Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

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Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Ben Müller am 10.03.2012 11:51
Liebe Leserinnen und Leser,

seit kurzem ist die Homepage der Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt (BGF) online. Die BGF hat das System des gesellschaftlichen Fortschritts - ein erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus - entwickelt.
Wenn Sie durch konstruktive Kritik und/oder wissenschaftliche Mitarbeit unseren Entwurf auf eine höhere Erkenntnisstufe heben möchten, bitten wir um Kontaktaufnahme unter http://www.gesellschaftlicher-fortschritt.de

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Wolfgang am 11.03.2012 21:34
Ich habe die Seite der BGF geprüft und möchte meine (hoffentlich ausreichend konstruktive) Kritik gleich hier anbringen.

Bevor die Sektkorken knallen, weil ja ein „erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus“ das Licht der Welt erblickt hat, möchte ich ganz bescheiden an Friedrich Engels und besonders sein Werk „Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft“ erinnern, das vor über 130 Jahren(!) geschrieben wurde.
In diesem Buch waltet zwar nicht der Jargon, der in den geisteswissenschaftlichen Disziplinen der heutigen deutschen Hochschulen üblich ist, aber Engels kommt gleich am Anfang auf den Punkt, indem er schreibt:

Der moderne Sozialismus ist seinem Inhalte nach zunächst das Erzeugnis der Anschauung, einerseits der in der heutigen Gesellschaft herrschenden Klassengegensätze von Besitzenden und Besitzlosen, Kapitalisten und Lohnarbeitern, andrerseits der in der Produktion herrschenden Anarchie. Aber seiner theoretischen Form nach erscheint er anfänglich als eine weitergetriebne, angeblich konsequentere Fortführung der von den großen französischen Aufklärern des 18. Jahrhunderts aufgestellten Grundsätze. Wie jede neue Theorie, mußte er zunächst anknüpfen an das vorgefundne Gedankenmaterial, sosehr auch seine Wurzel in den materiellen ökonomischen Tatsachen lag.

Vollständig kann man das bei

http://www.mlwerke.de/me/me19/me19_177.htm

nachlesen.

Es ist also die gesellschaftliche Praxis, namentlich die sie bestimmenden Klassenkämpfe, die Ausgangspunkt des wissenschaftlichen Sozialismus sind.
HEUTE mit der Erfindung des wissenschaftlichen Sozialismus daherzukommen, die bisherigen Schritte zur Schaffung einer neuen Gesellschaftsordnung als Sozialdespotismus abzutun ist ein Ausdruck höchster Arroganz gegenüber dem fast 200jährigen Kampf der Arbeiterbewegung und deren praktischen und theoretischen Erfahrungen.
Das Setzen auf Systemtheorie und Kybernetik ist auch nicht originell.
Um das Jahr 1970 sprach man in der DDR sehr viel über die Vollendung des ökonomischen Systems des Sozialismus besonders mittels Kybernetik und Operationsforschung.
Das Endergebnis dessen ist allgemein bekannt.
Die dick aufgetragene Wissenschaftlichkeit diente nämlich dazu, von der Machtfrage in der Gesellschaft abzulenken.
Diese war schon längst zu Ungunsten der Arbeiterklasse und zu Gunsten einer neuen Bourgeoisie entschieden, die sich aus kleinbürgerlichen Funktionären entwickelt hatte und die bürgerliche Gesellschaft restaurierte.

Aber noch mal zur „Wissenschaftlichkeit“ von BGF (Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt)
Wenn man schon z.B. die Tatsache ignoriert, dass sich die im sozialistischen Aufbau befindliche Sowjetunion von 1917 bis 1956 vom ca 30. auf den 2. Platz unter den Staaten der Welt vorschob, was Wirtschaftskraft angeht, dies im erbitterten Kampf gegen die ganze kapitalistische Welt und einfach liquidatorisch erklärt, ES GAB BISHER NOCH KEINEN SOZIALISMUS, so sollte man doch nicht gleich an Theorien basteln, eine Restauration des Kapitalismus sei unmöglich, sondern sich erst einmal darum kümmern, dessen praktischer Verwirklichung näher zu kommen!
Ein Bauer würde sagen, man möge doch das Pferd nicht vom Schwanze her aufzäumen, aber Bauern und Gewerbetreibende kommen ja bei der BGF gar nicht erst vor ………..
Das Ganze hat also wenig mit Wissenschaftlichkeit, aber viel mit Intellektualismus zu tun, was eine Spielart kleinbürgerlichen Denkens ist.

Über organisatorische und finanzielle Belange sollte die BGF schon etwas mitteilsamer sein.
Kann man Bachelor und auch Master des Sozialismus werden oder was kommt praktisch im Interesse der Arbeiterklasse und der breiten Massen heraus?
Kommt das Geld für die Aktivitäten aus Fördermitteln des (monopolkapitalistischen) Staates … was für eine Alternative wird wohl herauskommen?
Ist die Organisationsform ein gemeinnütziger Verein … also auch für Kapitalisten nützlich?
Oder besteht man von Spenden und Beiträgen – wie bemessen die sich aber?


Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Lion Wagner am 22.03.2012 19:24
Antwort der Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt (BGF) auf die Kritik des Genossen Wolfgang… (Nachname unbek.) vom 11.3.12 auf die BGF-Homepage

Karl Marx, Vorwort im 1.Band des Kapitals:
„Jedes Urteil wissenschaftlicher Kritik ist mir (uns) willkommen. Gegenüber den Vorurteilen der sogenannten öffentlichen Meinung,der ich (wir) nie Konzessionen gemacht habe (n), gilt mir (uns) nach wie vor der Wahlspruch des großen Florentiners:
‚Segui il tuo corso, e lascia dir le gentil!'
(„Geh deinen Weg, u. laß die Leute reden!")
[Hervorhebg. u. Klammerbeifüg. BGF]

Diese wissenschaftliche, d.h. marxistisch-leninistische Kritik fehlt! Trotzdem machen wir uns die Mühe zu antworten, weil uns die revolutionäre Beseitigung des Kapitalismus verbindet.
Die BGF ist bemüht sich so kurz u. so leicht verständlich wie möglich zu verteidigen. Darunter leidet zwangsläufig die Wissenschaftlichkeit u. eine stringente Beweisführung ist ebenfalls unmöglich. Beweisen aber müssen normalerweise Sie, Genosse Wolfgang, als Kritiker, denn die Behauptung der BGF ist durch deren Manifest u. theoretische Basisschriften bewiesen!
Zuerst steht die Aussage des Genossen Wolfgang, danach die wissenschaftliche Einordnung dieser Aussage.
Leider werden die Unterstreichungen u. Fettdrucke nicht übernommen. Das ist von sehr großem Nachteil, weil wir beispielsweise insbesondere solche relativ komplizierten wissenschaftlichen Begriffe wie Struktur u. System unterstrichen haben.

1. Genosse Wolfgang: „Bevor die Sektkorken knallen, weil ja ein ‚erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus' das Licht der Welt erblickt hat, möchte ich ganz bescheiden an F. Engels u. besonders sein Werk ‚Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft' erinnern, das vor über 130 Jahren (!) geschrieben wurde." Es folgt dann das Zitat vom Genossen Engels.

Zu 1. Zur Behauptung der BGF das erste wissenschaftlich gestützte Modell zur Ablösung des Kapitalismus zu haben
Tritt eine Organisation mit einer solchen Behauptung auf, gibt es folg. Möglichkeiten:
a) Die Organisation hat keine bzw. ungenügende Kenntnis über den dialektischen u. historischen Materialismus sowie die marxist. politische Ökonomie (personifiziert Marxismus-Leninismus).
b) Die Organisation arbeitet im Auftrag des Klassenfeindes an einer weiteren Spaltung der antikapitalist. Bewegung u. soll in diese weitere Verwirrung hineintragen.
c) Die Organisation erkennt den dialektischen u. historischen Materialismus sowie die marxist. politische Ökonomie nicht als wissenschaftliche Methoden an, um eine Theorie zwecks Ablösung des Kapitalismus zu entwerfen.
d) Die Organisation glaubt eine realisierbare Variante des sog. Dritten Weges zwischen Kapitalismus u. Sozialismus gefunden zu haben.
e) Die Organisation ist der Ansicht, dass in den Werken der Genossen Klassiker die STRUKTUR, d.h. die Gesamtheit der systemregelungsrelevanten Elemente u. deren Relationen (Zusammenhänge darunter Wechselwirkungen), der kommunist. ökonomischen Gesellschaftsformation nicht dargestellt ist.
Zu a) Diese Möglichkeit entfällt, denn ein Studium der theoretischen Basis der BGF (Publikationen), zumindest aber deren Manifestes, würde das Gegenteil belegen.
Zu b) Diese Möglichkeit entfällt, denn der Klassenfeind muss über die BGF nicht etwas einleiten, was bereits in genügendem Maß vorhanden ist. Das Manifest ist als Einfallstor für imperialist. Propaganda u. für eine Subversion der kommunist. u. Arbeiterbewegung völlig ungeeignet, da es neben seiner sozialist. Perspektivdarstellung zugleich der erste wissenschaftliche „Bankrott"nachweis des staatsmonopolist. Kapitalismus ist. Das Manifest ist des Weiteren in ökonomischer, politischer u. humanistischer Hinsicht so entworfen, dass den Ideologen der Kapitalistenklasse endlich auch noch die Argumente entzogen werden, mit denen sie leider immer noch erfolgreich sind.
Zu c) Diese Möglichkeit entfällt, denn die theoret. Systemqualität des dialekt. u. histor. Materialismus sowie der marx. politischen Ökonomie bildet die Grundlage für alle theoret. Abhandlungen der BGF.
Zu d) Diese Möglichkeit entfällt, denn schon eine relativ oberflächliche Informierung über den Inhalt des Manifestes belegt absolut u. eindeutig – es lässt sich kein einziges kapitalist. Element finden u. es wird kein Kapitalismus als System theoretisch widergespiegelt (Es gibt keinen Dritten Weg!).
Zu e) Dieser Überzeugung sind wir! Ob die BGF sozusagen den Mund zu voll genommen hat, kann erstens erst nach einem VERGLEICH der Aussagenstruktur des Manifestes der BGF mit der uns durch die Werke der Genossen Klassiker zur Sozialismusfrage überlieferten Aussagenstruktur beurteilt werden. Zweitens ist die Behauptung der BGF erst anhand eines Vergleiches deren Manifestes mit allen vormaligen u. gegenwärtigen Parteiprogrammen aller Organisationen mit kommunist. Anspruch zu beurteilen. Beispiel: Das Manifest der BGF beinhaltet erstmals eine Aufzählung des Systems ökonomischer Gesetze des Sozialismus.

Fazit: Genosse Wolfgang, Ihre „Kritik" stützt sich derzeit noch nicht auf ein Studium der theoret. Abhandlungen der BGF, zumindest aber deren Manifestes, weshalb Sie keine KONKRETE Kritik führen können u. wir folglich auf diese auch nicht konkret reagieren können. Kritisieren Sie bitte konkret u. wir werden Ihnen konkret antworten.

2. Zur vom Genossen Wolfgang zitierten Aussage des Genossen Friedrich Engels

Zu 2. Zum Problem des Autoritäts"beweises" u. zum Problem der Personifizierung einer Wissenschaft
Zu Argumentationsversuchen unter Zuhilfenahme von Zitaten von Aussagen der Genossen Klassiker stehen wir wie folgt. Sog. Autoritäts"beweise" stützen sich auf Autoritäten die wirklich kompetent sind u. die Gen. Klassiker sind natürlich kompetent. Daher können die Aussagen von Autoritäten durchaus methodischer Bestandteil des Erkenntnisprozesses sein u. heuristischen Wert haben. Letztlich können aber Autoritäts"beweise", selbst wenn sie auf Zitate der Gen. Klassiker zurückgehen, nur als Arbeitshypothesen, besser als Vermutungen, erkenntnistheoretisch dienen. Der Satz vom zureichenden Grunde erlaubt durchaus einen Autoritäts"beweis", wenn die Autorität kompetent ist, aber nur in Verbindung mit der Forderung nach kritischem Denken! Das heißt, die Aussage der Autorität kann zunächst als relative Wahrheit zugrunde gelegt werden, ist aber letztlich zu prüfen, also zu beweisen. Jeder Satz (im Sinne der formalen Logik), stamme er auch vom genialsten Wissenschaftler, kann letztlich nie über die Person, sondern muss über zur Sache gehörende Argumente bewiesen werden. Schon Galilei, er hatte Aristoteles in bestimmten Fragen widersprochen, musste sich dem „höchsten Argument“ seiner Gegner erwehren, welches lautete: „Aristoteles war ein so großer Philosoph, dass er nicht irren konnte." Die Pythagoreer sagten in blinder Verneigung vor der Autorität ihres Lehrers: „Das hat er selbst gesagt." Autoritäts"beweise" können missbraucht werden u. werden viel zu oft missbraucht, indem man mit ihnen die Emotionen des Diskussionsgegners und/oder der Zuhörer anspricht. Betont sei: Ihnen wird kein bewusster Missbrauch unterstellt. Die Praxis zeigt: Verweise auf die Autorität zum Beweis der Wahrheit eines Satzes reichen nicht. Schlimmer noch, Missbrauch von Autoritäts"beweisen" verhindert bzw. zumindest hemmt eine stets notwendige Entwicklung jeder Wissenschaft, hier des (personifiziert) Marxismus-Leninismus. Die Menschen studieren dann nicht mehr die sich entwickelnden Erscheinungen der realen Welt, sondern eignen sich mechanisch u. unkritisch dogmatisches Wissen an. Der Marxismus-Leninismus ist ja nichts anderes als die zu Ehren unserer verehrten Genossen Klassiker vorgenommene Personifizierung der Wissenschaften des dialekt. u. histor. Materialismus u. der marx. politischen Ökonomie. Genosse Wolfgang, wenn Sie bereits wissenschaftlich gearbeitet haben, egal auf welchem Gebiet, wissen sie, dass selbst von den Begründern von Wissenschaften bei deren Anwendung u.Weiterentwicklung Fehler gemacht werden können. Eine andere Auffassung dazu ist eine völlige Verkennung von Wissenschaft. Konkret: Eine ständige gedankliche Personifizierung des dialekt. u. histor. Materialismus sowie der marx. politischen Ökonomie ist deshalb so richtig gefährlich, weil eine KONSTRUKTIVE Kritik (ob sie nun berechtigt ist oder nicht) an ELEMENTEN des enormen wissenschaftlichen Systems unserer Genossen Klassiker sofort als Angriff auf deren Kompetenz missdeutet wird.

3. Genosse Wolfgang: „Jargon, der in den geisteswissenschaftlichen Disziplinen der heutigen deutschen Hochschulen üblich ist",

Zu 3. Zum Verhältnis von Wissenschaftssprache zu Umgangssprache
Genosse, zum großen Teil Recht haben Sie bezüglich des „Jargons" an den höheren Bildungsstätten für Gesellschaftswissenschaften (besonders in Philosophie, Soziologie), aber auch Geisteswissenschaften. Aber Sie müssen ehrlich gestehen, dass auch unsere Genossen Klassiker, zwar unterschiedlich, viel zu viel in Bildungssprache schreiben u. interessanterweise setzen auch die Organisationen mit kommunist. Anspruch, ja sogar der sog. einfache Arbeiter, Bildungssprache ein. Die BGF benutzt Bildungssprache im Allgemeinen nicht, zumindest aber im Vergleich zu allen früheren u. heutigen Organisationen mit kommunist. Anspruch vernachlässigbar weniger. Unterschieden werden muss aber unbedingt zwischen Bildungssprache u. notwendiger Wissenschaftssprache! Die BGF-Texte sind zugegeben voller wissenschaftlicher Fachausdrücke, die dem nicht entsprechend Vorgebildeten als intellektuell abgehobener Ausdruck erscheinen. Die von der BGF verwendete Wissenschaftssprache ist aber die des dialekt. u. histor. Materialismus u. der marx. politischen Ökonomie. Die BGF argumentiert grundsätzlich auf der Basis der relativ entwickelten Begriffssysteme des dialekt. u. histor. Materialismus u. der marx. politischen Ökonomie, aber auch aufgrund ihrer eigenen Forschungsergebnisse. Ihre Stellungnahme zur BGF-Homepage kann nicht als Argumentation anerkannt werden, weil keinerlei Beweisführungen erkennbar sind u. weil Sie in einem Verhältnis von Umgangssprache zu Wissenschaftssprache Stellung nehmen, welches einen (noch) relativ niedrigen Erkenntnisstand belegt (sh. auch „Was kritisiert die BGF an den Organisationen mit kommunist. Anspruch", Pkt.7, BGF-Homepage). Genosse Wolfgang, Sie müssen gegen uns zumindest mittels der auf die Genossen Klassiker zurückgehenden bzw. der von ihnen angewandten Begriffe u. Begriffssysteme, die wir in der Homepage ebenfalls verwenden, argumentieren (z.B. ökonomische Gesellschaftsformation, dialektischer Widerspruch, dialektische Entwicklungsgesetze, Ganzheit, Dialektik von Produktivkräften u. Produkti-onsverhältnissen, Wesen u. Erscheinung). Ansonsten verlassen Sie den Boden der dem Marxismus-Leninismus entsprechenden Wissenschaften (sh. auch „Verteidigung der Antithese Soz. gab es nie", Pkt.5.1).

4. Genosse Wolfgang: „Es ist also die gesellschaftliche Praxis, namentlich die sie bestimmenden Klassenkämpfe, die Ausgangspunkt des wissenschaftlichen Sozialismus sind."

Zu 4. Zum dialektischen Verhältnis zwischen Theorie u. Praxis u. zur Grundlage eines theoretischen Entwurfs der ökonomischen Gesellschaftsformation des wissenschaftlichen Sozialismus
Mit Ihrer Aussage, dass die gesellschaftliche Praxis der Ausgangspunkt des wissenschaftlichen Sozialismus sein muss, haben Sie völlig Recht (Der Zusatz „namentlich die sie bestimmenden Klassenkämpfe", macht erst über mehrere logische Zwischenglieder Sinn, weshalb wir hier nicht darauf eingehen.). Die Praxis als Ausgangspunkt - aber natürlich - u. das trifft für jede Wissenschaft, jedes wissenschaftliche Denken zu. Doch aus der gesellschaftlichen Praxis können niemals DIREKT Erkenntnisse gewonnen werden. Hier liegt das eigentliche Problem u. hier liegt ein Irrtum offenbar fast aller Akteure mit kommunist. Anspruch vor, mit katastrophalen Folgen. Die Genossen Engels, Marx u. Lenin haben niemals DIREKT aus der Praxis Erkenntnisse gewonnen, Schlüsse gezogen z.B. für den Aufbau u. das Verhalten einer kommunist. Partei, für deren Strategie u. Taktik, für die Notwendigkeit der ökonomischen Gesellschaftsformation des Kommunismus, für eine Diktatur des Proletariats, für eine Übergangsperiode vom Kapitalismus zum Sozialismus usw. Begründung: In jeder Praxis können nur Erscheinungen von Objekten, Systemen, Prozessen usw. wahrgenommen werden, aber nie deren Wesen! So ist das Wesen des Kapitalismus nicht sinnlich, empirisch u. durch Beobachtung, sondern nur rational erkennbar. Die gesellschaftliche Praxis des Kapitalismus, d.h. seine Erscheinungen, müssen mittels abstrakten u. zugleich verallgemeinernden Denkens, dialektischem einschließlich systemischen Denken u. formallogischem Denken rational theoretisch verarbeitet werden. Also keine Erkenntnisgewinnung allein über die Praxis, sondern nur über die dialektische Einheit von Theorie u. Praxis! Auch das ist Marxismus-Leninismus…
Daher kann der Erkenntnisprozess über das System des wissenschaftlichen Sozialismus für die BGF, wie auch bei den Genossen Klassikern, seinen Ausgangspunkt nur in der gesellschaftlichen Praxis des Kapitalismus, heute staatsmonopolistischer Kapitalismus (stamokap), haben. Folgerichtig steht in der BGF-Homepage unter „Was unterscheidet die BGF von den „Linken"..., Pkt.2): „Der wissenschaftliche Sozialismus wurde dialektisch u. formallogisch aus den dialektischen Widersprüchen zwischen den Produktivkräften und Produktionsverhältnissen im staatsmonopolistischen Kapitalismus entwickelt. Daher stellt der wissenschaftliche Sozialismus, gemäß dem allgemeinen Entwicklungsgesetz der materialistischen Dialektik , dem Gesetz der Negation der Negation, eine dialektische Negation des staatsmonopolistischen Kapitalismus dar, was die Notwendigkeit einer Ausschaltung kapitalismusspezifischer Elemente u. Ergänzung durch sowie Herausbildung von sozialismusspezifischen Elementen einschließt." Der wissenschaftliche Sozialismus folgt nicht aus den (üblen) Erscheinungen des Kapitalismus, sondern aus dessen Wesen. Dem waren wir bemüht Rechnung zu tragen.

5. Genosse Wolfgang: „HEUTE mit der Erfindung des wissenschaftlichen Sozialismus daherzukommen",

Zu 5. Zum Problem eines Entwurfs der ökonomischen Gesellschaftsformation des Kommunismus durch die Genossen Klassiker
Es muss doch nun endlich mal akzeptiert werden, dass uns die Genossen Klassiker keinen Entwurf eines sozialistischen SYSTEMS überliefert haben. Warum werden deren Aussagen nicht zur Kenntnis genommen? Die Klassiker haben es abgelehnt „Rezepte für die Garküchen der Zukunft" zu entwickeln. Das ist doch bekannt! Ebenso bekannt ist das Genosse Lenin sagte: „Wir können keine Charakteristik des Sozialismus geben…" Das sind nur Beispiele. Weitere Aussagen diesbezüglich gibt es. Unsere Genossen Klassiker haben sich eigentlich ganz klar ausgedrückt: Sie haben einige Merkmale für die Zukunft genannt. Somit haben sie einige Zutaten des Rezeptes (Systems) genannt. Sie haben aber kein Rezept (System) erstellt. Folglich fehlen Zutaten u. somit fehlt das Rezept (System)! Weiterhin ist Fakt, dass die Genossen Klassiker ihre Vorstellungen vom neuen Gesellschaftssystem entsprechend der Entwicklung ihres Erkenntnisstandes auch korrigieren mussten. Es gab mehrere u. gibt mehrere Organisationen mit kommunist. Anspruch, die beanspruchen, den, personifiziert, Marxismus-Leninismus weiterentwickelt zu haben. Wir behaupten das auch. Doch streiten wir mit niemand über Weiterentwicklungsbehauptungen. Wir haben nur behauptet, dass die BGF erstmalig einen SozialismusSYSTEMentwurf hat. Die Genossen Klassiker haben für den Sozialismus nur einige Merkmale angegeben, die gemäß ihrem Erkenntnisstand wesentlich sind. Wir wollen einmal stark vereinfacht darlegen worin das Problem besteht: Ob diese Merkmale sozusagen zusammenpassen, welche Beziehungen zwischen diesen Merkmalen bestehen, ob aus den Beziehungen zwischen diesen Merkmalen weitere Merkmale folgen, welche Beziehungen nun aus den hinzugekommenen Merkmalen für den ganzen Merkmalekomplex folgen - das wurde von den Genossen Klassikern nicht untersucht. Daraus folgt die Struktur wurde nicht untersucht. Daraus folgt das System wurde nicht untersucht. Und das heißt, die ökonomische Gesellschaftsformation des Kommunismus wurde als System nicht untersucht. Die BGF hat bezüglich der Möglichkeit eines Systementwurfs für die neue Gesellschaftsordnung einen anderen Erkenntnisstand als die Genossen Klassiker, zumal der erste Versuch des Aufbaus einer sozialist. Ordnung im Wesentlichen nachweisbar wegen innerer Ursachen gescheitert ist. Die BGF hat daher erstmalig einen SYSTEMentwurf für die Abfolge des Kapitalismus, natürlich einschließlich eines SYSTEMentwurfs für den wissenschaftlichen Sozialismus, der Öffentlichkeit vorgelegt. Diesen Entwurf kann man ablehnen, aber man kann nicht bestreiten, dass es der erste Entwurf eines antikapitalist. Gesamtsystems, bestehend aus Evolutionärer Übergangsperiode, Sozialistischer Übergangsperiode u. Wissenschaftlichen Sozialismus ist, charakterisiert vom ständigen Bemühen die Dialektik vom Ganzen u. Teil sowie die drei Entwicklungsgesetze der materialistischen Dialektik zu berücksichtigen. Mit den in den Programmen aller kommunist. Organisationen der Vergangenheit u. Gegenwart angegebenen sozialistischen Merkmalen konnte u. kann keine sozialist. STRUKTUR hergestellt werden u. folglich auch kein sozialist. SYSTEM. Nur das ist die innere Ursache für das Scheitern des Aufbaus des Sozialismus. Wie der Genosse Stefan Engel von der MLPD einmal den Genossen anderer Organisationen mit kommunist. Anspruch, die von Sozialismusuntergang sprachen, berechtigt entgegnete: Nicht der Sozialismus ist gescheitert! Es musste endlich ein SYSTEM her! Diese Aufgabe hat die BGF in einer entwicklungsfähigen Quantität u. Qualität gelöst. Trotzdem hat die BGF deshalb noch lange nicht den Sozialismus „erfunden", was auch bei uns nirgendwo steht.

