinbürgertum bezeichnete Marx Gruppen, die weder Bourgeois noch Proletarier sind, vor allem kleine Selbständige wie Handwerker, kleine Händler oder kleine Bauern. Zu ihnen kann man die verschiedenen Schichten von Künstlern, Sportlern usw. zählen, die mit ihren Talenten ihr Auskommen verdienen.
Den lohnabhängigen Proletariern steht die Klasse des besitzenden Bürger (Großbürgertum = Bourgeoisie) gegenüber. Weil sie die Produktionsmittel besitzen und als Eigentum ein beträchtliches Vermögen (Kapital) haben, werden sie auch Kapitalisten genannt.
Die Frage wer zum Proletariat gehört, beantwortet sich spätestens dann, wenn man arbeitslos wird und nichts hat wovon man sich selbst oder sogar noch seine Familie ernähren kann und „stempeln“ gehen muss (egal ob Hochschulabsolvent oder Hilfsarbeiter). Da kann sich jetzt jeder selbst prüfen, ob er zum Proletariat gehört. So mancher Politiker oder Manager der seinen Hut nehmen mußte und danach gleich wieder im nächsten Vorstand sitzt oder mit einem anderen fetten „Beratungsposten“ belohnt wird – der ist bestimmt kein Proletarier!

Wenn man nun sieht, wer alles zum "Proletariat" gehört, ist das wohl die gewaltige Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung. Auch sollte man sich nicht vom bürgerlich geprägtem abwertenden "Prol" abschrecken lassen, sondern stolz sein zu der Klasse von Menschen zu gehören die mit all ihrer Intelligenz, ihrem Können, ihrem Fleiß den wirklichen Reichtum in unserer Gesellschaft erarbeitet. Leider werden sie von einer Minderheit um einen großen Anteil an diesem Reichtum betrogen.
Vermögensverteilung: 10% der oberen verfügen über 60% und 50% der unteren über 2%
Anteil der unter der Armutsgrenze lebenden Menschen 13,5 %
(Laut dem jüngsten Armuts- und Reichtumsbericht der Regierung)

„Diktatur des Proletariats“
Das Wort „Diktatur“ meint im diesem Zusammenhang nicht eine autoritäre Herrschaftsform, sondern einfach nur Klassenherrschaft, unabhängig von ihrer politischen Form.
Da das „Proletariat“ nun die gewaltige Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung ist – ist die „Diktatur des Proletariats“ die Herrschaft der größeren Klasse über die Minderheiten. Sie ist somit die wahre Demokratie (Volksherrschaft). Sie wird auch die Vermögensverteilung dann demokratisch gerecht verändern:
10% der „oberen“ bekommen 2% und 90% bekommen 98%
Anteil der unter der Armutsgrenze lebenden Menschen 0%

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Daniel am 08.08.2009 15:13
Hallo,
und vielen Dank für die Erläuterungen. Ich würde mich zu den eher meinungsoffenen Menschen zählen und bin durchaus bereit mir die Argumentationen Anderer anzuhören oder zu lesen.

Mir stellen sich hier aber durchaus einige Fragen, die mir die ganze Sache ("Revolution der Massen", "Weg zum Sozialimus ergo Kommunismus"), aber auch den Umgang mit der Vergangenheit (DDR) etwas unlogisch bzw. unreflektiert erscheinen.

Gehen wir mal davon aus, dass die Mehrheit in der Bevölkerung tatsächlich zur Gruppe der Proletarier gehört und gehen wir mal davon aus, dass diese Gruppe in unserer Gesellschaft ausgebeutet und benachteiligt ist. Wieso wählt dann diese Gruppe nicht den Sozialismus (also MLPD, Linke o.ä.)?

Ist es nicht das tolle an unserer Gesellschaftsform, dass jeder wählen kann, was er möchte? Wenn ich dann lese, dass man bei der (Bundestags-)wahl nur die Möglichkeit hat, das "kleinere Übel" zu wählen, dann würde ja die Linke oder gar die MLPD auch dazugehören?
Oder wird hier jemand gezwungen oder genötigt SPD, CDU, Grüne oder FDP zu wählen?

Nun kann es natürlich sein, dass die Menschen in unserem Land verblendet sind vom scheinbaren Reichtum (Auto, DVD-Player, X-Box und was man noch so braucht, wenn man keine anderen Hobbies hat) und dass die DDR als Beispiel für ein sozialistisches Land (auch wenn hier einige von "bürokratischem Kapitalismus" schreiben) so schlecht gemacht wird, dass es keine Mehrheiten geben kann.
Ich bin zwar nicht in der DDR groß geworden, war aber als Kind und Jugendlicher häufig in Meiningen bei unseren Verwandten zu Besuch. Mein Onkel war Schauspieler am Theater und meine Tante Tänzerin (beide waren so ca. Jahrgang 1925, also nicht gerade aufmüppfige Intelektuelle sondern noch "Handwerker" ihrer Zunft). Die Art und Weise, wie diese Menschen beobachtet und bespitzelt wurden von Nachbarn und Kollegen ist schon ziemlich unangenehm gewesen. Jetzt kann man sagen, das musste der Staat, um sich vor Konterrevolutionären zu schützen, aber läuft da nicht schon was schief in einer Gesellschaft, wenn Menschen unterdrückt werden und nicht ihr Land verlassen können?

Natürlich kann man immer sage, dass irgendwo Menschen sterben, weil andere Menschen Fehler machen. Irgendwo daoben steht, dass 30.000 Kinder verhungern. Die Zahl hätte ich gerne mal belegt. Ich glaube die Toten an der Mauer sind ziemlich direkt dem System zuzuschreiben.... auch wenn es nicht 30.000 waren.

Ok, also ist klar, dass der neue wahre Sozialimus ohne solche Maßnahmen auskommen muss, also keine Stasi und keine Spitzel und keine Todesstrafe. Aber warum ist es in jedem Land, in dem Menschen versuchen den Kommunismus am Leben zu halten so, dass es solche Machtapparate gibt? Glaubt ihr wirklich auf Kuba, in Nordkorea, in China sind in der Mehrheit glücklich und frei und leben in Wohlstand?

Was mich allerdings am meisten beunruhigt ist, dass aus vielen Äußerungen hier und auch aus dem Parteiprogramm entnehmen lässt, dass zumindest für eine Übergangszeit, das Proletariat durch Protest, Kampf und Aufstand (wie auch immer die genauen Begriffe sind) an die Macht kommen muss. Der einige Weg an die Macht führt (ich freu mich darüber) über freie und demokratische Wahlen. Ich bin in meinem Leben wohl ca. 20 Mal zu einer Wahl gegangen und nie hat mich jemand beeinflusst oder mir in den Stimmzettel gesehen. Die Wahlhelfer hier kenne ich z.T. seit 30 Jahren und bin mir sicher, dass sie nicht ehrenamtlich helfen, weil sie für Wahlbetrug bezahlt werden sondern, weil sie Demokraten sind.
Die Wahlergebnisse in "demokratischen" Ländern wie der DDR waren bestimmt nicht das, was in den Wahlurnen lag und wenn, dann nur weil die Menschen Angst hatten. Meine gesamte Verwandtschaft, die alle keine Kritiker sondern Duckmäuser waren, hatten Angst vor Staatssicherheit und Repressalien.

