Kautsky und Bernstein und ihr Verhältnis zum Marxismus
Hallo zusammen,
ich beschäftige mich momentan intensiv mit Karl Kautsky und Eduard Bernstein.
Was meint ihr, waren die beiden eher Vertreter oder Verräter des Marxismus?
Freue mich auf eure Antworten.
Viele Grüße
ich beschäftige mich momentan intensiv mit Karl Kautsky und Eduard Bernstein.
Was meint ihr, waren die beiden eher Vertreter oder Verräter des Marxismus?
Freue mich auf eure Antworten.
Viele Grüße
Hallo Chris,
wenn Du Dich intensiv mit Kautsky und Bernstein beschäftigst....solltest Du zumindest(!) auch "Staat und Revolution" von Lenin lesen
vielleicht erübrigen sich ja dann schon weitere Antworten!
Viele Grüße
Stefan H.
wenn Du Dich intensiv mit Kautsky und Bernstein beschäftigst....solltest Du zumindest(!) auch "Staat und Revolution" von Lenin lesen

vielleicht erübrigen sich ja dann schon weitere Antworten!
Viele Grüße
Stefan H.
Am Rande:
Interessanterweise scheinen viele Theoretiker des Sozialismus, zu denen Kautsky vielleicht auch gezählt werden kann, nicht aus der Arbeiterschaft, sondern aus intellektuellen, kleinbürgerlichen Verhältnissen.
Vielleicht einer der Gründe für magelndes Vertrauen in die Massen, selbst die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Das gipfelt z.B. in Bestrebungen, im Sozialismus eine Presse Zensur einzurichten, um die Massen vor konterrevolutionärer Propaganda zu schützen. So zumindest der unwidersprochene Trend hier im Forum.
Interessanterweise scheinen viele Theoretiker des Sozialismus, zu denen Kautsky vielleicht auch gezählt werden kann, nicht aus der Arbeiterschaft, sondern aus intellektuellen, kleinbürgerlichen Verhältnissen.
Vielleicht einer der Gründe für magelndes Vertrauen in die Massen, selbst die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Das gipfelt z.B. in Bestrebungen, im Sozialismus eine Presse Zensur einzurichten, um die Massen vor konterrevolutionärer Propaganda zu schützen. So zumindest der unwidersprochene Trend hier im Forum.
Schade Stefan P.,
bisher dachte ich du bist an einer ernsthaften Auseinandersetzung interessiert, ich wollte sogar Peter R. (an anderer Stelle) wegen seiner "überzogenen Kritik" kritisieren....
mittlerweile stellst du dich aber selbst ins Abseits. Willst du jetzt die Diskussion "Pressefreiheit" hier neu aufmachen? Versuche dich doch erstmal an den dich sicher auch "weiterbringenden" Tipps, wobei ich mir, wie oben angeführt, nicht mehr sicher bin ob du das auch ernsthaft willst!
Hast DU(!) dich mit Kautsky beschäftigt? Dein zweiter Absatz steckt voller Widersprüche, aber wie gesagt, darauf einzugehen macht nur dann Sinn wenn auch du dich "bewegst"!
Stefan H.
bisher dachte ich du bist an einer ernsthaften Auseinandersetzung interessiert, ich wollte sogar Peter R. (an anderer Stelle) wegen seiner "überzogenen Kritik" kritisieren....
mittlerweile stellst du dich aber selbst ins Abseits. Willst du jetzt die Diskussion "Pressefreiheit" hier neu aufmachen? Versuche dich doch erstmal an den dich sicher auch "weiterbringenden" Tipps, wobei ich mir, wie oben angeführt, nicht mehr sicher bin ob du das auch ernsthaft willst!
Hast DU(!) dich mit Kautsky beschäftigt? Dein zweiter Absatz steckt voller Widersprüche, aber wie gesagt, darauf einzugehen macht nur dann Sinn wenn auch du dich "bewegst"!
Stefan H.
"ich beschäftige mich momentan intensiv mit Karl Kautsky und Eduard Bernstein.
Was meint ihr, waren die beiden eher Vertreter oder Verräter des Marxismus?"