6.Genosse Wolfgang: „die bisherigen Schritte zur Schaffung einer neuen Gesellschaftsordnung als Sozialdespotismus abzutun"

Zu 6. Zum Wesen des wissenschaftlichen Sozialismus und des Sozialdespotismus
Genosse, Ihre vorstehende Aussage ist wiederum keine auf dem Boden der Wissenschaft stehende Kritik oder wie Sie sagen würden, keine marxistisch-leninistische Kritik. Die BGF verurteilt keinen in der Vergangenheit unternommenen Versuch des Aufbaus sozialistischer Gesellschaftssysteme. Sie ist sich auch durchaus der subjektiv moralisch-ethisch hochstehenden Absichten u. Bemühungen im Kampf um ausbeutungsfreie, friedensorientierte, humanistische, realdemokratische, realsoziale usw. Gesellschaften bewusst u. hat hohe Achtung vor allen Akteuren, die in diesem Kampf enorme Opfer (viel zu oft sogar das Leben) brachten u. auch heute bringen. Aber was subjektiv gewollt wird muss nicht objektiv möglich sein. Aber was subjektiv gewollt wird muss nicht objektiv genügen. Aber was subjektiv nicht gewollt wird kann objektiv notwendig sein. Wir tun nichts mit Sozialdespotismus ab, sondern haben aus der objektiven Realität, d.h. der Struktur der untergegangenen behauptet sozialist. Systeme nach den Regeln der Definitionslehre eine Begriffsbestimmung für diese Systeme vorgenommen. Die Definition des Sozialdespotismus ist nicht Bestandteil der BGF-Homepage. Die Anmerkung 3 der Homepage bezieht sich nur auf das Sprachzeichen der Wortkombination. Wollen Sie Kritik an dem hinter diesem Sprachzeichen stehenden Begriffsinhalt u.-umfang üben, sind Sie verpflichtet sich über diesen Begriff bei der BGF zu informieren. Wir kommen Ihnen entgegen u. nennen eine der Sozialdespotismusdefinitionen: „Der Sozialdespotismus ist eine Gesellschaftsordnung mit sozialist. Merkmalen, aber keiner sozialist. Struktur, so dass ökonomische u. politische Verhältnisse folgen, die im Allgemeinen eine nur relative Realisierung des allgemeinen ökonomischen Entwicklungsgesetzes, d.h. eine nur relative Lösung des Widerspruchsverhältnisses zwischen Produktivkräften u. Produktionsverhältnissen ermöglichen." (Produktionsmittel-Eigentumsfrage u. gesellschaftlicher Fortschritt, Teil 2, Pkt.3). Gegen diese Definition u. gegen unsere Analyseergebnisse die zu ihr führten, müssten Sie marxistisch-leninistisch argumentieren. Und diese Gegenargumentation könnten Sie nur über die marxist. politische Ökonomie, konkret über die Dialektik von Produktivkräften u. Produktionsverhältnissen, führen!

7. Genosse Wolfgang: „ist ein Ausdruck höchster Arroganz gegenüber dem fast 200jährigen Kampf der Arbeiterbewegung und deren praktischen und theoretischen Erfahrungen."

Zu 7. Zum Klassenbewusstsein des Proletariats u. zum wissenschaftlichen Niveau der Organisationen mit kommunist. Anspruch in den verschiedenen Erscheinungsformen sozialdespotistischer Gesellschaftssysteme
Wie z.B. aus dem Pkt.5 unserer Antwort hervorgeht können Sie Arroganz bei uns ausschließen. Entsprechende Nachforschungen der BGF haben ergeben, dass die Arbeiterbewegung weder früher noch heute von einem Klassenbewusstsein bestimmt war bzw. ist. Daher sind die „praktischen u. theoretischen Erfahrungen der Arbeiterbewegung" zumindest zum größeren Teil als eine falsche Widerspiegelung der Realität abzulehnen u. höchsten zum geringeren Teil als verwertbar für den Aufbau des Sozialismus anzuerkennen. Wären diese „praktischen u. theoretischen Erfahrungen der Arbeiterbewegung" seit Erscheinen des Kapitals so bedeutend, wie Sie annehmen, hätte der Kapitalismus niemals von einer „Revisionismus-Clique" gegen die im Besitz der Staatsmacht stehenden Arbeiterklassen restauriert werden können! Bis dahin soll es doch schon Sozialismus gewesen sein u. im Sozialismus (Die Übergangsperiode vom Kapitalismus zum Sozialismus wurde als abgeschlossen erklärt!) „lassen sich die Arbeiterklassen ihre politische, ökonomische u. ideologische Macht (dialektische Einheit beachten!) einfach mal so, ohne konterrevolutionären Bürgerkrieg u. ohne äußere imperialist. militärische Einmischung, ihren Sozialismus wegnehmen?" Zum wissenschaftlichen Niveau der Organisationen mit kommunist. Anspruch in den verschiedenen sozialdespotistischen Gesellschaftssystemen schweigen wir hier…Die Genossen Klassiker würden sich im Grabe herumdrehen…Das war hart…

8. Genosse Wolfgang: „Das Setzen auf Systemtheorie und Kybernetik ist auch nicht originell. Um das Jahr 1970 sprach man in der DDR sehr viel über die Vollendung des ökonomischen Systems des Sozialismus besonders mittels Kybernetik und Operationsforschung. Das Endergebnis dessen ist allgemein bekannt."

Zu 8. Zum Verhältnis von allgemeiner Systemtheorie u. Kybernetik einerseits sowie dialektischem u. historischem Materialismus u. marxist. politischer Ökonomie andererseits
Auch diesbezüglich können Sie uns nicht auf wissenschaftlicher Basis kritisieren, solange Sie sich nicht über das Verständnis der BGF zum vorgenannten Verhältnis informiert haben. Z.B. steht in unserer Broschüre „Sozialismus gab es nie!“ unter Pkt.2 eindeutig: „Einleitend sei betont, dass der Ausgangspunkt aller Untersuchungen u. Überlegungen auf gesellschaftswissenschaftlichem Gebiet natürlich nicht bei der Systemtheorie u. Kybernetik liegen kann, sondern in den jeweiligen Einzelwissenschaften der marx. politischen Ökonomie sowie des dialekt. u. histor. Materialismus liegen muss." Wir haben auch in anderen Schriften nachgewiesen, dass die marx. politische Ökonomie sowie der dialekt. u. histor. Materialismus keinesfalls durch allgemeine Systemtheorie u. Kybernetik ersetzbar sind. Übrigens: Wird der Regelkreis eines kybernetischen Systems sozusagen mit idealistischem Müll gefüttert, kommt auch nur idealistischer Müll heraus. Mit der Operationsforschung (Operations Research) verhält sich dann ebenso. Die DDR ist nicht aufgrund „richtiger oder falscher" Anwendung bzw. überhaupt Anwendung von Kybernetik u. Operationsforschung. untergegangen. Schluss mit der Trotzreaktion „Kybernetik ist bürgerliche Wissenschaft", zumindest fast aller Akteure mit kommunist. Anspruch, auf den Missbrauch von Kybernetik u. Systemtheorie durch kapitalistische Soziologen, Politologen u. Philosophen! In einer sozialist. Produktionsweise keine Anwendung von Kybernetik u. Systemtheorie, z.B. bezüglich Arbeitsorganisation, Arbeitskräftelenkung, Arbeitsabläufe, Arbeitsökonomie, Leitungsorganisation, Volkswirtschafts-u. Bedarfsplanung - das wäre beim heutigen Stand der Produktivkräfte analog eines Sozialismus ohne Elektrifizierung zu Zeiten Lenins! Schauen Sie doch in die Realität…Ohne die verschiedenen Zweige der Kybernetik gäbe es keine EDV, Regelung u. Steuerung von Maschinen, Verfahrenstechnik, Informatik usw. usf.

9. Genosse Wolfgang: „Die dick aufgetragene Wissenschaftlichkeit diente nämlich dazu, von der Machtfrage in der Gesellschaft abzulenken. Diese war schon längst zu Ungunsten der Arbeiterklasse und zu Gunsten einer neuen Bourgeoisie entschieden, die sich aus kleinbürgerlichen Funktionären entwickelt hatte und die bürgerliche Gesellschaft restaurierte."

Zu 9. Zur Frage einer behaupteten kapitalistischen Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion, DDR usw.
Auf diese Frage wird nur mit einem Hinweis eingegangen, da es ja primär um unsere Reaktion auf Ihre „Kritik" an der BGF-Homepage geht. Wir verweisen diesbezüglich auf unsere Schrift „Sozialismus gab es nie!", Pkt.5 u. 6. Die Restaurationsthese ist neben anderen Erkenntnisverfahren, relativ einfach mittels des Erkenntnisverfahrens „Vergleich" widerlegbar, u. zwar durch Aufstellung einer politökonomischen, politischen u. ideologischen Kontrollfragenliste. Jeder Vertreter der Restaurationsthese müsste den in dieser Liste enthaltenen Fragenkomplex bejahen können, um diese These aufrecht zu erhalten. Die Schlüsselfrage in dieser Liste lautet: Wirkte in den oben beispielhaft genannten Ländern nach Genossen Stalins u. Mao Tsetungs Ableben das ökonomische Bewegungsgesetz der kapitalist. Produktionsweise (Genosse Marx), das Mehrwertgesetz? Ist die Wirkung dieses Bewegungsgesetzes für die „kapitalistisch restaurierten" Länder nicht nachweisbar, muss die Restaurationsthese verworfen werden. Alle Organisationen mit kommunist. Anspruch, welche die Restaurationsthese vertreten, haben diese nie bewiesen. Die BGF kann mittels mehrerer Erkenntnisverfahren das Gegenteil beweisen. Übrigens: Wenn z.B. für die DDR schon 1989 ein „neuer Typ stamokap" (Genosse Willi Dickhut) - also egal wie die Bezeichnung ist - auf jeden Fall aber die ökonomische Gesellschaftsformation Kapitalismus vorlag, brauchte doch die imperialist. Alt-BRD nur eine Vereinigung vollziehen. Sie wissen aber, dass es keine einfache Vereinigung gab, sondern eine Vereinigung mit einer grundlegenden gesellschaftlichen Umwälzung vollzogen wurde - grundlegend andere Produktionsmittel-Eigentumsverhältnisse, Ausrichtung der Wirtschaft auf Mehrwertproduktion „auf Teufel komm raus", kapitalistische Konkurrenz, Abschaffung gesellschaftlicher Gesamtplanung, Umwandlung der Arbeitskraft in eine Ware, Umwandlung des Geldes in Kapital, kapitalist. Preisbildung usw. usf.

10. Genosse Wolfgang: „Aber noch mal zur ‚Wissenschaftlichkeit' von BGF. Wenn man schon z.B. die Tatsache ignoriert, dass sich die im sozialistischen Aufbau befindliche Sowjetunion von 1917 bis 1956 vom ca. 30. auf den 2. Platz unter den Staaten der Welt vorschob, was Wirtschaftskraft angeht, dies im erbitterten Kampf gegen die ganze kapitalistische Welt und einfach liquidatorisch erklärt, ES GAB BISHER NOCH KEINEN SOZIALISMUS“,

Zu 10. Zu den Leistungen der Sowjetunion unter der Führung der KP einschließlich der persönlichen Führung des Genossen Stalin
Zitat aus der Broschüre der BGF „Verteidigung der Antithese Sozialismus gab es nie!", Pkt.4.4: Besonders eindrucksvoll wies der sog. Realsozialismus ein höheres ökonomisches Entwicklungspotenzial gegenüber dem der vorherigen besonderen monarchistisch-kapitalist. Gesellschaftssysteme in der ehemaligen Sowjetunion, aber auch in den vormaligen sog. Volksrepubliken Bulgariens u. Rumäniens nach. Selbstverständlich fand innerhalb der Systemqualität des sog. Realsozialismus auch Fortschritt statt. Selbstverständlich war das ökonomische Entwicklungspotenzial der meisten angeblich sozialist. Länder höher als das der Mehrzahl der kapitalist. Staaten bei deren kapitalist. Entwicklungsstand, aber es stellte eben keine Höherentwicklung gegenüber der Systemqualität eines staatsmonopolistisch regulierten Kapitalismus in den imperialist. Zentren dar." Damit ist das Gegenteil von Ihrer Aussage der Fall.

11. Genosse Wolfgang: „so sollte man doch nicht gleich an Theorien basteln, eine Restauration des Kapitalismus sei unmöglich",

Zu 11. Über die politökonomische Unmöglichkeit einer Restauration des Kapitalismus nach einem SIEG der sozialistischen Produktionsweise im Systemwettbewerb
Da Sie unsere theoretische Abhandlung bezüglich einer Konterrevolution nicht kennen, kennen Sie auch nicht die NOTWENDIGEN BEDINGUNGEN unter denen eine kapitalist. Restauration unmöglich ist (sh. „Verteidigung der Antithese Sozialismus gab es nie", Pkt.3) Somit ist Ihre „Kritik" gegenstandslos.

12. Genosse Wolfgang: „aber Bauern und Gewerbetreibende kommen ja bei der BGF gar nicht erst vor …"

Zu 12. Zum Inhalt des Manifestes der BGF
Nur weil Sie das Manifest der BGF nicht kennen, können Sie solch eine falsche Aussage treffen.

13. Genosse Wolfgang: „Das Ganze hat also wenig mit Wissenschaftlichkeit, aber viel mit Intellektualismus zu tun, was eine Spielart kleinbürgerlichen Denkens ist"

Zu 13. Zur Kompetenz der BGF bezüglich des dialektischen u. historischen Materialismus, der marxistischen politischen Ökonomie u. des wissenschaftlichen Arbeitens überhaupt
Wissenschaftlichkeit heißt doch, stark vereinfacht gesagt, wissenschaftlichen Methoden entsprechende Denk-, Herangehens-u. Arbeitsweise. Vergleichen Sie diesbezüglich Ihre „Kritik" mit unserer Homepage, unserem Manifest usw…
Übrigens dürfen Sie als Marxist-Leninist niemanden einen Begriff mit abwertender Bedeutung, auch nicht Intellektualismus, „an den Kopf werfen", würde Lenin sagen, gleich gar nicht ihren Klassengenossen u. erst recht dann nicht, wenn diese selbst gegen den Kapitalismus kämpfen! Wir können mit diesem Begriff, mit dem ja unser Niveau einfach mal ganz locker abgewertet wird, gar nichts anfangen, weshalb wir auch nichts hinzulernen können. Erklären Sie sich Genosse!

14. Genosse Wolfgang: „Kann man Bachelor und auch Master des Sozialismus werden oder was kommt praktisch im Interesse der Arbeiterklasse und der breiten Massen heraus?"

Zu 14. Zum notwendigen wissenschaftlichen Niveau der politischen Akteure die im Kampf gegen den Kapitalismus stehen
Man kann nicht nur sondern man muss das anstreben! Agitation für eine sozialist. Zukunft können Sie spätestens heutzutage nur noch erfolgreich betreiben, wenn Sie sozusagen bemüht sind, den Bachelor oder Master im dialekt. u. histor. Materialismus, in marx. politischer Ökonomie u.a. Wissenschaften zu schaffen. Entsprechend wird in der BGF ausgebildet. Wie wollen Sie denn die seit langem bezüglich des gesellschaftlichen Reproduktionsprozesses bestimmende soziale Schicht der Intelligenz innerhalb der proletarischen Klasse erreichen, wenn Sie der proletarischen Intelligenz die Notwendigkeit des Sozialismus nicht bestmöglich wissenschaftlich nachweisen u. nahebringen können? „Alle Räder stehen still wenn dein starker Arm es will." Schon längst ist es doch realistischer zu sagen: Alle Automaten stehen still wenn dein kluger Kopf es will! Ohne die proletarische Intelligenz ist keine sozialist. Revolution zu machen. „So schnell können Sie gar nicht gucken wie die Konterrevolution mit Erfolg wieder marschiert, wenn versucht wird, an der proletarischen Intelligenz vorbei, Revolution zu machen!" Übrigens: Zu Zeiten des Genossen Thälmann wurde den Arbeitern auf einfache Art, in „Arbeitersprache" die Notwendigkeit des Sozialismus „erklärt" u. gleichzeitig „erklärte" die Faschisten den Arbeitern auf einfache Art, in „Arbeitersprache" die Notwendigkeit des sog. Nationalsozialismus. Preisfrage: Worin lag bzw. lagen die Ursache(n) für den eindeutigen Wahlerfolg der „Nazi"? Die sind vom überwältigenden Teil der Arbeiterklasse trotz kommunist. Propaganda gewählt worden! Auf welchem Niveau befand sich diese Propaganda? Und es gibt eine unheilvolle Analogie zum versuchten Sozialismusaufbau… Solange der dialekt. u histor. Materialismus u. die marx. politische Ökonomie nicht in entsprechender Quantität u. Qualität in der Arbeiterklasse verankert ist, kann man nicht von Sozialismus sprechen. Das ist eben eine der notwendigen, aber noch keine der hinreichenden Bedingungen für ein sozialist. SYSTEM (Warum?).

15. Genosse Wolfgang: „Über organisatorische und finanzielle Belange sollte die BGF schon etwas mitteilsamer sein. Kommt das Geld für die Aktivitäten aus Fördermitteln des (monopolkapitalistischen) Staates … was für eine Alternative wird wohl herauskommen? Ist die Organisationsform ein gemeinnütziger Verein … also auch für Kapitalisten nützlich? Oder besteht man von Spenden und Beiträgen – wie bemessen die sich aber?"

Zu 15. Zu den Ängsten des Gen. Wolfgang, die BGF könnte eventuell im Auftrag des Klassenfeindes agieren
Die BGF geht davon aus, dass sie nicht diskriminiert werden soll u. sagt dazu: Ihre Befürchtungen, Genosse Wolfgang, sind unbegründet, denn ein Manifest, wie das der BGF, deren Schriften, aber auch deren Homepage, kann überhaupt nicht von einem kapitalist. Überbauorgan unterstützt werden (Warum?). Wir finanzieren uns derzeit über den Lohn für unsere Ware Arbeitskraft u. jeder leistet seinen Beitrag wie er kann. Spendeneinnahmen haben wir nicht u. ein gemeinnütziger Verein sind wir auch nicht. Zufrieden?
_______________________________________________________________________________________
Die BGF war in ihrer Antwort gewillt die Wissenschaft möglichst wenig zu bemühen. Damit Sie u. wir unsere beiden Erkenntnisstände fruchtbarer austauschen können, bitten wir Sie um ein Treffen. Den Termin u. Ort können Sie uns vorschlagen. Eine Vertreterin bzw. ein Vertreter der BGF wird dann kommen.
_______________________________________________________________________________________
Für die BGF zeichnet mit freundschaftlichen Grüßen Lion Wagner

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Alexander am 23.03.2012 17:58
@ BGF/ Lion Wagner

Hab ein paar Fragen interesse halber:

a) Wer gehört der BGF an bzw. wie setzt sie sich zusammen? marxistische Professoren,Doktoren und Studenten?
b) Hab ihr Lektürangebot gesehen. Mich würde interessieren ob es auch vergünstigungen für Studenten gibt?
c) So wie ich das bisher mitbekomme sieht die BGF sich wohl ehr als "wissenschaftlicher Ratgeber" und weniger als "eigener Akteur", d.h. sie scheint auf Agitation so wie praktisches auftreten (Präsenz an Hochschulen,bei Demonstrationen,bei Arbeitskämpfen etc) zu verzichten, ist das richtig oder habe ich das bisher nur nicht mitbekommen?
d) Sie sprechen von den "Genossen Klassikern" ihre Einstellung dazu finde ich sehr lobenswert. Interessieren würde mich wer von ihnen persönlich als "Klassiker" verstanden wird? Marx und Engels sicher,aber dann? Lenin? Luxemburg? Mao? Stalin? (Meiner Meinung nach wenn überhaupt dann noch in teilen Lenin und Luxemburg)
e) Wie steht die BGF zu modernen antikap. Bewegungen wie Occupy,attac oder den Zapatisten? Alle drei haben wohl keine grundsätzlich marxistische Kritik zu bieten. Wie bewerten sie diese Bewegungen, gibt es eine kommunikation zu diesen?

Ich hoffe meine Fragen werden beantwortet.
Danke.

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Werner am 24.03.2012 11:30
in Deutschland ist man schon soweit, Lehrstühle bzw. Professuren für Islamische Theologie einzurichten. Wie wäre es denn mit mehreren Lehrstühlen und Forschungsinstituten für marxistisch-leninistische Wissenschaft? Es wird zwar "kapitalistische Wirtschaftswissenschaft" an den Universitäten und Fachhochschulen gelehrt wie Finanzmathematik, Bankbetriebslehre, Betriebliche Finanzwirtschaft, Industriebetriebslehre, Versicherungsbetrieblehre, Marketing und Handelsbetriebslehre, Produktion usw., aber Marx, Engels, Lenin sind im Lehrplan der Universitäten nicht erwünscht (ich erinnere mich an den Marx-Engels-Effekt oder Lohmann-Ruchti-Effekt als Kapazitätserweiterungseffekt aus meinem früheren Wirtschaftsstudium, aber dann hört es auch schon auf). Junge Leute studieren "Eventmanagement" usw. Im übrigen würde ein ausgebildeter Wirtschaftswissenschaftler, der Marxismus-Leninismus studiert hätte, nach seinem Studium in Deutschland keine Arbeit finden, im Gegenteil, er würde als "verdächtig" gelten und bekäme Schwierigkeiten.
Hier ist die auch Parteiarbeit gefragt,im Rahmen der Möglichkeiten wissenschaftlichen Marxismus-Leninismus bzw. Sozialismus zu unterrichten.

