Reiche zur Kasse bitten (Staatsschulden abbaubar)

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Re: Reiche zur Kasse bitten (Staatsschulden abbaubar)

Abgeschickt von Jens-Uwe Springer am 01.01.2012 17:00

An den Staatsschulden sehen wir, wie sehr sich das Finanzkapital den Staat bereits vollkommen untergeordnet hat. Es ist eine unvermeidliche Folge in der Entwicklung des Kapitalismus, wo das Finanzkapital die Herrschaft ausübt.
Die Forderung nach Besteuerung der Reichen übersieht die Macht und Eigentumsverhältnisse unter denen wir z.Z. leben. Sie macht nur insoweit Sinn, dass sie unmittelbar verbunden sein muss mit der Perspektive des Sozialismus.
Mit diesem Thema hat sich auch Karl Marx bereits eingehend beschäftigt.

>>Mit der Entwicklung und Akkumulation des bürgerlichen Eigentums, d. h. mit der Entwicklung des Handels und der Industrie wurden die Individuen immer reicher, während der Staat immer verschuldeter wurde. Dies Faktum trat schon hervor in den ersten italienischen Handelsrepubliken, zeigte sich später in seiner Spitze in Holland seit dem 18. Jahrhundert ... und findet jetzt wieder statt in England. Es zeigt sich daher auch, dass, sobald die Bourgeoisie Geld gesammelt hat, der Staat bei ihr betteln gehen muss und endlich von ihr geradezu an sich gekauft wird. K. Marx, Deutsche Ideologie, MEW 3, 344f.<<


>>Die öffentliche Schuld wird einer der energischsten Hebel der ... Akkumulation. Wie mit dem Schlag der Wünschelrute begabt sie das unproduktive Geld mit Zeugungskraft und verwandelt es so in Kapital, ohne dass es dazu nötig hätte, sich der von industrieller und selbst wucherischer Anlage unzertrennlichen Mühwaltung und Gefahr auszusetzen.
Die Staatsgläubiger geben in Wirklichkeit nichts, denn die geliehene Summe wird in öffentliche leicht übertragbare Schuldscheine verwandelt, die in ihren Händen fortfungieren, ganz als wären sie ebenso viel Bargeld.
Aber auch abgesehen von der so geschaffenen Klasse müßiger Rentner und von dem improvisierten Reichtum der zwischen Regierung und Nation die Mittler spielenden Finanziers wie auch von dem der ... Kaufleute, Privatfabrikanten, denen ein gut Stück jeder Staatsanleihe den Dienst eines vom Himmel gefallenen Kapitals leistet hat die Staatsschuld die Aktiengesellschaften, den Handel mit käuflichen Effekten aller Art, die Agiotage (Gründergewinn von Aktiengesell-schaften) emporgebracht, in einem Wort: das Börsenspiel und die moderne Bankokratie. K. Marx, Kapital I, MEW 23, 782f.<<

>>Wenn die Demokraten die Regulierung der Staatsschulden verlangen, verlangen die Arbeiter den Staatsbankrott. K. Marx, An die Mitglieder des Kommunistischen Bundes, MEW 7, 253.<<

Daher ist die Forderung a´la Wagenknecht bereits Ausdruck davon, wie sehr die LINKE den Reformismus der "alten" SPD neu auflegt, in der Hoffnung möglichst viele vom revolutionären Ausweg abzulenken und in den engen Spuren des bürgerlichen Parlamentarismus zu halten.

beste Grüße
Jens-Uwe
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