Re: Tabakindustrie, rationalisiert und automatisiert!

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Re: Tabakindustrie, rationalisiert und automatisiert!

Abgeschickt von Stefano am 28.01.2010 18:45
Liebe Mitstreitenden,

aus der Rote Fahne 3/2010 ist zu entnehmen, dass 12.000 Arbeiterinnen und Arbeiter seit dem 15. Dezember aus der ganzen Türkei mit Demonstrationen, Sitzblockaden und Streiks kämpfen würden, für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Die Tabak- und Alkoholproduktion seien früher in der Türkei in den Händen eines Staatsmonopols namens Tekel gewesen. Nach dem Verkauf der Tabakproduktion an den Lucky-Strike-Produzenten British-American-Tobacco im Jahr 2006 will die AKP-Regierung nun alle noch in staatlicher Hand befindlichen Tekel-Lager- und Produktionsstätten schließen. Damit drohe rund 12.000 Arbeitern der Verlust ihrer Arbeitsplätze und aller langjährig erworbenen sozialen Rechte.

Hm, würde nicht auch die Forderung nach einem weltweiten Verbot der Produktion und Vertrieb von Asbest Hunderttausende von Arbeitsplätzen vernichten - und so Millionen von Menschen ins Verderben stürze? Warum werden also nicht auch an den Asbestarbeitern Solidaritätserklärungen abgegeben? http://www.woz.ch/artikel/rss/15955.html
Viel Angst, viel Furcht vor dem Asbest, doch Tabakrauch stinkt wie die Pest und gibt uns ebenso den Rest! Mehr als 100.000 ArbeiterInnen sterben aber jährlich weltweit an asbestbedingten Krankheiten. Deshalb ist folgerichtig das Mineral seit 2005 innerhalb der EU verboten!

Die gut gemeinten Solidaritätserklärungen an die Tekel-Belegschaft in der Türkei nützen m.E. recht wenig, wenn man weiß, dass in keinem anderen Industriezweig so stark rationalisiert und automatisiert wurde wie in der Deutschen Tabakindustrie (zwischen 1960 und 1990 sind allein in der Tabakindustrie rund 63.000 Arbeitsplätze vernichtet worden). Ende der 80er Jahren, soll jedoch der Bundes-Vorsitzenden der Gewerkschaft Nahrung-Genuß-Gaststätten (NGG), Günther Döding, für die Beschäftigten in der Zigarettenindustrie, ab dem 50sten Lebensjahr, die 27 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich zuzüglich zwei Stangen Zigaretten/Woche, durchgesetzt haben.
Ich habe aber lediglich folgende Bestätigung gefunden www.spiegel.de/spiegel/print/d-14327886.html
In der nordrhein-westfälischen Brau-Industrie setzte NGG-Chef Günter Döding eine andere Ausstiegsvariante durch: Vom 60. Lebensjahr an erhalten die Brauer zusätzlich zu ihrem Urlaub in jedem Jahr noch einmal 28 freie Tage.

In der Brau-Industrie mußte Dödings Gewerkschaft erst massiv mit Streik drohen, bevor sich die Bier-Manager auf die ungewöhnliche Regelung einließen.

(...). Pioniertaten leistete eine der kleinsten bundesdeutschen Gewerkschaften, die NGG. Sie setzte für die Beschäftigten in der Zigarettenindustrie, die das 60. Lebensjahr erreicht haben, attraktive Wahl-möglichkeiten für den Ausstieg aus dem Erwerbsleben durch. Die älteren Arbeiter bei Reemtsma und BAT in Hamburg oder bei Brinkmann in Bremen etwa können bei vollem Gehalt statt bisher 40 nur noch 20 Wochenstunden in ihrer Firma ableisten. Sie können aber auch mit 75 Prozent ihrer bisherigen Bezüge gleich ganz zu Hause bleiben. (...) Die Weichen für den Verlust der rund 12.000 Arbeitsplätze in der Türkei, wurden also bereits 1991 gelegt.

