Was hält die MLPD von der holländische SP?
Eigentlich die einzige Partei in Europa mit "maoistischen" Hintergrund, die sich zu einer erfolgreichen linkspopulistischen Massenpartei entwickelt hat.
Hallo Stefan,
etwas Grundlegendes, hast du aber vergessen. Man kann sich durchaus der kleinbürgerlichen Denkweise der Massen anpassen (wie die SP), und von einer Partei mit "maoistischem" Hintergrund, zu einer linksreformistischen Partei generieren. Ziel sollte es aber sein, zu einer revolutionären Massenpartei zu werden.
Auch wenn diese Aufgabe, ungemein schwieriger ist, so wird sich bei den vorhandenen Massen während der anhaltenden Wirtschaftskrise, doch so manches verändern. Und dies wird sich nicht nur in ihrer Denkweise bemerkbar machen, sondern auch in der Praxis.
Spätestens dann, wenn es einem wie Schuppen von den Augen fällt, dass die Theorie und Praxis einer SP in Holland, oder der PdL (Partei die Linke), nur zu einem Kapitalismus a la Willy Brandt führt, und sich trotzdem die Folgen der Weltwirtschaftskrise immer noch verheerend auf die Bevölkerung Hollands bzw. Deutschlands auswirkt, werden den Wählerinnen und Wählern solche linkspopulistische Parteien nicht mehr genügen.
Denn einen Denkfehler haben alle linkspopulistischen Parteien an sich. Während diesselbigen Parteien sich immer mehr in das herrschende System integrieren, radikalisieren sich die Massen zunehmend. Und mit Voranschreiten dieses Prozesses, wird den linksreformistischen Parteien ihr Wahlvolk davonschwimmen.
Gruß - Jürgen Binder
etwas Grundlegendes, hast du aber vergessen. Man kann sich durchaus der kleinbürgerlichen Denkweise der Massen anpassen (wie die SP), und von einer Partei mit "maoistischem" Hintergrund, zu einer linksreformistischen Partei generieren. Ziel sollte es aber sein, zu einer revolutionären Massenpartei zu werden.
Auch wenn diese Aufgabe, ungemein schwieriger ist, so wird sich bei den vorhandenen Massen während der anhaltenden Wirtschaftskrise, doch so manches verändern. Und dies wird sich nicht nur in ihrer Denkweise bemerkbar machen, sondern auch in der Praxis.
Spätestens dann, wenn es einem wie Schuppen von den Augen fällt, dass die Theorie und Praxis einer SP in Holland, oder der PdL (Partei die Linke), nur zu einem Kapitalismus a la Willy Brandt führt, und sich trotzdem die Folgen der Weltwirtschaftskrise immer noch verheerend auf die Bevölkerung Hollands bzw. Deutschlands auswirkt, werden den Wählerinnen und Wählern solche linkspopulistische Parteien nicht mehr genügen.
Denn einen Denkfehler haben alle linkspopulistischen Parteien an sich. Während diesselbigen Parteien sich immer mehr in das herrschende System integrieren, radikalisieren sich die Massen zunehmend. Und mit Voranschreiten dieses Prozesses, wird den linksreformistischen Parteien ihr Wahlvolk davonschwimmen.
Gruß - Jürgen Binder
Dazu fällt mir ein,
dass ich für die SP (“Hollands Maoisten”)
in einem taz-Blog mal eine Lanze gebrochen hatte:
http://blogs.taz.de/meineguete/2007/07/26/hollands-maoisten-und-die-demokratie/
Weiter unten schrieb ich:
> Ihre Einschätzung, dass die SP sich von Mao “richtig”
> distanzieren müsse ist absurd, denn diese Partei hatte,
> wie alle maoistischen Parteien der 1970er Jahre,
> nie wirklich etwas mit China zu tun.
> Der “Maoismus” war genau genommen eine Kritik
> an den damaligen moskautreuen kommunistischen Parteien
> und an dem bürokratischen und undemokratischen System
> in der Sowjetunion. China galt in dieser Zeit als ein Art Gegenmodell.