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Lion Wagner am 27.03.2012 10:33
Mitteilung der Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt an den Diskussionspartner Alexander:
Aufgrund hoher Arbeitsbelastung bitten wir Sie sich mit unserer Antwort um ca. 2 Wochen zu gedulden.


Frage der Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt an den Diskussionspartner Werner:
Wir sind uns über die Zielstellung Ihres Textes nicht im Klaren. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik und/oder Fragen. Gut gefallen hat uns Ihre Bezeichnung "kapitalist. Wirtschaftswissenschaft" statt "Volkswirtschaftslehre".

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Wolfgang am 22.04.2012 21:47
Vielen Dank für die Antwort der Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt BGF, die sehr ausführlich und um die wissenschaftliche Form bemüht ist.

Es geht mir nicht um persönliche Verständnisfragen, die eher in persönlicher Form auszuräumen wären, sondern um einige grundlegende politische Probleme, die in einem Diskussionsforum zum echten Sozialismus gut aufgehoben sind.

Hinweise, dass man die theoretischen Abhandlungen des BGF gelesen haben sollte, also käuflich erworben haben sollte, um vollwertig zu diskutieren, halte für unangebracht, Verkaufsgespräche sollten anderswo stattfinden.

In der Antwort zum letzten Punkt 15, wo es um organisatorisch-finanzielle Belange geht, ist mir aufgefallen, dass es in der Antwort:

„Wir finanzieren uns derzeit über den Lohn für unsere Ware Arbeitskraft u. jeder leistet seinen Beitrag wie er kann. Spendeneinnahmen haben wir nicht u. ein gemeinnütziger Verein sind wir auch nicht. Zufrieden?“

die Erlöse aus dem Verkauf von Literatur keine Berücksichtigung finden, die man z.B. über der Webseite des BGF bestellen kann.
Damit wäret Ihr nicht nur Lohnabhängige, sondern auch Gewerbetreibende, es sei denn, die Erlöse werden vollständig gespendet … aber dies nur am Rande.

Aber zum Gesamttext der Antwort, auf den ich auch so eingehen will, dass es für die Forenteilnehmer interessant bleibt und mich auf einige politische Schwerpunkte konzentrieren.

Bei dem Eingangs-Marxzitat in der Antwort des BGF
will ich einfach die zwei Zeilen, die im Original folgen, einmal anfügen:

„Jedes Urteil wissenschaftlicher Kritik ist mir willkommen. Gegenüber den Vorurteilen der sog. öffentlichen Meinung, der ich nie Konzessionen gemacht habe, gilt mir nach wie vor der Wahlspruch des großen Florentiners:
Segui il tuo corso, e lascia dir le genti!

London, 25. Juli 1867
Karl Marx“

Marx schrieb diese Worte also in Einverständnis mit Engels 1867, als beide durch ihre wissenschaftliche UND politische UND organisatorische Arbeit der weltweiten Arbeiterbewegung schon über 20 Jahre unschätzbare und durchaus auch anerkannte Dienste geleistet hatten.
Das Kommunistische Manifest, die Analysen zur Lage der Arbeiterklasse und ihre Arbeit an der Neuen Rheinischen Zeitung, ihre internationalen Korrespondenzen hatten politische Wirkung, was sich auch in diversen Anfeindungen verschiedener Widersacher ausdrückte.
Das alles gab Marx und Engels sehr viel Recht zu einem Selbstbewusstsein und auch zu Stolz!

Die Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt BGF muss sich allerdings das moralische Recht, diese Worte für sich zu gebrauchen, durch vergleichbare Wirkung in der deutschen und weltweiten Arbeiterbewegung, wie sie Marx und Engels im 19. Jahrhundert erreichten, im 21. Jahrhundert erst noch erarbeiten.
Bis dahin sehe ich aber meinen Vorwurf der mangelnden Bescheidenheit in der wissenschaftlichen und politischen Arbeit nicht widerlegt, sondern bestätigt.

In der Antwort zu Punkt 1 wird dann „messerscharf bewiesen“, dass u. a. Marx als einer der „Genossen Klassiker“, auf den Ihr Euch soeben berufen habt, ein ziemlicher Stümper war, hatte er doch die moderne Systemtheorie nicht drauf, eigentlich
könnte man ihm die Verantwortung für den Marxismus gar nicht überlassen…………

SO lese ich nämlich die Passage:

e) Die Organisation ist der Ansicht, dass in den Werken der Genossen Klassiker die STRUKTUR, d.h. die Gesamtheit der systemregelungsrelevanten Elemente u. deren Relationen (Zusammenhänge darunter Wechselwirkungen), der kommunist. ökonomischen Gesellschaftsformation nicht dargestellt ist.

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Zu Eurem Begriff des Sozialdespotismus habe ich folgende Frage:

Welche KLASSE übt die Despotie über wen aus?

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Zu
„Zu Zeiten des Genossen Thälmann wurde den Arbeitern auf einfache Art, in „Arbeitersprache" die Notwendigkeit des Sozialismus „erklärt" u. gleichzeitig „erklärte" die Faschisten den Arbeitern auf einfache Art, in „Arbeitersprache" die Notwendigkeit des sog. Nationalsozialismus. Preisfrage: Worin lag bzw. lagen die Ursache(n) für den eindeutigen Wahlerfolg der „Nazi"? Die sind vom überwältigenden Teil der Arbeiterklasse trotz kommunist. Propaganda gewählt worden! Auf welchem Niveau befand sich diese Propaganda?“

Diese Bewertung ist lebensgefährlich im wörtlichen Sinne!
Der Kampf gegen die Machtergreifung der Nazis misslang letztendlich nicht wegen mangelnder Wissenschaftlichkeit der Argumentation, sondern weil die Aktionseinheit der Arbeiterklasse nicht hergestellt werden konnte, wegen des Reformismus der Sozialdemokratie, aber auch wegen Fehler der Kommunisten.
Dadurch konnte auch keine klare Bündnispolitik betrieben werden und die Nazis brachten viele kleinbürgerliche Kräfte und auch Teile der Arbeiter unter ihren Einfluss.

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Zu:
Die BGF hat bezüglich der Möglichkeit eines Systementwurfs für die neue Gesellschaftsordnung einen anderen Erkenntnisstand als die Genossen Klassiker, zumal der erste Versuch des Aufbaus einer sozialist. Ordnung im Wesentlichen nachweisbar wegen innerer Ursachen gescheitert ist. Die BGF hat daher erstmalig einen SYSTEMentwurf für die Abfolge des Kapitalismus, natürlich einschließlich eines SYSTEMentwurfs für den wissenschaftlichen Sozialismus, der Öffentlichkeit vorgelegt.

Folgt man den Arbeiten von Kurt Gödel zu Grundfragen der Systemtheorie, speziell dem Unvollständigkeitssatz, so ist ein hinreichend komplexes System entweder unvollständig oder in sich widersprüchlich.
Der Beweis, dass das System des Sozialismus hinreichend komplex ist, ist sicher mathematisch sehr anspruchsvoll, aber gewiss durchführbar, denn ein gesellschaftliches System ist eines der komplexesten Systeme überhaupt und durch die Entwicklung steigt die Komplexität in Elementen, Verknüpfungen und deren Umfang als Wachstumsprozess an.
Wir gelangen dann zu der Erkenntnis, dass auch das System des Sozialismus entweder unvollständig oder in sich widersprüchlich sein muß.
Wer das reale Leben kennt, ahnte das schon immer, wer die marxistische Dialektik kennt, weis das aber auch ohne detaillierte Kenntnisse der Systemtheorie, ausgehend vom Begriff der Unerschöpflichkeit der Materie im Leninschen Sinne.
„Das Elektron ist ebenso unerschöpflich wie das Atom, die Natur
ist unendlich, aber sie existiert unendlich, und eben diese einzig kategorische, einzig
bedingungslose Anerkennung ihrer Existenz außerhalb des Bewußtseins und außerhalb der
Empfindung des Menschen unterscheidet den dialektischen Materialismus vom
relativistischen Agnostizismus und vom Idealismus.“ stellte er dazu in „Materialismus und Empiriokritizismus“ fest.

Der Text ist beispielsweise bei
http://www.trend.infopartisan.net/trd0212/Lenin_MaterialismusEmpiriokritizismus.pdf
einzusehen und herunter zuladen.

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Zu:
„Die Restaurationsthese ist neben anderen Erkenntnisverfahren, relativ einfach mittels des Erkenntnisverfahrens „Vergleich" widerlegbar, u. zwar durch Aufstellung einer politökonomischen, politischen u. ideologischen Kontrollfragenliste. Jeder Vertreter der Restaurationsthese müsste den in dieser Liste enthaltenen Fragenkomplex bejahen können, um diese These aufrecht zu erhalten.“


Wenn der BGF die Frage der Restauration des Kapitalismus, eine der Grundfragen der Arbeiterbewegung des 20. Jahrhunderts, mit den Methoden des ZDF-Politbarometes bewertet, will ich das gar nicht weiter kommentieren, ich lobe mir da die eingehenden Analysen des
Solinger Arbeiters Willi Dickhut, der schon vor ca. 40 Jahren welthistorische Vorgänge
transparent darlegte und andere voraussagte, die von tausenden bürgerlichen Politologen, Ökonomen, Analysten usw. glatt für unmöglich gehalten wurden.

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Zu:
„Wenn z.B. für die DDR schon 1989 ein „neuer Typ stamokap" (Genosse Willi Dickhut) - also egal wie die Bezeichnung ist - auf jeden Fall aber die ökonomische Gesellschaftsformation Kapitalismus vorlag, brauchte doch die imperialist. Alt-BRD nur eine Vereinigung vollziehen. Sie wissen aber, dass es keine einfache Vereinigung gab, sondern eine Vereinigung mit einer grundlegenden gesellschaftlichen Umwälzung vollzogen wurde - grundlegend andere Produktionsmittel-Eigentumsverhältnisse, Ausrichtung der Wirtschaft auf Mehrwertproduktion „auf Teufel komm raus", kapitalistische Konkurrenz, Abschaffung gesellschaftlicher Gesamtplanung, Umwandlung der Arbeitskraft in eine Ware, Umwandlung des Geldes in Kapital, kapitalist. Preisbildung usw. usf.“


Wäre die politische Macht von Millionen Arbeitern in Frist von Monaten durch die Diktatur des Internationalen Monopolkapitals ersetzt wurden , so wäre das schlichtweg unmöglich gewesen, zumindest hätte es international zu Klassenkämpfen unvorstellbaren Ausmaßes geführt!
Tatsächlich sah die Wende in kleineren Betrieben oft so aus, dass der „Genosse Betriebsdirektor“ einige Tage verschwand, wo er sich den neuen Schliff beibringen ließ, um dann als „Herr Unternehmer“ wieder aufzutauschen und weiterzumachen.
Natürlich funktionierten im Bürokratischen Kapitalismus in der DDR viele Dinge etwas anders, daher mussten die ehemaliger DDR-Bürger ihren Kopf nach 1990 etwas mehr anstrengen als viele Menschen in den alten Bundesländern, doch ein Beweis für einen anderen Klassencharakter des Systems ist dies nicht.

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Zu:
„Alle Räder stehen still wenn dein starker Arm es will." Schon längst ist es doch realistischer zu sagen: Alle Automaten stehen still wenn dein kluger Kopf es will! Ohne die proletarische Intelligenz ist keine sozialist. Revolution zu machen.“


Ich bin einer dieser oben beschriebenen Menschen, habe auch ein entsprechendes Studium gemacht, dabei das Fach Marxismus-Leninismus mit „sehr gut“ abgeschlossen.
Meine Kollegen und ich schöpfen aus Systemtheorie, Logik, Projektierung Sicherheit und Selbstvertrauen im Arbeitsalltag, die Anwender bestätigen täglich die Wichtigkeit der IT-Lösungen und deren Betreiber, besonders natürlich dann, wenn etwas mal nicht funktioniert......
Durch über 40malige Wiederholung der Begriffe WISSENSCHAFT und SYSTEM in der Antwort des BGF lasse ich mich nicht beeindrucken.
Es ist aber NICHT hilfreich, wenn einige Theoretiker nun die Systemtheorie tendenziell zum Nabel der Welt erklären, dass kann vielleicht die Eitelkeit und ein Elitedenken anstacheln, aber nicht zur politisch bewusster Aktion führen.
Die wirklichen Probleme liegen woanders, sie sind hauptsächlich IDEOLOGISCHER Natur!
Wenn ich mich als Angehörigen der Arbeiterklasse begreife, bin ich damit eher in der Minderheit im Umfeld der proletarischen Intelligenz.
Da gibt es Angestellte, Techniker, ingeneurtechnisches Personal, IT-Spezialisten, Beamte, Consultants,
wenn die arbeitsrechtliche Basis vage ist auch Freiberufler, Freelancer usw. usf.
Durchaus kreativ ist man auch bei der Erfindung neuer Bezeichnungen.
Doch wie ist nun das Verhältnis zu den gesellschaftlichen Produktionsmitteln, welches im marxistisch-leninistischen Sinne die Klassenzugehörigkeit definiert?

Dazu ein hochaktuelles Beispiel.
„Bring Your own device“ ist das Schlagwort, womit das Mitbringen persönlicher Computer- und Kommunikationstechnik für den beruflichen Prozess beschrieben wird.
Das wird als Sieg für das Selbstbestimmungsrecht auf beruflicher Ebene verkauft.
In Wirklichkeit wird zu Lasten der Familien, der Regeneration der eigenen Arbeitskraft
persönliches Geld für die Interessen des „Arbeitgebers“ ausgegeben.
Da wäre es doch im 19. Jahrhundert wohl ein Ausdruck von Selbstbestimmung gewesen,
wenn die Arbeiter die Dampfmaschinen auf eigene Kosten erworben und in die Fabrik getragen hätten statt sich NUR an den Dampfmaschinen des Kapitalisten für einen Hungerlohn abzurackern …………
Auf der Basis politökonomischer und ideologischer Unklarheit arbeitet da so mancher kluge Kopf sehr kreativ daran, den Grad der Ausbeutung seiner eigenen Arbeitskraft in die Höhe zu treiben. An solchen Stellen ist also in der Zukunft unter der proletarischen Intelligenz
Klarheit zu schaffen, denn grosse fachliche Klarheit führt eben nicht automatisch zu politischer und ideologischer Klarheit.

Ich bin weit davon entfernt, die Bedeutung der Systemtheorie zu missachten.
Doch kommt es daraus an, sich in die aktuellen Klassenauseinandersetzungen einzubringen auf der Grundlage des solidarischen Kampfes um die Lebensinteressen der breiten Massen.
Da tun sich auch wissenschaftlich recht interessante Fragen auf.
Wie, wann, mit welchen Methoden muss man Kampfaufrufe unter die Menschen bringen und wen erreichen, um damit möglichst viele zur Aktivität zu bewegen?
Wie ist an welchen Stellen ein Streik zu organisieren, um einen hohen Grad politischer Mobilisierung und gleichzeitig ökonomische Wirkung zu erzielen?
Das sind nur einige Fragen, die hier und heute zu lösen sind, um den sozialistischen System real näher zu kommen.

In diesem Zusammenhang und an diesem Punkt der Diskussion würde mich auch einmal interessieren, welche Position die MLPD zu den angesprochenen Fragen bezieht.



Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von willi am 24.04.2012 21:19


@Ben Müller,


na endlich hat jemand-der,die, das BGF das erste wissenschaftlich gestützte
Modell zur Ablösung des Kapitalismus gefunden.Ich horche auf(!)und lese erst
einmal dieses wissenschaftliche Geschreibse quer.
Da ich nun kein Intellektueller (also wissenschaftlich und künstlerich gebildet)
bin,fällt es mir schwer alles zu begreifen und zu verdauen.Ich bitte um Entschul-
digung.Als Maschinenbaumeister,Lehrausbilder bzw.Techniker habe ich zwar Kennt-
nisse von Kybernetik,Informatik,Meß-u.Regeltechnik und kann diese Kenntnisse auch
anwenden.Nur!Ich bin nicht in der Lage,mathematisch den Beweis anzutreten,dass
das System des Sozialismus hinreichend komplex,anspruchsvoll und trotzdem
durchführbar ist.Um zu dieser Erkenntnis zu kommen reichen mir die Werke von
Marx,Engels u. Lenin (Stalin).Sowie 40 Jahre Kommunist zu sein,den Sozialimus im
Aufbau (unvollendet)u.den Kapitalismus 20 Jahre jeden Tag aufs Neue zu erleben.(!)
Ich finde es anmaßend diese Behauptung:Das erste wissenschaftliche gestützte Modell
zur Ablösung des Kapitalismus gefunden zuhaben!Damit wird in meinen Augen das
Kommunistische Manist,werden die wissenschaftlichen Arbeiten von Marx,Engels und
Lenin negiert-abgestraft.
Diese,Eure Theorie wird niemals,ich wiederhole(!)niemals die Massen ergreifen und
somit zur materiellen Gewalt werden.
Die Theorie des (echten)Marxismus-Leninismus kann die Massen ergreifen,weil sie
der ideelle Ausdruck ihrer materiellen Existenzbedingungen und ihrer grundlegenden
Interessen ist,weil sie ihnen eine richtige Anleitung für den revolutionären
Kampf gibt.
Ja!Alle Räder stehen still,wenn der starke Arm es will.Auch Automaten haben Räder
Rädchen und Getriebe.Es bedarf nicht unbedingt das Wissen von/Kybernetik.Eine
Hand voll Dreck genügt!
KRIEG und GESELLSCHAFTSSYSTEM- allein beim lesen des Inhaltsverzeichnisses
schwoll mir der Hals.
Ich erwähne hier nur die Namen:Scharnhorst,Gneisenau,den alten Herrn
von u.zum Stein.(Krieg und Gesellschaft)
Die größte Enttäuschung zum Schluß.

"-das die Arbeiterbewgung weder füher noch heute von einem Klassenbewußtsein
bestimmt war bzw.ist-"
Wieviel Arbeiter,Kommunisten sind im Klassenkampf gefallen,wurden ermordet??????!
Nicht nur Kommunisten,auch aufrechte Sozialdemokraten und Christen.
Wieviel Blut ist bis heute geflossen? Schämt Euch!Ich sehe diese Aussage als
Beleidigung der unzähligen Genossen/Arbeiter und auch als persönliche Beleidigung!
Welchen Zweck hat dieses,Euer hohes "wissenschaftliche"Modell?Was wollt Ihr damit
erreichen?Eine noch tiefere Spaltung der kommunistischen Bewegung in der BRD?
Ein Zusammengehen der kommunistischen Bewegung /Parteien erreicht Ihr so nicht.(!)

Ich sehe eher das Gegenteil!Ist das Euer Ziel?
Die Arbeiterklasse-und ihre Verbündeten(wenn sie es diese Verbündeten denn gibt)
braucht eine klassentreue und standhafte Avantgarde.Diese Avantgarde werdet Ihr
aber nie stellen.
In diesem Sinn
freundschaftlichen Gruß und venceremos /ROT FRONT

Willi-die alte Rote Socke


Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von ingo am 27.04.2012 15:24
„Wir wollen nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern in der Kritik der alten die neue finden.“ (Karl Marx)

Es gehört in die Welt der Märchen, davon auszugehen, daß der Kapitalismus aufgrund irgendwelcher eingebildeter "Gesetzmäßigkeiten" das Zeitliche segnet.

Die Opfer dieses Systems müssen schon die Notwendigkeit ihrer Rolle/ihres Schadens in diesem System erkennen und den W I L L E N haben, damit Schluß zu machen. Dann sind sie das revolutionäre Subjekt.

Und dieses "in der Kritik der alten die neue finden“ ist durch nichts ersetzbar.

Die Idee des Wettstreits der "Systeme" und der Überrundung des Kapitalismus durch den Sozialismus hat mit Marxismus nichts gemein, so jedenfalls versteh ich den Marx:
"Denn der wirkliche Reichtum ist die entwickelte Produktivkraft aller Individuen. Es ist dann keineswegs mehr die Arbeitszeit, sondern die disposable time das Maß des Reichtums."

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Willi am 27.04.2012 20:57
@

An die intellektuelle Manschaft des BGF

wenn möglich erklären Sie mir doch bitte folgende Fragen

- was verstehen Sie unter:objektive Menschheitsinteressen?
- gibt es eine Evolution in der Markwirtschaft und wenn ja,wie sieht sie aus?
oder was habe ich darunter zu verstehen?
- gibt es eine evolutorische Wirtschaftsentwicklung?
- gibt es eine ökonomische Evolutionstheorie?
- gibt es eine Synergetik der Evolutionsprozesse?

- welche Anforderungen werden an ein evolutionsfähiges Gesellschaftssystem
gestellt - und wie soll die AK an Hand solch hohen wissenschaftlichen
Thesen auf den revulitonären Kampf (Beseitigung des Kapitalismus)vorbereitet
werden?

vielleicht durch einen DIALEGTISCHEN Prozess ,dh.Gesprächführung/Argumentation?
- vergessen Sie dann aber bitte nicht die methodisch/didaktische Vorbereitung
dieser Argumentation.
- Ich finde auch keine Aussage aus welchen Schichten der Gesellschaft und wie
viel Miglieder sich in Ihrer Gesellschaft vereinen.

Auf eine noch höhere Erkenntnisstufe kann mann diesen,Ihren Entwurf zur Besei-
tigung des Kapitalismus nicht mehr stellen.(!)
Eine noch höhere Stufe endet wie der Turm von Babylon.
Ich für mein Teil bleibe bei meinem Grundschulwissen!
- den wissenschaftlichen,dialektischen, materialistischen Marxismus-Leninismus,
Engels!(Stalin in besonderen Fällen).

- welche Anforderungen,Wissen und Bildung stellen Sie an Proleten und ANDERE
um Mitgied werden zu können.
Nun höre ich auf,Fragen zu stellen,ich will Sie mit meinem geringen Wissen
über die Zusammenhänge des (proletarischen) ,des Klassenkampfes zur Beseitigung
des Kapitalismus- durch eine prolaterische Revolution-geführt von einer KP,
einer Avantgarde des Proletariats nicht überfordern.

VENCEREMOS ROT FRONT

Willi-die alte ROTE SOCKE





Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Lion Wagner am 28.04.2012 15:43
ANTWORT der Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt (BGF) AUF die Fragen des Interessenten ALEXANDER (Nachname unbek.) vom 23.3.12

Zunächst unsere Entschuldigung für die völlige Nichteinhaltung des Antworttermins. Aufgrund relativ hoher Arbeitsbelastung können wir uns nur relativ langfristige Antworttermine stellen. Das wird ab sofort anders, denn sonst wird aufgeschoben u. wieder aufgeschoben… Wir haben aber eine Anstandsregel verletzt, indem wir Ihnen unser Zeitproblem nicht mitgeteilt haben - Entschuldigung, wir bessern uns…

a) Wer gehört der BGF an bzw. wie setzt sie sich zusammen? marxistische Professoren,Doktoren und Studenten?

