Re: Neue Mitglieder fúr die MLPD werben
Lieber Jens-Uwe,
ich bin ja als alter Hase einiges gewöhnt von der MLPD und damit auch
von Genossen aus dem Umfeld. Ich mußte aber völlig überrascht
schmunzeln, als ich deinen aktuellen Seufzer über die Ergüsse von Horst
gelesen habe, denn Ihr alle seid ja nicht gerade berühmt für eure Ironie
(in der Agitation und Propaganda). Vorsichtig formuliert, eher im
Gegenteil.
(Neoprene Walgesang)
Insbesondere danke ich dafür unseren Freunden Horst und Frank.
Horst erklärt uns in seiner unnachahmlichen (oder nachahmenswerten) "Kunst" sich auszudrücken was revolutionär ist.
>> REVOLUTIONÄR ist was für die Bewußtseinsentwicklung des Menschen als vorbildlich-nachahmenswerte Herausforderung daher kommt, was NICHT nach Opportunismus, Populismus und gewohnter / althergebrachter und deshalb mißtrauenswerter Kommunikation klingt<<
Es >> fehlt der Mut zu neuen / fusionierenden Wegen der sozialistischen Kommunikation!?<<
Na Endlich. Die richtige Kommunikation muss es also sein.
Und Frank bringt uns auf den neusten Stand wie es uns gelingt die Massen aufzuklären, zu überzeugen, zu organisieren und zum Kampf zu bewegen (für ??).
>>Das einfachste ist immer noch das beste. Vor allen in klarer,für alle leicht verständige,deutsche Aussprache. Damit Kind und Rentner auch Wissen was passiert und für was wir einstehen/möchten. Ich lege zum Beispiel allein,sofern vorhanden,Broschüren,Zeitungen und anderes in Poststellen,Bahnhöfe,Bussen,Märkten und da wo sich viele Menschen treffen,treffen müssen,aus. Bei Gerichten,Kliniken und andere Parteiadressen,Polizei und andere Ämter stecke ich denen was in die Briefkästen.Das ist ja nicht aufgezwungen!Sie können ja,bei desinteresse es wegwerfen.Offensiv und berechtigt agressiv gegen das Regime vorgehen ist angesagt. Mit Samthandschuhen angehen dürfte vorbei sein.<<
Jo natürlich, insbesondere bei der Polizei und den Ämtern, Gerichten und Kliniken was auslegen.
Das ist dann Offensiv und berechtigt aggressiv. Damit Kind !! und Rentner !! bescheid wissen.
Welch eine befreiende Wirkung !
Nun ist es klar wie wir unseren Gegner das inzwischen allein herrschende internationale Finanzkapital, den weltweiten Imperialismus zu Fall bringen können.
So bringen wir den subjektiven Faktor im Klassenkampf in Übereinstimmung mit der objektiven Entwicklung der gesellschaftlichen Verhältnisse. So wird die weltweite Arbeiterklasse und ihre Verbündeten mit diesem System endgültig fertig und macht den Weg frei für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung.
Wozu mühe ich mich eigentlich ab das Buch "Die Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution" zu studieren, um eine klare Orientierung zu bekommen ? Horst Frank hat uns dafür genial und einfach die Augen geöffnet.
Lenins "Was tun ?" oder der "Linke Radikalismus" etc. alles Makulatur.
Und so reitet nun der berechtigt apokalyptisch, aggressive Don Qui Chote auf fusionierenden Wegen der sozialistischen Kommunikation dahin, um sich weiter revolutionär, im Bunde mit Kind und Rentner, mit den Schatten der imperialistischen Windmühle anzulegen.
Vorwärts
beste Grüße
Jens-Uwe
Seine schreibweise ist an Egomanie und pseudo-avantgardistisch-intellektuellen getue kaum zu überbieten, also eigenschaften die gerade die BÜRGERLICHE Gesellschaft und die BÜRGERLICHE Bewusstseinsebene zu mass reproduzieren.
Er kritisiert die vorherschende Kommunikation? Wo ist seine Alternative? Er selbst reproduziert sie eben so wieder.