> Nachdem der Irrtum eingesehen war und die Wahrheit bekannt wurde,
> haben sich die Menschen von der SP von ihrer Schwärmerrei
> für China ohne Umschweife verabschiedet. Ich weiß nicht,
> ob Sie, Herr Madeja, 1970, den Durchblick gehabt hätten.
> 1970 werden Sie sicher auch einige Ansichten gehabt haben,
> die Sie heute aufgrund neuer Erkenntnisse verwerfen müssten.
> Das ist völlig normal, und keiner fordert Sie deshalb
> auf sich ständig davon “richtig” zu distanzieren.
> Mit freundlichen Grüssen, Olaf Swillus.
Erwähnenswert ist auch die Geschichte der SP,
wie sie auf http://sp.nl/partij/historie/ erzählt wird.
Geschiedenis van de SP in vogelvlucht
Übersetzung von Olaf Swillus
aus http://sp.nl/partij/historie/
> Was sind die wichtigen Entwicklungen in der Partei,
> die 1972 gegründet wurde und nun am Beginn des 21. Jahrhunderts
> die dritt-stärkste Partei ist, was Parlamentssitze angeht,
> und die dritt-stärkste Partei in der Mitgliederzahl,
> und im Aktivismus die mutmaßliche Nummer Eins?
> Eine Beschreibung aus der Vogelperspektive.
Zum Weiterlesen diesem Link folgen:
http://blog.swiola.de/2007/10/14/geschichte-der-sp-aus-der-vogelperspektive/
@ Binder
Deine Schlussfolgerungen sind so einfach nicht vollständig haltbar. Vorallem was die PdL angeht, sehe ich das eher als "linkes Projekt" abseits der "sektiererischen Dogmatismuspolitik" anderer Parteien. Ein reformistischer Kurs hat den Vorteil, bei Bedarf umzuschwenken und sich der gesellschaftlichen Situation anzupassen, d.h. eine linksrefomistische Partei wie die PdL, kann, falls eine revolutionäre Situationen eintreten sollte, was ich in Deutschland bezweifle, auf einen radikaleren Kurs wechseln und die gunst der Stunde nutzen, da sie, im Gegensatz zu schon "immer radikalen Parteien" einen gewissen Anklang in der Bevölkerung gefunden hat, sowie auf Medienpräsenz setzen kann. (Bsp: die Linke könnte eine neue Idee schneller "verbreiten"/Salongfähig machen, als bspw. die MLPD)
Im Gegensatz zur, z.b. MLPD, kann die Linke aber auch, wenn sich eben keine revolutionäre Situation bildet, einen reformistischen Kurs einschlagen, und so, abseits der marxchen Geschichtsdetermination und Vorstellung, eine andere Form des Sozialismus aufbauen,welche auf reformistischen Wege möglich ist(in der MLPD aber als "klein-bürgerlich" gelten würde)
Diese modernen linken Parteien(wozu ich unter anderem auch "die Neue Anti-kapitalistische Partei"(Frankreich), die "Parti communiste français"(Frankreich) und auch die Politik Chavez (bolivarische Revolution)zähle) gehört meiner Meinung nach die Zukunft. Zumindest sehe ich in ihnen das größte Potential, ob diese Erwartungen erfüllt werden, oder sie den Weg der Sozialdemokraten einschlagen, bleibt abzuwarten.
Deine Schlussfolgerungen sind so einfach nicht vollständig haltbar. Vorallem was die PdL angeht, sehe ich das eher als "linkes Projekt" abseits der "sektiererischen Dogmatismuspolitik" anderer Parteien. Ein reformistischer Kurs hat den Vorteil, bei Bedarf umzuschwenken und sich der gesellschaftlichen Situation anzupassen, d.h. eine linksrefomistische Partei wie die PdL, kann, falls eine revolutionäre Situationen eintreten sollte, was ich in Deutschland bezweifle, auf einen radikaleren Kurs wechseln und die gunst der Stunde nutzen, da sie, im Gegensatz zu schon "immer radikalen Parteien" einen gewissen Anklang in der Bevölkerung gefunden hat, sowie auf Medienpräsenz setzen kann. (Bsp: die Linke könnte eine neue Idee schneller "verbreiten"/Salongfähig machen, als bspw. die MLPD)
Im Gegensatz zur, z.b. MLPD, kann die Linke aber auch, wenn sich eben keine revolutionäre Situation bildet, einen reformistischen Kurs einschlagen, und so, abseits der marxchen Geschichtsdetermination und Vorstellung, eine andere Form des Sozialismus aufbauen,welche auf reformistischen Wege möglich ist(in der MLPD aber als "klein-bürgerlich" gelten würde)
Diese modernen linken Parteien(wozu ich unter anderem auch "die Neue Anti-kapitalistische Partei"(Frankreich), die "Parti communiste français"(Frankreich) und auch die Politik Chavez (bolivarische Revolution)zähle) gehört meiner Meinung nach die Zukunft. Zumindest sehe ich in ihnen das größte Potential, ob diese Erwartungen erfüllt werden, oder sie den Weg der Sozialdemokraten einschlagen, bleibt abzuwarten.