Ich kann mir nicht helfen, aber viele die hier schreiben, machen auf mich den Eindruck, dass die Revolution mit undemokratischen Mitteln herbeigeführt werden muss und das finde ich sehr bedrohlich.

Zum Abschluss eine Frage: Wieviel muss ein Mensch in Deutschland verdienen (oder Lohn bekommen), damit er zu den 20% Topverdienern gehört? Und wieviel Prozent sind dies von dem, was ein Hartz IV Empfänger bekommt?

Demokratische Grüße
Daniel K.

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Daniel Klewen am 08.08.2009 15:21
Nachtrag, wie ich es gerade nochmal gelesen haben, was Uwe schreibt:

"Da das „Proletariat“ nun die gewaltige Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung ist – ist die „Diktatur des Proletariats“ die Herrschaft der größeren Klasse über die Minderheiten. Sie ist somit die wahre Demokratie (Volksherrschaft)."

Aber wer wählt denn bei uns die Legislative? Nur die Manager und reichen Fabrikbesitzer?

Wie sieht denn diese Volksherrschaft aus? Wie wird der Bundeskanzler oder Regierungschef oder das entsprechende Kommitee zusammengesetzt?

D.K.

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von roland am 13.08.2009 14:56
Immerhin hat sich die KPD (Roter Morgen) von Mao distanziert.
Ein erfreulicher Schritt.
Wird die MLPD dies auch tun?

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Uwe am 17.08.2009 14:56
Hallo Daniel,

vorweg gesagt, ich bin kein Mitglied der MLPD, bin aber deshalb hier im Forum, weil ich nach einer echten sozialistischen/kommunistischen Partei suche und finde, dass die MLPD einer solchen Partei ziemlich nahe kommt. Allerdings habe auch ich noch ein paar grundsätzliche Fragen an sie...
...deshalb erwarte von mir nicht, dass ich auf die "MLPD-spezifischen Fragen" antworten kann, das werden die MLPD-Mitglieder bestimmt tun! Steht mir auch nicht zu.
Aber zu ein paar ganz allgemein politischen Fragen kann ich Dir bestimmt antworten:

"Warum wählen die "Massen" nicht die linken Parteien?"

Du hast recht, sie werden nicht gezwungen - aber sie wählen gar nicht!
Die letzten EU-Wahlen wurden von 43,3% der Wahlberechtigten wahrgenommen, was nichts anderes heißt, als das lediglich 9,96% real die SPD wählten und „satte“ 14,72% auf den Wahlsieger CDU fielen. Die anderen 56,7% sind die "Massen" - und die wählen aus welchen Gründen auch immer (Frust, Gleichgültigkeit, Desinteresse, Resignation usw.) n o c h n i c h t...
Einigen von Ihnen fehlt bestimmt eine "echte" linke Partei, sind viele doch von ihren "Arbeiterparteien" SPD und auch zunehmend "Die Linke" arg enttäuscht.
Warum nun die Massen nicht die MLPD wählen, nun vieleicht ist sie zu unbekannt, sie wurde und wird ja noch immer ziemlich totgeschwiegen - aber die MLPD "arbeitet" bestimmt dran.
Einen nicht unwesentlichen Anteil hat aber auch das Scheitern des "Realsozialismus" und seine permanente Beschimpfung, Verleumdung und Miesmacherei - und das im ideologischen Dauerfeuer gleichgeschalteter Massenmedien rund um die Uhr.

Zu Kuba und Nordkorea:
Ich glaube schon, daß die Menschen (vieleicht nicht alle, aber die große Mehrheit) ihr politisches System nicht eintauschen wollen. Man sollte den Glücklichkeitsfaktor nicht immer am Auto, DVD-Player, X-Box usw. festmachen. (frag mal viele Arbeitslose die das alles haben, ob sie glücklich sind) Ich glaube diese Menschen sind über ganz andere, viel wichtigere Dinge glücklich, z.B. keine Arbeitslosigkeit, kostenlose Bildung, Gesundheit... (ich will mir ersparen hier alles nochmal aufzuzählen).
Wenn man natürlich auf "BILDir eine Meinung" hört, sind die Menschen dort natürlich alle am Verhungern und Verrecken und werden von bösen Diktatoren unterdrückt - ja, wer´s glaubt, wird selig.....
China:
ist´n anderes Problem. Dort hoffen inzwischen bestimmt viele, daß die "goldenen" Zeiten des Sozialismus wieder zurück kommen.

Zu Deiner letzten Frage (Topverdiener); frag da mal lieber beim Herrn Ackermann und Co. nach, die schenken Dir (laut lachend) bestimmt auch einen Taschenrechner zur Antwort.

Mit sozialistischem Gruß
Uwe

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Hermann am 18.08.2009 21:39
Hallo Daniel,

du findest es also bedrohlich, dass die Revolution mit "undemokratischen" Mitteln "herbeigeführt" werden soll! "In Deutschland herrscht eine kapitalistische Gesellschaft auf der Entwicklungsstufe des staatsmomopolistischen Kapitalismus. Sie stellt die unmittelbare Vorstufe einer sozialistischen Gesellschaft dar. Das Monopolkapital hat sich den Staat vollkommen untergeordnet und seine Organe sind mit den Organen des Staatsapparats verschmolzen. Es hat seine allseitige Herrschaft über die gesamte Gesellschaft errichtet. Die durch den Staat regulierte gesellschaftliche Produktion unterliegt der privaten Aneignung durch die Kapitaleigner, insbesondere die herrschenden Industrie- und Bankmomopole. Diese staatsmonopolistischen Produktionsverhältnisse bilden heute den Grundwiderspruch in der Entwicklung des Kapitalismus in Deutschland." (aus dem Programm der MLPD, Kapitel A: "die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland")
"Die Monopolkapitalisten als verschwindend kleine Schicht der Bourgeoisie verfügen mit dem Staatsapparat über das entscheidende Machtwerkzeug zur Aufrechterhaltung ihrer Herrschaft und zur Niederhaltung der ausgebeuteten Massen. Mit den modernen Massenmedien manipulieren die Monopole die öffentliche Meinug. Die Monopolkapitalisten benutzen den bürgerlichen Parlamentarismus, um ihre Alleinherrschaft zu verschleiern. Mit den bürgerlichen Parteien als ihren sozialen Hauptstützen und mit ihrem Betrugsapparat versuchen sie, die Massen an das kapitalistische System zu binden. Die bürgerliche Demokratie bedeutet für die Massen in erster Linie Betrug, aber auch Terror, wie sich in der zunehmenden Faschisierung des Staatsapparats zeigt.
Für den wirtschaftlichen und politischen Aufstieg des neudeutschen Imperialismus war die Herrschaftsform der bürgerlichen Demokratie am besten geeignet. Wenn das Monopolkapital bei einem revolutionären Ansturm der Arbeiterklasse und einer Erschütterung seiner Macht die Herrschaft mit den Methoden der bürgerlichen Demokratie nicht mehr ausüben kann, wird es versuchen, die Überreste der bürgerlichen Demokratie zu beseitigen und die offen terroristische Diktatur zum Herrschaftssystem zu erheben."
(ebenda, Kapitel F)
...Die Arbeiterklasse wünscht, dass sich die Revolution ohne Gewaltanwendung durchsetzen würde. Doch die Frage der Gewalt stellt sich unabhängig vom Willen des Proletariats. Wenn die Kämpfe einen revolutionären Aufschwung nehmen, werden die Monopole nach allen geschichtlichen Erfahrungen versuchen, ihre Macht mit brutaler Gewalt aufrechtzuerhalten. Deshalb muss sich die Arbeiterklasse unter Führung ihrer Partei zum bewaffneten Aufstand erheben. Mit dem Sturz des Imperialismus und der Zerschlagung des bürgerlichen Staatsapparats erreicht der Klassenkampf des Proletariats seine höchste Form im Kapitalismus." (ebenda, Kapitel F)