Zu a)
Bezogen auf die Klasse u. soziale Schicht kommen wir mehrheitlich aus der zum Proletariat gehörenden sozialen Schicht der Intelligenz (Nichtkapital-u. Nichtproduktionsmitteleigentümer). Das Qualifikationsniveau der berufstätigen Mitglieder besteht mit großer Mehrheit in unteren [Bachelor bzw. Diplom(FH)] u. mittleren [Master bzw. Diplom(Uni)] akademischen Graden u. zwar auf den Gebieten Technik, Wirtschaft, Psychologie, Philosophie, Soziologie. Unsere Studenten studieren Ingenieur-, Wirtschafts-u. Sozialwissenschaften. Die aus der sozialen Schicht der proletarischen Intelligenz kommenden Mitglieder, stammen alle aus der sozialen Schicht des primär praktisch tätigen Teils der Arbeiterklasse. Leider haben wir noch sehr wenige Facharbeiter. Die BGF bemüht sich mit ihrer sozialen Struktur bestmöglich die soziale Struktur der proletarischen Klasse widerzuspiegeln.

b) Hab ihr Lektürangebot gesehen. Mich würde interessieren ob es auch vergünstigungen für Studenten gibt?

Zu b)
In der Regel gewährt die BGF für ihre Literatur keine Rabatte. Ganz klar-auch wir brauchen Geld. Zwei Beispiele: Die Aufnahme eines Studiums für Facharbeiter mit Familie wird bei Vorlage entsprechender Umstände u. unter bestimmten Bedingungen durch die BGF finanziell unterstützt. Für die Übersetzung der relativ anspruchsvollen BGF-Literatur fehlen uns die Kompetenz u. die Zeit, woraus hohe Kosten folgen. Die Mitgliederversammlung hat beschlossen, dass alle finanziellen Belastungen der BGF zukünftig möglichst nicht nur über die Privateinkommen abzudecken sind. Sind Sie wirklich ein Ausnahmefall? Wofür besteht Interesse?

c) So wie ich das bisher mitbekomme sieht die BGF sich wohl ehr als "wissenschaftlicher Ratgeber" und weniger als "eigener Akteur", d.h. sie scheint auf Agitation so wie praktisches auftreten (Präsenz an Hochschulen,bei Demonstrationen,bei Arbeitskämpfen etc) zu verzichten, ist das richtig oder habe ich das bisher nur nicht mitbekommen?

Zu c)
Die BGF steht für ein den staatsmonopolist. Kapitalismus abfolgendes System des gesellschaftlichen Fortschritts, bestehend aus evolutionärer u. sozialist. Übergangsperiode sowie wissenschaftlichem Sozialismus; ist also eine revolutionäre Bewegung u. muss daher auch ihr „eigener Akteur“ sein. Bevor die BGF aber überhaupt eine nennenswerte wissenschaftlich gestützte Agitation innerhalb der Klassen des Proletariats u. der kleinen Warenproduzenten betreiben kann, sind wissenschaftl. Kader auszubilden. Nun ist über GEPAUKTES KENNEN wissenschaftl. Aussagen insbesondere aus den Disziplinen des dialektischen u. historischen Materialismus sowie der marxist. politischen Ökonomie (personifiziert: Marxismus-Leninismus) letztlich keine erfolgreiche Agitation unter den Werktätigen führbar, sondern nur über Wissen u. Können! Deshalb sucht die BGF primär junge Menschen, die ihr intellektuelles Potenzial so entwickeln wollen, dass sie einen wissenschaftl. begründeten Kampf gegen den Kapitalismus führen können. Eine Teilnahme an Demos u. Arbeitskämpfen ist selbstverständlich u. mit Agitationen an den Bildungsstätten wurde begonnen. Die geringe Personalstärke der BGF erlaubt jedoch u.E. derzeit noch kein eigenständiges Auftreten. Trotz enormer zu leistender Forschungs-u. Entwicklungsarbeit „vergraben“ wir uns aber nicht in der Theorie nach dem Motto: Erst wenn „alles geklärt“ ist, treten wir an die Werktätigen (Proletarier u. kleine Warenproduzenten) heran u. kämpfen mit ihnen. Es bleibt bei der Erkenntnis, dass Theorie u. Praxis eine dialektische Einheit bilden.

d) Sie sprechen von den "Genossen Klassikern" ihre Einstellung dazu finde ich sehr lobenswert. Interessieren würde mich wer von ihnen persönlich als "Klassiker" verstanden wird? Marx und Engels sicher,aber dann? Lenin? Luxemburg? Mao? Stalin? (Meiner Meinung nach wenn überhaupt dann noch in teilen Lenin und Luxemburg)

Zu d)
Der dialektische u. historische Materialismus kann nachweisbar nicht einfach, sondern nur dialektisch negiert werden. Die marxist. politische Ökonomie ist im Einzelnen einfach, im Allgemeinen ebenfalls nur dialektisch negierbar. Die materialist. Dialektik als allgemeine Erkenntnismethode, d.h. die systematische Beachtung u. Anwendung ihrer Gesetze (der drei allgemeinsten Entwicklungsgesetze, z.B. das Gesetz vom Umschlagen quantitativer Veränderungen in qualitative) u. Kategorien (z.B. Ganzheit, d.h. die Dialektik von Ganzem u. Teil) ist für jede wissenschaftl. Erkenntnis sowie praktische Veränderung notwendige Bedingung. Schließlich ist auch die allgemeine Erkenntnismethode des historischen Materialismus, die materialist. Dialektik in der spezifischen Form der Dialektik zwischen Produktivkräften u. Produktionsverhältnissen, d.h. die Beachtung u. Anwendung des allgemeinen ökonomischen Entwicklungsgesetzes (sh. Anmerkung) notwendige Bedingung für eine Erklärung des Untergangs ökonomischer Gesellschaftsformationen u. für eine Entwicklung von Theorien einer sozialist. Übergangsperiode u. des Sozialismus sowie deren praktischen Umsetzung.

Anmerkung: Beim allgemeinen ökonomischen Entwicklungsgesetz handelt es sich um das Gesetz der „Übereinstimmung“ der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter u. Entwicklungsniveau der Produktivkräfte.

Aus den vorstehenden, kurzen Ausführungen kann eine DEFINITION für den Begriff „KLASSIKER“ abgeleitet werden.

Klassiker sind Gesellschaftswissenschaftler, deren theoretische Systeme nicht einfach, sondern nur dialektisch negiert werden können u. deren Erkenntnismethoden in das System der Methoden zur Sicherung eines ständigen Erkenntnisprozesses übernommen werden müssen.

Der im Wesentlichen unterschiedliche, zum erheblichen Teil sogar kontradiktorische Erkenntnisstand zwischen den Organisationen mit kommunist. Anspruch u. der BGF sowie der nachvollziehbare psychische Zustand (Herstellung von ständiger Aggressionsbereitschaft in der Sozialismusfrage) der zumindest meisten Akteure dieser Organisationen gestatten der BGF derzeit keine Personifizierung der vorstehenden Begriffsbestimmung, also keine Trennung der Persönlichkeiten der Bewegung mit kommunist. Anspruch in Klassiker u. Nichtklassiker.

e) Wie steht die BGF zu modernen antikap. Bewegungen wie Occupy,attac oder den Zapatisten? Alle drei haben wohl keine grundsätzlich marxistische Kritik zu bieten. Wie bewerten sie diese Bewegungen, gibt es eine kommunikation zu diesen?

Zu e)
Eine „antikapitalist. Bewegung“ wäre eine Bewegung mit sozialistischem, sozialistisch/kommunistischem oder sozialdespotistischem (sh. BGF-Literatur) Entwicklungsziel. Occupy u. Attac werden als progressiv reformistische Bewegungen bewertet, was eine Bestimmung der Begriffes „progressive Reform“ notwendig macht. Nach Erkenntnisstand der BGF liegt in der objektiven Realität ein Begriffsteilsystem Reform - Fortschritt - gesellschaftlicher Fortschritt vor, wobei das Wesen aller drei Elemente unterschieden werden muss. Der Begriff „Reform“ wiederum ist eine Variable innerhalb der zweistelligen Relation Reform/gesellschaftlicher Fortschritt, d.h. es gibt nur eine auf den gesellschaftlichen Fortschritt bezogene Reform. Daher ist der Begriff „Reform“ in progressive u. reaktionäre Reform einzuteilen, also in eine auf bzw. gegen den gesellschaftlichen Fortschritt gerichtete Reform (zum Begriff des gesellschaftlichen Fortschritts sh. „Krieg u. Gesellschaftssystem“, Pkt.2.4.3). Beide Organisationen können daher nicht als progressive Bewegungen bewertet werden. Occupy u. Attac wollen subjektiv in den gesellschaftlichen Bereichen Ökonomie, Bürgerrechte, Sozial-u. Bildungswesen Fortschritte erzielen. Objektiv können sie aber in diesen Bereichen nur progressive Reformen erzielen, denn Fortschritte wären sowohl durch kein Maß begrenzt, als auch irreversibel u. folgen dem Gesetz der Negation der Negation (sh. „Sozialismus gab es nie!“, Pkt. 11.5 u. 13.3). Bestimmte Reformanliegen beider Organisationen dienen, wenn durchsetzbar:
- der Produktivkräfteentwicklung in den Entwicklungsländern (z.B. „fairer Handel“, „demokratische Kontrolle u. Regulierung der Märkte“),
- einer relativen Lösung des Widerspruchsverhältnisses zwischen Mensch u. Natur (z.B. „Menschen u. Natur vor Profit“),
- der Entwicklung der Hauptproduktivkraft Mensch u. Persönlichkeitsentwicklung (z.B. „Bildung u. Wissen als Allgemeingut u. nicht als Luxusobjekt“),
- der Erhöhung der Wahrscheinlichkeit nationalen u internationalen Friedens (z.B. keine Zinsknechtung) [sh. Anmerkung]
- sowie den sozialen Interessen der Klassen des Proletariats u. der kleinen Warenproduzenten (z.B. Abschaffung von Steueroasen, bedingungsloses Grundeinkommen, Schutz der Altersvorsorge u. relativ kleinen Spareinlagen, Besteuerung spekulativer Devisengeschäfte).

Anmerkung: Beim Frieden unter kapitalist. Systembedingungen handelt es sich stets um einen kapitalist. bzw. imperialist. Frieden (Definition sh. „Krieg u. Gesellschaftssystem“, Teil C, Pkt.2).

Bestimmte progressive Reformanliegen beider Organisationen sind auf einen Beginn des Prozesses des gesellschaftlichen Fortschritts gerichtet, d.h. sie könnten einer Optimierung der sozialist. Übergangsperiode (SÜP) u. deren revolutionären Übergangs dienen, falls sie bis zum Start der SÜP erhalten blieben. Occupy u. Attac unterstützen den ökonomischen Kampf der Gewerkschaften. Zwar führen beide Organisationen, insbesondere Attac, ihren progressiv reformistischen Kampf in einer Einheit von ökonomischer, politischer u. ideologischer Kampfform, doch handelt es sich dabei selbstverständlich nicht um Klassenkampf, da keine der drei Kampfformen auf eine Abfolge der kapitalist. ökonomischen Gesellschaftsformation zielt. Es ist zu beachten, dass die BGF diese Organisationen nicht einfach abwertend als Reformisten diskreditiert, da es verschiedene Arten von Reformismus gibt. Nicht ein Individualbegriff „Reformismus“ widerspiegelt die Realität, sondern nur ein Gattungsbegriff. Der Begriff „Reformismus“ ist also ein einzuteilender Begriff; d.h. es gibt mehrere Artbegriffe (sh. „Sozialismus gab es nie!“, Pkt.11.5). Nach Einschätzung (nicht Beurteilung) der BGF liegt bei den Mitgliedern dieser Organisationen zumindest mehrheitlich gnoseologischer Reformismus vor (Definition sh. Lit. wie vor). Sowohl die Frage nach der Ursache für das gegenwärtige u. auch zukünftig zu erwartende Auftreten progressiver reformistischer Bewegungen, deckt sich, wie auch die Frage nach der Ursache der Spaltung der Bewegung mit kommunist. Anspruch, mit der Sozialismusfrage. Da die progressiven Reformanliegen von Occupy u. Attac notwendige Bestandteile des Entwicklungsprozesses sind u. bei Durchsetzung u.a. die vorgenannten fünf Wirkungen zeigen würden, unterstützt die BGF deren Reformprogramme. Das Problem liegt aber in der unterschiedlichen Funktion von progressiver Reform u. Fortschritt innerhalb des Entwicklungsprozesses (Definition progressive Reform, sh. „Sozialismus gab es nie!“, Pkt.13.3). Solange nämlich progressive Reformen nicht zu Fortschritten höherentwickelt werden (können?), können sie, entsprechend dem Gesetz vom Umschlagen quantitativer Veränderungen in qualitative, auch nicht zum Umschlag einer Gesellschaftssystemqualität beitragen. Daraus folgt: Wenn die von Occupy u. Attac geforderten progressiven Reformen zeitweilig durchsetzbar, aber nicht zu Fortschritten höher zu entwickeln sind, können objektiv beide Organisationen die menschliche Gesellschaft auf evolutionärem Wege überhaupt nicht entwickeln, weil diese progressiven Reformen letztlich keine quantitativen Veränderungen darstellen. Somit betreiben Occupy u. Attac objektiv nur einen scheinbaren Evolutionismus. Die BGF achtet das Bestreben beider Organisationen die menschliche Gesellschaft auf scheinbar evolutionärem Wege entwickeln zu wollen, doch muss sie deren undialektischen Entwicklungsauffassungen, d.h. deren scheinbaren Evolutionismus, aus entwicklungstheoretischen Gründen eine Absage erteilen. Eines der Erkenntnisprobleme progressiv reformistischer Bewegungen besteht eben in einer Beurteilung oder wenigstens Einschätzung der Fortschritts-bzw. progressiven Reformfähigkeit des kapitalist. Systems in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Wie evt. bekannt, wurde das Reform (progressiv) - u. Fortschrittspotenzial des Kapitalismus, nach dessen Entwicklung zum staatlich regulierten Monopol-bzw. Oligopolkapitalismus, aber auch von allen Organisationen mit kommunist. Anspruch systemtheoretisch falsch eingeschätzt, d.h. unterschätzt. Schon nur eine Einschätzung, geschweige denn eine Bewertung der Reformierbarkeit bzw. Fortschrittsfähigkeit ist nicht so einfach wie das oberflächlich gesehen zunächst erscheint. Zu dem nachstehenden systemtheoretischen Problem gibt es noch erheblichen Klärungs- u. folglich Forschungsbedarf bei der BGF. Das Problem liegt nämlich darin, dass dynamische Systeme u. solche sind auch gesellschaftliche Systeme, nicht einen Verhaltenszustand aufweisen, sondern eine enorme Vielzahl von Zuständen innerhalb eines systembedingten Verhaltensraumes einnehmen können. Streng genommen befindet sich auch das kapitalist. System nicht in einem Zustandspunkt, das ist doch nur eine Idealisierung, sondern es steht in ständiger Bewegung u. folgt einer räumlichen Verhaltenslinie, wobei es außerdem von einem Punkt einer Verhaltenslinie auf einen anderen Punkt einer anderen Verhaltenslinie springen kann. Die Möglichkeit eines Zustandspunktes ist aber stets durch die systemregelungsrelevanten Elemente des kapitalist. Systems bestimmt (z.B. Geld u. Produktionsmittel müssen Kapitalwesen haben, Arbeitskraft muss Ware bleiben, Neokolonialismus muss möglich sein). Diese systemregelungsrelevanten Elemente sind durchaus über den kapitalist. Staat in ihrer Quantität beeinflussbar, solang das Maß, d.h. die dialektische Einheit von Quantität u. Qualität gewahrt bleibt, also die Elementqualität (z.B. Geld als Kapital) gesichert ist (Quantität, Qualität u. Maß i.S. philosophischer Kategorien). Mittels zweier Beispiele soll auf fehlendes dialektisches u. systemisches Denken, kapitalist. Apologetentum, aber auch auf logische Widersprüchlichkeiten innerhalb der progressiv reformistischen Zielstellung in beiden Bewegungen hingewiesen werden.

1.Beispiel: Occupy fordert ein Verbot hochspekulativer Finanzmarkttransaktionen

Die Bewegung stellt sich nicht gegen ein Kapitalwesen des Geldes, obwohl darin eine der Ursachen jeder sog. Finanzkrise liegt. Da Occupy sich nur eine kapitalist. Produktionsweise vorstellen kann, muss diese Organisation auch die Existenz von Geldkapitaleigentum als eine der notwendigen Bedingungen für diese Produktionsweise anerkennen. Folglich wird auch eine Aneignung fremder Arbeitsleistung über das Geldkapital als sog. Geber-u. Risikolohn anerkannt. Nicht verkonsumierte Geldmittel sollen sich durchaus über den Inflationsausgleich hinausgehend verwerten dürfen. Bei dieser Stellung zum Wesen des Geldes kann die Organisation vom kapitalist. Staat ein Verbot bzw. eine Einschränkung nur solcher Geldkapitalverwertungsmethoden fordern, die dem „Allgemeinwohl" in besonderer Quantität u. Qualität widersprechen (z.B. schädigende Rückwirkungen auf das nationale u. internationale Finanzwesen u. die Nationalwirtschaften, die Altersvorsorgen u. relativ niedrigen Geldkapitalanlagen der nicht zur sog. Oberschicht gehörenden Bürger). Der kapitalist. Staat kann das systemregelungsrelevante Element „Geld als Kapital“ quantitativ beeinflussen, d.h. bestimmte hochspekulative Geldgeschäfte beschränken oder sogar untersagen, aber die Elementqualität „Geldkapital“ kann er nicht abschaffen ohne somit einen Teil der subjektiven u. objektiven Triebkräfte der kapitalist. Produktionsweise zu beseitigen. Nun folgt aber aus der Anerkennung eines Kapitalwesens des Geldes u. einer Anerkennung eines Eigentums an Geldkapital eigentlich auch eine Anerkennung einer absoluten Verfügungsgewalt des Eigentümers über dieses Geldkapital u. somit letztlich eigentlich auch eine Anerkennung einer Nutzung aller Erscheinungsformen der Geldkapitalverwertung.
Logisch liegt doch folgender einfacher rein hypothetischer Syllogismus vor:

Wenn Eigentum von Geldkapital, so absolute Verfügungsgewalt über dieses Eigentum.
Wenn absolute Verfügungsgewalt über dieses Eigentum, dann Schädigung des „Allgemeinwohles“.
Also: Wenn Eigentum von Geldkapital, dann Schädigung des „Allgemeinwohles“.

Die Wahrheit des Schlusssatzes ist allgemeingültig, d.h. sie lässt sich nicht nur für Spekulationsgeschäfte, sondern für alle Wirkungen eines Kapitalwesens von Geld belegen.
Das Denken von Occupy läuft doch darauf hinaus:
Geld darf u. muss zu Kapital werden > Geldkapital darf u. muss sich verwerten > Eine absolute Verfügungsgewalt der Geldkapitaleigentümer über die Verwertungsmethoden kann dem „Allgemeinwohl“ widersprechen > Wann eine absolute Verfügungsgewalt der Geldkapitalisten dem „Allgemeinwohl“ widerspricht, bestimmt subjektiv Occupy > Wenn eine absolute Verfügungsgewalt der Geldkapitalisten dem „Allgemeinwohl“ widerspricht, wird sie auf eine relative Verfügungsgewalt beschränkt.
Bei logisch konsequentem Denken müsste Occupy natürlich auch die absolute Verfügungsgewalt der Produktionsmittel-Kapitaleigentümer (nicht Produktionsmitteleigentümer!) auf eine relative Verfügungsgewalt so einschränken, dass der Kapitalcharakter der Produktionsmittel dem „Allgemeinwohl“ nicht „unvertretbar“ widerspricht.
Greift die Organisation eigentlich auch solche Spekulationsgeschäfte wie z.B. die Devisentermingeschäfte u. Rohstoffspekulationen an?

2. Beispiel: Attac fordert „fairen Handel“

Zunächst ist festzustellen, dass „fairer Handel“ kein nach den Regeln der Begriffslehre wissenschaftlich gebildeter Begriff ist. Dieser subjektiv gebildete Begriff bezieht sich auf das quantitative Problem des Austausches der Waren-Wertgrößen, insbesondere zwischen den imperialist. Zentren (sog. Industrieländer) u. den Entwicklungsländern (sog. Dritte Welt). „Fairer Handel“ bedeutet wissenschaftlich die Einhaltung des Äquivalenzprinzips (des Prinzips der Gleichwertigkeit) beim Warenaustausch. Der nicht gleichwertige Austausch (nicht „faire Handel“) stellt aber eines der systemregelungsrelevanten Elemente im staatsmonopolist. Kapitalismus dar, weil über ihn enorme fremdnationale Mehrwertgrößenteile von den Neokolonialmächten angeeignet werden, um u.a. deren Kapitalkreisläufe zu stärken u. die Klassen des Proletariats u. der kleinen Warenproduzenten sozial zu bestechen (sh. „Krieg u. Gesellschaftssystem“, Pkt.2.3.1 bis 2.3.3, neokolonialer Ausbeutungsmechanismus). Der kapitalist. Staat könnte das systemregelungsrelevante Element „Neokolonialismus“ quantitativ beeinflussen, d.h. die Ausbeutung der Entwicklungsländer reduzieren, aber die Elementqualität „Neokolonialismus“ kann er nicht abschaffen ohne die relative Stabilität des kapitalist. Systems durch Klassenkampf zu gefährden. Eine mehr oder minder große neokoloniale Ausbeutung führt natürlich zu einer mehr oder minder großen Schwächung der Kapitalkreisläufe u. sozialen Bestechungsmöglichkeiten der Arbeiterklasse u. kleinen Warenproduzenten in den Neokolonialmächten. Bis zu welchem Grad man sich innerhalb von Attac über den Zusammenhang zwischen fremdnationaler Mehrwertgrößenaneignung einerseits u. nationaler ökonomischer Leistungsfähigkeit; Niveau der Sozial-,Bildungs-u. Rentensysteme sowie Einkommenshöhe der Proletarier u. kleinen Warenproduzenten, im Klaren ist, können wir derzeit nicht abschließend beurteilen. Diesbezüglich ist sicherlich zwischen dem die Organisation führenden Gremium, den Bildungsreferenten, dem wissenschaftlichen Beirat (im Gegensatz zu Occupy, die nach unserer Info keinen hat) einerseits u. der Masse der übrigen Mitglieder u. Sympathisanten andererseits zu unterscheiden. Auch die politische Herkunft (christlich, „links“) spielt hier eine Rolle. Auf jedem Fall liegt ein, unter Beibehaltung der Revenuehöhe der nationalen Kapitalistenklasse, sich herausbildender Klassenkampf, wegen fehlender bzw. ungenügender neokolonialer Ausbeutung der Entwicklungsländer nicht im Interesse von Attac. Unter „fairen Handel“ versteht Attac daher nicht die Einhaltung eines gleichwertigen Austausches, sondern diese Organisation bestimmt mittels eines subjektiv moralisch - ethischen Maßstabes, was „fairer Handel“ ist, d.h. in welchem Grad das Äquivalenzprinzip einzuhalten ist. Das Denken von Attac läuft doch darauf hinaus:
Neokoloniale Ausbeutung ist notwendig, um eine Gefährdung der relativen Stabilität des Kapitalismus durch Klassenkampf zu verhindern, also den „sozialen Frieden!“ zu sichern > Die Folgen einer nichtregulierten, zu hohen Ausbeutung der Entwicklungsländer sind moralisch-ethisch, aber auch sogar wirtschaftlich nicht zu verantworten (steigende Wahrscheinlichkeit inner-u. zwischenstaatlicher Kriege, Bildungs-u. Gesundheitsnotstand, ökologische Katastrophen, Hungersnot u. Kinderarmut, fehlende Kaufkraft für Waren aus den sog. Industrieländern, usw.) > Was „fairer Handel“ ist, d.h. wie viel neokoloniale Ausbeutung noch vertreten werden kann bestimmt Attac entsprechend seinem Bestreben eine Gefährdung der relativen Stabilität des Kapitalismus durch Klassenkampf abzuwenden.