„Im Kampf für weitergehende Forderungen“, wie in der Solidaritätserklärung von Roland Meister zu entnehmen ist, rege ich an, dass diese „sozialverträgliche“ Forderung der NGG auch der Tekel-Belegschaft in der Türkei mitgeteilt werden sollte. In diesem Zusammenhang möchte ich aber auch auf einem TV-Film vom 1992 hinweisen, in dem die Verbindungen zwischen den türkischen Faschisten, den s.g.„Grauen Wölfe“ und der Zigaretten-Mafia hervorgeht. Aus der Einleitung
„Komm ins Land der Leichen - Die Droge Tabak und ihre Opfer“, ist folgendes zu entnehmen:

Wayne McLaren war jahrelang der “Marlboro-Cowboy”. Jetzt hat er Lungenkrebs im Endstadium. Janet Sackmann, amerikanisches Star-Model und “Lucky-Strike-Girl” des Jahres 1949, gewöhnte sich für die damaligen Anzeigen das Rauchen an. Heute hat sie Kehlkopfkrebs. Wie viele andere auch dachten Wayne und Janet lange Zeit: Mir wird das nicht passieren…
Jedes Jahr sterben zwei Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Und neue Märkte werden brutal und rücksichtslos erschlossen: In der Türkei knackte der amerikanische Konzern Philip Morris das staatliche Tabakmonopol mit Hilfe der Mafia. Der Film zeigt die großen Konzerne in den USA, deren Manager allesamt nicht rauchen, aber auch die Opfer des Tabakkonsums, die auf den Operationstischen in den Kliniken landen: Verteerte Lungen, amputierte Raucherbeine, und nur noch ein kleiner Rest an Lebenserwartung. http://superkurz.de/1vv

Zitiert aus dem Film:
Weltweit leben Millionen Tabakpflanzer von den verrufenen Kraut. Aber wie bei den Cocabauern in den Anden (siehe hierzu http://de.indymedia.org/2002/02/16078.shtml ) sind sie die armen Schlucker, stehen ganz hinten im Milliardendeal. Sie züchten ein Gewächs von dem sie mühsam leben, dass sie aber selbst nicht nutzen „ich rauche selbst nie, ich kann schon den Geruch nicht leiden, von Tabak wird mir schlecht, meine Augen schwellen an, ich bekomme Kopfschmerzen davon, sagt die Tabakarbeiterin Aischer Merth aus Balat, Westtürkei. Und dein Mann?, „der raucht!“ antwortet sie, „aber er sagt außerdem, es wäre eine Sünde wenn Frauen rauchen, aber ich tue es so wie so nicht“ fügte sie hinzu. Und die Kinder? „meine Söhne haben auch aufgehört, der jüngste hat sogar kurz vor dem Militärdienst aufgehört damit“. Wie schützt du dein Feld vor Tieren: „Kein Tier frisst Tabak, nicht mal Ziegen. Wenn man denen ein Blatt in den Mund gibst, spucken sie es aus, es ist zu Bitter!“ betont Aischer Merth. Und Ihr Hof, hier wird vermutlich das letzte mal die Ernte zum trocknen gehängt, denn die Türkei wird zu Marlboroland!

Eine fette Beute für das Internationale Tabakkartel. Hier wurde wettgemacht was auf dem westlichen Märkten verloren ging, durch die rückläufigen Zahl an Konsumenten. Die Türkei ein Bombenmarkt! 63% der Leuten rauchen, doppelt so viel wie in Deutschland. Die Türkei musste aber erst erobert, dass staatlichen Tabakmonopol geknackt werde, ein Monopol dass die heimischen Bauern vor Marlboros und Camels schützte.