Soweit das Programm. Ich, für mein Teil, finde es bedrohlich, dass es angesichts der geschilderten Situation Menschen gibt die sich der Illusion hingeben, die Revolution sei auf "demokratischem" Wege, sprich nach den Spielregeln des bürgerlichen Parlamentarismus zu erreichen!

Mit freundlichem Gruß

Hermann

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Dirk am 20.08.2009 16:47
Ersteinmal muss ich feststellen, dass es immer noch Menschen gibt, die mit verklärtem Blick durch die Welt gehen. Doch ist es gut, wenn zwei Meinungen aufeinander treffen.

Wenn ich hier die Zeilen der Partei lese, dann komme ich mir vor, als ob der Politunterricht begonnen hat. Es liest sich ja noch schlimmer, als unsere Politoffiziere der Nationalen Volksarmee reden konnten. Sie haben auch noch in Moskau studiert! Also in einem Land, so die hier geschrieben Aussagen, in dem der reale Kommunismus aufgebaut wurde und der Wille des Proletariats umgesetzt wurde.
Wer war denn von den hier Schreibenden schon einmal in Russland? Wer kennt denn die ehemalige Sowjetunion denn überhaupt?
Ich kann nur soviel sagen. Die Armut war zu Zeiten des sozialistischen Machtapparates nicht schlimmer oder besser als jetzt! Ich habe an der Trasse gearbeitet, bin mit den Frendschaftszügen durch Russland gereist und habe Land und Leute kennen gelernt!

Ist es nicht eine Errungenschaft die Meinung, wie hier, frei äußern zu dürfen? Gilt es nicht als Errungenschaft, sich verwirklichen zu können, wenn man den Willen dazu hat?

Ich konnte das in der DDR auch! Doch war dort sehr viel reglementiert und oft abängig, in welcher Partei man ist! Wollen wir das wirklich wieder haben?

Wie stand den Stalin zur russisch orthodoxen Kirche? Duldet Fidel Castro demokratische Parteien in seinem Land? Ist es dem chinesischen Volk gestattet, seine Meinung frei zu äußern? Sind nicht die gewählten Parteien die Vertreter des Volkes?

Also, wenn sich die Proletarierer aller Länder erheben sollen, dann erheben sie sich doch auch gegen die von ihnen gewälten Volksvertreter!
Gab es wirklich Demokratie zu den von Ihnen genannten Zeiten? Wenn sie das bejahen, dann lügen meine Verwandten, Bekannte nd Freunde,die aus diesen Ländern kommen!

Ich kann nur sagen: "Macht endlich Schluss mit dem Schwarz/Weiß-denken!"

PS: Ich will nicht sagen, dass die Theorien von Marx und Engels falsch sind! Sie sind nur Grundthesen, die einen Leitfaden geben!

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Monika am 21.08.2009 20:39
Lieber Dirk,
den Nachsatz möchte ich aufgreifen. Wenn man der Argumentation folgt und das Postskriptum liest, dann möchte man fragen, was ist denn nun mit den Theorien, sind sie richtig oder sind es Halbwahrheiten? Mir kommt es so vor, als ob die Theorien des Marxismus noch gar nicht richtig verdaut wurden. Das Studium dauert mitunter länger als 20 Jahre, wenn man den Marxismus sicher verstehen will und selbst dann gewinnt man noch immer neue Erkenntnisse. Was ist mit schwarz/ weiß denken konkret gemeint? Das muss schon mal genauer beleuchtet werden. Der erste wichtige Anhaltspunkt ist, dass die Massen sich in einer Klassengesellschaft in Klassen teilen und diese von Parteien geführt werden. Das Proletariat bedarf einer revolutionären Arbeiterpartei, um den Kampf zu führen. Theorie und Praxis einer rev. Arbeiterpartei sind nicht sich widersprechende Pole, sondern der Theorie bedarf man, um Klarheit zu erlangen und die Praxis meistern zu können. Durch die Praxis wiederum werden theoretische Ansichten bestätigt, verworfen oder weiterentwickelt. Beide bilden deshalb eine unlösbare Einheit. Der Marxismus ist eine Weltanschauung, in der Wort und Tat eine Einheit bilden. Darin liegt seine Stärke, daran ist er zu messen.
Phrasen sind ihm zuwider. Deshalb war die SED auch keine marx. Partei mehr. Es ist eine Errungenschaft der bürg. Demokratie seine Meinung zu äüßern, dies wurde erkämpft und muss immer neu verteidigt werden. Viele Menschen können sich in diesem System nicht verwirklichen, auch wenn sie willig und bereit dazu sind. Viele finden keine Arbeit, oder können von ihrem Lohn nicht leben.Verwirklichen können sich nur Leute mit viel Geld. Wobei man die Frage stellen muss, woher sie soviel davon haben. Auch auf diese Frage gibt der Marxismus klare Antwort. Es lohnt sich einmal wieder genauer nachzulesen und zu hinterfragen. Ich glaube das Original ist spannender, als ein Vortrag von "Politoffizieren".