Anmerkung: Das Maß für die notwendige Quantität fremdnationaler Mehrwertgrößenaneignung, zwecks Abwendung von ökonomischen Kämpfen, aus denen sich Klassenkampf entwickeln kann, ist abhängig von mehreren Variablen (u.a.: Gibt es wirklich eine antikapitalist. Entwicklungsalternative? Inwieweit kann ein Verlust an fremdnationalem Profit durch freiwillig und/oder politisch erzwungene Kürzung der Kapitalistenrevenue ausgeglichen werden?).

Trotzdem ist das Wirken von Attac progressiv reformistisch, weil die praktische Umsetzung der Forderung nach einem „fairen Handel“ eine Produktivkräftesteigerung sowie eine Verbesserung der Lage der Klassen des Proletariats u. der kleinen Warenproduzenten in den Entwicklungsländern bewirken kann.
Zu erwähnen wäre noch, dass (natürlich) beide Organisationen bei ihrer Herangehensweise an die nationalen u. globalen Probleme von einer idealistischen Überbewertung der Politik im Verhältnis zur Ökonomie ausgehen. Dagegen sieht, bei aller Anerkennung der relativen Eigenständigkeit der Politik, die BGF die Ökonomie, d.h. die Produktionsverhältnisse, als Basis der Politik an (Mit Genossen Lenin übereinstimmend:„Politik ist der konzentrierte Ausdruck der Ökonomik“).
Eine Kommunikation geschweige denn Zusammenarbeit zwischen progressiv reformistischen Bewegungen u. der BGF gibt es derzeit noch nicht. Um zur zapatistischen Bewegung in Mexiko etwas sagen zu können, fehlen uns die Infos. Auch können wir aufgrund der geringen BGF-Personalstärke u. wegen der Tatsache, dass außer dem Gründer der BGF alle anderen Genossinnen u. Genossen im Arbeitsverhältnis bzw. Studium stehen, nur begrenzt aktiv werden. Neben unserer Teilnahme an den vorklassenkämpferischen Aktionen, liegt der Schwerpunkt der Forschung-, Entwicklungs-u. Agitationsarbeit der BGF in der Sozialismusfrage.

Für die BGF verbleibt mit solidarischen Grüßen, im Auftrag Lion Wagner

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Ben am 28.04.2012 16:39
Mitteilung der Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt(28.4.12)an die Genossen Wolfgang u. Willi, betreff deren Stellungnahmen v. 22.4.12 bzw. 24.4.12:
Aufgrund hoher berufl.Arbeitsbelastung, aber auch dringend notw. gesellschaftswissenschftl. Forschg.arbeit, bitten wir Sie sich mit unserer Antwort zu gedulden. Die BGF kann sich nur langfristige Antworttermine stellen. Garantiert ist: Die BGF antwortet!
Solidarische Grüße, BGF-Team

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von willi schweinhagen am 30.04.2012 10:47

@ Ben

Danke für Eure Mitteilung.

Solidarischen Gruß zurück

willi

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Christiaan am 22.05.2012 13:18

Es gab mal eine andere Organisation wo "Lion Wagner" auch dabei wahr, die glaubten sogar das es garkein Sozialismus gab.


Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von sven am 22.05.2012 19:11
Trodz aller Theorien,Geschichte,Erfahrungen u.u.u. wird kein Mensch mehr,ob Sozialist,Kapitalist,Maxist--- einen Nationalen Aufstand/Krieg,möglicherweise Länderübergreifend,was auch gewollt ist,entgehen können.Was eigentlich auch gar nicht anderst mehr möglich ist.
Noch ehe man sich Zuende organisiert hat.Die Zeit wird es beweisen.Unser Gegner,der Imperialist/Kapitalist ist nicht Dumm.Seine Interessen wird er,mit Gewalt durchsetzen,ohne wenn und aber.Bevor wir uns,nach zig Jahren "organisiert haben".Und bereit sind den Kampf zu eröffnen.Den aktiven Kampf.Mit der Waffe in der Hand!So Schwerverletzt wie momentan die Menschenfeindlichen Regimeführungen sind,dürfte er eher sich offen zur Gegenwehr setzen,gegenüber den wahren Sozialisten/Kommunisten.Ein Überrollen/Überschlagen der Ereignisse könnte uns schon überraschen.
Alle Theorie und Vorbereitungen in Ehren.Ist auch richtig.Fehler werden wir genauso machen wie unsere Gegner.Die lassen sich nie vermeiden.Fehlerfrei,wie wir Marxisten es gerne wollen,aus der Geschichte lernen,um keine mehr zu machen,funktioniert nicht.Das liegt an uns Menschen.
"Wer die Vergangenheit nicht studiert,wird ihre Irrtümer wiederholen.Wer sie studiert,wird andere Möglichkeiten zu irren finden"!
Alles in allem geht es nur um die Fragen.Wann,Wo und Wer wird den Kampf beginnen?
Teiweise organisiert oder Chaotisch.Das wird dann die Geschichte schreibenWie wir das wollen oder der Gegner das so will,der Ausgang dieser Auseinandersetzung,kann keiner Beantworten.Heutzutage nicht mehr.
Im schlimmsten Fall,der Atomkrieg,gibt es sowieso keinen Gewinner und keinen Verlierer.

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt (BGF) am 07.05.2013 17:24
Antwort der Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt (BGF) auf den Beitrag des Genossen Wolfgang vom 22.4.12
Teil 1 (Teil 2 folgt)

Genosse Wolfgang 22.04.2012:
„Vielen Dank für die Antwort der Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt BGF, die sehr ausführlich und um die wissenschaftliche Form bemüht ist.“

BGF-Reaktion:
Nach Ihren Angriffen auf unser wissenschaftliches Selbstverständnis in Ihrem Beitrag vom 11.3.12 führen Sie diese mit ihrer Aussage „um die wissenschaftliche Form bemüht“ weiter fort, denn Sie meinen mit Form nicht den philosophischen Begriff, sondern „der Form nach, also nicht real“! Wenn Sie nicht zumindest versuchen uns fehlende Wissenschaftlichkeit nachzuweisen, sind ihre Aussagen abwertende Äußerungen, die Vorurteile gegenüber der Argumentation des Diskussionsgegners, also der BGF schaffen. Zwecks Führung eines Erkenntnisprozesses zum Nutzen aller Diskussionsteilnehmer u. Forumsbesucher appellieren wir an Sie zumindest die Kriterien einer allgemeinen wissenschaftlichen Streitkultur einzuhalten (Wir hoffen, dass diese Ihnen bekannt sind). Eine besondere kommunist. wissenschaftliche Streitkultur ist von zusätzlichen Regeln bestimmt (Als Akteur mit kommunist. Anspruch müssten Ihnen die zusätzlichen Regeln bekannt sein.). Ansonsten überlassen wir es Lesern mit entsprechenden Kenntnissen bezüglich wissenschaftlicher Arbeitsweise im Allgemeinen u. Kenntnissen in der allgemeinen Theorie u. Erkenntnismethode des dialektischen u. historischen Materialismus darüber zu urteilen, welcher Widerpart nur fiktiv wissenschaftlich streitet.

Genosse Wolfgang:
„Hinweise, dass man die theoretischen Abhandlungen des BGF gelesen haben sollte, also käuflich erworben haben sollte, um vollwertig zu diskutieren, halte für unangebracht, Verkaufsgespräche sollten anderswo stattfinden.“

BGF-Reaktion:
Es verwundert, dass man nicht nur Sie, sondern die Allgemeinheit darauf hinweisen muss, dass eine Diskussion deren Thema wissenschaftliches Erkenntnisobjekt ist, auf der Basis einer Info und/oder Homepage nicht nur nie „vollwertig“ sein kann, sondern gegenstandslos ist. Die Gegenstandslosigkeit ergibt sich aus dem möglichen Infogehalt einer Info u. Homepage. Die Homepage einer gesellschaftlichen Organisation kann an deren Denkgrundlagen u.- methoden, Ziele, Parteilichkeit, Zielgruppe usw. dieser Organisation nur heranführen. Der von der BGF am 10.3.12 in das Sozialismusforum gestellte Text stellt doch nur eine Info darüber dar, dass erstmals ein theoretisches System in bestimmter Quantität u. Qualität entwickelt wurde, allein auf dessen Basis sich die revolutionäre Abfolge des Kapitalismus gründen kann. Eine (unsere) Homepage wird inhaltlich überfordert, indem immer wieder Bezug nur auf diese genommen wird. Schließlich soll die Homepage doch nur als Leit-u. Startseite dem Zugang zur Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt dienen u. Interesse wecken. Ob sie optimal abgefasst ist, ist eine andere Frage. Die Homepage kann keine Theorien u. Hypothesen der BGF wiedergeben. Man kann doch auch nicht die Vor-u. Nachworte zum Kapital lesen u. dann zur „Kritik“ des Kapitals schreiten! Eine Beschreibung des Wesens u. der Ziele von evolutionärer u. sozialistischer Übergangsperiode (EÜP, SÜP) sowie wissenschaftlichen Sozialismus (WiSo) muss, wie bei jedem Parteiprogramm auch, auf das BGF-Programm beschränkt bleiben. Die Homepage wäre sonst gleich dem Manifest. Immerhin spiegeln die auf der Homepage angegebenen Definitionen für die EÜP, SÜP u. den WiSo die evolutionäre Übergangsperiode u. die beiden ökonomischen Gesellschaftsformationen abstrakt u. verallgemeinert wider. Sie sollen Interesse an dem hinter ihnen stehenden konkreten Inhalt wecken. Es sind Definitionen mittels Wesensbestimmung, die folglich einen hohen Abstraktions-u. Verallgemeinerungsgrad haben u. daher, bei nicht entsprechender Vorbildung, ohne entsprechende Aktivitäten des Interessenten (Studium entsprechender BGF-Publikationen, Nachfragen, Studium von Teilen des dialektischen u. historischen Materialismus) kaum bzw. überhaupt nicht nachvollziehbar sind. Der Interessent muss sich im BGF-Manifest über die Erscheinungen von EÜP, SÜP u. WiSo informieren, deren Wesen in den zugehörigen Definitionen zum Ausdruck kommt (dialektische Einheit von Wesen u. Erscheinung), wenn er Kritik üben möchte. Aber auch das BGF-Manifest ist ohne die Forschungsliteratur der BGF nicht nachzuvollziehen. Schließlich könnte die BGF das Parteiprogramm der MLPD auch nicht kritisieren, ohne die wissenschaftlichen Grundlagen der MLPD zu kennen, auf denen sich diese Partei bei der Ausarbeitung ihres Programms für eine sozialist. Alternative gestützt hatte.
Folgend eine Beispiel, dass wir uns mit „Hinweise(n), dass man die theoretischen Abhandlungen der BGF gelesen haben sollte, also käuflich erworben haben sollte, um vollwertig zu diskutieren,…“ völlig rational, allgemein üblich u. anerkannt verhalten. Wenn wir die Diskussion im Sozialismusforum unter dem Gespräch „Fragen eines Arbeiters zum Sozialismus u. Kapitalismus“ bezüglich der Frage einer „ökonomischen Überlegenheit“ des Sozialismus über den Kapitalismus einigermaßen richtig verfolgt haben, hat die MLPD trotz Anforderung doch auch nicht direkt Stellung zu dieser Frage bezogen, sondern auf ihre theoretischen Grundlagen verwiesen! Die Genossen von der MLPD gehen, bezogen auf Ihre obige Kritik, da viel weiter…Obwohl die MLPD-Genossen nur eine Auflistung von Thesen nebst kurzen Begründungen bringen könnten, verweisen sie auf die MLPD-Literatur.
Wir haben über die Homepage u. unseren Beitrag vom 22.3.12 Signale gesetzt, um Interesse für das von der BGF entwickelte System des gesellschaftlichen Fortschritts, welches den wissenschaftlichen Sozialismus als Entwicklungsstadium beinhaltet u. den Weg zum Kommunismus offenhält, zu wecken. Im Vergleich zur Frage der „ökonomischen Überlegenheit“ ist natürlich eine Theorie eines Gesellschaftssystems wesentlich komplexer, weshalb wir bei Kritik an unserer Info u. Homepage zwangsläufig zumindest auf das BGF-Manifest, aber letztlich auch auf die wissenschaftlicher Grundlagen der BGF verweisen müssen. Nun, wir werden uns in diesem Beitrag bemühen die Signale zwecks Weckung von Interesse zu ergänzen u. zu verstärken.
Des Weiteren dient die Info vom 10.3.12 dazu, das Manifest der BGF als Fazit ihrer gesellschaftswissenschaftlichen Aktivität betreff sozialist. Alternative, zu erwerben, um das BGF-Gesellschaftsmodell „durch konstruktive Kritik und/oder wissenschaftliche Mitarbeit auf eine höhere Erkenntnisstufe zu heben.“
Die Bemerkung „Verkaufsgespräche sollten anderswo stattfinden“ ist klar ersichtlich gegenstandslos.

Genosse Wolfgang:
„In der Antwort zu Punkt 1 wird dann ‚messerscharf bewiesen‘, dass u. a. Marx als einer der ‚Genossen Klassiker‘, auf den Ihr Euch soeben berufen habt, ein ziemlicher Stümper war, hatte er doch die moderne Systemtheorie nicht drauf, eigentlich könnte man ihm die Verantwortung für den Marxismus gar nicht überlassen…SO lese ich nämlich die Passage:
‚e) Die Organisation ist der Ansicht, dass in den Werken der Genossen Klassiker die STRUKTUR, d.h. die Gesamtheit der systemregelungsrelevanten Elemente u. deren Relationen (Zusammenhänge darunter Wechselwirkungen), der kommunist. ökonomischen Gesellschaftsformation nicht dargestellt ist‘.“

BGF-Reaktion:
Mit Ihrer beleidigenden Unterstellung bezüglich des Verhältnisses der BGF zu den von ihr als herausragende Gesellschaftswissenschaftler geschätzten u. auch moralisch hochverehrten Genossen Klassiker haben Sie das in unserer Antwort vom 22.3.12 eingangs stehende Zitat eindrucksvoll bestätigt… „SO lese ich nämlich die Passage“- nein, so können Sie nicht einmal den Inhalt des Punktes e) für sich allein interpretieren, also losgelöst von unseren Ausführungen über die entwicklungstheoretischen Aussagen der Genossen Klassiker zur Abfolge des Kapitalismus u. letztendlichen Errichtung einer kommunist. ökonomischen Gesellschaftsformation!
Das von uns verwendete Marx-Zitat lautet auf Sie bezogen:
Jedes Urteil wissenschaftlicher Kritik ist uns willkommen. Gegenüber den Vorurteilen des Genossen Wolfgang, dem wir keine Konzessionen machen, gilt uns der Wahlspruch des großen Florentiners: „Geht euren Weg u. lasst den vorurteiligen Gen. Wolfgang reden!“
In keinem anderen Sinne war das Zitat gedacht! Wir empfehlen Ihnen sich erst einmal urteilsfähig zu machen u. wissenschaftliche, d.h. dialektisch-historisch-materialistische u. marxist. politökonomische Kritik zu üben u. nicht emotional „draufzuhauen“...
„Mangelnde Bescheidenheit in der wissenschaftlichen und politischen Arbeit“ können Sie uns nur vorwerfen, weil Sie weder unsere Abhandlungen noch unsere Akteure kennen…

Wir erheben gegen die durch Sie erfolgte, gegenüber der BGF üble Vorurteile schürende Unterstellung der Position der BGF zum wissenschaftlichen Erkenntnisstand der Genossen Klassiker Protest u. weisen die Suggerierung einer solchen Position der BGF im Bewusstseinsstand der Forumsteilnehmer zurück. Theoretische Basis der BGF war u. ist die dialektisch-historisch-materialist. Verarbeitung des philosophischen u. politökonomischen Erkenntnisstandes unserer verehrten Genossen Klassiker u. der Marxismus-Leninismus (personifiziert) als Erkenntnismethode. Die BGF verwendet Begriffe u. Begriffssysteme des dialektischen u. historischen Materialismus u. der marxist. politischen Ökonomie nicht formal, sondern als Erkenntnisinstrumente. Das lässt sich anhand ihrer politökonomischen u. historisch-materialist. Abhandlungen u. ihrer Homepage eindeutig nachweisen. Die BGF betreibt nachweisbar keinen „Sandkastenmarxismus“, „spielt“ nicht mit marxist. Termini! Allerdings sind Begriffssysteme einer Wissenschaft, so auch des personifiziert gesagt Marxismus-Leninismus, keine „statischen Systeme“, sondern Begriffe entfallen, kommen hinzu, auch Begriffsinhalte u.-umfänge ändern sich. Die BGF ist bemüht das klassische Begriffssystem des Marxismus-Leninismus entsprechend weiter zu entwickeln, was sich in ihren theoretischen Unterlagen auch widerspiegelt. Wir haben kein Problem mit dem Eingeständnis, dass im Erkenntnisprozess die Notwendigkeit von Revisionen u. die Gefahr von gnoseologischen Revisionismus oft dicht beieinanderliegen (Es gibt nicht den Revisionismus - auch dies ein allgegenwärtig verbreiteter Irrtum!). Die gnoseologische Revisionismus „falle“ lauert sozusagen auf jeden Akteur u. auf jede Organisation mit kommunist. Anspruch u. übrigens in jeder Wissenschaft. Wir bemühen uns nicht in sie zu treten u. sind dankbar für jede marxistisch philosophische u. marxistisch politökonomische Kritik. Unser methodisches Herangehen an gesellschaftliche Probleme im Allgemeinen u. an die Sozialismusfrage im Besonderen ist bestimmt durch eine Anwendung der mittels der dialektischen Grundgesetze u. des allgemeinen ökonomischen Entwicklungsgesetzes verarbeiteten (allerdings auch kritisch) Begriffssysteme des dialektischen u. historischen Materialismus u. der marxist. politischen Ökonomie. So sind wir z.B. hinsichtlich der Abfolge ökonomischer Gesellschaftsformationen (bspw. den Untergang des behaupteten Sozialismus) bemüht, ständig in einer Dialektik von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen zu denken, die ja eine der herausragensten gesellschaftswissenschaftlichen Entdeckungen von Marx u. Engels darstellt. Und nach unseren Informationsstand, leider nur wir… „Mangelnde Bescheidenheit“? Nein! Leider knallharte Realität! Keine Organisation u. kein einzelner Akteur mit nur moralisch motivierten kommunist. Anspruch sowie keine Organisation u. kein einzelner Akteur mit kommunist. u. wissenschaftlichen Anspruch analysierte bzw. analysiert den Untergang eines behaupteten Sozialismus nach den Methoden des dialektischen u. historischen Materialismus u. der marxist. politischen Ökonomie (Von der sog. Linken kann man das selbstverständlich nicht erwarten…), denn:

„Eine Gesellschaftsformation geht nie unter, bevor alle Produktivkräfte entwickelt sind, für die sie weit genug ist, und neue höhere Produktionsverhältnisse treten nie an die Stelle, bevor die materiellen Existenzbedingungen derselben im Schoß der alten Gesellschaft selbst ausgebrütet worden sind“ (MEW, Bd.13, S.8/9 (Vorwort).

Wir wollen u. können hier nicht auf den mit Ausnahme der BGF von allen Organisationen u. einzelnen Akteuren mit kommunist. Anspruch in der Sozialismusfrage betriebenen gnoseologischen Revisionismus eingehen.

Abschließend halten wir es für sinnvoll eine Passage aus unserer ersten Reaktion vom 22.3.12 zu wiederholen:
„Genosse Wolfgang, wenn Sie bereits wissenschaftlich gearbeitet haben, egal auf welchem Gebiet, wissen sie, dass selbst von den Begründern von Wissenschaften bei deren Anwendung u. Weiterentwicklung Fehler gemacht werden können. Eine andere Auffassung dazu ist eine völlige Verkennung von Wissenschaft. Konkret: Eine ständige gedankliche Personifizierung des dialektischen u. historischen Materialismus sowie der marxist. politischen Ökonomie ist deshalb so richtig gefährlich, weil eine konstruktive Kritik (ob sie nun berechtigt ist oder nicht) an Elementen des enormen wissenschaftlichen Systems unserer Genossen Klassiker sofort als Angriff auf deren Kompetenz missdeutet wird.“

Sozialist. Grüße
i.A. Genosse Lion Wagner


Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt (BGF) am 07.05.2013 17:30
Antwort der Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt (BGF) auf den Beitrag des Genossen Wolfgang vom 22.4.12
Teil 2 (Teil 3 folgt)

Genosse Wolfgang:
„Zu Eurem Begriff des Sozialdespotismus habe ich folgende Frage:
Welche KLASSE übt die Despotie über wen aus?“

BGF-Reaktion:
Sie haben zwei Möglichkeiten eine Antwort auf ihre Frage nach der in einem von uns erklärten sozialdespotistischen Gesellschaftssystem vorliegenden Klassenherrschaftsform zu erhalten. Die BGF hat die Info erhalten, dass im Sozialismusforum der MLPD seit einiger Zeit unter dem Thema „Fragen eines Arbeiters zum Sozialismus u. Kapitalismus“ eine offenbar hochbrisante Diskussion läuft, in die sich die BGF einzuschalten gedenkt. Entweder Sie warten bis im Rahmen dieser Diskussion von uns evt. das Problem des Sozialdespotismus aufgeworfen werden muss oder Sie stellen ihre Frage im neu gegründeten BGF-Forum.
Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt vom 22.3.12:
„Zu Zeiten des Genossen Thälmann wurde den Arbeitern auf einfache Art, in ‚Arbeitersprache‘ die Notwendigkeit des Sozialismus ‚erklärt‘ u. gleichzeitig ‚erklärten‘ die Faschisten den Arbeitern auf einfache Art, in ‚Arbeitersprache‘ die Notwendigkeit des sog. Nationalsozialismus. Preisfrage: Worin lag bzw. lagen die Ursache(n) für den eindeutigen Wahlerfolg der „Nazis"? Die sind vom überwältigenden Teil der Arbeiterklasse trotz kommunist. Propaganda gewählt worden! Auf welchem Niveau befand sich diese Propaganda?“

Genosse Wolfgang:
„Der Kampf gegen die Machtergreifung der Nazis misslang letztendlich nicht wegen mangelnder Wissenschaftlichkeit der Argumentation, sondern weil die Aktionseinheit der Arbeiterklasse nicht hergestellt werden konnte, wegen des Reformismus der Sozialdemokratie, aber auch wegen Fehler der Kommunisten. Dadurch konnte auch keine klare Bündnispolitik betrieben werden und die Nazis brachten viele kleinbürgerliche Kräfte und auch Teile der Arbeiter unter ihren Einfluss.“

BGF-Reaktion:
In diesem Zusammenhang ist zunächst auf einen Fehler der BGF im Beitrag vom 22.3 hinzuweisen. In der Aussage (Pkt.14): „Die sind vom überwältigenden Teil der Arbeiterklasse trotz kommunist. Propaganda gewählt worden!“ ist das „vom überwältigenden Teil“ falsch u. wird hiermit korrigiert auf „von einem erheblichen Teil“.