Die USA wichtigster Waffenlieferant der Türkei, legte den Regierungen am „Karanal“ das lästige Monopol aufzuheben. Die Minister gehorchten! Einzige Auflagen für die Tabakinvasoren, sie müssen einen bescheidenen Anteil ihrer Zigaretten im Land selbst herstellen. Eine Auflage die keine ist! So reichte für Philipp Morris eine kleine Minihalle bei Torbali um den neuen Markt zu fluten.
Das angrenzende Grundstück wurde zwar zur Besänftigung des um Arbeitsplätze besorgten Bürgermeisters, noch schnell mit gekauft, bloß produziert wird hier vermutlich nichts. Marlboro peilt 28.000 Tonnen jährlich an, alles Import Ware aus den USA, billiger als alles auf dem Markt befindlichen türkischen Zigaretten. Mit diesen Trick wurde Polen, Russland, Thailand und anderen bereits angezapft.
Der Türkei wurde vor langer Zeit vorbereitet, zunächst gründete Philipp Morris eine Fabrik in Bulgarien. Kurz darauf wurden fliegende Händler, erst in der Altstadt Istanbuls, dann bald überall in der Türkei, Marlboro aus Bulgarien feilen. „Jetzt kämen Ware von Touristen aus Polen“ beschwichtigt der ambulante Kaufmann, ganz legal. Seine Marlboro sei jetzt leider nur um Pfennige billiger als im Laden, bedauert er. Früher sei es anders gewesen als noch richtig geschmuggelt wurde, als die Marlboro illegal und doch über seines gleiches überall zu haben war.
Es war die große Zeit der gefürchtete türkische Mafiabosse, die jährlich 12.000 Tonnen Marlboro aus Bulgarien in die Türkei geschleust hatten. Der Ameisenhandel lief geschmiert, wie bei jede harten Drogenhandeln, mit Mord und Erpressung in besten Kreisen.
Aufgedeckt hat diese Zigarettenconnektion, Ur Muntschu, einer der prominentesten Journalisten des Landes – und einer der gefährdetsten. Sein Kollege Apti Ekpetschi, wie er den gleichen Ganoven auf den Fersen, wurde bereits hingerichtet. Er hatte die Verbindungen erkannt, die zwischen den türkischen Faschisten, den sogenannten „Grauen Wölfe“ und der Mafia bestand.
Der Täter wurde gefasst. Ein Mann der 3 Monaten später mit Hilfe bestochener Polizisten , wieder untertauchen konnte. Sein Name Mechmet Ali Aktscha. Er war einer der Drahtzieher beim Marlboroschmuggel Türkei. Er war Kopf des illegalen Zigarettenvertriebs in der istanbuler Altstadt.
Erst Dealer in Axarai, dann Killer in Wartestand in der türkischen Mafiazentrale in Sofia. Hier erhielt er Waffen und Papiere für das spätere Attentat auf dem Papst. Mafia, Marlboro und die Ausschaltungs des Monopols!
Tatkräftig unterstützt ausgerechnet vom türkischen Minister für Zoll und Monopol.
Er war der Schleusenöffner für Marlboro, deshalb verurteilt zu lebenslanger Haft.
„Jede Firma muss wissen auf welchen Märkte ihre Ware verkauft werden. Ich glaube das Marlboro seine Fabrik einzig in Bulgarien baute, um den türkischen Markt zu erobern. Und der türkische Markt wurde über diesen Schmuggel erobert. Es war wirklich einmalig, wenn man in der Türkei vom Zigarettenschmuggel redete, benutzte man das Sysnonim „Marlboro“. Wenn der Zoll- und Monopol-minister im Parlament gesprochen hat, hat die Opposition gerufen „Marlboro, Marlboro“.
So offen und allen bekannt war das hier, betont der Journalist Ur Muntschu

Die Operation Bulgarien ist abgeschlossen. Der türkische Markt erobert! Die Tabakbauern in Balat bangen um ihre Galgenfrist. Ob sie überhaupt noch Tabak anpflanzen können, wissen sie nicht.
„Der Tabakanbau in der Türkei wird sterben, wenn Marlboro so billig wird wie unsere Zigaretten“, sagen die Männer hier. „Wie eine Lawine wird sich die Arbeitslosigkeit ausbreiten“, meint sein Nachbar. „Das sei ohne hin das größte Übel im Land. Wie soll der Saat damit fertig werden. Hungrige Wölfe überfallen den Bäcker, sagt man bei uns. Viele werden Diebe, Räuber und Schmuggler. Der ganze Osten unseres Landes, ist ja schon so weit“, fügte der Nachbar hinzu. „Millionen können jetzt vor Tabak leben“ meint einer aus dem Hintergrund, „aber wenn diese Quelle versiegt, was ist dann mit uns. Wo Tabak wächst, wächst sonst nichts! Die Amis sollten uns gleich mitnehmen, dass ist das Fazit der Gefällten“ beendet dieser aus dem Hintergrund.