Ja, wozu eigentlich??? Ist doch das gerade ein symptomatisch-dogmatischer Teil der systemrationalen Bildung zu Suppenkaspermentalität, den die Masse auf der Straße auf jeden Fall ablehnt, um eine andere / eindeutige / zweifelsfreie (Bewußtseins-)Entwicklung und somit ein wirklich anderes / wahrhaftiges System des Zusammenleben zu erreichen.
Meine Erfahrung als Aktivist der SAV: Die Menschen sind zu uns gekommen, weil sie dem A=Alternative große Hoffnungen entgegen gebracht hatten.
"Sozialisten", die sich dann auch wieder nur dem Dogma der Vergangenheit verpflichtet sehen, um die Massen politisch und ... zu bilden, für einen "Kampf" der SO mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit über der Verkommenheit des Parlamentarismus wieder in Gewalt eskalieren muß, den wollten diese NICHT im geringsten anfangen, wo sie im Grunde erst einmal nur eine Bewegung ausserhalb des Systems auf dem Weg der Macht der Straße im Sinn hatten, eine Bewegung die einen wirklich menschenwürdig reformierten Sozialismus den Boden bereitet / fusioniert.
@Jens-Uwe
jetzt hast du Ironie mit extremer Arroganz gepaart!?
@Horst,
ersetzt ihr Trotzkisten die Etappen des Klassenkampfs durch die "permanente Revolution" und warum tut ihr euch immer durch ultralinkes Anheizen von Massenkämpfen als Ausdruck eures Subjektivismus und der eurer Anbetung der Spontanität der Massen, verbunden mit pseudorevolutionärer Phrasendrecherei (die gerade du sehr gut beherrscht), hervor?
So langsam öffnest du dich mit deinen Ansichten, die dich ein wenig klarer und verständlicher machen.
Die Lehren der Vergangenheit und was wir dabei insbesondere auch von den Klassikern des Marxismus-Leninismus lernen können, sind dir offensichtlich eher ein Greul. Du nennst es dann Dogma der Vergangenheit und siehst die Gefahr einer eskalierenden Gewalt.
Interessant finde ich besonders dass es eine Bewegung "ausserhalb" des Systems geben könnte. -- Weg der Macht der Strasse -- um einen menschenwürdig "reformierten" Sozialismus den Boden zu bereiten oder zu "FUSIONIEREN".
Da zeigt sich bei dir zum einen ein verzerrtes Geschichtsbewußtsein in Verbindung mit einer gehörigen Portion Verwirrung was den Klassenkampf angeht. Obwohl von Klassenkampf bei dir ja überhaupt keine Rede ist. Aber sei es drum.
Aber immerhin scheinst du ja genau zu wissen was die Massen auf der Strasse denken und wollen. Erzähl hier ruhig mehr davon. Bin gespannt.
Indem du einen neuen Begriff verwendest wie "Fusionieren", versuchst du wohl nur eine "neue" Art von Reformismus oder eine gesellschaftliche Veränderung ohne eskalierende Gewalt zu wünschen oder zu erträumen.
Mich würde brennend interessieren was bei dir mit wem oder was "fusionieren" soll. Der Kapitalismus mit dem Sozialismus ? WAHRHAFTIG das nenne ich KONFUSION.
Dass du dir auch eine bessere oder andere "wahrhaftige" Art des Zusammenlebens wünscht oder erreichen willst kann ich nur befürworten. Doch ohne einen revolutionären Umwälzungsprozess bleibt es doch nur ein Traum.
Ganz abgesehen davon bedarf es dafür einer entsprechenden gesellschaftlichen Kraft die dazu fähig ist.
Wer sonst wenn nicht die weltweite Arbeiterklasse im Bündnis mit den anderen Unterdrückten?
Wie wenn nicht mit einer entsprechenden internationalen Kampforganisation -- Zusammenschluß autonomer Parteien der verschiedenen Länder ?
Wie wenn nicht auf dem Wege einer internationalen sozialistischen Revolution ?
Damit wären wir dann wieder bei den geschichtlichen Erfahrungen, aus denen man zu lernen imstande sein sollte.