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Reinhard am 23.08.2009 00:23
Es ist als Sozialist immer schwierig sich mit Ablehnern und sogen. Kritikern des ML auseinanderzusetzen. Warum ? Weil sie ständig in Erscheinungsformen verharren und mit anekdotischen Analysen um sich schmeissen. Sie verfügen auch häufig nicht über den Willen sich ernshaft mit dem ML auseinanderzusetzen.
Alleine z.B.die Debatte wieviel Proletarier gibt es noch gibt und die ständige Trennung von Überbau und ökonomischen Bedingungen läßt das Begreifen der tatsächlichen Verhältnisse vermissen.
1. Geht es um das Missverhältnis gesellschaftlicher Produktion und das private aneignen dieser Werte. Tauschwerte werden produziert und sind damit das Dilemma jeder kapitalistischen Produktion. Tauschwerte benötigen aber Kaufkraft, eben die der Gesellschaft, ein auf Dauer sinnloses Unterfangen. Krisen, Verelendung, Kriege sind die natürliche Folge. Wer Kapitalismus akzeptiert, akzeptiert u.a. die Legitimierung von Diebstahl. Wer das bestreitet, hat wohl noch nie was von Schickedanz und Konsorten gehört.
2. Dieses ständige "es geht uns doch verhältnismässig gut zum Rest der Welt".
Bravo, endlich erkannt ! Aber der Rest dieser Welt zählt eben mit zur Wertschöpfungskette und zahlt für Essen, Auto und Bahncard in diesem Teil der Welt mit elendem Lebensverhältnissen. Hier also der relativ nette Kapitalismus (deshalb logisch dem Sozialismus überlegen) und einige tausend Kilometer weiter eben menschenverachtend, brutal, ausbeutend bis auf`s Blut der böse Kapitalismus.
2. Die ständige Definition des ML als Dogma. Dabei ist gerade der ML eine lebendige Wissenschaft mit der Dialektik als tragender Säule. Auch dies wird von "Kritikern" ausser Acht gelassen.
3. Kapitalismus ist die Sackgasse der menschlichen Gesellschaft. Einfach gestrickt, d.h. ein gewalttätiger Machtapparat sichert das ausplündern auf dem gesamten Erdball zu Gunsten ein Minderheit. Das Niedere im Menschen ist eine Triebkraft zur Erhalt dieser Situation, ja eine Grundbedingung. Der ständige Angriff auf sozial Schwache, die medienwirksame Diffamierung ist Teil dieser "Kultur". Viele dieser Bürgerlichen haben es bereits so tief verinnerlicht, sie merken ihr menschenverachtendes Verhalten gar nicht mehr.
4. Sozialismus wird als fertiges Modell abgefordert. Welch ein Nonsens ! Das einzige was Sozialisten mit Voraussicht sagen können, ist die Notwendigkeit der Kapitalismusbeseitigung. Profitorientierte Produktion oder dem Menschen dienliche Produkte herstellen. Panzer oder Kindergärten. Ich wage ein Prognose: 95% der Menschen würden sich für Kindergärten entscheiden.

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Joe Iceman am 24.08.2009 20:06
Hallo meine Freunde

einer vorneweg.... ich bin Gegner jed weder Art des Extremismus. Und nach dem stöbern auf dieser Seite bin ich der Meinung, dass die hier aufgeführten Äusserungen folgendes sind:
1. Extremistisch in Reihnform
2. Zur Gewalt aufrufen
3. An jed weder Realität vorbei gehen

Das bedeutet für mich folgendes: Diese Partei ist genauso unwählbar wie die Republikaner oder die NPD. Leidergottes ist Deutschland durch so einen komischen Österreicher mit nem markanten Schnauzbart politisch vorbelastet und daher können vermutlich die Staatsorgane dem treiben dieser Partei kein Ende setzten.

Dass nur der wahre Sozialismus allen Bürgern Glück und Freude bringen kann wurde in der Geschichte schon mehrmals wiederlegt.
Durchweg wahren sind sämtliche sozialistischen Staaten blutrünstige Regiemes denen es nur um den eigenen Machterhalt und die eigenen Pfründe geht. (Macht korrumpiert)
In demokratisch organiesierten Staaten ist es zum Teil genauso nur dass es hier der Blutdurst fehlt. Des weiteren haben wir hier eine Pressefreiheit die es Aufdeckt wenn es einer der Politiker wieder zu bunt treibt (Ulla Schmidt). In Sozialistischen Staaten wird die Presse gleichgeschaltet (wer hats erfunden?) und die freie Meinungsäusserung weitgehend unterdrückt.
Sollte jetzt noch einer der Meinung sein dass in sozialistischen Staaten alles besser ist, kann ja mal nach Nordkorea gehen, wo die ach so tolle Regierung die Leute krepieren lässt, weil man ja unbedingt Nuklearwaffen braucht. Daran ist garantier nicht der ausbeuterische Kapitalismus schuld, sonder ein Staatführer der komplett gaga ist. Auch die hungernden Massen in Afrika oder Südamerika sind nicht schuld des Kapitalismus, sonder die Schuld einzelner dort ansässigen Warlords die nacht Macht gieren. Das einzige was dem Westen vorgeworfen werden könnte, ist die Kontaminierung des schwarzen Kontinents mit modernen Medikamenten. Wir müssen immer daran denken, dass mit der technologischen Entwicklung auch eine Verantwortung einhergeht, die weder gekauft noch gelehrt werden kann. Die einzige Möglichkeit diese Verantwortung, und das Bewusstsein dafür, zu erreichen ist auf eigenen Füssen.

Nur noch eine Kleinigkeit zum Schluss: Alles was ihr versprecht hört sich schön und gut an.... nur hat auch nur einer schonmal einen Gedanken daran verschwendet wer das alles bezahlten soll?....... hmmmm dachte ich mir schon. Immer daran denken: Diese Leute die heute die Fäden in der Hand halten, werden sich im Falle eines Wahlerfolges euerer seits (dies möge Gott verhindern) sich einfach absetzten und ihr Ding woanders durchziehen. Genauso wie die geistige Elite..... nein ihr gehört nicht dazu.... ist ja offensichtlich.
Was schlussendlich bleibt ist nicht viel.... hoffen wir mal dass es zum leben reicht.

Eines an der Seite mag ich... man kann sich herrlich amüsieren.
Schönen Abend noch

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Uwe am 24.08.2009 20:58
Hallo an das Forum,

hier ist es richtig spannend. Ich finde das die derzeitigen Verhältnisse ins wanken geraten und keine der etablierten Parteien eine Lösung berat hat. Wie auch - Sie sind ja Handlanger des Kapitals. Ich selber habe 25 Jahre in der DDR gelebt. und teilweise schreckliche Erfahrungen gemacht. Verglichen mit den heutigen Verhältnissen nicht großartig anders.Immerhin werden Grippen eingeführt, Ganztagschulen eingerichtet, Polikliniken wiederbelebt. Nur eins nicht. das Eigentum an den Produktionsmitteln bleibt in Privater Hand. Es geht doch imer nur darum, sich in jeder Situation den größtmöglichen Vorteil zu sichern. Es liegt in der Natur des Menschen zu horden und das meiste zu besitzen.- Macht zu besitzen. Das materialistische Denken ist es was zum einem die Idee des Sozialismusses wieder aufkommen lässt, weil immer mehr nicht mehr am Materialismus teilnehmen können, zum anderen wird es zur Bremse im Sozialismuß, weil jeder der sich bereichern kann es auch tut. Wie soll eine gesellschaft gerechter werden und demokratischer werden, wenn das Denken der Menschen sich darauf beschränkt, mehr als der andere zu besitzen und diesen Besitz an seine nachfolgenden Generationen weitergibt.
Für mich stellen sich hier mehrer Fragen:
Werden alle Menschen die Produktionsmittel besitzen enteignet (auch Selbstständige, Kleinunternehmer, Bauern) oder wird Privateigentum im Sozialismuss der MLPD zugelassen werden und damit die Grundlage zu neuen unerhörden Reichtum zu schaffen oder wird das Volkseigentum genauso heruntergewirtschaftet wie in der DDR?
Wie soll die demokratische Landschaft an Parteien aussehen, die im Sozialismuss sich gegenüberstehen werden, weil auch hier werden sich verschiedene politische Richtungen entwickeln.
Ich kann mich schon für die sache begeistern, zweifle aber an dem umden esgeht den Mensch.