Aber in Marlborocountry sieht es nicht besser aus. Tabakbörse in Maryland ... zitiert aus dem Film.

Wie passt das alles mit den Solidaritätserklärungen zusammen?
Aus dem Kapitel H - Kampfprogramm und Prinzipien der Kleinarbeit der MLPD ist nämlich unter Punkt 4. folgendes zu entnehmen:
„Die MLPD führt einen entschiedenen Kampf gegen den Raubbau an den Lebenskräften und der Gesundheit der Jugend und leistet ihren Beitrag gegen ihre Verrohung und Verelendung. Sie führt einen aktiven Kampf gegen den Drogensumpf.“

Suchtpräventive Bemühungen müssen aber bereits beim Rauchen ansetzen. Aufgrund der enormen Verbreitung des Rauchens schon bei Kindern und unter 16-Jährigen sowie neuerer Erkenntnisse über das Suchtpotential des Tabaks und dessen Gesundheitsrisiken insbesondere für Kinder und Jugendliche, ist ein grundsätzliches Umdenken im Umgang mit dem Rauchen auch in Einrichtungen der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit notwendig. Zudem besteht ein Zusammenhang zwischen dem Rauchen und dem Konsum anderer psychoaktiver Substanzen. Insofern stellt Tabak die typische "Einstiegsdroge" dar. Es gibt daher mehrere Gründe für JugendarbeiterInnen, das Nichtrauchen in Jugendeinrichtungen zu fördern und den Beginn des Zigarettenrauchens zu verhindern oder hinauszuzögern und eine entsprechende Klimaveränderung ihren Einrichtungen herbeizuführen. http://www.suchthh.de/zeitung/drogenfrei.htm

Frankfurt/Main (dpa) - Frühes Rauchen in der Kindheit und Jugend begünstigt nach Ansicht von Medizinern psychische Erkrankungen wie Depression, Hyperaktivität und Angststörungen bei jungen Erwachsenen. Außerdem hätten US-amerikanische Untersuchungen gezeigt, dass rauchende Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren sehr viel häufiger zu Alkohol, Cannabis und Kokain griffen als nichtrauchende Jugendliche,
http://www.netdoktor.de/News/Rauchende-Teens-Haeufig-dep-1075665.html

Tabakrauch ist nur ein Luftschadstoff von vielen. Doch nicht jedem von ihnen ist man gleichermaßen ausgesetzt: Am häufigsten und stärksten wird ein durchschnittlicher Einwohner Deutschlands vom Tabakrauch in der Innenraumluft belastet - mehr noch als von den Schadstoffen in der Außenluft.
Außerdem birgt das Luftschadstoffgemisch Tabakrauch: Armut, Krankheit, Invalidität und vorzeitigen Tod. Den Wert der Gesundheit erkennen wir erst dann, wenn wir sie verloren haben!

Mit solidarischen Grüßen
Stefano

Re: Tabakindustrie, rationalisiert und automatisiert!

Abgeschickt von Stefan am 29.01.2010 12:45
schick` das `mal in die Türkei und dann wundere dich nicht was sie mit dir machen!

Stefan H.

Re: Tabakindustrie, rationalisiert und automatisiert!

Abgeschickt von Stefano am 30.01.2010 11:06
Was konkret soll ich in die Türkei schicken Stefan?

Stimmt es etwa nicht, dass rauchende Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren sehr viel häufiger zu Alkohol, Cannabis und Kokain greifen als nichtrauchende Jugendliche?

Stimmt es etwa nicht, dass die MLPD einen entschiedenen Kampf gegen den Raubbau an den Lebenskräften und der Gesundheit der Jugend führt und ihren Beitrag gegen ihre Verrohung und Verelendung leistet - und einen aktiven Kampf gegen den Drogensumpf führt?