Also Don Horst
greif zur Lanze
Beste Grüße
Jens-Uwe
Danke. Es geht also doch verständlich. Und JETZT kann ich deine Meinung auch UNTERSTÜTZEN:

@ Jens-Uwe und Tobi
Gerade wegen dieser Aussagen "Da zeigt sich bei dir zum einen ein verzerrtes Geschichtsbewußtsein in Verbindung mit einer gehörigen Portion Verwirrung was den Klassenkampf angeht. Obwohl von Klassenkampf bei dir ja überhaupt keine Rede ist." kann man euch nur einen extremen Dogmatismus unterstellen. Warum bitte ist jede sozialistische Alternative die sich NICHT auf die alte und -unzeitgemäße- Klassenkampfrethorik beruft gleich "Reformistisch" oder auch -hier ein beliebtes wort- revisionistisch.
Mit welchem Recht nehmt ihr euch überhaupt heraus über die Definitionshoheit des Wortes "revisionismus" zu bestimmen?
Mit welchem Recht nehmt ihr euch raus jede sozialistische Alternative welche ohne (Lenin), Stalin und Mao auskommen will als indirekt "unecht" zu bezeichnen?
Mit welchem Recht beruft ihr euch darauf das "objektive" Interesse der Arbeiterklasse (eine Klasse die es SO gar nicht mehr gibt) zu kennen und zu postulieren?
Als das begründet ihr mit dem "wissenschaftlichen Sozialismus" und eurer PSEUDO-dialektischen herangehensweise.
Warum ist Trotzkis Theorie der "permanenten Revolution" revisionistisch, Stalins "Sozialismus in einem Land" nicht?
Beide berufen sich auf eine wissenschaftliche herangehensweise.
UND WIESO studiert (oder sollten wir) ihr diese "Morgenröte"? Wieso nicht einmal Foucault mit seiner Kritik an der klassischen marxistischen Denkweise? Wieso nicht auch mal die "Kritiker"(Foucault war kein gegner sondern lediglich ein KRITIKER) lesen/STUDIEREN?
Wieso diese nicht mal in die Überlegung einbeziehen? Dagewesen verwerfen ohne gleich angst haben müssen sich selbst als "revisionist" zu sehen?
Wieso nicht mal die erfolge der Anarchisten in die Überlegungen einbeziehen?
Ihr habt eine eigene Rethorik, einen eigenen KULT entwickelt, einen Saft in dem ihr liegt und vor euch hinbratet..
Eure Klassiker wollt ihr studieren, was sie sagen stimmt und wenn etwas nicht stimmt dann kann dies nur von EUCH erkannt werden, nicht aber von Kritikern die außerhalb dieses "Zirkels" stehen. IHR definiert was freund und feind ist, damit definiert ihr auch was richtig und falsch ist, was sinnvolle kritik und was revisionistisch ist.
Und das alles nennt ihr nicht Dogmatismus?
da sind ja einige Fragen aufgeworfen in deinem Beitrag und du hast dir mit Foucault einen interessanten Ratgeber gewählt. Und offensichtlich stehen einige deiner Ansichten damit im Zusammenhang. Z.B. deine Dogmatismus-Phobie
Mit klaren Prinzipien und gesellschaftlich-historischen Gesetzmäßigkeiten hatte Foucault ja nicht viel am Hut. Oder ?
Für eine Auseinandersetzung mit Foucault´s Auffassungen wäre aber ein anderer Themenblock notwendig.
Zu einigen deiner Fragen
>>Mit welchem Recht beruft ihr euch darauf das "objektive" Interesse der Arbeiterklasse (eine Klasse die es SO gar nicht mehr gibt) zu kennen und zu postulieren?<<
Mit einem Recht das jeder hat der sich politisch einmischen will. Dass ist allerdings nur verständlich wenn man davon ausgeht dass es überhaupt noch eine Arbeiterklasse gibt, die ein objektives Interesse haben könnte.
Wenn du aber der Meinung bist dass es keine Klassen mehr gibt, erübrigt sich logischerweise auch jeder Klassenkampf, respektive ein Strategisches Ziel desselben.
Damit entfällt natürlich dann auch der Maßstab dafür, was als revisionistisch oder reformistisch angesehen werden kann.