Grüsse Uwe

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Uwe.K am 25.08.2009 11:37
Hallo, hier ist der "andere" Uwe,

ich werde mich ab jetzt "Uwe.K" nennen, damit es zu keiner Verwechslung mit anderen "Uwe´s" hier im Forum kommt.


Nur ein paar Bemerkungen an "Freund" Joe.

Schon viele haben versucht die "Kommunisten" und die "Faschisten" in einen Topf zu werfen - mit dem (unausgesprochenem) Ziel: die Kommunisten zu verteufeln - nicht die Faschisten! Sie haben nur vergessen, das alle halbwegs intelligenten Menschen wissen - und das ist ne´ ganze Masse - dass die Faschisten f ü r kapitalistische Ausbeutung und die Kommunisten g e g e n kapitalistische Ausbeutung sind. Und das unterscheidet sie gewaltig! Und es gibt noch hundert andere gewaltige Unterschiede!

Welches System nun "blutrünstiger" ist und dass bei "demokratischen" Staaten der "Blutdurst" ganz und gar fehlt - zeigt ein genaueres Hinsehen (wenn man es denn kann und auch will) wer die Welt mit Kriegen, Not und Elend usw. überzieht. (und große und kleine Warlord´s installiert, bewaffnet und bezahlt)

Die gestellte Frage:
"nur hat auch nur einer schonmal einen Gedanken daran verschwendet wer das alles bezahlten soll?....... hmmmm dachte ich mir schon"

Wer glaubt, dass es darauf keine Antwort gibt, kann einem leid tun. - Es "bezahlen" die, die heute auch schon alles "bezahlen", nur dass dann nicht 5% des "Erarbeiteten" bei ihnen verbleiben darf (noch!) und 95% sich andere aneignen!
Von allen arbeitenden Menschen auf dieser Welt wird so viel geschaffen, dass es auch für alle genug im Überfluss geben wird. Man muß nur dafür sorgen, dass nicht eine kleine Schicht "Macht- und Geldgieriger" sich die Früchte gesellschaftlicher Arbeit privatkapitalistisch aneignet (stielt).

Und da diese Form der Aneignung so "toll" ist, werden diese Leute sie sich nicht so einfach nehmen lassen - es haben übrigens immer die zuerst geschossen und Blut vergossen, denen man etwas wegnehmen wollte, was ihnen nicht gehörte!

Viel Spaß noch beim Lesen der „demokratischen (nicht gleichgeschalteten) Presse“ - vielleicht bleibt ja doch ab und zu ein bisschen Zeit für die gleichgeschaltete "linke" - wegen dem "genaueren Hinsehen"!

Uwe.K

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Jürgen Binder am 31.08.2009 01:36

Hallo Joe Iceman,

du hast wahrhaftig eine merkwürdige Definition von "Extremismus". Ich finde es vielmehr extrem, wenn die von dir sogenannte "geistige" Elite (= Kapitalisten oder auch Extremisten), es für selbstverständlich hält, von der kostenlosen Mehrarbeit, die die Lohnabhängigen in dieser Republik jeden Tag vollbringen, zu profitieren. Wäre es doch angebrachter den erwirtschafteten Reichtum an die unmittelbaren Produzenten zu verteilen.

Dies ist ein Bestandteil jeglichen Sozialismus und Kommunismus.

Welche sozialistische Staaten der Vergangenheit, du als blutrünstig definierst, darüber schweigst du dich bekanntermaßen aus. Ist es Pul Pot ? oder ist es vielmehr Stalin ?

Selbst wenn es diese beiden sind, so mußt du um nicht unredlich zu werden, auch zwischen diesen beiden differenzieren. Betrieb doch Pul Pot die Deinstrualisierung Kambodschas (Entvölkerung der Städte) und Stalin die Instrualisierung der Sowjetunion.

Und entgegen deinen Anschauungen, existiert hier keine absolute Meinungsfreiheit, werden doch systemkritische Zeitungen und Zeitschriften, erst recht wenn sie kommunistisch sind, vom Verfassungsschutz überwacht.

Auch sind nicht die einzelnen Warlords in Afrika oder anderswo, für die dortigen Mißstände alleine verantwortlich zu machen. Arbeiten doch die meisten von ihnen, Hand in Hand mit den Kapitalisten eng zusammen. Der Diktator Mobutu aus Zaire, soll hier nur als ein Beleg für die Vergangenheit dienen. Und kaum versucht ein afkrikanisches Land, seine Entwicklung in die eigene Hand zu nehmen, wie es in Burkina Faso von 1982-87 geschah, greift dann auch noch die ehemalige Kolonialmacht Frankreich zu den äußersten Mitteln. Denn als sich Burkina Faso unter der Präsidentschaft Thomas Sankaras kurz vor der Selbstversorgung befand, wurde er Thomas Sankara im Auftrag von Chirac ermordert.

Will heißen, die korrupten Regierungen in den Entwicklungsländern trifft natürlich eine Teilschuld an den dortigen Lebensbedingungen. Aber ohne die aktive Mithilfe der westlichen Industrienationen wären diesselbigen nie und nimmer an die Macht gekommen.

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Hans Müller am 08.09.2009 13:42
Ich bin hier gelandet, weil die MLPD im Wahl-O-Mat der BPB diese Partei (gleichauf mit der SPD) als die mit der größten Übereinstimmung ergeben hat. Ich habe daraufhin mal in Euer Wahlprogramm gelesen und fand speziell die Erkenntnis, dass in DDR und Sowjetunion eine neue herrschende "Klasse" sich bildete, die die "Massen" unterdrückte, durchaus zukunftsweisend.
Aber: Warum bleibt Ihr dabei auf halber Strecke stehen? Warum wird sich von Mao und Stalin nicht wirklich distanziert? Als ich die ersten beiden Posts dieses Stranges las, bin ich fast vom Stuhl gekippt angesichts der Ignoranz und Menschenverachtung, die die Opfer der Kulturrevolution und der Terrorherrschaft des Stalinismus bestreitet, bzw. diese zu der Anzahl der Verhungernden (was zahlreiche Gründe hat) ins Verhältnis zu setzen und zu folgern, "das seien ja nicht so viele". Es wäre doch wirklich höchste Zeit, sich einmal ernsthaft den Fehlern der Vergangenheit zu stellen, einen klaren Schnitt zu machen und nach neuen sozialistischen Antworten zu suchen.