Stimmt es etwa nicht, dass Marlboro seine Fabrik einzig in Bulgarien baute, um den türkischen Markt zu erobern? Hast du schon mal hin geschaut, welche Zigarettenmarke unsere türkischen Kollegen verqualmen, insbesondere aber die Jugend?

Hochatmungsvoll :)
Stefano

Re: Tabakindustrie, rationalisiert und automatisiert!

Abgeschickt von Gregor Huberts am 01.02.2010 18:57
Es saß einmal ein alter Mann und ein junger Mann in einem Restaurant. Der junge Mann rauchte und der Rauch umwickelte den alten Mann. Er fühlte sich gestört und ging zum jungen Mann und bat ihn, die Zigarette auszumachen. Der junge Mann weigerte sich, woraufhin der alte Mann das Glas den jungen Mannes nahm und hineinspuckte. Entsetzt schaute ihn der junge Mann an und fragte ihn, was das solle. Der alte Mann setzte sich wieder auf seinen Platz und sagte zu seinen Freunden:"Wenn er hier rauchen darf, darf ich hier auch spucken."



Ach ja Stefano, ich halte das irgendwie für sehr abgedroschenes "Probagandamaterial". Ich mein jedes Unternhemen versucht doch Märkte zu erobern und Konkurrenten zu vertreiben. Hätte sich da PhillipMorris nicht niedergelassen wäre es wohl BritishAmericanTobacco gewesen, oder etwas nicht? (Das soll beim besten Willen kein persönlichen Angriff sein, ich versuche dich lediglich aus der Deckung herauszukitzeln und fordere dich freundlich dazu auf, deine Aussagen mit Leben zu füllen :) )


Beste Grüße,

Gregor

Re: Tabakindustrie, rationalisiert und automatisiert!

Abgeschickt von Stefano am 04.02.2010 11:30
Hallo Stefan,

da du meine 3 Zusatzfragen bislang ausgewichen bist, möchte ich doch noch auf deinen Einschüchterungsversuch eingehen (schick` das `mal in die Türkei und dann wundere dich nicht was sie mit dir machen!) deine Worte.

Ja was denkst du, was die mit mir machen Stefan? Du hast aber schon Recht, sich für die Lufthygiene bzw. suchtpräventive Maßnahmen einzusetzen ist fast ebenso Gefährlich wie sich gegen den Faschismus bzw. sich für den echten Sozialismus einzusetzen!
Unfassbar! Und doch öfter vorgekommen, als uns lieb sein kann: Leipziger Busfahrer läuft das Blut aus der gebrochene Nase. Der Kiefer ist geprellt, 5 Zähne ausgeschlagen und das alles nur, weil er zwei Fahrgästen gebeten hatte ihre Zigaretten im Bus auszumachen.
Ist es das, worüber ich mich dann nicht wundern soll Stefan?

Ich kann dich aber beruhigen, ich kämpfe bereits seit Mitte der 70er Jahren gegen diese verqualmte Unkultur. In der Öffentlichkeit aber erst seit dem Spiegelbericht "Nichtraucher wehrt euch!" vom Mai 1981. Übrigens auch auf das Pfingstjugendtreffen 1997 und 1999.

An den Folgen des Tabakkonsums würden weltweit, jedes Jahr über zwei Millionen Menschen vorzeitig sterben. An asbestbedingten Krankheiten mehr als 100.000 ArbeiterInnen.
Warum aber nur einen Weltweiten Verbot der Produktion und Vertrieb von Asbest- und nicht auch von Tabakprodukte gefordert wird, wird wohl dein Geheimnis bleiben! Wo bleibt da die logische Konsequenz?

Gruß
Stefano

Re: Tabakindustrie, rationalisiert und automatisiert!

Abgeschickt von Stefan am 05.02.2010 01:17
Hallo Stefano,

vergiss`meinetwegen meinen Kommentar, habe mich doch wieder von deinen "Ausführungen" provozieren lassen, habe aber, ähnlich wie bei Hartz IV, keine Lust nochmals eine "Raucher- Nichtraucherdiskussion" zu führen!