>>Mit welchem Recht nehmt ihr euch überhaupt heraus über die Definitionshoheit des Wortes "revisionismus" zu bestimmen?<<
Definitionshoheit ?? Jeder kann und darf das. Im übrigen stammen entsprechende "Definitionen" ja bereits von den Klassikern, die bei dir ja eher negativ besetzt sind. Oder war es nicht Eduard Bernstein, den man als Urvater des Reformismus ansehen kann ? (Die Bewegung ist alles das Ziel ist nichts)
Wurde sich nicht bereits während der II Internationalen mit den Revisionisten auseinandergesetzt ? was ja nichts anderes bedeutet sich auf Marx zu berufen aber ihn letztlich doch zu REVIDIEREN.
Im übrigen darf ich dich darauf aufmerksam machen, dass du dich hier im Diskussionsforum der MLPD befindest. Was erwartest du also Anderes als eine Bezugnahme auf die Klassiker Marx bis Mao ?
Du schreibst in anderen Threads auch von Ausbeutung. wenn es aber keine Arbeiterklasse mehr gibt, wer wird dann ausgebeutet ? (ich vergaß, neuerdings wird ja das sogenannte Prekariat favorisiert) --- Öfter mal was neues
Wenn du überhaupt wirklich für eine gesellschaftliche Veränderung bist lass doch mal wissen mit welchem Ziel (falls es überhaupt ein Ziel bei Foucault gab) und welche gesellschaftlichen Kräfte sollen dieses Ziel verwirklichen ?
Aber pass auf ! Wer seinen Standpunkt festlegt, grenzt sich zum einen ab und macht sich andererseits angreifbar. aber nur Mut. Hier wird nur geschrieben nicht gebissen.
Beste Grüße
Jens-Uwe
Zum Thema ausbeutung(nach Marxistischer Sicht) hab ich meine ganz eigene Meinung, steht in einem anderen Thread kann ich hier aber auch nochmal anreißen.
Ich habe NICHT behauptet das es die Arbeiterklasse nicht mehr gibt sondern lediglich das es sie "SO" nicht mehr gibt. Damit meine ich das es das "typische" Proleteriat, d.h. den klassischen Industriearbeit zwar noch gibt, dieser aber nicht mehr die Mehrheit in der Bevölkerung abbildet.
Heutzutage sind nur noch ca. 24% im sekundären, d.h., industriellen Sektor. 73,5% und damit der überwiegende Teil ist im sogenannten Dienstleistungssektor, dort teilweise als "Angestellte"(im weiteren sinne arbeiter), als teil des Verwaltungsapparats, als Selbstständige(von euch wohl am ehesten mit dem Kleinbürgertum zu vergleichen), in wissenschaftlichen Sektoren, wie der Forschung im Labor,in Stiftungen oder in Bildungseinrichtungen(hochschule).
Das zumindest noch von Marx vermutete "abrutschen" des Kleinbürgertums/Mittelstands in das Proleteriat ist nicht eingetreten, viel mehr hat der Spätkapitalismus tendenzen gezeigt auch einen großen Teil der Arbeiter, selbst jene die noch im Industriebereich arbeiten, ein Leben in "Kleinbürgerlichen Verhältnissen" zu bescheren. (Ich versuche eure rethorik aufzunehmen um verständigunsschwierigkeiten bei seite zu legen)
Auch die Bewusstseinsentwicklung des "revolutionären Subjekts" (der Arbeiterklasse) ließ immer auf sich warten, vielmehr gingen die wirklich Progressiven Ansätze von den Intellektuellen aus. (Für euch Marx,Lenin,Stalin,Mao/ für mich wohl ehr: Marx,Luxemburg,Marcuse,Dutschke ABER auch Kritiker wie Foucault aus dem (post)marxistischen und Schumpeter aus dem neoliberalen Lager..ich finde Gegenpositionen sehr wichtig zur eigenen Entwicklung ) Womöglich hat das auch Lenin schon mit seinem avantgardistischen Politikverständnis so gesehen,auch wenn ich seine Schlüsse für zweifelhaft halte.