Auch immer wieder geradezu drollig finde ich, dass sich hier darüber beschwert wird, das Werk von Karl Marx werde unzureichend rezipiert. Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass die "Arbeiterklasse" (oder eine wie auch immer geartete Mehrheit der Bevölkerung) eine derart komplexe und trockene Lektüre wie "Das Kapital" freiwillig und detailliert rezipieren wird, um daraus ihre Lehren zu ziehen? Und wer soll an ihrer Stelle der "Diktator" oder auch nur der (populistische?) mundgerechte Vermittler dieser Ideen sein? Ihr etwa?

Und inwieweit nun ein selbständig tätiger Kleinstunternehmer (z.B. Einmann- oder Familienbetrieb) zu den "Ausbeutern" zu zählen ist, bleibt mir schlussendlich wirklich rätselhaft (im Ggs. bspw. zum Professor, der durchaus Angestellte hat und aus "systemischen Zwängen" heraus Doktoranden ausbeuten muss).

Fazit: Für mich ist der Kommunismus als politische Idee und als anzustrebendes Ideal nicht gestorben (wie auch, es wurde ja nie ernsthaft probiert), aber wir alle (auch Ihr) haben noch einen langen Weg zu gehen, uns von den alten Gespenstern zu befreien und einen Weg dorthin zu entwickeln, geschweige denn zu beschreiten.

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Jürgen Binder am 16.09.2009 18:10
Hallo Hans,

in bzw. nach jeder Revolution, gibt es auch eine nicht geringe Anzahl von Individuen, die danach betrebt sind, den revulutionären Prozeß zu kippen und die Konterrevolution einzuläuten. Deswegen ist die Verteidigung der Revolution und mit ihr die Bekämpfung dieser Individuen notwendig.

In die bürgerliche Geschichtsschreibung gingen die vortrefflichsten Verteidiger der gerade stattgefundenen gesellschaftlichen Umwälzung, entweder als blutrünstige Todesengel (SAINT-JUST-Französiche Revolution), oder eben als blutrünstige Diktatoren (Stalin, Mao) in die Geschichte ein.

Fakt ist aber: Nach dem Tode Saint-Just's, dauerte es nicht mehr lange, bis der Kreis derer die ihn auf's Schaffot brachte Napoleon immer mehr Macht übertrug, und mit der Selbstkrönung Napoleons zum Kaiser die Konterrevolution quasi besiegelt wurde.

Denselben Vorgang kann man bei den Nachfolgern von Stalin und Mao beobachten, sie läuteten die unmittelbare Restauration des Kapitalismus ein.Und du wirst wohl die heutigen Zustände in der Volksrepublik China nicht rechtfertigen wollen.Macht doch alleine die Anzahl der Wanderarbeiter die Einwohnerzahl Deutschlands aus. Und zudem erinnern sich viele Chinesen, auch einfache Arbeiter und Bauern positiv an die Mao-Zeit zurück.

Wurden doch z.B. vor der Kulturrevolution z.B Betriebsleiter von oben herab bestimmt. Nun, nach der Kulturrevolution war dem nicht mehr so.

Natürlich wirst du dich fragen, was ist aber mit denen, die unschuldig ums Leben kamen?

In allen bisherigen Revolutionen und deren Verteidigung sind Unschuldige ums Leben gekommen, aber es wäre naiv z.B. zu glauben man könnte solche Individuen frei herumlaufen lassen. Wenn man es dennoch tut, dann hat die gesellschaftliche Umwälzung allenfalls die Dauer von 14 Tagen, wie es bei der Münchener Räterepublik der Fall war.

Um dieser Erkenntnis willen, ließ auch Che Guevara, Revolutionsgegner verurteilen. Ja, er beteiligte sich daran aktiv. Und oft genug, stellte er den Angeklagten Kinder gegenüber die diese Missetaten der Baptista-Anhänger überlebt hatten.

Und an den Verdiensten von Stalin und Mao, sollte man doch festhalten können. Wurden sie doch selbst von ihren unmittelbaren politischen Zeitgenossen (bei Stalin z.B. von Roosevelt und Churchill) anerkannt.

Stalin leitete z.B. ohne jeden Zweifel die Industriealisierung der Sowjetunion in die Wege, und Mao wiederum befreite China von feudalen und kapitalistischen Strukturen. Ja, letztendlich ist ihm auch die Befreiung von der japanischen Besatzungsmacht zuzuschreiben.

Die allgemeine negative Sichtweise über Stalin wiederum, ist im großen und ganzen dem Werk "Archipel Gulag" von Alexander Solchenyzin zu verdanken, dass du vielleicht kennst und gelesen hast. Bei der Lektüre dieses Buches darf man aber nicht vergessen, welchen gesellschaftlichen Vorstellungen, Solchenyzin selbst bis zu seinem Tode anhing. Er war ein Anhänger des Zarismus und von daher ein strammer Antikommunist.

Wenn der Kommunismus als anzustrebendes Ideal also noch nicht gestorben ist, würde ich eine solche Lektüre vermeiden.

Unsere Aufgabe hat es vielmehr zu sein, bei der Beibehaltung der Verdienste von Marx, Lenin, Stalin und Mao, auch darüber nachzudenken wie man zukünftig mit Revolutionsgegnern umgeht. Denn auch ich möchte z.B. wie Saint-Just eine Gesellschaft ohne Todesstrafe. Ja, du hast richtig gehört, derselbe Saint-Just, der für die Verurteilung des Königpaares und Dantons stritt. Aber Widersprüche sind nicht nur im Leben von Saint-Just's zu finden.

Gruß - Jürgen Binder

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von tugo am 22.09.2009 10:58
Auffällig, dass der bürgerliche Geschichtsrevisionismus den Massen die Fähigkeit politisch motivierten Handelns abspricht. Vielmehr werden sie in der bürgerlichen Sicht zur Manövriermasse irgendwelcher Führer degradiert, die Menschen in die Irre geführt haben müssen, sobald sich eine Gesellschaft nicht an der göttlichen kapitalistischen "Marktwirtschaft" orientiert, die selbstverständlich als Maß aller Dinge betrachtet wird.
So wird suggeriert, sobald man sich an dieser orientiere, funktioniere alles wie von selbst, es bräuchte keine pol Führung mehr; also die totale Freiheit :D

Darüber hinaus dient diese Geschichtsinterpretation, Menschen müssten blind und durch irgendwelche Führer fehlgeleitet sein, falls sie von der absoluten Wahrheit des Kapitalismus abweichen, als Grundlage für die ungeheure Gleichsetzung der Sowjetunion und China mit den Nazi-Faschisten unter der dazu geschaffenen Vokabel "Totalitarismus".

Hier wird ein künstlicher Widerspruch konstruiert, den es so gar nicht gibt!

Dieses Märchen ist es, was die Kinder heute in der Schule lernen müssen und das wir heute in den Propagandamedien als vorgebliche Auseinandersetzung mit der Geschichte vergesetzt bekommen.