Für mich gilt nur: Solidarität mit den streikenden Arbeitern in der Türkei!

du brauchst nicht zu antworten/darauf einzugehen, was ich nur sagen will: ich weiche deinen "Zusatzfragen" nicht aus, die Diskussion geht für mich, andere sehen das vielleicht anders, völlig am Thema vorbei = deshalb werde ich sie einfach nicht beantworten und dies zu bewerten überlasse ich dir, es ist mir auch relativ egal.

Gruß
Stefan H.

Re: Tabakindustrie, rationalisiert und automatisiert!

Abgeschickt von Kurt am 05.02.2010 21:58
Auch meine Solidarität gilt den streikenden Arbeitern der Türkei.Meine Hochachtung der Gewerkschaft,soviele Arbeiter zu einem berechtigten Streik,aufzurufen.Das für solange Zeit? Der Wille und soviel Durchhaltevermögen!Alle Achtung.Ich wünsche ihnen Erfolg.
Es stellt sich hier die Frage.Muss die Türkische Gewerkschaft,der Deutschen Gewerkschaft vormachen,wie ein Streik,in so kurzer Zeit,organisiert und durchgeführt wird?Der DGB wird sich schneller entscheiden müssen ob er "für oder gegen" den Generalstreik ist.Besser.Ob für die Regierung arbeitend,oder für ihre Arbeiter/Mitglieder.Eine Dämpfungstaktik/Ruhigstellung der Arbeiter wird so nicht mehr lange funktionieren.Siehe die ersten Streiks ohne Abstimmungen.Ohne ja und aber der Gewerkschaft.Auch der Rückgang der Mitgliederzahlen beweisen so einiges.Ein Vertrauensverlust ist definitiv zu verzeichnen.
Wie man die Arbeiter zum berechtigten Streik/Gegenwehr mobilisiert?
Ausgerechnet uns Deutschen Arbeitern?Die ja,der Chronik nach,mehr Erfahrungen über die gesamte Streikproblematik gegenüber den Monopolkapitalisten hat?
Zumal wir diese Kämpfe schon einmal durchführten.Es hat sich nichts geändert.Nur die Namen und Jahresangaben.Durch diesen Volksfeindlichen Kurs der Monopolkapitalisten und der Regierung,müsste ein jeder Bürger langsam begriffen haben,dass offene Massenkämpfe,nicht nur vor den jeweiligen Werkstoren,nicht mehr auszuweichen sind.

Re: Tabakindustrie, rationalisiert und automatisiert!

Abgeschickt von Stefano am 10.02.2010 00:03
Georg schreibt:
>>>Es saß einmal ein alter Mann und ein junger Mann in einem Restaurant.
Der junge Mann rauchte und der Rauch umwickelte den alten Mann.<<<

Das Märchen kenne ich aber ganz anders Georg! Daher möchte ich hier deine freundliche Aufforderung befolgen und meine Aussagen, wie folgt, mit Leben erfüllen:
Ein alter Mann hatte die beiden Jugendlichen auf das Rauchverbot in der U-Bahn aufmerksam gemacht. Als die Jugendlichen ihre Zigaretten nicht ausmachen wollten, hat der alte Mann die jungen Männer halb tot zusammengeschlagen. Oder war das anders herum? http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,564531,00.html

Weiterhin fügtest du hinzu >>>Wenn er hier rauchen darf, darf ich hier auch spucken."<<<
Auch diese Märchen kenne ich ganz anders Georg! Auf der Gründungsversammlung der türkischen Vereinigung "Rauchfreies Leben" e.V. in Ehringshausen sagte der Mufti: "Wenn jemand in einem geschlossenen Raum raucht, dann ist es das selbe, als würde er dir in´s Wasserglas spucken. Würde dir das gefallen? Wohl nicht!
http://rfl-ev.de/scans/Foto_Gruendungsmitglieder.JPG sitzend der Mufti, ein Rechtsgelehrter, der ein islamrechtliches Gutachten (Fatwa) über eine Rechtsfrage nach Maßstäben der Rechtswissenschaft „Fiqh“ abgibt und dieses gemäß der von ihm befolgten Rechtsschule schariarechtlich begründet.