Den eindeutigen Wahlerfolg des deutschen Faschismus, den nach der faschistischen Machtübernahme erzielten ideologischen Erfolg der Nazis beim weitaus größten Teil der Arbeiterklasse, den erfolgreichen Reformismus der Sozialdemokratie (Gemisch aus Sabotagereformismus, gnoseologischen u. opportunistischen Reformismus, sh. BGF-Literatur) u. die Spaltung der Arbeiterklasse marxistisch-leninistisch auszuwerten, sind sicher keine anspruchslosen theoretischen Aufgaben. Abhandlungen über diese Fragen wären hier fehlplaziert. Die BGF kann den von ihr angesprochenen Zusammenhang von fehlendem wissenschaftlichen, d.h. marxistisch-leninistischen Niveau der Aufklärung der Arbeiterklasse, deren Klassenbewusstseins u. dem Erfolg des Faschismus im Rahmen des Themas einer Kritik an der BGF-Info nicht nachweisen. Allerdings können Sie offenbar zumindest keine bedeutenden Mängel bezüglich der Wissenschaftlichkeit kommunist. Propaganda einräumen. Wir erlauben uns daher ohne Beweisführung folgende Thesen zu äußern:

1. Die Saat des Reformismus geht in einem Boden auf, der nicht durch den dialektischen u. historischen Materialismus u. die marxist. politische Ökonomie entsprechend melioriert wurde!

2. Eine Spaltung des Proletariats kann es nur geben, wenn der dialektische u. historische Materialismus u. die marxist. politische Ökonomie nicht in bestimmte Quantität und Qualität im Bewusstsein der Arbeiterklasse verankert ist.

3. Da gemäß unserem Infostand die überwältigende Mehrheit des Proletariats während der sog. Weimarer Republik die Faschisten, SPD u.a. kapitalistische Parteien gewählt haben, kann ein proletarisches Klassenbewusstsein nur auf ungenügender, d.h. niedrigster Entwicklungsstufe gestanden haben.

4. Unter den gesellschaftlichen Bedingungen der „Weimarer Republik“ können die Ursachen für dieses ungenügende Klassenbewusstsein im Wesentlichen nicht in diesen gesellschaftlichen Bedingungen und dem Subjekt Arbeiterklasse gefunden werden, sondern müssen beim Träger des proletarischen Klassenbewusstseins, der KPD, zu finden sein.

Aus These 4 folgt u.a. die ganz einfach formulierte Frage: Auf welchem (personifiziert) marxistisch-leninistischen Niveau, auf welcher Entwicklungsstufe proletarischen Klassenbewusstseins befand sich die KPD im Allgemeinen u. ihre Führung im Besonderen? Auch die „Fehler der Kommunisten“ sind Gradmesser für ein vorhandenes Niveau!
Mal ganz unwissenschaftlich, in Arbeitersprache (Wir haben uns diesbezüglich von unserem leider noch einzigen Facharbeiter beraten lassen…): Die Genossen Marx u. Engels, die Sowjetunion mit den Genossen Lenin u. Stalin als Lehrer der deutschen Arbeiterklasse; die KPD als Schüler von Marx, Engels, Lenin u. Stalin als notwendiger stellvertretender Lehrer für den Schüler „deutsche Arbeiterklasse“. Wer trägt die Verantwortung für das Klassenbewusstsein der deutschen Arbeiterklasse am Ende der sog. Weimarer Republik? Der Schüler? Der Lehrer? Welcher Lehrer? Schüler u. Lehrer?

Schließlich halten wir ihre Aussage „…Nazis brachten…auch Teile der Arbeiter unter ihren Einfluss“, gelinde gesagt für eine Beschönigung. Die „Nazis brachten nicht auch Teile der Arbeiter unter ihren Einfluss“, sondern die Arbeiterklasse! Das Verhalten der Arbeiter als Klasse während des 2.Weltkrieges u. danach, insbesondere während des Krieges gegen die Sowjetunion und danach, belegte eindrucksvoll das Niveau des Klassenbewusstseins der deutschen Arbeiterklasse.

Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt vom 22.3.12:
„Die BGF hat bezüglich der Möglichkeit eines Systementwurfs für die neue Gesellschaftsordnung einen anderen Erkenntnisstand als die Genossen Klassiker, zumal der erste Versuch des Aufbaus einer sozialist. Ordnung im Wesentlichen nachweisbar wegen innerer Ursachen gescheitert ist. Die BGF hat daher erstmalig einen Systementwurf für die Abfolge des Kapitalismus, natürlich einschließlich eines Systementwurfs für den wissenschaftlichen Sozialismus, der Öffentlichkeit vorgelegt.“

Genosse Wolfgang:
„Folgt man den Arbeiten von Kurt Gödel zu Grundfragen der Systemtheorie, speziell dem Unvollständigkeitssatz, so ist ein hinreichend komplexes System entweder unvollständig oder in sich widersprüchlich. […], denn ein gesellschaftliches System ist eines der komplexesten Systeme überhaupt und durch die Entwicklung steigt die Komplexität in Elementen, Verknüpfungen und deren Umfang als Wachstumsprozess an. Wir gelangen dann zu der Erkenntnis, dass auch das System des Sozialismus entweder unvollständig oder in sich widersprüchlich sein muß. Wer das reale Leben kennt, ahnte das schon immer, wer die marxistische Dialektik kennt, weis das aber auch ohne detaillierte Kenntnisse der Systemtheorie,…

BGF-Reaktion:
Es ist völlig unklar, was Sie der BGF mit Ihren Aussagen im obigen Absatz vermitteln wollen, was heißt, Sie müssen schon konkret werden.
Soweit uns bekannt, bezieht sich der Gödel‘sche Unvollständigkeitssatz auf formalisierte Theorien u. der in diesem Satz verwendete Begriff des Widerspruchs bezieht sich nicht auf den dialektischen, sondern den logischen Widerspruch. Also ist eine mechanistische (im weiteren Sinne) Übertragung des Inhaltes dieses Satzes auf die Theorie u. Praxis eines Gesellschaftssystems nicht möglich. Ihre Reduktion eines Gesellschaftssystems auf Komplexität ist ebenfalls wissenschaftlich unhaltbar, denn Gesellschaftssysteme sind komplex und kompliziert (i.S. der kybernet. Systemtheorie).

„Wir gelangen dann zu der Erkenntnis, dass auch das System des Sozialismus entweder unvollständig oder in sich widersprüchlich sein muß.“

Diese Aussage ist so verabsolutiert nicht zu beweisen. Auch hier müssten Sie bezüglich des ausschließenden „oder“ und der dialektischen Widersprüche, die dem sozialist. System immanent sind, konkret werden.

Dagegen stimmt unser Erkenntnisstand im Wesentlichen mit Ihrer Aussage überein: „[…], denn ein gesellschaftliches System ist eines der komplexesten Systeme überhaupt und durch die Entwicklung steigt die Komplexität in Elementen, Verknüpfungen und deren Umfang als Wachstumsprozess an.“

Bei Annahme, dass Ihre vorangegangene systemtheoretische Aussage kein Formalismus, sondern systemtheoretische Erkenntnis ist, müssten Sie trotz Ihres Reduktionsfehlers unter Anwendung von systemischen, logischen, abstrakten u. dialektischen Denken zumindest auf folgende Fragestellungen kommen (An zweiter Stelle steht die dialektisch-materialistische Formulierung):
1. Kann ein gesellschaftliches System, z.B. der Sozialismus, in seiner Systemqualität durch die Aufzählung einzelner oder sogar aller gegenwärtig bekannter Elemente beschrieben werden?
1.1 Kann das Ganze, z.B. der Sozialismus, durch die Aufzählung von Teilen oder sogar aller gegenwärtig bekannter Teile charakterisiert werden?
2. Kann ein sozialistisches System durch Veränderung einzelner Systemelemente zerstört werden?
2.1 Kann das Ganze, der Sozialismus, durch Veränderung einzelner seiner Teile zerstört werden?
3. Können in ein Gesellschaftssystem systemfremde Elemente eingeführt und mit charakteristischen Systemelementen verbunden werden?
3.1 Können in ein Ganzes Teile eingeführt werden, die sich nicht mit den für das Ganze charakteristischen Teilen verbinden können?

Die vorstehenden Fragen wurden bewusst nicht auf gegenwärtig höchstem BGF-Erkenntnisniveau gehalten.

Aber ja, „wer die marxistische Dialektik kennt, weiß (das) aber auch ohne detaillierte Kenntnisse der Systemtheorie“: Die obigen Fragen sind wegen der Dialektik vom Ganzen und Teil nur mit „Nein“ beantwortbar!

Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt vom 22.3.12:
„Die Restaurationsthese ist neben anderen Erkenntnisverfahren, relativ einfach mittels des Erkenntnisverfahrens ‘Vergleich‘ widerlegbar, u. zwar durch Aufstellung einer politökonomischen, politischen u. ideologischen Kontrollfragenliste. Jeder Vertreter der Restaurationsthese müsste den in dieser Liste enthaltenen Fragenkomplex bejahen können, um diese These aufrecht zu erhalten.“

Genosse Wolfgang:
„Wenn der BGF die Frage der Restauration des Kapitalismus, eine der Grundfragen der Arbeiterbewegung des 20. Jahrhunderts, mit den Methoden des ZDF-Politbarometes bewertet, will ich das gar nicht weiter kommentieren,…

BGF-Reaktion:
Genosse Wolfgang, die BGF ersucht Sie sachlich zu bleiben u. eine Diskussionskultur einzuhalten, die auf Erkenntnisfortschritt, aber auch Erkenntniskorrektur gerichtet ist u. dem Anspruch von, personifiziert gesagt, Marxisten/Leninisten genügt. Unterlassen Sie also bitte solche Vorurteile schaffenden, beleidigenden, provokanten u. diskriminierenden Bemerkungen bzw. Unterstellungen wie z.B.: Die BGF bewertet mit Methoden des ZDF-Politbarometers oder die BGF werte Marx als Stümper. Wenn Sie unserer berechtigten Forderung nach einer kommunist. Streitkultur, wie sie unter Genossen Bedingung sein muss, die zumindest die Ablösung des Kapitalismus eint, nicht nachkommen, reagieren wir entsprechend.

Das Erkenntnisverfahren „Vergleich“ ist keine spezifische Erkenntnismethode kapitalistischer Überbauorgane oder der idealistischen Erkenntnistheorie, sondern die marxist.-leninist. Dialektik schließt die Methode des Vergleiches notwendig ein. Der Vergleich ist als Erkenntnismethode u.a. schon deshalb anzuerkennen, weil er sozusagen eines der urwüchsigen (historisch ältesten) Erkenntnisverfahren der Menschheit war u. als grundlegendes, sozusagen Vorab-Erkenntnisverfahren bei Beginn des Prozesses der Erkenntnisgewinnung eine einführende Rolle spielt, u. zwar in allen Wissenschaften, also nicht nur in der Gesellschaftswissenschaft. Wir können hier dieses Erkenntnisverfahren nicht erläutern, weshalb wir Sie auf entsprechende Literatur verweisen müssen. Und da im Allgemeinen letztlich stets nur mit Klassikerzitaten „argumentiert“ wird, bemüht die BGF wenigstens zur Unterstützung ihres Erkenntnisstandes die Genossen Klassiker:
„Die Vergleichung setzt Gemeinsames voraus“ (MEW, Bd.18, S.276/277).
„‘Jeder Vergleich hinkt‘, sagt ein deutsches Sprichwort. So hinkt auch mein Vergleich der Literatur mit einem Schräubchen und der lebendigen Bewegung mit einem Mechanismus“( LW, Bd.10, S.31).

Wie aus den beispielhaft genannten Äußerungen der Genossen Klassiker u. natürlich aus ihren Werken im Allgemeinen zu ersehen, ist dieses Erkenntnisverfahren selbstverständlich auch von ihnen anerkannt. Da bei einem Vergleich eben nur Erscheinungen vergleichbar sind, aber aus dem Vergleich nicht das Wesen bestimmbar ist, muss er mit anderen Erkenntnisverfahren verbunden werden. Die BGF hat bezüglich einer angeblichen Restauration des Kapitalismus in den Staaten des sog. Realsozialismus vor 1989 nicht behauptet den Vergleich als alleinige u. vorrangige Erkenntnismethode benutzt zu haben, sondern nur geschrieben: „Auf diese Frage (Restaurationsfrage) wird nur mit einem Hinweis eingegangen,… […]Die Restaurationsthese ist neben anderen Erkenntnisverfahren, relativ einfach mittels des Erkenntnisverfahrens ‘Vergleich‘ widerlegbar,…[…] Die BGF kann mittels mehrerer Erkenntnisverfahren das Gegenteil beweisen.“ Sie hat eine Kontrollfragenliste (politökonomische, politische u. ideologische Fragen) für die Prüfung der Wahrheit der kapitalist. Restaurationsthese aufgestellt u. betont, dass die Restaurationsthesevertreter den Vergleich anhand der Kontrollfragenliste selbst führen müssen (sh. „Sozialismus gab es nie!“). Sie haben unzulässig aus dem Zusammenhang herausgelöst zitiert.
Ansonsten bleibt es dabei: Eine Prüfung der Wahrheit der Restaurationsthese auf einfachste Art ist marxistisch politökonomisch allein über einen Nachweis einer Geltung oder Nichtgeltung des ökonomischen Grund-oder Bewegungsgesetzes der kapitalist. Produktionsweise, des Mehrwertgesetzes, zu führen. „Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise“ (MEW, Bd.23, S.647). „Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion“(MEW,Bd.23, S.243). Ist eine Durchsetzung des Mehrwertgesetzes in den sog. realsozialistischen Staaten bis 1989 nachweisbar, hat bereits vor 1989 eine kapitalist. Restauration stattgefunden. Ist eine Durchsetzung des Mehrwertgesetzes bis 1989 nicht nachweisbar, muss die Kapitalismus-Restaurationsthese verworfen werden.

Sozialist. Grüße
i.A. Genosse Lion Wagner


Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt (BGF) am 07.05.2013 20:23
Antwort der Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt (BGF) auf den Beitrag des Genossen Wolfgang vom 22.4.12
Teil 3

Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt vom 22.3.12:
„Wenn z.B. für die DDR schon 1989 ein „neuer Typ stamokap" (Genosse Willi Dickhut) - also egal wie die Bezeichnung ist - auf jeden Fall aber die ökonomische Gesellschaftsformation Kapitalismus vorlag, brauchte doch die imperialist. Alt-BRD nur eine Vereinigung vollziehen. Sie wissen aber, dass es keine einfache Vereinigung gab, sondern eine Vereinigung mit einer grundlegenden gesellschaftlichen Umwälzung vollzogen wurde - grundlegend andere Produktionsmittel-Eigentumsverhältnisse, Ausrichtung der Wirtschaft auf Mehrwertproduktion „auf Teufel komm raus", kapitalistische Konkurrenz, Abschaffung gesellschaftlicher Gesamtplanung, Umwandlung der Arbeitskraft in eine Ware, Umwandlung des Geldes in Kapital, kapitalist. Preisbildung usw. usf.“

Genosse Wolfgang 22.4.12:
„Tatsächlich sah die Wende in kleineren Betrieben oft so aus, dass der „Genosse Betriebsdirektor“ einige Tage verschwand, wo er sich den neuen Schliff beibringen ließ, um dann als „Herr Unternehmer“ wieder aufzutauschen und weiterzumachen. Natürlich funktionierten im Bürokratischen Kapitalismus in der DDR viele Dinge etwas anders, daher mussten die ehemaliger DDR-Bürger ihren Kopf nach 1990 etwas mehr anstrengen als viele Menschen in den alten Bundesländern, doch ein Beweis für einen anderen Klassencharakter des Systems ist dies nicht.“

BGF-Reaktion:
Da Sie uns als Vertreter der Kapitalismus-Restaurationsthese bekannt sind, unterstellen wir Ihnen hinsichtlich des obigen Abschnitts Konfusion…
Um unsere Unterstellung zu begründen, widersprechen wir Ihrer obigen Aussage unter Annahme Ihrer Restaurations-Denkweise…
Der „Genosse Betriebsdirektor“ konnte nicht „einige Tage verschwinden“, um als „Herr Unternehmer“ wieder aufzutauchen“, weil der „Genosse Betriebsdirektor“ im behauptet „Bürokratischen staatsmonopolist. Kapitalismus“ der DDR schon seit mindestens 30 Jahren bereits „Herr Unternehmer“ war. Schließlich war der „Genosse Betriebsdirektor“ längst Mitglied der neuen bürokratischen Kapitalistenklasse, der kapitalist. Profit längst Hauptprinzip der Wirtschaft, die kapitalist. Produktionsweise längst eingeführt (gemäß „Restauration des Kapitalismus…“, Genosse W. Dickhut)! Man war also bereits Unternehmer! Die sog. Wende sah wie von Ihnen angedeutet der Erscheinung nach so aus, aber ihr Wesen war ein Wechsel der ökonomischen Gesellschaftsformation!

„Natürlich funktionierten im Bürokratischen Kapitalismus in der DDR viele Dinge etwas anders,…“ Hochinteressant! Welche sind das und warum funktionierten sie anders?

Da es sich gemäß Ihrem Erkenntnisstand u.a. auch in der DDR bereits vor 1989 um eine kapitalist. Produktionsweise gehandelt hat (gemäß „Restauration des Kapitalismus…“, Genosse W. Dickhut), sollte Ihnen Ihre Aussage zu denken geben…

Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt vom 22.3.12:
„Ohne die proletarische Intelligenz ist keine sozialist. Revolution zu machen.“

Genosse Wolfgang 22.4.12:
„Ich bin einer dieser oben beschriebenen Menschen, habe auch ein entsprechendes Studium gemacht, dabei das Fach Marxismus-Leninismus mit ‘sehr gut‘ abgeschlossen.“

BGF-Reaktion:
Ohne erkennbare Notwendigkeit, aber mit erkennbarem Stolz haben Sie Ihr Prüfungsergebnis in ML mitgeteilt.

Die BGF hat sich eine Wertung des wissenschaftlichen Niveaus des (personifiziert) Marxismus-Leninismus in Forschung und Lehre des vormals sog. realsozialist. Lagers erarbeitet, zu der wir aber hier keine Stellung nehmen werden. Um eine personenbezogene Konfrontation zu vermeiden, enthalten wir uns eines eigentlich notwendigen Kommentars zu Ihrem Prüfungsergebnis. Eine Bemerkung aber können wir uns nicht verkneifen: Hoffentlich haben Sie das Fach Marxismus-Leninismus vor dem 20.Parteitag mit „sehr gut“ abgeschlossen…

Und dieses „sehr gut“ fordert uns regelrecht heraus noch einmal ganz kurz Bezug zur sog. Wende in der DDR zu nehmen, allerdings ohne den Anspruch einer wissenschaftlichen Abhandlung.

Da Sie in ML sehr gut waren wissen Sie,
dass eine Ausrichtung der ehemaligen DDR-Wirtschaft auf Mehrwertproduktion, eine Veränderung des DDR-Wettbewerbstyps in den kapitalistischen Wettbewerbstyp, die Abschaffung der gesellschaftlichen Gesamtplanung, die Umwandlung der Arbeitskraft in eine Ware, die Umwandlung des Geldes in Kapital, die Veränderung zu einer kapitalistischen Preisbildung usw.usf. Erscheinungen des Wesens einer veränderten Produktionsweise sind.

Da Sie in ML sehr gut waren wissen Sie,
dass schon nur eine Einführung des kapitalist. Wettbewerbstyps in der DDR die bisherige Produktionsweise verändert und dass aus dieser Veränderung ein veränderter Klassencharakter des Systems folgt.

Da Sie in ML sehr gut waren wissen Sie:
Wo kein kapitalist. Wettbewerbstyp, dort keine kapitalist. Produktionsweise, dort kein Kapitalismus (Warum? System!).

Welcher Wettbewerbstyp lag in der DDR vor? Allein am Wettbewerbstyp in der DDR scheitert die Restaurationsthese.

Da Sie in ML sehr gut waren wissen Sie:

Zum Produktionsmittel-Eigentum einer „neuen bürokratischen Kapitalistenklasse“ u. zur Ausbeutung durch dieselbe gehören eine Ausrichtung der Wirtschaft auf Mehrwertproduktion, ein kapitalist. Wettbewerbstyp, eine fehlende gesellschaftliche Gesamtplanung, die Arbeitskraft als Ware, das Geld als Kapital, eine kapitalistische Preisbildung usw.usf. ((Warum? System!) (Warum? Dialektik vom Ganzen und Teil!).

Wir wollen es dabei belassen…

Genosse Wolfgang 22.4.12:
„Durch über 40malige Wiederholung der Begriffe WISSENSCHAFT und SYSTEM in der Antwort des BGF lasse ich mich nicht beeindrucken.“

BGF-Reaktion:
Eine Analogie…
Ein dialektisch-historischer Materialist, der sich nicht durch eine ständige Wiederholung des Begriffs „System“ beeindrucken lässt, wäre bspw. wie ein Statiker oder Kraftwerksingenieur oder Informatiker der sich nicht durch eine ständige Wiederholung des Begriffs „Kraft“ bzw. „Energie“ bzw. „Information“ beeindrucken lässt.
Gemäß Erkenntnisstand der BGF stellt der Begriff des Systems eine Kategorie dar. Eine wissenschaftliche Abhandlung über die Bedeutung des Systembegriffs (insbesondere auch für die Sozialismusfrage) für alle Wissenschaften wäre hier fehlplaziert. Es möge eine Auswahl von Gründen für die ständige Verwendung u. Anwendung des Systembegriffs durch die BGF genügen:

1. Ein System ist mehr als die Summe seiner Elemente.
1.1 Ein sozialist. System bestimmt sich nicht durch einzelne sozialist. Elemente u. nicht einmal durch die Summe aller sozialist. Elemente.
1.2 Die Art eines untergegangenen Gesellschaftssystems bestimmt sich nicht durch einzelne formationsspezifische Elemente u. nicht einmal durch die Summe aller formationsspezifischen Elemente.
1.3 Ob die Genossen Klassiker ein sozialist. System entworfen haben, bestimmt sich nicht durch deren Festlegung sozialist. Elemente.

2. Gesellschaftssysteme müssen eine Selbstregulation (i.S. der kybernet. Systemtheorie) zur Aufrechterhaltung der Systemstabilität besitzen.
2.1 Eine Veränderung einzelner Systemelemente (z.B. ein subjektiver Faktor in Form eines Parteifraktionsputsches) kann infolge notwendiger Regelfähigkeit des sozialist. Systems nicht zu dessen Untergang führen.
2.2 Der Stabilitätsverlust eines Gesellschaftssystems ist dessen Regelfähigkeit geschuldet, d.h. zwecks Feststellung des untergegangenen Systemtyps ist dessen Regelfähigkeit gegenüber internen u. externen Störgrößen zu untersuchen.