Einerseits verwässert das eine gewisse Kontinuität zwischen Weimarer Republik, den Nazi-Faschisten, dem Sinnbild für blinden Führerkult, und dem heutigen Regime, die nämlich im Wesentlichen alle die gleichen Interessen der Banken & Konzerne vertreten, von Kriegsgewinnlern und Monopolkapitalisten. Dazu passt der ideologisch verankerte Antikommunismus, den die US-Regierung, Christliche Mitte, FDP, SPD und Nazis gemeinsam haben. Dies widerspiegelt sich in der kontinuierlichen Unterstützung zahlreicher faschistoider Regimes und antidemokratischer Militärputschisten durch diese Parteien und ihre Regierungen. (Schah im Iran, Pinochet in Chile, Apartheid in Südafrika und heute in Israel, Arena in El Salvador, Kolumbien, ...)

Böse könnte man sagen, dass sie in der (Wirtschafts-) Krise, während der Eskalation nationaler und innerimperialistischer Widersprüche, vorübergehend auf die demokratische Maske verzichten - und womöglich jederzeit verzichten werden, wenn ihnen dies als taktische Notwendigkeit erscheint?

Tatsächlich haben die Menschen in Kuba, China und anderen Ländern die jeweiligen Parteien oder Bewegungen für politische Veränderung, gegen Willkür, Terror und Ausbeutung aus ihrer persönlichen politischer Überzeugung heraus massenhaft unterstützt. Sie sind dabei nicht zu Geiseln genommen worden, sondern es haben sich die Strukturen gebildet, die das allgemeine Streben nach gesellschaftlicher Neuorganisation am besten zu verwirklichen schienen. Nur so konnten sie genügend Mitkämpfer gewinnen und einige beachtenswerte Erfolge erringen!

China und Sowjetunion waren die erklärten Hauptfeinde der Faschisten und auch die Stossrichtung der faschistischen Aggression. Beide Länder hatten Millionen Todesopfer durch Krieg und faschistischen Terror zu beklagen. Die Zerstörungen dieser Zeit waren ein erhebliches Hemmnis beim geplanten Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft.

Ein ernsthafter Vergleich sieht so aus:
Die Faschisten führen Angriffskriege (wie heute auch die USA, GB, BRD ...), nehmen bewusst Millionen Todesopfer in Kauf um ihre Ziele zu erreichen, entmenschlichen die Opfer in ihrem propagierten Rassenwahn, kulturellem oder nationalem Chauvinsmus, nehmen ihr industrielles Morden sogar zum Erfolgsmaßstab.
Die Toten in China dagegen waren zum allergrößten Teil Opfer der japanischen faschistischen Besatzung, des Bürgerkriegs, einer Klimakatastrophe, des Wirtschaftskrieges der Westmächte und zeitweise auch der Sowjetunion gegen China, gravierender strategisch- politischer Fehleinschätzungen auf allen Ebenen, dem Fortbestehen alter Verhaltensmuster, sowie auch der Anlaufprobleme beim umfassenden Umbau der Gesellschaftsstruktur, wozu das zeitweise Erstarken reaktionärer destruktiver Kräfte zählt.

Die meisten Todesopfer in China sind also tatsächlich eher vergleichbar mit den Hungertoten der heutigen kapitalistischen Weltordnung. Da gibt es aber noch den Unterschied, dass Mao's Regime den Tod der Millionen Menschen wenigstens öffentlich bereut und sein Vorgehen verändert hat.

Das heutige Regime in Europa und USA streitet plump jede Verantwortung ab, sieht das Massensterben in seinem Einflussgebiet als natürlichen Prozess, benutzt chauvinistische Vorurteile um einer Diskussion auszuweichen, oder ignoriert einfach die unglaublichen Konsequenzen seiner verkorksten Ideologie.

Der Kapitalismus, seine Kriege und faschistoiden Auswüchse, sind für mindestens 95% der politischen Morde und Kriegstoten des letzten Jahrhunderts verantwortlich!


Tatsächlich aber haben auch die politischen Führungen in der SU und China um Stalin + Mao
gravierende Fehler begangen und dem pol Gegner so Kanonenfutter geboten:

Es geht vielleicht nicht um Millionen, aber um viele Tausend politische Todesurteile, die auf allen Ebenen ausgesprochen wurden, selbst wenn nicht persönlich von Mao oder Stalin angeordnet, so doch nicht entschieden genug von ihnen bekämpft worden sind.

Es gibt doch selbst in Bürgerkriegszeiten, in denen der pol Gegener zu militärischen Methoden greift, keine Rechtfertigung dafür, Menschen zu töten bzw sie solchen Bedingungen auszusetzen, die zu ihrem Tod führen, wenn es sich nicht um Selbstverteidigung zur Verhinderung größerer Opfer handelt ?

Genau dies aber ist massenhaft geschehen: In diese Kategorie zähle ich Meinungsverschiedenheiten in der eigenen Parteistruktur, Kommunisten die eine andere Strategie und Taktik bevorzugen, Studenten und Wissenschaftler die dem neuen Gesellschaftsmodell kritisch gegenüber stehen, Bauern die an hergebrachten Wirtschaftsmethoden festhalten möchten, usw.

Ein solches Vorgehen ist a) ein Mord und Verbrechen b) Eingeständnis der eigenen Schwäche und moralische Niederlage c) Verrat an der sozialistischen Idee, die nicht zuletzt durch ein humanistisches Weltbild und Gerechtigkeitsstreben getragen wird.

So wurde bereits durch Stalin die Grundlage für den Untergang der SU gelegt, 1956 und 1990 waren dann fast schon die logische Konsequenz?

Denn in der Überzeugungsarbeit für sozialistische Ziele sind wir im Gegensatz zum politischen Gegner, der unsere Ansprüche nicht teilt, elementar auf moralische Integrität angewiesen.

Es geht aber nicht um Pro oder Contra Stalin. Nicht die Führer, sondern die Ideen haben die Menschen bewegt und bewegen sie weiterhin.
Die fortschrittlichen Wissenschaftler wie Marx, die pol Führung, Stalin, Mao, oder Partei sind "nur" Mittel zum Zweck.

Schade also, wenn ihr dieser hirnrissgen Führer-Theorie auf den Leim geht.

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Jürgen Binder am 29.09.2009 12:42
Hallo tugo,

Keiner geht hier einer hirnrissigen Führer-Theorie auf dem Leim. Aber wie du z.B. selbst schreibst:

China und Sowjetunion waren die erklärten Hauptfeinde der Faschisten und auch die Stossrichtung der faschistischen Aggression. Beide Länder hatten Millionen Todesopfer durch Krieg und faschistischen Terror zu beklagen. Die Zerstörungen dieser Zeit waren ein erhebliches Hemmnis beim geplanten Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft.

Und sowohl Mao, wie auch Stalin trugen einen wesentlichen Anteil zum Sieg über den Faschismus bei, und zum weiteren Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft.

Diesen Verdienst sollte man doch zu würdigen wissen.