>>>Ach ja Stefano, ich halte das irgendwie für sehr abgedroschenes "Probagandamaterial". Ich mein jedes Unternehmen versucht doch Märkte zu erobern und Konkurrenten zu vertreiben. Hätte sich da PhillipMorris nicht niedergelassen wäre es wohl BritishAmericanTobacco gewesen, oder etwas nicht?<<<

Habe ich das irgendwo bestritten Georg? Es geht darum wer hier für den Verkauf der Arbeitsplätze zur Herstellung legaler Drogen, an den internationalen Konzern BritishAmericanTobacco (BAT) verantwortlich ist. Die Produzenten- oder die Konsumenten legaler Drogen? Aus dem „sehr abgedroschenes Probagandamaterial", wie du „Komm ins Land der Leichen - Die Droge Tabak und ihre Opfer“ bezeichnest, geht eindeutig hervor. Der Journalist Ur Muntschu betonte: „Und der türkische Markt wurde über diesen Schmuggel erobert.“ Das heißt, was würde z.B. passieren wenn in Deutschland VW-Fahrer plötzlich alles anderes fahren würden, nur keine VW mehr? Richtig! Das VW-Werk wird dicht gemacht und verkauft.

Aus der „junge Welt“ vom 05.02.2010 ist jedoch folgendes zu entnehmen: "Nach dem Verkauf der staatlichen Tabakfabriken an British American Tobacco (BAT) hatte die islamisch-konservative AKP-Regierung die Schließung der landesweiten Tekel-Lager verfügt und den 12000 Beschäftigten die Überführung in den sogenannten 4/C-Status aus zehnmonatiger Kurzarbeit mit drastischen Gehaltseinbußen und dem Verlust sozialer Rechte angeboten. Die Tekel-Arbeiter nennen 4/C ein Versklavungsgesetz und fordern statt dessen ihre Übernahme in andere staatliche Betriebe ohne Lohnverlust."

Solch eine Entschlossenheit hat es in der Arbeiterbewegung der Türkei seit zwanzig Jahren nicht mehr gegeben. Die berechtigte Forderung „Übernahme ohne Lohnverlust“ muss daher mit Nachdruck unterstützt werden! Jedoch nicht die Forderung zum Erhalt der Arbeitsplätze in der Tabakindustrie. Warum? Unter anderem auch weil: Zehntausende als Tabakpflücker arbeitende Kinder in Malawi (Afrika), laut einem Bericht einer gefährlich hohen Nikotinbelastung ausgesetzt sind. Die in London ansässige Kinderhilfsorganisation Plan International schätzt, dass in dem armen afrikanischen Land mehr als 78.000 Kinder jeden Tag bis zu zwölf Stunden auf den Tabakplantagen arbeiten. Quelle http://superkurz.de/1vG sowie http://superkurz.de/1vI Tabak also, dass u.U. auch in den Tekel-Lager lagert.

Warum aber nur einen weltweiten Verbot der Produktion und Vertrieb von Asbest- und nicht auch von Tabakprodukte gefordert wird, wird wohl ein Geheimnis der CO2-Liebhaber bleiben! Wo bleibt da die logische Konsequenz?

Rund zwanzig GewerkschaftsführerInnen aus den drei führenden Förderländern Russland, Kasachstan und Brasilien waren der Einladung der Internationalen Asbestarbeiter-Gewerkschaft Chrysotil gefolgt - eine offenkundige Kampferklärung an die Adresse der BHI. Sie waren zusammengekommen, um eine weltweite Pro-Asbest-Kampagne zu lancieren.
Viel Angst, viel Furcht vor dem Asbest, doch Tabakrauch stinkt wie die Pest und gibt uns ebenso den Rest! Deshalb ist Asbest seit 2005 innerhalb der EU folgerichtig verboten!

Im übrigen finde ich, dass die NGG-Argumente aus den 80er Jahren eine gute Verhandlungsbasis für die Übernahme der Tekel-Arbeiter in andere staatliche Betriebe ohne Lohnverlust ist.