Sie lassen sich durch ständige Wiederholung des Begriffs „System“ nicht beeindrucken? Dann würden Sie sich auch nicht von einer ständigen Wiederholung der dialektisch-materialist. Begriffe Ganzes u. Ganzheit beeindrucken lassen, denn diese wissenschaftsspezifischen Begriffe des dialektischen Materialismus sind ihrem Inhalt nach identisch mit dem Systembegriff.
Folge: Ihnen fehlt die Grundlage um marxistisch-leninistisch (personifiziert) denken, untersuchen, forschen, urteilen u. handeln zu können!

Abschließend dazu noch eine BGF-Aussage, aufgrund derer Sie uns dann wieder „Arroganz“ unterstellen können.
Zuvor ein analoges Beispiel (für Arroganz?) aus einem mathematischen Werk: „Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass die Studienanfänger nach wie vor über sehr unterschiedliche und in der Regel nicht ausreichende mathematische Grundkenntnisse verfügen“ (L. Papula, Mathe für Ing. u. Naturwissenschaftler, Bd.1, 10. Aufl., Vorwort).

Unsere Aussage:
Die Erfahrungen der BGF mit ausnahmslos allen Organisationen mit kommunist. Anspruch, mit der sog. Linken, mit den politischen Organisationen des Klassengegners u. sogar mit wissenschaftlichen Akteuren der kapitalistischen National-und Betriebsökonomie zeigen, dass diese über sehr unterschiedliche u. in der Regel nicht ausreichende systemtheoretische Grundkenntnisse verfügen.

Wir verwenden das Sprachzeichen „System“ u.a. so häufig, um mit ihm zu signalisieren, sich mit dem hinter diesem Sprachzeichen stehenden Begriff auseinander zu setzen, Inhalt u. Umfang dieses Begriffs im Erkenntnisprozess unbedingt zu beachten!

Genosse Wolfgang 22.4.12:
„Es ist aber NICHT hilfreich, wenn einige Theoretiker nun die Systemtheorie tendenziell zum Nabel der Welt erklären, dass kann vielleicht die Eitelkeit und ein Elitedenken anstacheln,…“

BGF-Reaktion:
Sie wiederholen Ihren unqualifizierten Angriff auf die Durchführung des Erkenntnisprozesses bei der BGF, der in einer Einheit von dialektischem u. historischem Materialismus sowie kybernetischer Systemtheorie stattfindet. Sehen Sie den Pkt.8 unserer Antwort vom 22.3.12 ein u. Sie ersehen die Gegenstandslosigkeit Ihrer „Kritik“. Es zeugt von völligem Unverständnis uns zu unterstellen, dass wir die kybernetische Systemtheorie als notwendig bestimmende Erkenntnismethode beim Erkenntnisprozess einsetzen u. verbreiten wollen.

Sozialist. Grüße
i.A. Genosse Lion Wagner

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt (BGF) am 07.05.2013 20:33
Liebe Genossen,
wir werden der Kritik hinsichtlich unseres Beitragsumfangs nachkommen und zukünftig unsere Beiträge gesplittet posten.

In aller Kürze unsere Verteidigung bezüglich der Kritik „Selbstdarstellung der BGF“ im Forum

Angriffe auf unser wissenschaftliches Selbstverständnis, bei denen nicht einmal die Kriterien einer allgemeinen wissenschaftlichen Streitkultur, geschweige denn einer besonderen kommunistischen wissenschaftlichen Streitkultur, eingehalten werden, müssen zurückgewiesen werden. Schließlich müssen wir einem unserem Wesen (Zielstellung, Parteilichkeit, Denkweise; wissenschaftliche, d.h. marxistisch-leninistische Kompetenz) widersprechenden Eindruck, den Forumsteilnehmer bspw. aufgrund fehlender Kompetenz und/oder emotionaler Reaktion der Öffentlichkeit über die BGF übermitteln, entgegen wirken.

Beitragsinhalte die nicht auf Erkenntnisfortschritt, aber auch Erkenntniskorrektur gerichtet sind, sondern Vorurteile gegenüber der BGF zu schaffen geeignet sind, diskriminierende Unterstellungen darstellen, beleidigenden und provokanten Charakter tragen, können wir nicht dulden.
Beispiele:
Die BGF werte Marx als Stümper.
Die BGF bewertet mit Methoden des ZDF-Politbarometers.
Der BGF-Erkenntnisstand sei ein Ausdruck höchster Arroganz.
Der BGF-Erkenntnisstand hat wenig mit Wissenschaftlichkeit, aber viel mit Intellektualismus zu tun, was eine Spielart kleinbürgerlichen Denkens ist.

Wir verlangen von den Forumsteilnehmern als kommunistische Intellektuelle respektiert zu werden, die sich, obwohl es ihnen im Kapitalismus materiell recht gut geht, trotzdem (Warum wohl?) der Beseitigung dieses Gesellschaftssystems und den Klasseninteressen der Arbeiterklasse verschrieben haben und dafür theoretische und praktische Aktivitäten leisten.
Es ist doch wohl ganz logisch, dass im Zuge von Verteidigungshandlungen auch Selbstdarstellungen unvermeidbar sind! Werden einem Akteur Fähigkeiten abgesprochen, muss er Fähigkeiten zeigen! Wird ein Bild von einem Akteur vermittelt, welches ein Zerrbild ist, muss dieses Bild entzerrt werden! Das gilt doch nicht nur für die BGF als Akteur...

Sozialistische Grüße
i.A. Ben Müller

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von rene am 08.05.2013 14:12
Frage an BGF:
Eure Beiträge sind außerordentlich umfangreich und belegen, wieviel Zeit, Energei, Mühe aber auch Liebe zur Sache ihr in euer Ding steckt. Beim Querlesen habe ich zum größten Teil den Eindruck, dass ihr hier Grundsatzliteratur euerer Organisation ins Forum setzt, ein Beitrag schließt sich inhaltlich in dem Maße an den anderen an, dass hier eigentlich schon eine Broschüre (soweit es sich nicht um Antworten auf andere Beiträge bezieht, was dann aber von euch klar gekennzeichnet ist) vorliegt, nur eben ungedruckt.
Frage: irre ich mich damit und wenn nein, ist eine Printausgabe geplant?

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Rich am 08.05.2013 15:33
@ Ben Müller

Bevor ein Normaloforenteilnehmer wie ich sich total überfahren und in die Ecke gedrängt fühlt, folgendes:

V E R L A N G E N

könnt Ihr hier, dass die Forenregeln eingehalten werden, dass ist sicher Euer gutes Recht, nicht weniger , aber auch nicht mehr!

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Rudolf am 09.05.2013 23:19
Nach dem ersten Lesen der Darlegungen des BGF kommt mir einiges seltsam bekannt vor.
Besonders da, wo es um das Verhältnis zum Marxismus-Leninismus und der Beziehung zu den einzelnen Gruppen innerhalb der Arbeiterklasse geht.
Das, obwohl aber vom BGF die Erstmaligkeit und Einmaligkeit der wissenschaftlichen Methoden hervorgehoben wird.
In der Literatur zur Geschichte der Vorläuferorganisation der MLPD, dem KABD, stand, dass die Organisation unter Leitung von einem gewissen Günther Jacob damals zeitweilig ähnlich an politische Fragen herangegangen ist.

Ich bin auch im Internet „fündig“ geworden:

http://rotefahne.mlpd.de/rf0413/rfart14.htm

Weis darüber jemand Genaueres?





Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt (BGF) am 06.06.2013 20:20
Antwort der Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt

an @ Rich vom 8.5.13
Da die Genossinnen und Genossen der BGF zumindest bestrebt sind den Ansprüchen an kommunistische Intellektuelle zu genügen, liegt uns ein bewusstes „Überfahren und in die Ecke drängen“ des vorwiegend praktisch tätigen Proletariers fern. Die BGF ist der Ansicht einerseits vom praktisch tätigen Teil der Arbeiterklasse lernen, aber andererseits dem praktisch tätigen Arbeiter beim Verstehen der Wissenschaften des dialektischen und historischen Materialismus sowie der marxistischen politischen Ökonomie behilflich sein zu können. Bitte sehen sie zu dem Problem des „Überfahren u. in die Ecke drängen“, falls bereits geschehen, noch einmal die BGF-Antwort vom 7.5.13 an den Genossen Bernd auf dessen kritische Bemerkungen zum „Stil“ der BGF-Beiträge, und zwar beginnend mit „Genauso aber wie z.B. ein Facharbeiter der Informationselektronik sein fachspezifisches Begriffssystem so gut wie möglich beherrschen muss, genauso müssen der praktische und intellektuelle Arbeiter das Begriffssystem des dialektischen und historischen Materialismus und der marxist. politischen Ökonomie so gut wie möglich beherrschen, um sich vom Kapitalismus befreien zu können“ […] und endend mit „Das Proletariat muss auch in die Pflicht genommen werden! Es muss sozusagen lernen, lernen und nochmals lernen…“

Sie am 8.5.13:
„V E R L A N G E N könnt Ihr hier, dass die Forenregeln eingehalten werden, dass ist sicher Euer gutes Recht, nicht weniger , aber auch nicht mehr!“

Nichts anderes hat die BGF verlangt! Unseren Bewusstseinsstand als kommunistische Intellektuelle und die BGF diskriminierende Angriffe wie z.B. „Die BGF werte Marx als Stümper“, erfüllen zweifelsfrei den Tatbestand eines Verstoßes gegen die Regeln des Diskussionsforums. Es handelt sich doch um eine Beleidigung höchsten Grades uns ein solches Bewusstsein bezüglich unseres verehrten Genossen Marx zu unterstellen, dessen Schüler wir waren und sind – aber der hoffentlich gelehrige Schüler kann den Erkenntnisstand seines Meisters auf stets auch vorhandene „Meisterfehler“ hin korrigieren und auch weiterentwickeln – der ganz normale Lauf der Erkenntnis in der Menschheitsgeschichte…

Revolutionäre und sozialistische Grüße
i.A. Ben Müller

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt (BGF) am 06.06.2013 20:23
Antwort der Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt

an @ Rene vom 8.05.13

Wir erlauben uns, uns der gewählten Anredeform anzupassen.

Die BGF ist bemüht in ihren Diskussionsbeiträgen im Sozialismusforum ein Einfließen von BGF-Forschungsergebnissen zu vermeiden, um die Argumentation zunächst möglichst gemäß dem klassischen Erkenntnisstand zu führen. Du kannst dir die Vor- aber auch Nachteile einer Argumentation auf dem Niveau des Erkenntnisstandes der Genossen Klassiker bzw. auf dem Niveau des Erkenntnisstandes einer kommunistischen Organisation, wie z.B. der BGF, die, wie alle Organisationen mit kommunistischen Anspruch, wissenschaftliche Weiterentwicklungen des Marxismus-Leninismus für sich beansprucht, sicher selbst vorstellen. Verlassen wir während der Argumentation den Boden des klassischen Erkenntnisstandes, argumentieren also auf BGF-Erkenntnisstand ohne dies besonders zu vermerken, ist dies ein Versehen.

Fehler unsererseits sind natürlich immer möglich, doch sind wir uns nicht dessen bewusst, in unserer bisherigen Beiträgen „Grundsatzliteratur unserer Organisation ins Forum gesetzt“ zu haben. Alle bisherigen BGF-Beiträge fußen also auf dem Erkenntnisstand der BGF hinsichtlich des dialektischen und historischen Materialismus und der marxist. politischen Ökonomie.
Es ist eine Printausgabe nicht allein der BGF-Beiträge im Forum, sondern des wesentlichen Diskussionsverlaufes geplant, welche dann Bestandteil der BGF-Ausbildung und BGF-Argumentationshilfe ist.

Wir hoffen deine Frage beantwortet zu haben, falls nicht bitte Rückfrage.

Sozialistische Grüße
i.A. Ben Müller

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Jens-Uwe Springer am 08.06.2013 16:05
Originalton BGF ((( )))
Komentar von mir >> <<

(((Möchten Sie auf garantiert wissenschaftlicher Basis (u.a. allgemeine Systemtheorie, dialektischer u. historischer Materialismus, Kybernetik, politische Ökonomie, Psychologie, bestimmte mathematische Disziplinen) gegen die Hegemonie der kapitalistischen Ideologie kämpfen und mitwirken, theoretische Voraussetzungen zu schaffen für erfolgreiche praktische Aktivitäten im Kampf für ein den Kapitalismus ablösendes Gesellschaftssystem?)))

>>es anscheinend nicht um die Veränderung der macht und Eigentumsverhältnisse also die Perspektive einer Dikatur des Proletariats, sondern eher NUR gegen die HEGEMONIE der kapitalistischen Ideologie. <<

(((Würde es Ihnen schon jetzt oder vielleicht erst künftig etwas bedeuten, mit einem intellektuellen individuellen Beitrag zum Nutzen der Menschheit und zu Ihrer Ehre für immer im Bewusstsein der Menschheit verankert zu sein, wenn Sie an einer wissenschaftlichen Aufgabe zum Wohle ihrer Nachkommen und der Menschheit überhaupt mitarbeiten? Dann lesen Sie bitte weiter und vor allem sprechen Sie mit uns!)))

>>von selbstlosen Beitrag im Klassenkampf hält die "Bewegung für ..." auch nicht gerade viel.<<
(((Die Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt ist bemüht, den Erkenntnisprozess über eine den Kapitalismus ablösende gesellschaftliche Entwicklungsalternative nicht auf sozusagen klassische Art, eingeschränkt über die Philosophie und politische Ökonomie, zu führen, sondern dialektisch, das heißt unter Beachtung aller Beziehungen der Wissenschaften zueinander, insbesondere unter Nutzbarmachung solcher Strukturwissenschaften wie der Informationstheorie, Kybernetik, Mathematik und allgemeinen Systemtheorie. Daher braucht die Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt als Träger der objektiven Menschheitsinteressen Ihr intellektuelles Potenzial!)))

>> Und nun wissen wir auch schon mehr darüber wer als TRÄGER gewonnen werden soll.
Nicht die Arbeiterklasse sondern die Intellektuellen.<<

In einer Antwort an Rich offenbart die "Bewegung für ..." dann ihre Ansicht um ein weiteres.

>>>> "Die BGF ist der Ansicht einerseits vom praktisch tätigen Teil der Arbeiterklasse lernen, aber andererseits dem praktisch tätigen Arbeiter beim Verstehen der Wissenschaften des dialektischen und historischen Materialismus sowie der marxistischen politischen Ökonomie behilflich sein zu können". <<<<

>>Einerseits von den praktisch tätigen Arbeitern etwas lernen und ansonsten ihnen beim Verstehen behilflich sein. Na wunderbar. Es geht der " Bewegung für ..." also weniger darum an der Seite der Arbeiter mit ihnen zu kämpfen um die Augenblicksinteressen, wie Lohn Arbeitsbedingung und Artbeitsplatz als auch Lebensbedingungen und einer intakten Umwelt etc., sich aufs engste mit ihrem ganzen Leben zu verbinden und ihnen helfen den revolutionären Kampf um die Macht mit der Perspektive Diktatur des Proletariats zu führen.<<

Gerne verweist die "Bewegung für ..." darauf ihre Publikationen käuflich zu erwerben, diese zu studieren bevor jemand das Recht erhält die "Bewegung für ..." kritisieren zu dürfen und diese sich auf eine Antwort einlässt. Nun habe ich versucht zumindest das besagt Manifest des BGF zu bestellen. Allerdings gelingt dies nur ohne vorher einen Preis dafür zu erfahren. weshalb ich also tunlichst darauf verzichten werde und dies auch jeden anderen Empfehle.
Bis weilen bleibt es dann dabei, spannende und erhellende Beiträge des BGF hier im Forum zu lesen.
Beste Grüße
Jens-Uwe

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Jens-Uwe Springer am 08.06.2013 16:46
Originalton BGF ((( )))
Komentar von mir >> <<

(((Über die BGF
Die Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt ist die politische Organisation der zur proletarischen Klasse gehörenden sozialen Schichten der Intelligenz und des primär praktisch tätigen Arbeiters zwecks Vertretung der Klasseninteressen des Proletariats und letztlich der objektiven Menschheitsinteressen.)))
>> Dem ist beim oberflächlichen lesen nichts anzumerken, allerdings ist es wohl auch eine Prioritätsfrage, wessen Klasseninteresse zu vertreten ist. Bei der BGF steht zumindest im Vordergrund die zur proletarischen Klasse gehörenden sozialen Schichten der Intelligenz<<
(((Die Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt steht für eine Beseitigung des Kapitalismus in einem dialektischen Prozess von evolutionärer und revolutionärer Entwicklung mittels eines Systems des gesellschaftlichen Fortschritts. Dieses System des gesellschaftlichen Fortschritts besteht aus einer evolutionären Übergangsperiode innerhalb des staatsmonopolistischen Kapitalismus, dem revolutionären Übergang zur sozialistischen Übergangsperiode und dem revolutionären Übergang zum wissenschaftlichen Sozialismus (Anmerkung 1). Als historisch erste absolute Leistungsgesellschaft könnte der wissenschaftliche Sozialismus noch eine evolutionäre Übergangsperiode zu einer kommunistischen ökonomischen Gesellschaftsformation sein (Anmerkung 2).)))
>>Nun wirds schon etwas heikler aber auch klarer mit der BGF. Ein dialektischer Prozeß von evolutionärer und revolutionärer Entwicklung MITTELS EINES SYTSEMS DES GESELLSCHAFTLICHEN FORTSCHRITTS. Eine sozialistische Revolution, als Kampf um die Macht und Eigentumsverhältnisse ist also garnicht vorgesehen ? Die Gewltfrage werde ich mal aussen vor lassen.
Interessant wird es dann aber bei der evolutionären Übergangsperiode INNERHALB des Stamokap hin zu einer sozialistischen Übergangsperiode und dann zum wissenschaftlichen Sozialismus dies natürlich revolutionär der dann als HISTORISCH ERSTE ABSOLUTE LEISTUNGSGESELLSCHAFT noch eine EVOLUTIONÄRE Übergangsperiode sein KANN.
Das es irgendetwas mit Klassenkampf zu tun haben könnte, darauf ist die BGF entweder noch nicht gekommen oder wil es tunlichst umgehen.<<
(((Die Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt steht aber auch für eine Verhinderung eines Übergangs zu einer ökonomischen Gesellschaftsformation des Sozialdespotismus (sogenannter Realsozialismus, Anmerkung 3) in jeglicher Erscheinungsform. Sozialdespotistische Gesellschaftssysteme können nämlich das sozialistische allgemeine Produktionsziel im Systemwettbewerb mit dem staatsmonopolistischen Kapitalismus der imperialistischen Zentren wegen Fehlens eines entsprechenden dialektischen Widerspruchs als ökonomische Entwicklungstriebkraft niemals erreichen. Sie widersprechen folglich, gleich dem Kapitalismus, den Klasseninteressen des Proletariats und letztlich den objektiven Menschheitsinteressen.)))
>> Nun offenbart uns die BGF schon ein wenig deutlicher was sie sich so vorstellt, nämlich der Verhinderung eines Übergangs zu einem "Sozialdespotismus" in jeglicher Erscheinungsform, weil im SYSTEMWETTBEWERB mit den imp. Zentren wegen fehlen eines dialektischen Widerspruchs das sozialistische allgemeine PRODUTKIONSZIEL nicht zu erreichen sei. Ob überhaupt ein SYSTEMWETTBWERB um PRODUKTIONSZIELE erfolgt möchte ich mal stark bezweifeln, da der Klassenkampf doch wohl wesentlich ein politischer Kampf um die Macht ist auch im Sozialismus und zwar solange bis die öknonomischen Grundlagen für die Existenz von KLassen überwunden und daraus folgend die Klassen abgestorben sind.
Hier vermute ich mal die versuchte krampfhafte Umgehung der Notwendigkeit einer Diktaur des Proletariats.
Dass gewisse Mitglieder des BGF vormals offen als Trozkisten aktiv waren, erweist sich für mich als nicht zufällig.
Bleiben wir gespannt was der BGF sonst noch so tolles einfällt.
(((Anmerkung 1: Die Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt ist sich der leider viel zu hohen Wahrscheinlichkeit der Bedeutung der Sprachzeichen „Sozialismus“ und „sozialistisch“ als Reflexauslöser für die Herstellung von Aggressionsbereitschaft bewusst. Bekanntlich existieren aber in vielen Bereichen des Denkens gleiche Sprachzeichen mit unterschiedlichen Begriffsinhalten und –umfängen. Wir können nur darum bitten und vielleicht etwas neugierig machen, sich über das Manifest der Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt, von deren Verständnis über die hinter den Sprachzeichen stehenden Begriffe überraschen zu lassen.
Anmerkung 2: Für einen Kommunismus ist, dem derzeitigen Erkenntnisstand der Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt entsprechend, kein spezifisches ökonomisches Entwicklungsgesetz nachweisbar (sh. Manifest).
Anmerkung 3 zur Wortkombination Sozialdespotismus: Das Grundwort „Despotismus“ steht in der Bedeutung Willkürsystem. Das Bestimmungswort „Willkür“ steht in der Bedeutung ökonomische Gesetze und systemtheoretisch-kybernetische Relationen missachtend.)))

Beste Grüße
Jens-Uwe

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Ben Müller am 10.06.2013 10:49
Antwort der Kontrollinstanz der Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt für Öffentlichkeitsarbeit
auf den Beitrag des Genossen Willi vom 22.4.12
Teil 1 (Teil 2 folgt)

Genosse Willi,
die Gründe unserer derart späten Reaktion auf Ihren Beitrag vom 22.4.12 liegen in einer bis auf weiteres anhaltenden Be (eigentlich Über…) lastung der Akteure der Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt.

Die BGF-Kontrollinstanz für Öffentlichkeitsarbeit hat dem Antrag des Genossen Lion Wagner zur Ausarbeitung einer Stellungnahme zu Ihrem „Beitrag“ nicht stattgegeben, weil der polemische Charakter Ihres „Beitrages“ jede Führung eines Erkenntnisprozesses unmöglich macht. Zwar ist Genosse Lion Wagner für Öffentlichkeitsarbeit zuständig, muss aber außerdem erhebliche wissenschaftliche Grundlagenarbeit leisten, bei der wir ihn nicht entbehren können.

Öffentlichkeitsarbeit muss sowohl bei der BGF als auch bei den Organisationen und Akteuren der kommunistischen und Arbeiterbewegung einen Prozess des kritischen Nachdenkens über den eigenen Erkenntnisstand ermöglichen. Der zeitliche Aufwand des Genossen Lion Wagner für eine Reaktion auf Ihren von emotionalen Ausbrüchen geprägten „Beitrag“ steht in keinem Verhältnis zur Möglichkeit des Beginns eines Prozesses des kritischen Nachdenkens bei Ihnen.
Genosse Willi, müssen wir Sie wirklich besonders darauf hinweisen, dass die BGF nur ihren Erkenntnisstand wiedergibt?