Gruß - Jürgen Binder

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Hermann am 29.09.2009 22:11
Da das hier kein Forum nur für MLPD-Genossen ist, weiß ich natürlich nicht genau wen du mit "IHR" meinst. Falls die MLPD gemeint sein sollte, stimme ich in vielem deiner Kritk zu. Aber den Vorwurf der "Führer-Theorie" weise ich zurück. Bei uns gibt es keine "Säulenheilige". Wir berufen uns auf die vier Revolutionsführer in unserem Logo, weil sie bedeutendes für den Sozialismus und seiner theoretischen Weiterentwicklung geleistet haben, und zwar nicht als Dogmen sondern als Grundlage zu Handeln HEUTE. Deswegen stehen die vier ebensowenig außerhalb der Kritik wie jeder andere. Natürlich haben wir uns auch mit den Fehlern und auch mit den Verbrechen die unter ihrer Führung geschehen sind, kritisch auseinandergesetzt. Wir denken aber nicht daran, deswegen die Verdienste der vier mir nichts dir nichts zu leugnen und sie, wie andere, wie heiße Kartoffeln fallen zu lassen. Unserer Meinung nach überwogen die positiven Seiten dieser "Klassiker" bei weitem! Es gibt weder etwas zu relativieren noch zu verharmlosen. Es gibt aber auch keinen Grund, der antikommunstischen Propaganda (in Deutschland schon sowas wie eine Ersatzreligion) auf den Leim zu gehen!

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Marcel Frey am 07.04.2011 17:11
Ey Leute,

ich finde es interessant die Diskussion zu lesen und würd gern ein paar Denkanstöße in den Raum werfen. Alles was geschrieben wird dient nur der weiteren Betrachtung. Mir fällt hier auch eine gewisse Agression auf, die sich von den diversen Standpunkten bemerkbar macht. Hier und auch in anderen Foren wird permanent mit Begriffen wie Sozialismus, Kapitalismus und den ganzen anderen Schulbuchwörten umhergeschmissen und eines völlig vernachlässigt - die freie Gesellschaft. Am Ende ist es ein absolutes Scheitern des staatlich geregelten Schulsystems (mit Zwangssteuern eingetrieben, von allen "Klassen") das in der totalen Katrastrophe - und zwar in Ganztagszwangsschulen - seinen traurigen Höhepunkt finden wird/würde. Am Ende muss es doch ganz einfach nur um folgende Dinge gehen:

-relative Freiheit
-relative Gerechtigkeit (durch individuelle Verntwortung)
-Liebe
-Ehrlichkeit
-Würde
-Recht auf Eigentum (Du sollst nicht stehlen...)
-relative individuelle Selbstverwirklichung in allen Lebensbereichen

Welches System (sofern man überhaupt noch von System sprechen mag) dem am nächsten kommt und dies am meisten begünstigt, muss jeder Mensch der meint einen - wenn auch nur geringen - politischen und wirtschaftlichen Anspruch zu haben selbst erkennen und herausfinden. Was wir auf jeden Fall nicht brauchen ist mehr Staat, sondern zwingend weniger, denn ich kann nicht einfach meine eigene Bank gründen, da diese durch das Zentralbanksystem mit den Großen Staaten Hand in Hand arbeitet und ich kann den Geldschöpfungsprozess nicht als Unternehmer einleiten sondern bin an den Staat(Zentralbanken, Geschäftsbanken - durch Staat gebilligt) gebunden. Dies sind zwei essentielle Probleme unserer Zeit (unser staatliches Schulsystem schenkt dem komischerweise keine Beachtung;). Wir benötigen dringend eine umfassende Aufklärung über individuelle Freiheit und Respekt vor Menschen aller "Klassen". Desweiteren muss unbedingt die Hinterfagung aller Dogmen, Anschauungen und Ideologien gefördert werden. Selbstreflektion, Liebe und Verantwortung müssen stärker wiegen als das Nacheifern irgendwelcher Weltverbesserungsdeologien, dämlicher Führer oder Massenmördern.

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Paul am 08.04.2011 17:19
Diese Denkanstöße sind es wahrhaft wert, in das Chaos Ordnung zu bringen. Von was, soll die Gesellschaft frei werden? Von einem staatlichen Schulsystem mit Ganztagesschulen? Was soll stattdessen sein? Ehrlichkeit, Liebe,"relative" Freiheit, "relative" Gerechtigkeit, Recht auf Eigentum, "relative" individuelle Selbstverwirklichung. Das Schulsystem schenkt dem keine Beachtung und ist somit an noch mehr Staat, welcher den Geldschöpfungsprozess billigt,Schuld. Natürlich sind das Schulsystem und letzendlich die bösen, unfähigen Lehrer Schuld, dass die Aufklärung über individuelle Freiheiten versagt und nicht jeder eine Bank eröffnen kann. So hat man doch wenigstens den Schuldigen an der Missere schon einmal an der Hand. Man sollte diese unfähigen, hemmenden und inkompetenten Leute endlich entfernen, damit Respekt vor Menschen aller Klassen durchgesetzt wird und jeder seine persönliche Freiheit z.B. das Gründen einer Bank, ausleben kann.
Es ist doch gar zu toll, welche originellen Blüten, die noch vor einiger Zeit in den bürgerlichen Medien stattgefundene Hetzkampagne gegen die Schulen und deren lohnabhängige Lehrerschaft austreibt.
Das Schulsystem ist dem Staat untergeordnet und wird die Vorgaben desselbigen erfüllen. Der Staat gibt schon seit Jahrzehnten vor, dass Liebe, Ehrlichkeit, Würde, Recht auf Eigentum, Freiheit... an den Schulen gepredigt werden. Auch das Hinterfragen von Dogmen, Anschauungen und Ideologien wird gefördert. Verantwortung zu übernehmen ist vielen auch in den staatlichen Schulen kein Fremdwort. Ein staatliches Schulsystem und all die anderen schönen Dinge sind keine Widersprüche. Soll das staatliche Schulsystem den Staat auflösen? Das wird leider nichts, Herr Frey. So bitter es für sie sein mag, aber das Schulsystem vertritt die Interessen des Staates und somit hat alles seine beste Ordnung.

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Paul am 09.04.2011 12:02

PS: Nötig wäre allerdings, auch den Lehrern und ihrer schweren Arbeit ein wenig mehr Respekt entgegen zu bringen, die Altersteilzeit zu erneuern und Abminderungsstunden für Klassenleiter einzuführen, denn auch Lehrer sind Menschen und nicht die Fußabtreter der Nation.

Re: Massive Vorbehalte gegen Lenin, Stalin und Mao Tsetung

Abgeschickt von Marcel Frey am 20.10.2011 00:11
Hallo

etwas spät, aber danke für die Kritik an meinem Text, es freut mich dass Sie mir Denkanstöße vermitteln wollen. Ich bin auch dankbar für vieles gelernte, aber auch traurig über vieles nicht erfahrene, wichtigere als vieles andere!! Es ging weniger darum die Lehrer zu kritisieren, natürlich habe ich Respekt, auch mit evtl. Kritik - und Hinterfragung, die doch gut ist als recht junger Mensch und noch vor kurzem Schüler an einer staatlichen Schule, oder darf man dass nicht?. Meine geliebte Mutter war selbst Lehrerin an einer BFS.

Tschü

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