Mit solidarischen Grüßen
Hochatmungsvoll :)
Stefano



Re: Tabakindustrie, rationalisiert und automatisiert!

Abgeschickt von Stefano am 26.10.2010 14:27
Auf rf-news.de vom 25.10.10 wird darauf hingewiesen, dass die Erhöhung der Tabaksteuer, als Geschenk für die Konzerne dienen würde.

Hm, einerseits kritisieren Sozialverbänden und Gewerkschaftern massiv die Erhöhung der Tabaksteuer, andererseits schauen aber die selben Kritiker darüber hinweg, dass die Lebensmittelhersteller, nach Angaben von Verbraucherschützern, die Preise bei Lebensmitteln erhöht haben.
Wie passt das zusammen? Wo bleibt da die Konsequenz?
Jeder einzelne Erwachsene ist doch für sich selbst verantwortlich! Niemand wird gezwungen zu rauchen, aber niemand kann darauf verzichten sich zu ernähren.

"Rauchen wird teurer - Nikotinindustrie und Lobbyisten sind zufrieden. Paradox? Nicht in der Logik von Union und FDP: Die Regierung hebt die Steuern auf Feinschnitt-Tabak stärker an als Abgaben auf normale Zigaretten. Die Konzerne können deshalb auf steigende Umsätze hoffen."
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,725236,00.html

Viel Spaß beim lesen
Hochatmungsvoll
Stefano


Re: Tabakindustrie, rationalisiert und automatisiert!

Abgeschickt von Stefano am 22.11.2010 14:04
Hallo Jens-Uwe,

ich finde das dieses Thema nur am Rande etwas mit Mao zu tun hat, daher bin ich auf die Rubrik "Tabakindustrie" ausgewichen.

Du schreibst: "Da möchte ich dich bloß an deine Beiträge in Sachen Umwelt erinnern. Wobei ich nicht von spalten geschrieben habe."

Tja Jens-Uwe, um Klar zu sehen, genügt manchmal nur die Blickrichtung zu wechseln. Was haben Beiträge in Sachen Umwelt mit "Anti-Raucher Lektüre" zu tun? "Da fand ich deine Anti-Raucher Lektüre schon anspruchsvoller." deine Worte.
Durch die Kategorisierung "Anti-Raucher" wird nämlich die Öffentliche Gesundheitspflege bzw. Primärprävention als etwas Menschenfeindliches eingestuft. Wenn du also meine Beiträge aufmerksam gelesen hast, dann wirst du lediglich Hinweise auf die zusätzlich Innenraumluftbelastung durch das Luftschadstoffgemisch Tabakrauch finden, ohne die Verursacher zu Personifizieren. Schließlich werden die Verursacher der Außenluftbelastung durch Industrie- und Autoabgase auch nicht durch "Autofahrer" usw. Personifiziert. Die separatistische (spalterischen) Begriffe "Raucher" und "Nichtraucher" sind aus marktpolitisch motivierten Bestrebungen kreiert worden. Wie z.B. auch die Begriffe "Rechtsextremismus" und "Linksextremismus" kreiert wurden, um vom Faschismus und Kommunismus abzulenken. "Links/Rechtsextremismus" gibt es also nicht, wie es auch "Raucher/Nichtraucher" nicht geben kann! Alles Klar Jens-Uwe?

"Es zeigt sich für mich zur Genüge, dass eine vernünftige Auseinandersetzung mit dir nur sehr bedingt möglich ist."

Tja Jens-Uwe, in dem Netz von Betrug und Gewalt, das die Monopole zur Aufrechterhaltung ihrer Macht ausgebreitet haben, spielt die Manipulation der öffentlichen Meinung eine wesentliche Rolle. Das Denken und Handeln der Massen soll so beeinflusst werden, dass sie sich leicht beherrschen und in den Dienst der Monopole spannen lassen, ohne dass sie das merken.
Mag daher sein, dass eine "vernünftige Auseinandersetzung" mit mir "nur sehr bedingt möglich" ist :)

Beste Grüße
Stefano


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