Ihrer eigenen Aussage nach haben Sie unser „wissenschaftliche (s) Geschreibse quergelesen“. Nun, einen Begriff „wissenschaftliche(s) Geschreibse“ kann es in der objektiven Realität ebenso wenig geben wie z.B. einen Begriff „unausgebildeter Lehrausbilder“, der Sie ja waren.
Wie soll die BGF mit einem Diskutanten nicht übereinstimmende Erkenntnisstände diskutieren, bei dem jedes rationale, d.h. sozusagen marxistisch-leninistisches Denken durch sicher nachvollziehbare, aber deshalb nicht gerechtfertigte Emotionen blockiert ist?
Genosse Lion Wagner, der zum Teil die Diskussionen im Sozialismusforum der MLPD verfolgt, hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass Sie ein älterer Arbeiter und SED-Genosse sind, der sich höchstwahrscheinlich in bedeutendem Maße für den ersten Versuch eines Aufbau von Sozialismus engagiert hat. Diesem Engagement zollen wir Respekt! Aber gerade weil dieser erste Versuch gescheitert ist, müssen Sie als Schüler von Marx, Engels Lenin und Stalin offenbleiben für Erklärungsbemühungen für dieses Scheitern und für Vorschläge einer Organisation einer sozialistischen Übergangsperiode und des Sozialismus selbst, auch wenn diese Erklärungsbemühungen und Vorschläge nicht Ihre Zustimmung finden. Stattdessen greifen Sie, Genosse Willi, uns in unserem Selbstverständnis, in unserem konsequent revolutionären Engagement gegen den Kapitalismus sowie in unserer respektvollen Anerkennung des Kampfes der kommunistischen und Arbeiterbewegung in einer eines Schülers der Genossen Klassiker unwürdigen Art, sozusagen völlig unqualifiziert an.
Übrigens: Der „intellektuelle(n) Mannschaft der BGF“ geht es im Kapitalismus materiell ziemlich gut…Sie setzt trotzdem einen großen Teil ihrer Freizeit ein um theoretische Grundlagen für eine Beseitigung des Kapitalismus zu schaffen, aber auch für praktische Aktivitäten. Wir könnten am 1.Mai, dem Kampftag des Proletariats, wie der weitaus größte Teil der Arbeiterklasse lieber grillen, trinken, essen, lachen, Sehenswürdigkeiten ansehen, Fußball schauen, Sport machen usw. usf., aber wir gehen trotz „Intellektuellengehältern“ zur Mai-Demo, wenn auch bis auf lange Sicht noch nicht unter BGF ausgewiesen.
Und schließlich: Unsere derzeitigen Mitglieder beschäftigen sich eigentlich lieber mit Naturwissenschaften, technischer Physik, Technik und Mathe; als mit Gesellschaftswissenschaften.
Unsere Motivation speist sich aus den gleichen Quellen wie bei den hervorragenden kommunistischen Intellektuellen Marx, Engels, Lenin u.a., worauf wir stolz sind.
Wir sind also weder der Klassenfeind noch Revisionisten, sondern kommunistische Intellektuelle. Wir sind Ihre Genossen, so wie Sie unser Genosse sind. Behandeln Sie uns bitte als Genossen, in der Sache hart, aber respektvoll gegenüber einem, unserem anderen Erkenntnisstand, aber eben als Genossen!

Kurz zu Ihren Anschuldigungen:

Genosse Willi:
„Ich finde es anmaßend diese Behauptung das erste wissenschaftliche gestützte Modell zur Ablösung des Kapitalismus gefunden zuhaben!Damit wird in meinen Augen das Kommunistische Manist,werden die wissenschaftlichen Arbeiten von Marx,Engels und Lenin negiert-abgestraft.“

Antwort der BGF:
Trotz Ihres nicht verantwortungsbewussten „Querlesens“, müsste Ihnen auch aufgrund Ihrer SED-Partei-Schulung aufgefallen sein, dass für unsere Homepage und unseren Beitrag vom 22.3.12 eine Verwendung von marxistisch-leninistischen (personenbezogene Ausdrucksweise) Begriffen und Begriffssystemen charakteristisch ist. So argumentiert keine Organisation, die das „Kommunistische Manifest und die wissenschaftlichen Arbeiten von Marx, Engels und Lenin negieren, abstrafen“ will.

In der BGF-Antwort vom 22.3.12 auf die Kritik des Genossen Wolfgang vom 11.3.12 ist das Nachstehende zu lesen.
Unter Pkt.2: „…und die Genossen Klassiker sind natürlich kompetent.“
Unter Pkt.2 „Der Marxismus-Leninismus ist ja nichts anderes als die zu Ehren unserer verehrten Genossen Klassiker vorgenommene Personifizierung der Wissenschaften des dialekt. u. histor. Materialismus u. der marxist. politischen Ökonomie.“
Unter Pkt.2: „Genosse Wolfgang, wenn Sie bereits wissenschaftlich gearbeitet haben, egal auf welchem Gebiet, wissen sie, dass selbst von den Begründern von Wissenschaften bei deren Anwendung u. Weiterentwicklung Fehler gemacht werden können. Eine andere Auffassung dazu ist eine völlige Verkennung von Wissenschaft. Konkret: Eine ständige gedankliche Personifizierung des dialekt. u. histor. Materialismus sowie der marxist. politischen Ökonomie ist deshalb so richtig gefährlich, weil eine konstruktive Kritik (ob sie nun berechtigt ist oder nicht) an Elementen des enormen wissenschaftlichen Systems unserer Genossen Klassiker sofort als Angriff auf deren Kompetenz missdeutet wird.“
Unter Pkt.8: „Einleitend sei betont, dass der Ausgangspunkt aller Untersuchungen u. Überlegungen auf gesellschaftswissenschaftlichem Gebiet natürlich nicht bei der Systemtheorie u. Kybernetik liegen kann, sondern in den jeweiligen Einzelwissenschaften der marxist. politischen Ökonomie sowie des dialekt. u. histor. Materialismus liegen muss.“

Akteure, wie die BGF, die die „wissenschaftlichen Arbeiten von Marx, Engels und Lenin negieren, abstrafen“ argumentieren nicht (und können gar nicht argumentieren!) mit ganzen Begriffssystemen des historischen und dialektischen Materialismus und der marxistischen politischen Ökonomie, nehmen diese Begriffssysteme nicht (und können sie gar nicht nehmen!) als Basis für ihr Manifest sowie alle anderen Abhandlungen, versuchen nicht (und können gar nicht versuchen!) diese Begriffssysteme höher zu entwickeln, fehlende Begriffe zu bilden und in die klassischen Begriffssysteme einzuarbeiten usw. und vor allem sie sind nicht bemüht (und können gar nicht bemüht sein!) die dialektisch-materialistische Erkenntnismethode der Genossen Klassiker anzuwenden.
Inwieweit dies gelingt ist eine andere Frage, denn wir gehören eben nicht zu den unrealistisch selbstbewussten Akteuren und Organisationen mit kommunistischem Anspruch die sich einbilden mit der Dialektik keine Probleme zu haben!

Bezüglich der Frage der Überlieferung eines wissenschaftlich gestützten Modells zur Ablösung des Kapitalismus (oder Sozialismussystementwurfes) seitens der Klassiker, haben Sie die Ausführungen unseres Genossen Lion Wagner in Pkt.5 seiner Antwort an Genossen Wolfgang eindeutig nicht nachvollziehen versucht und möglicherweise überhaupt nicht einmal gelesen. Es sei nun besonders betont, dass wir argumentativ mehr zu bieten haben als das unter dem Pkt.5 Stehende. Wenn Ihnen aber der unter Pkt.5 stehende Text keine oder nur ungenügende Motivation zu Nachdenklichkeit gibt, halten wir weitergehende Ausführungen für mehr als fragwürdig.
Abschließend zu diesem Punkt empfehlen wir Ihnen den vor einigen Tagen (ca.2.5.13) geposteten Beitrag unseres Genossen Lion Wagner zu lesen.

Sozialistische und revolutionäre Grüße

Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt
i.A. Ben Müller

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Ben Müller am 12.06.2013 09:47
Antwort der Kontrollinstanz der Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt für Öffentlichkeitsarbeit
auf den Beitrag des Genossen Willi vom 22.4.12
Teil 2

Genosse Willi:
„KRIEG und GESELLSCHAFTSSYSTEM- allein beim lesen des Inhaltsverzeichnisses schwoll mir der Hals.“

Antwort der BGF:
Bezüglich der Gründe Ihrer Empörung über das Inhaltsverzeichnis unseres Buches „Krieg und Gesellschaftssystem“ müssten Sie uns aufklären, um uns die Chance zu geben, Ihrer Empörung evt. wenigstens etwas abzuhelfen.

Genosse Willi:
„Die größte Enttäuschung zum Schluß. ‘-das die Arbeiterbewgung weder füher noch heute von einem Klassenbewußtsein bestimmt war bzw.ist‘ Wieviel Arbeiter,Kommunisten sind im Klassenkampf gefallen,wurden ermordet??????! Nicht nur Kommunisten,auch aufrechte Sozialdemokraten und Christen. Wieviel Blut ist bis heute geflossen? Schämt Euch!Ich sehe diese Aussage als Beleidigung der unzähligen Genossen/Arbeiter und auch als persönliche Beleidigung!“

Antwort der BGF:
Wir wiederholen eine Passage aus unserem Beitrag vom 22.3.12, Pkt.6:
„Die BGF verurteilt keinen in der Vergangenheit unternommenen Versuch des Aufbaus sozialistischer Gesellschaftssysteme. Sie ist sich auch durchaus der subjektiv moralisch-ethisch hochstehenden Absichten u. Bemühungen im Kampf um ausbeutungsfreie, friedensorientierte, humanistische, realdemokratische, realsoziale usw. Gesellschaften bewusst u. hat hohe Achtung vor allen Akteuren, die in diesem Kampf enorme Opfer (viel zu oft sogar das Leben) brachten u. auch heute bringen. Aber was subjektiv gewollt wird muss nicht objektiv möglich sein. Aber was subjektiv gewollt wird muss nicht objektiv genügen. Aber was subjektiv nicht gewollt wird kann objektiv notwendig sein.“

Wir zitieren aus der Homepage:
„Die Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt achtet und schätzt den Willen und alle opferreichen Bemühungen der „Linken“ und Organisationen mit kommunistischem Anspruch, den Kapitalismus und somit die Ausbeutung des Menschen, den Krieg, politische Gewalt, ideologisch-geistige Unterdrückung, die Degradierung des Menschen zum Kapitalverwertungsobjekt, die im Allgemeinen dissozialen zwischenmenschlichen Beziehungen, die Vernichtung bzw. Verkümmerung des Entwicklungspotenzials der Mehrheit der Menschheit usw. abzuschaffen.
Die Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt muss aber im Klasseninteresse des Proletariats und letztlich im objektiven Menschheitsinteresse feststellen, dass aller Wille und alle opferreichen Bemühungen der „Linken“ und Organisationen mit kommunistischem Anspruch zur Abfolge des Kapitalismus sich nicht auf ein genügend wissenschaftliches Fundament gründen.“

Sehen Sie zur Frage des Klassenbewusstseins des Proletariats den vor einigen Tagen (ca.2.5.13) geposteten Beitrag unseres Genossen Lion Wagner.

Auf welcher Grundlage stellen Sie einen Zusammenhang zwischen unserem Erkenntnisstand hinsichtlich proletarischen Klassenbewusstseins und fehlender Achtung sowie fehlendem ehrendem Gedenken an die Verdienste und Opfer von Klassenkampf her?
Den Pappkameraden auf den Sie schießen haben Sie leider selbst aufgebaut…

Genosse Willi:

„Die Theorie des (echten)Marxismus-Leninismus kann die Massen ergreifen,weil sie der ideelle Ausdruck ihrer materiellen Existenzbedingungen und ihrer grundlegenden Interessen ist, weil sie ihnen eine richtige Anleitung für den revolutionären Kampf gibt.“

Antwort der BGF:

Ohne Begründung, da außerhalb des Themas stehend.
Einen echten Marxismus-Leninismus kann es ebenso wenig geben, wie einen echten oder demokratischen Sozialismus. Echt ist ein Sprachzeichen, das nicht für einen wissenschaftlichen Begriff steht. „Marxismus-Leninismus“ ist das zu Ehren unserer Genossen Klassiker personifizierte Sprachzeichen, das für einen wissenschaftlichen Begriff steht. Folglich kann es keine Kombination dieser beiden Sprachzeichen geben.
Es kann doch auch kein echtes Gold geben…

Genosse Willi:

„Welchen Zweck hat dieses, Euer hohes "wissenschaftliche" Modell? Was wollt Ihr damit erreichen? Eine noch tiefere Spaltung der kommunistischen Bewegung in der BRD? Ein Zusammengehen der kommunistischen Bewegung /Parteien erreicht Ihr so nicht.(!) Ich sehe eher das Gegenteil! Ist das Euer Ziel?“

Antwort der BGF:

Kann eine kommunistische Bewegung, d.h. eine Bewegung, deren wissenschaftliche Basis der dialektische und historische Materialismus und die marxistische politische Ökonomie ist, gespalten sein?
Die BGF ist so frei und nimmt die Antwort vorweg. Nachweisbar ist: Eine gespaltene kommunistische (wissenschaftlich begründete) Bewegung kann es nicht geben. Entweder ist nur ein Teil oder kein Teil „kommunistisch“! Der dialektische und historische Materialismus und die marxistische politische Ökonomie (Der Marxismus-Leninismus) sind unteilbar!

Betreff Ihrer Fragen vom 27.04.2012:
Bitte stellen Sie Ihre Fragen auf der BGF-Forumsseite, da diese Fragen das Thema inhaltlich überfordern.

Genosse Willi:

„Auf eine noch höhere Erkenntnisstufe kann mann diesen, Ihren Entwurf zur Beseitigung des Kapitalismus nicht mehr stellen.(!) Eine noch höhere Stufe endet wie der Turm von Babylon.“ Ich für mein Teil bleibe bei meinem Grundschulwissen! - den wissenschaftlichen, dialektischen, materialistischen Marxismus-Leninismus, Engels!(Stalin in besonderen Fällen).
- welche Anforderungen, Wissen und Bildung stellen Sie an Proleten und ANDERE um Mitgied werden zu können.
Nun höre ich auf,Fragen zu stellen,ich will Sie mit meinem geringen Wissen über die Zusammenhänge des (proletarischen) ,des Klassenkampfes zur Beseitigung des Kapitalismus- durch eine prolaterische Revolution-geführt von einer KP, einer Avantgarde des Proletariats nicht überfordern.

Antwort der BGF:

Damit eins klar ist: Für die „intellektuelle Mannschaft der BGF“ gibt es, trotz des Innehabens akademischer Grade, weder Proleten noch Lumpenproletarier (Marx/Engels.), sondern nur Proletarier, unsere Klassengenossen.
Ansonsten lassen wir es mal aus dem Wald schallen, wie Sie in den Wald geschrien haben…Vielleicht sind Sie in der Sozialismusfrage wegen unzureichender Vorbildung u.a. wirklich überfordert?
Nämlich: „Verrat“ war und ist nie eine Begründung für die Abfolge ökonomischer Gesellschaftsformationen! Ein Stabilitätsverlust durch „Verrat“ widerspricht dem historischen und dialektischen Materialismus im Allgemeinen und dem Begriffsinhalt des Marx’schen Begriffs von der ökonomischen Gesellschaftsformation im Besonderen. Auf eine Diskussion auf solch relativ hohem Niveau könnten wir uns mit Ihnen aber nur dann einlassen, wenn Sie Ihre Emotionen wesentlich mehr unter Kontrolle bringen!

Ganz allgemein, also nicht nur auf Sie bezogen: Wenn man unsere verehrten Genossen Klassiker Marx, Engels und Lenin zu Göttern degradiert, darf man sich nicht wundern in die kapitalistische Hölle zurückgeschickt zu werden und dort weiterhin zu schmoren.
Sozialistische und revolutionäre Grüße
Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt
i.A. Ben Müller

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Jens-Uwe Springer am 26.06.2013 09:45
Die "Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt" erhebt den Anspruch ein erstes wissenschaftliches Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt zu haben.

Ich halte den Akteuren der "Bewegung für ..." dabei zu Gute, dass sie ein Interesse an einer Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung haben, eine kommunistischen Anspruch haben und im dialektischen und historischen Materialismus die wissenschaftliche Methode erkennen, um den Kapitalismus überwinden zu können.

Nun habe ich mir tatsächlich die Mühe gemacht und das Manifest der "Bewegung für ..." durchgearbeitet und musste dabei feststellen, dass der eigentliche Anspruch leider nicht erfüllt wird.

Entgegen der Selbstdarstellung der "Bewegung für ..." werden die Aussagen von Marx und Engels zum Sozialismmus keinesfalls angewendet und schon garnicht weiter oder höher entwickelt, sondern vielmehr verfälscht.
Im ganzen Manifest findet sich keinerlei Bezugnahme auf Marx und Engels dafür immerhin auf eine Aussage von Hegel.

Die Verfälschung oder sagen wir mal das Mißverständnis der "Bewegung für ..." betrifft sowohl die Vorstellung vom Charakter oder der Qualität der sozialistischen Gesellschaft, als auch was den Weg dorthin anbelangt.
Der Kommunismus wird m Schluß des Manifestes dann endlich als eine weitere gesellschaftliche Entwicklungsstufe angesehen für die die "Bewegung für ..." zumindest offen ist, deren Charakter und Qualität ihnen allerdings unklar bleibt.

Marx und Engels beschrieben den Sozialismus als die erste oder niedere Phase des Kommunismus, als Übergangsgesellschaft aber ebenso als Einheit, nichts voneinander zu trennendes. Auch kann der bürgerliche Staat nicht übernommen werden, sondern muss zerschlagen werden und in deren Folge die Diktatur des Proletariats errichtet werden, die ohne Ausnahme alle Produktionsmittel vergesellschaftet, ihre Kapitaleigenschaft aufhebt und damit die Ausbeutung beseitigt. Der proletarische Staat ist jedoch ein absterbender Staat, bis alle Klassen schließlich verschwunden sind. Sodann bedarf es weder mehr eines Staates noch bedarf es der Demokratie.
Die "Bewegung für ...." scheint ein recht verworrenes Verständnis vom Prozeß der Revolution zu haben, wie er im Rahmen des Kapitalismus vorbereitet und während des Sozialismus bis hin zum Kommunismus fortgeführt wird.

Besonders aufschlussreich ist dabei die Vorstellung der "Bewegung für ..." über die jeweils zu führenden Kämpfe in den Bereichen Ökonomie, Politik und Ideologie.

So gibt es bei ihnen eine -evolutionäre Übergangsphase- noch im Kapitalismus, wo es darum gehen soll eine überwältigende Mehrheit im bürgerlichen Parlament zu erlangen, um dann quasi per Parlamentsbeschluss gewaltlos in eine -sozialistische Übergangsphase- über zu gehen (die revolutionäre Gewalt wird mehr nebenbei als letztes aber möglichst zu vermeidendes Mittel angesehen) , die dann später von der Phase des -wissenschaftlichen Sozialismus- abgelöst werden soll.

In der -evolutionären Übergangsphase- im Rahmen des Kapitalismus geht die "Bewegung für ..." (wohlgemerkt Systemtheoretisch) von sogenannten Systemzuständen in den jeweiligen Teilsystemen Ökonomie, Politik und Ideologie aus. Dabei kommt die "Bewegung für ..." zur Erkenntnis dass der Angriff auf die kapitalistische Herrschaft (!!!) primär auf dem ideologischen Teilsystem zu führen ist und begrenzt auf das politische Teilsystem.
Kämpfe auf ökonomischen Gebiet sollen, wenn, dann begrenzt und reguliert stattfinden in Form einer sogenannten APPEASEMENTPOLITIK, was nichts anderes als Friedenspolitik gegenüber den Kapitalisten bedeutet.

Demnach "muss die Psyche der Kapitalisten berücksichtigt werden" , ihnen soll eine "Revenue" (sprich Profit) zugestanden werden UND man soll schließlich ihre "Selbstverwirklichung und -bestätigung" (!!!) als industrielle Kapitalisten, Handels- oder Finanzkapitalisten RESPEKTIEREN.

Diese sogenannte APPEASEMENTPOLITIK soll später sogar in der sozialistischen übergangsphase fortgeführt werden. Gegebenenfalls ! zu enteignende Kapitalisten sollen dabei sogar für IHR konstantes Kapital einen finanziellen Ausgleich erhalten. Was die Vererbung dieser Reichtümer angeht, gilt es dann noch mit der Kapitalistenklasse zu VERHANDELN.
Ein gewisser Gipfel der Träumerei ist es dann wenn man liest, dass sogar die Ansprüche der Offiziere (wohlgemerkt der bürgerlich-kapitalistischen Armee) aus Geldkapitalanlagen erhalten bleiben sollen (natürlich finanziert aus der "national erzeugten Mehrwertgröße") selbstverständlich Generationsbegrenzt (wobei dies auch Verhandlungssache sei).

Später in einem kleinen Absatz erwähnt die "Bewegung für .." eher Feigenblattartig die Diktatur des Proletariats, die die alte Dikataur des Kapitals ABLÖSEN soll. (wie bleibt dabei ein Geheimnis bzw. siehe oben PARLAMENTARISCH)

Auch eher nebenbei eingeflochten verrät uns die "Bewegung für ..." wer schließlich die führende Rolle im Kampf haben soll, insbesondere auch während der sozialistischen Übergangsperiode, nämlich niemand anderes als die soziale Schicht der Intelligenz, welche direkter Träger der Produktivkräfteentwicklung sei.

Ich erspare mir in diesem Rahmen näher auf die verträumten Vorstellungen der "Bewegung für..." in Bezug auf den ökonomischen Systemwettbewerb während der sogenannten sozialistischen Übergangsperiode einzugehen, da das bisher erwähnte ausreicht um den KLASSENCHARAKTER der "Bewegung für..." hinreichend zu erkennen.

Gerade was die Fragen von Staat, Macht, Kontrolle und Revolution angeht aber auch in Bezug auf die politische Ökonomie usw. ist das sogenannte "erste wissenschaftliche Modell" der "Bewegung für ..." in meinen Augen Opportunistisch gegenüber dem Kapital, Reformistisch in der Methode und Revisionistisch in Bezug auf die Lehre von Marx und Engels.


Beste Grüße
Jens-Uwe

Re: BGF hat erstes wissenschaftlich gestütztes Modell zur Ablösung des Kapitalismus entwickelt

Abgeschickt von Ben Müller am 28.06.2013 10:27
Reaktion der Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt auf die Kritik am BGF-Manifest seitens des Genossen Jens-Uwe Springer vom 26.06.2013

Die BGF ist von Ihrer im Großen und Ganzen (Wir sind ja keine Mimosen…) sachlichen Kritik am BGF-Manifest positiv angetan, einer Sachlichkeit, so wie sie unter Genossen üblich sein sollte und müsste, die zumindest, eine Beseitigung der kapitalistischen Ausbeuter- und Unterdrückerordnung vereint.
Insbesondere nehmen wir Ihre Äußerung „Die Verfälschung oder sagen wir mal das Mißverständnis der "Bewegung für ..." positiv zur Kenntnis, denn in der Tat fälschen wir nicht (darunter verstehen wir einen bewussten Handlungsakt), sondern haben eventuelle Erkenntnisprobleme.
Auf Ihre Kritik werden Sie Antwort erhalten, wobei aber um Geduld gebeten wird.

Mit sozialistischen Grüßen
i.V. für Ben Müller, Frederic Gauß
Auf Basis von Ploneboard
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