Meiner Meinung nach (und der MLPD soll das angeblich auch schon "aufgefallen sein", zumindest wurde mir das so berichtet
) hat sich die Ausbeutung(hier nun als UNwissenschaftlicher Begriff) in die dritte welt verlagert. Die hier in Deutschland lebenen Menschen, auch die Arbeiter und arbeitslosen,so zynisch es auch klingen mag, profitieren von der Ausbeutung in der dritten welt.(total verbilligte Sachen, exotische Lebensmittel die sich jeder leisten kann etc)
Damit hat sich ein System entwickelt welche die Bevölkerung der Industrienationen an sich BINDET, sie zu profiteuren macht und damit einen "internationalen Kampf" schon im vornherein unterbindet. Ich stelle mal die waghalsige These auf, das bpsw. Angestellte von Addidas in Deutschland MEHR Lohn bekommen als ihre Arbeitskraft abwerfen würde. Dafür regeneriert der Konzern den Profit aus dieser extremen Mehrwertspanne in den dritte Weltsländern. --> Ausbeutung(jetzt wissenschaftllich) verlagert sich in die dritte welt, tritt hier aber nur noch vereinzelt auf um so das Volk "ruhig zu stellen".
Die Folge ist die sogenannte Ideologie des Konsumismus, d.h. der Mensch defniert sich zunehmens nur noch über den Konsum etc.
Jetzt zu der Frage, wie stell ich mir vor wie sich etwas verändert:
Meiner Meinung nach geht "die Revolution"(bestehend aus mehreren teil-revolutionen) von den unterentwickelten Staaten und eben NICHT von den Hochindustriellen wie der Marxismus denkt,aus.
Die unterdrückten Völker dieser Erde werden sich als erstes aktiv wehren. Ob bewusst,unbewusst oder nur mit einem "teil-bewusstsein". Anzeichen gibt es auf der ganzen welt, sei es die Zapatistenbewegung in Mexico oder der sozialistische Versuch in Venezuela etc. Wie schon gesagt muss das ergebnis nicht immer ein sozialistischer Staat sein, es kann auch dazu kommen das durch eine verfehlte Kapitalismuskritik sich bspw ein Theokratischer Staat entwickelt. Dennoch ist die Tendenz zur radikalen veränderung in diesen Staaten ehr gegeben.
Was bedeutet das für uns in den Hochindustriellen Staaten?
Auf der einen Seite ist natürlich solidarität mit diesen Staaten angesagt,da die Industrienationen versuchen werden ihren einfluss aufrecht zu erhalten.
Dennoch werden diese internationalen veränderungen auch uns nicht "kalt lassen"(verteurung der Lebensmittel,Sachen,Rohstoffe,Energie) und dies bietet die möglichkeit die momentan herrschende Antipahtie gegen den Finanzsektor umzuwandeln in eine fundamentale Kapitalismuskritik. (Meiner Meinung nach muss diese aber pluralistisch und nicht vermeintlich "wissenschaftlich" gehalten werden wie im marxismus-leninismus)
Entgegen der landläufigen Meinung in der radikalen politischen Linken halte ich eine Entwicklung in den Industrienationen(allerdings NUR da und auch nicht in allen Staaten) auch über den Reformistischen Weg erreichbar. Ich persöblich habe auch eine Abneigung gegenüber dem Parlamentarismus aber man muss ihm nunmal eine gute Aufnahmefähig im Bereich mehrheitlich geäußerter Forderungen, attestieren. Außerdem verfügt zumindest Deutschland über eine recht starke sog. Zivilbevölkerung die im offenen Diskurs schon sehr progressive entscheidungen hervorgebracht hat.
Von einer "Diktatur des Proleteriats" halte ich, sowie sie hier in dem Forum schon des öfteren Charakterisiert wurde, nichts.
Ich möchte die gelegenheit noch kurz nutzen um auf den Punkt "Revisionismus" einzugehen.
"Definitionshoheit ?? Jeder kann und darf das. Im übrigen stammen entsprechende "Definitionen" ja bereits von den Klassikern, die bei dir ja eher negativ besetzt sind. Oder war es nicht Eduard Bernstein, den man als Urvater des Reformismus ansehen kann ? (Die Bewegung ist alles das Ziel ist nichts)
Wurde sich nicht bereits während der II Internationalen mit den Revisionisten auseinandergesetzt ? was ja nichts anderes bedeutet sich auf Marx zu berufen aber ihn letztlich doch zu REVIDIEREN."