Ich reagiere auf Alexander:
Im Kultursaal Horster Mitte in Gelsenkirchen-Horst fand letztes Jahr unter der Reihe “Internationalismus live:” eine Veranstaltung der MLPD zu Griechenland statt.
Eingeladen war Anastasios Varounis. Er ist ein Vertreter der Kommunistischen Organisation Griechenlands (KOE), Mitglied des Koordinierungsausschusses der Dienstleistungsgewerkschaften in Athen und Vorsitzender der gesamtgriechischen Gewerkschaft der angestellten Diplom-Landwirte.
Mit Wissen und Erlaubnis der Beteiligten, hatte ich übrigens den Vortrag mitgeschnitten und hier veröffentlicht:
http://blog.swiola.de/2010/05/15/rebellion-unter-der-akropolis-debatte-im-bundestag/
(Zusammen mit Beiträgen von LINKEN im Bundestag, die man auf Youtube findet)
Was ich an der anschließenden Diskussion mit Anastasios Varounis sehr beeindruckend fand:
Anastasios Varounis zeichnete in der anschließenden Diskussion ein sehr differenziertes Bild der linken Parteien und Organisationen in Griechenland. Es gäbe Organisationen, die radikale sozialistische Ideen verbreiteten, aber alles täten um das bestehende System zu erhalten. Auf der anderen Seite gäbe es reformistische Kräfte, die dennoch an den Demonstrationen teilnähmen, und zu Dingen in der Lage seien, die man ihnen vorher nie zugetraut hätte …
Im Großen und Ganzen teile ich die Aufassung von Alexander, und meine Beobachtung soll das ein wenig unterstützen.
Im Kultursaal Horster Mitte in Gelsenkirchen-Horst fand letztes Jahr unter der Reihe “Internationalismus live:” eine Veranstaltung der MLPD zu Griechenland statt.
Eingeladen war Anastasios Varounis. Er ist ein Vertreter der Kommunistischen Organisation Griechenlands (KOE), Mitglied des Koordinierungsausschusses der Dienstleistungsgewerkschaften in Athen und Vorsitzender der gesamtgriechischen Gewerkschaft der angestellten Diplom-Landwirte.
Mit Wissen und Erlaubnis der Beteiligten, hatte ich übrigens den Vortrag mitgeschnitten und hier veröffentlicht:
http://blog.swiola.de/2010/05/15/rebellion-unter-der-akropolis-debatte-im-bundestag/
(Zusammen mit Beiträgen von LINKEN im Bundestag, die man auf Youtube findet)
Was ich an der anschließenden Diskussion mit Anastasios Varounis sehr beeindruckend fand:
Anastasios Varounis zeichnete in der anschließenden Diskussion ein sehr differenziertes Bild der linken Parteien und Organisationen in Griechenland. Es gäbe Organisationen, die radikale sozialistische Ideen verbreiteten, aber alles täten um das bestehende System zu erhalten. Auf der anderen Seite gäbe es reformistische Kräfte, die dennoch an den Demonstrationen teilnähmen, und zu Dingen in der Lage seien, die man ihnen vorher nie zugetraut hätte …
Im Großen und Ganzen teile ich die Aufassung von Alexander, und meine Beobachtung soll das ein wenig unterstützen.
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Aktivieren durch mkoeln um 25.02.2010 22:09
