bertolt brecht

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bertolt brecht

Abgeschickt von Marion am 08.11.2011 18:40
lese gerade zwei dicke bände von werner mittenzwei: "das leben des b.b." sehr interessant brechts auffassungen, die er in seinem "arbeitsjournal" festhielt. am 1. januar 1948 trug er beispielsweise in selbiges ein: "das deutsche bürgertum ´`entnazen`` heißt, es entbürgern. es hat keinen weg vor sich, immer nur den oder jenen ausweg. weder seine elementatern daseinsbedingungen, noch die speziellen umstände erlauben dieser klasse, die barbarischen mittel abzulegen, selbst wenn der dachshund, der einmal taubenblut geschmeckt hat, vermittels reichlicher prügel zum hundekuchen zurückkehren könnte. nicht nur die laster, auch die gesamten tugenden der klasse haben die naziform bekommen; wo der bürger nicht denkt und wo er denkt, wo er anständig ist und wo er unanständig ist, wo er idealist ist und wo er schieber ist, immer ist er nazi. wenn er aufhörte, ein nazi zu sein, könnte er kein bürger mehr sein; nur wenn er kein bürger mehr ist, ist er kein nazi mehr." "brechts konzept orientierte auf die unverhüllte erörterung der gesellschaftlichen widersprüche. die von ihm erstebte dialektische denkkultur ging von der "darstellung von zuständen als latente balancen sich zusammenbrauender konflikte" aus, die ohne ideologische verkleidung- erzwungen durch die notlage des taktischen kompromisses, der notwendigkeit, ständig propagieren und zur parteinahme auffordern zu müssen- auskommt." so mittenzwei. erschienen sind die bände im aufbau taschenbuch verlag. sehr lesenswert und mit sehr umfangreichem Recherchematerial vom autor über brecht. ich liebe deshalb beide ( leider nur platonisch).

Re: bertolt brecht

Abgeschickt von robin am 14.11.2011 10:22
vielen dank für den buch-tipp. B.brecht ist ein wahrer schatz der menschlichen intelligenz.

Re: bertolt brecht

Abgeschickt von Werner Hoffmann am 14.11.2011 10:59
Bert Brecht hat einmal gesagt:
 
“...Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von seiner Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Selbstmord treiben, einen in den Krieg führen, und so weiter. Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten...”

Ich weiß jetzt nicht die genaue Literaturquelle, aber ich finde, er hat recht gehabt.

Beispiel aus Deutschland:

KÜNDIGUNG WEGEN KRITIK AM PAPSTTUM

Stuttgart. Die fristlose Kündigung eines Krankenpflegers durch die CARITAS wegen angeblich "diffamierender" Kommentare über den Papst ist rechtmäßig. Dies entschied das Landessozialgericht Baden-Württemberg. Der Mann aus dem Bodenseekreis hatte im Internet unter einem Pseudonym den Papst "beleidigt". Damit hat er laut Gericht gegen seine Loyalitätspflicht gegenüber dem katholischen Arbeitgeber verstoßen. Quelle: BILD-Zeitung vom 1.11.2011

Re: bertolt brecht

Abgeschickt von Marion am 14.11.2011 19:14
Leute, geht mal wieder ins Theater! War selbst erst in der Dreigroschenoper. Ich glaube Brecht hätte seine schönste Freude, das zu sehen, was dem Publikum hier geboten wurde. Es war einmalig. Es gab Dauerapplaus nach der Aufführung. Das Stück ist aktueller denn je. Und die Theaterleute verstanden es meisterhaft, in Szene zu setzen. Ein "hoch" dem epischen Theater. Ich hätte gleich mitspielen wollen, kann nur leider nicht so toll singen und hätte nur das ganze Stück versaut. Arbeite aber immer noch an den einzelnen Figurencharakteren und deren Verknüpfung miteinander. Das ist ein echtes Lehrstück.

Re: bertolt brecht

Abgeschickt von Stefano am 21.11.2011 20:37
"Leute, geht mal wieder ins Theater!" gute Anregung Marion

Wir gehen am Samstag, den 26. November 2011, ins FREIES SCHAUSPIEL ENSEMBLE
im Titania, Basaltstr. 23, 60487 Frankfurt am Main

Die Vorstellung DIE HEILIGE JOHANNA DER SCHLACHTHÖFE von bertolt Brecht beginnt um 20 Uhr.

Gruß
Stefano

Re: bertolt brecht

Abgeschickt von Wolfgang am 11.01.2012 23:22
Ich mag Brecht ebenfalls.

Er hat auch Einschlägiges zur politischen Arbeit von Marxiten-Leninisten zu schreiben gehabt.
Ein gutes Beispiel ist sein Teppichwebergedicht:


http://www.mlwerke.de/br/br_001.htm


Die darin enthaltene Quitessenz:

"So nützten sie sich, indem sie Lenin ehrten und
ehrten ihn, indem sie sich nützten, und hatten ihn
also verstanden."

versuche ich mir immer mal wieder zu verdeutlichen .......




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