JA jeder kann und darf das JETZT. Ob er es machen sollte und/oder wie dies im "echten" Sozialismus aussieht beantwortet das aber nicht.
der Vorwurf des Revisionismus wurde immer ausschließlich genutzt um politische Gegner zu diffamieren.(Warum sollte ein revisionist auch recht haben? man sollte ihm nicht glauben,usw)
Der Begriff revisionismus ergibt auch nur dann sinn,wenn es eine bestimmte referenzgröße (eine Ideologie) gibt,welche unveränderbar ist, oder angegeben wird es zu sein. Weicht man von dieser ab, ist man ein Revisionist...warum aber denn kein Progressiver? Dies wäre die positive Umdeutung des Begriffs welche besagt das man sich von alten Fesseln befreit hat und sich auch nicht scheut auch diese einer fundamentalen Kritik zu unterziehen.
Der Begriff "Revisionist" ist auf allen Ebenen problematisch. Erstens ist er willkürlich,zweitens ist er Diskurstheoretisch kontraproduktiv weil "fronten verhärtet werden", drittens ist er gefährlich sofern einer der Diskussionsparteien das Gewaltmonopol errungen hat.
Der Unterschied zwischen "einer Meinung haben" und "einem Dogma folgen" ist das eingeständnis an die Möglichkeit falsch zu liegen und dem anderen recht zu geben. Dies ist nämlich nur bei ersteren vorhanden. Die Ideologie des Marxismus-Leninismus beispielsweise hat keinen Platz für Anarchosyndikalisten,Trotzkisten,"demokratischen Sozialisten", sozialliberalen, ökologische Basisdemokraten etc.
Du hast übrigens recht, Foucault gibt keine Antwortungen, ebenso nicht Marcuse oder Dutschke. Das macht sie und ihre schriften so wertvoll, denn sie laden ein zur selbstreflektion und "selber denken" OHNE eine referenzgröße wie die Worte des ersten Vorsitzenden etc

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Ich habe NICHT behauptet das es die Arbeiterklasse nicht mehr gibt sondern lediglich das es sie "SO" nicht mehr gibt. Damit meine ich das es das "typische" Proleteriat, d.h. den klassischen Industriearbeit zwar noch gibt, dieser aber nicht mehr die Mehrheit in der Bevölkerung abbildet. Heutzutage sind nur noch ca. 24% im sekundären, d.h., industriellen Sektor. 73,5% und damit der überwiegende Teil ist im sogenannten Dienstleistungssektor, dort teilweise als "Angestellte"(im weiteren sinne arbeiter), als teil des Verwaltungsapparats, als Selbstständige(von euch wohl am ehesten mit dem Kleinbürgertum zu vergleichen), in wissenschaftlichen Sektoren, wie der Forschung im Labor,in Stiftungen oder in Bildungseinrichtungen(hochschule). Das zumindest noch von Marx vermutete "abrutschen" des Kleinbürgertums/Mittelstands in das Proleteriat ist nicht eingetreten, viel mehr hat der Spätkapitalismus tendenzen gezeigt auch einen großen Teil der Arbeiter, selbst jene die noch im Industriebereich arbeiten, ein Leben in "Kleinbürgerlichen Verhältnissen" zu bescheren. (Ich versuche eure rethorik aufzunehmen um verständigunsschwierigkeiten bei seite zu legen)>>
In der Klassenanalyse der MLPD sind alle technischen und kaufmännischen Angestellen, also auch die der Dienstleistungbetriebe, der sogenannten "Arbeiterklasse im weiteren Sinn" zugeordnet. Ferner geht die MLPD davon aus, dass es zwischen den Lebensumständen der Arbeiterklasse und der kleinbürgerlichen Intelligenz keine scharfe Trennung mehr gibt (vgl. RW26/95 "Der Kampf um die Denkweise in der Arbeiterbewegung", Kap. "Abhängige Intelligenz als Hauptträgerin der kleinbürgerlichen Denkweise", S. 76). Meinem persönlichen Wissenstand nach (also keine MLPD-Quelle) lag der Anteil der Industriearbeiter an der Gesamtbevölkerung Deutschlands 1989 bei ca. 37%, der Anteil der Arbeiter im Dienstleistungssektor, Verkehr, Handel etwa bei 42%. Der Punkt ist aber, dass sich ein internationales Industrieproletariat herausgebildet hat, und dass es ein sprunghaftes Wachstum der Arbeiterklasse in Industrie, Landwirtschaft und Dienstleistungssektor und eine Erhöhung ihres Anteils an der Gesamtzahl der Werktätigen gegeben hat (Buch: "Götterdämmerung über der neuen Weltordnung", Kap. "Herausbildung eines internationalen Industrieproletariats" und "Veränderungen der Klassenstruktur", S. 79 ff., S. 111).