Kautsky und Bernstein waren Sozialdemokraten. Wie alle Sozialdemokraten hielten sie am kapitalistischen Wirtschaftssystem fest. Der leider auch in der MLPD bis zur Absurdität platt getretene Begriff des "Verräters", wenn er denn auf Kautsky und Bernstein angewandt werden soll, müsste dann aber auch auf alle Sozialdemokraten, einschließlich Schröder, Müntefering und Gysi angewandt werden. Dieser völlig undifferenzierte und reichlich kindische Umgang mit dem Begriff "Verräter" macht jedoch blind für den realen Klassenkampf. Denn wenn alle Sozialdemokraten Verräter sind, was sind dann Christdemokraten und Liberale? ...
Ich empfehle allen, sich etwas nüchterner und emotionsloser um eine objektive Beurteilung der Menschen in der bürgerlichen Gesellschaft zu bemühen.
Was meint ihr, waren die beiden eher Vertreter oder Verräter des Marxismus?"
Kautsky und Bernstein waren Sozialdemokraten. Wie alle Sozialdemokraten hielten sie am kapitalistischen Wirtschaftssystem fest. Der leider auch in der MLPD bis zur Absurdität platt getretene Begriff des "Verräters", wenn er denn auf Kautsky und Bernstein angewandt werden soll, müsste dann aber auch auf alle Sozialdemokraten, einschließlich Schröder, Müntefering und Gysi angewandt werden. Dieser völlig undifferenzierte und reichlich kindische Umgang mit dem Begriff "Verräter" macht jedoch blind für den realen Klassenkampf. Denn wenn alle Sozialdemokraten Verräter sind, was sind dann Christdemokraten und Liberale? ...
Ich empfehle allen, sich etwas nüchterner und emotionsloser um eine objektive Beurteilung der Menschen in der bürgerlichen Gesellschaft zu bemühen.
Man sollte nicht ein einzelnes Wort in den Mittelpunkt der Bewertung von Bernstein und Kautsky stellen, sondern das Wesen ihres politischen Wirkens.
Das charakterisierte Lenin in seinem Werk "Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus" sehr klar:
Wenn die Führer der heutigen sogenannten "sozialdemokratischen" Partei Deutschlands mit Recht "Sozialimperialisten" genannt werden, d.h. Sozialisten in Worten, Imperialisten in der Tat, so hat Hobson bereits 1902 in England das Vorhandensein von "Fabier-Imperialisten" festgestellt, die der opportunistischen "Gesellschaft der Fabier" angehören.
Bürgerliche Gelehrte und Publizisten treten als Verteidiger des Imperialismus gewöhnlich in etwas verkappter Form auf, indem sie die völlige Herrschaft des Imperialismus und seine tiefen Wurzeln vertuschen, dafür aber Einzelheiten und nebensächliche Details in den Vordergrund zu rücken versuchen, um durch ganz unernste "Reform"projekte von der Art einer Polizeiaufsicht über die Trusts oder Banken u.a. die Aufmerksamkeit vom Wesentlichen abzulenken. Seltener treten zynische, offene Imperialisten auf, die den Mut haben, auszusprechen, wie unsinnig es ist, die Grundeigenschaften des Imperialismus reformieren zu wollen.
Interessant finde ich die Konstanz der Grundidee von der Unterpolizeiaufsichtstellung des Kapitals, um Ausbeutung und Schlimmeres zu verhindern.
Hat man doch heute, zeitgemäß und im internationalem Stil, keine wirklich andere Idee.
Das ist , wenn man es ausnahmsweise mal so nennen will, das "Hauptverdienst" von Kautsky , Bernstein und Co ..............
Das charakterisierte Lenin in seinem Werk "Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus" sehr klar:
Wenn die Führer der heutigen sogenannten "sozialdemokratischen" Partei Deutschlands mit Recht "Sozialimperialisten" genannt werden, d.h. Sozialisten in Worten, Imperialisten in der Tat, so hat Hobson bereits 1902 in England das Vorhandensein von "Fabier-Imperialisten" festgestellt, die der opportunistischen "Gesellschaft der Fabier" angehören.