<>
Die MLPD sieht es so, dass das Klassenbewußtsein heute nicht mehr spontan entsteht, sondern das Ergebnis eines Kampfes zwischen der von der MLPD vertretenen proletarischen Denkweise und der in der Gesellschaft vorherrschenden kleinbürgerlichen Denkweise ist (RW 26/94, Kap. "Die kleinbürgerliche Denkweise und ihre zersetzende Wirkung in der Arbeiterbewegung", S. 120 ff.)
"...Damit meine ich das es das "typische" Proleteriat, d.h. den klassischen Industriearbeit zwar noch gibt, dieser aber nicht mehr die Mehrheit in der Bevölkerung abbildet. Heutzutage sind nur noch ca. 24% im sekundären, d.h., industriellen Sektor. 73,5% und damit der überwiegende Teil ist im sogenannten Dienstleistungssektor...":
Jede Leihfirma gilt als Dienstleistungsunternehmen, das heißt weiterhin, jeder Dreher, Bauarbeiter, Schmied, Tischler usw., der zugleich Leiharbeiter ist, erbringt in seinem jeweiligen Einsatzbetrieb Dienstleistungen, so abartig sich das hier auch lesen mag. Damit stellen sich auch die 24% und die 73,5% schon wieder völlig anders dar
gleich zu Beginn hier ein kritischen Blick auf Faucoult
http://www.thecockroaches.de/dialektik/vortrag5-foucault.pdf
recht lesenswert als kleine Anregung zum Nachdenken.
Nun zu einigen deiner Aussagen
>>Ich habe NICHT behauptet das es die Arbeiterklasse nicht mehr gibt sondern lediglich das es sie "SO" nicht mehr gibt. Damit meine ich das es das "typische" Proleteriat, d.h. den klassischen Industriearbeit zwar noch gibt, dieser aber nicht mehr die Mehrheit in der Bevölkerung abbildet.<<
Das versuchst du durch statistische Zahlen zu untermauern, die ich hier gar nicht unbedingt zu widerlegen versuche. Dazu hat Bernd und Rene bereits etwas ausgeführt. Ich will darauf hinweisen dass ein Großteil derer, die du zum Dienstleistungssektor zählst, bereits von Industriekonzernen einverleibt wurden. Krankenhäuser z.B. wurden vom Pharmaproduzenten Vivantes gekauft, was die Angestellten der Krankenhäuser zum Teil des Industrieproletariats macht. (Objektiv) Ob sich die Leute dessen bewußt sind oder nicht ändert nichts an der Tatsache. Es ergibt sich eben aus der Stellung zur Produktion im Gesamtprozeß des Kapitalismus.
Dass sich so etwas wie ein Prekariat gebildet hat, ändert daran genauso wenig. So werden diese Menschen ebenso wenn nicht noch mehr ausgebeutet. Es erschwert den Betroffenen allerdings sich im Bewußtsein als Teil der Konzernbelegschaft und insgesamt der Arbeiterklasse zu fühlen und verlangt besondere Anstrengungen in der Überzeugungsarbeit.
>>Das zumindest noch von Marx vermutete "abrutschen" des Kleinbürgertums/Mittelstands in das Proleteriat ist nicht eingetreten, viel mehr hat der Spätkapitalismus tendenzen gezeigt auch einen großen Teil der Arbeiter, selbst jene die noch im Industriebereich arbeiten, ein Leben in "Kleinbürgerlichen Verhältnissen" zu bescheren.<<
Stimmt SO schon mal gar nicht. 1. steht bei Marx nicht dass das Kleinbürgertum ansich abrutscht, sondern ein teil durch den Verlauf des Kapitalismus "hinabgestoßen" wird. Insgesamt strebt das Kleinbürgertum eher danach Erfolg und Karriere zu machen und selber zum Bourgeios zu werden. Daraus ergibt sich ja gerade der schwankende Charakter des Kleinbürgers. 2. wird ja gar nicht in Abrede gestellt dass ein Teil der Arbeiter in kleinbürgerlichen Verhältnissen leben kann. Das wirkt sicher auch zersetzend auf das Klassenbewußtsein, ändert aber kein deut an ihrer Stellung zur Produktion. Allerdings ist auch hier in der Überzeugungsarbeit darauf Rücksicht zu nehmen.
>>Meiner Meinung nach geht "die Revolution"(bestehend aus mehreren teil-revolutionen) von den unterentwickelten Staaten und eben NICHT von den Hochindustriellen wie der Marxismus denkt,aus.<<
Ich wüsste nicht wo bei der MLPD behauptet wird, dass die Revolution von den hochindustriellen Staaten ausgeht. Das belege bitte erstmal.
Nach unserer Strategie und Taktik und auch nach jeder vernünftigen Logik reißt die Kette zuerst an ihren schwächsten Gliedern. Wo das sein wird kann dir wohl niemand vorhersagen. Allerdings erfordert ein Erfolg im internationalen oder weltweiten Maßstab eine Erschütterung der Macht gerade der führenden imperialistischen Staaten. Eine revolutionäre Erhebung in den Entwicklungsländern ist unter den heutigen Verhältnissen wohl auch nur noch erfolgreich wenn dies als teil eines revolutionären Gesamtprozesses angegangen wird. Das Verständnis dafür verlangt allerdings sich über Faucoult zu erheben und die kausalen ökonomischen und politischen Zusammenhänge in der Welt zu begreifen.
>>Dennoch werden diese internationalen Veränderungen auch uns nicht "kalt lassen"(verteurung der Lebensmittel,Sachen,Rohstoffe,Energie) und dies bietet die möglichkeit die momentan herrschende Antipahtie gegen den Finanzsektor umzuwandeln in eine fundamentale Kapitalismuskritik. (Meiner Meinung nach muss diese aber pluralistisch und nicht vermeintlich "wissenschaftlich" gehalten werden wie im marxismus-leninismus)<<
Hier spricht nun Faucoultismus ganz und gar aus dir. Nun ja OK wie es dir beliebt.
Ja ja die Macht des Diskurses statt Klassenkampf.
Der reformistische Weg mit Hilfe eines "offenen" Diskurses soll nun also Veränderungen herbeiführen ? Womöglich sogar revolutionäre ?
Mit welchem Ziel ? Ein revolutionäre Veränderung oder wie du meinst FUNDAMENTALE Kritik am Kapitalismus ohne klare Alternative ist weder revolutionär noch fundamental, sondern blindes gezeter eines Unzufriedenen.
Dazu passt denn auch deine Behandlung des Begriffes Revisionismus ganz nach der Faucoultschen "Diskurs ist alles" - Methode .
>>Der Begriff "Revisionist" ist auf allen Ebenen problematisch. Erstens ist er willkürlich,zweitens ist er Diskurstheoretisch kontraproduktiv weil "fronten verhärtet werden", drittens ist er gefährlich sofern einer der Diskussionsparteien das Gewaltmonopol errungen hat.<<
1. ist es eine notwendige politische Qualifizierung gegenüber den Leuten die sich sozialistisch nennen aber den Kapitalismus verteidigen
2. Der Widerspruch zwischen Marxismus-Leninismus und Revisionismus ist auf jeden Fall antagonistisch und kann nur mit der Niederlage einer der beiden Seiten enden
3. wir wollen uns nicht mit Traümereien abgeben und uns einbilden der Klassenkampf werde an einen runden Tisch entschieden.
Beste Grüße
Jens-Uwe
Mit dir ist es ähnlich wie mit einem verblendeten BWL-studenten zu diskutieren -nur einmal andersherum. Aber keine Sorge ich werde deinen Beitrag noch auseinander pflücken, ich hoffe du hast verständnis das ich zuerst einmal deinen Link studieren mag weil mich eine gegendarstellung durchaus reizt

- Historie
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Aktivieren durch member um 25.01.2012 14:02