Bürgerliche Gelehrte und Publizisten treten als Verteidiger des Imperialismus gewöhnlich in etwas verkappter Form auf, indem sie die völlige Herrschaft des Imperialismus und seine tiefen Wurzeln vertuschen, dafür aber Einzelheiten und nebensächliche Details in den Vordergrund zu rücken versuchen, um durch ganz unernste "Reform"projekte von der Art einer Polizeiaufsicht über die Trusts oder Banken u.a. die Aufmerksamkeit vom Wesentlichen abzulenken. Seltener treten zynische, offene Imperialisten auf, die den Mut haben, auszusprechen, wie unsinnig es ist, die Grundeigenschaften des Imperialismus reformieren zu wollen.
Interessant finde ich die Konstanz der Grundidee von der Unterpolizeiaufsichtstellung des Kapitals, um Ausbeutung und Schlimmeres zu verhindern.
Hat man doch heute, zeitgemäß und im internationalem Stil, keine wirklich andere Idee.
Das ist , wenn man es ausnahmsweise mal so nennen will, das "Hauptverdienst" von Kautsky , Bernstein und Co ..............
Hallo Cjris!
Auch ich beschäftige mich zur Zeit mit Kautsky und vor allem mit Lenin und seiner Kritik an Kautsky.
Ich würde Kautsky nicht direkt als Verräter des Marxismus bezeichnen wollen,doch aber als Renegaten und Überläufer.
Bis zur II. Internationale (zwar als Sozialdemokrat) noch waschechter Marxist,so lief er doch bald zum Zentrismus und Sozialchauvinismus über,was man doch deutlich an seiner Arbeit "Die Diktatur des Proletariats" von 1918 sehen kann.In dieser Arbeit zerpflückt er den Marxismus,entnimmt Teile dem Zusammenhang und versucht somit den Marxismus sowohl für die Arbeiterklasse als auch für die Bourgeoisie annehmbar zu gestalten.
Damit ist natürlich die Spaltung der Arbeiterklasse vorprogrammiert.Und das ist auch eingetreten.
Für mich ist Karl Kautsky ein sozialdemokratischer Marxist,der den Marxismus auf seine ganz eigene und -seinerzeit völlig im Trend für die Sozialdemokratie- sozialchauvinistische Weise auslegt und sich damit der Bourgeoisie anbiedert.
Wie sonst ist zu erklären,daß er in o.g. Arbeit keine einzige Frage konkret-dialektisch beantwortet und sich scheut,exakte Definitionen für Begriffe (wie zum Beispiel "Diktatur")zu geben.
Lenin hat dies in seiner Kritik "Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky" vom Oktober 1918 sehr eindrucksvoll aufgedeckt.
LG Luka
Auch ich beschäftige mich zur Zeit mit Kautsky und vor allem mit Lenin und seiner Kritik an Kautsky.
Ich würde Kautsky nicht direkt als Verräter des Marxismus bezeichnen wollen,doch aber als Renegaten und Überläufer.
Bis zur II. Internationale (zwar als Sozialdemokrat) noch waschechter Marxist,so lief er doch bald zum Zentrismus und Sozialchauvinismus über,was man doch deutlich an seiner Arbeit "Die Diktatur des Proletariats" von 1918 sehen kann.In dieser Arbeit zerpflückt er den Marxismus,entnimmt Teile dem Zusammenhang und versucht somit den Marxismus sowohl für die Arbeiterklasse als auch für die Bourgeoisie annehmbar zu gestalten.
Damit ist natürlich die Spaltung der Arbeiterklasse vorprogrammiert.Und das ist auch eingetreten.
Für mich ist Karl Kautsky ein sozialdemokratischer Marxist,der den Marxismus auf seine ganz eigene und -seinerzeit völlig im Trend für die Sozialdemokratie- sozialchauvinistische Weise auslegt und sich damit der Bourgeoisie anbiedert.
Wie sonst ist zu erklären,daß er in o.g. Arbeit keine einzige Frage konkret-dialektisch beantwortet und sich scheut,exakte Definitionen für Begriffe (wie zum Beispiel "Diktatur")zu geben.
Lenin hat dies in seiner Kritik "Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky" vom Oktober 1918 sehr eindrucksvoll aufgedeckt.
LG Luka
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Aktivieren durch mkoeln um 04.08.2010 23:25
